Die spannendsten Light E-MTBs für 2023

Adrian Kaether

 · 14.12.2022

Die spannendsten Light E-MTBs von Trek über Scott bis Haibike im Überblick.
Foto: Diverse
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Geringes Gewicht, leichtfüßiges Handling, kaum Motorgeräusche: Light E-MTBs versprechen Fahrspaß pur und nehmen aktuell richtig Fahrt auf. Wir zeigen die spannendsten Modelle für 2023.

Alle leichten E-Bike Modelle in diesem Artikel im Überblick:

Orbea Rise - individualisierbarer Trailflitzer mit Shimano-Technik

Orbea Rise // 5299 bis 10.999 Euro // ab 15,95 kg (Größe M, Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150 / 140 mm // Verfügbarkeit: Ende 2022 Foto: Jérémie Reuiller
Orbea Rise // 5299 bis 10.999 Euro // ab 15,95 kg (Größe M, Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150 / 140 mm // Verfügbarkeit: Ende 2022
Verlagssonderveröffentlichung

Ein Light-E-MTB aber mit bewährter Antriebstechnik von Shimano und doch richtig leicht. Damit hat sich Orbeas Rise Ende 2020 einen Namen gemacht. Nachdem erst vor einem Jahr die Alu-Version präsentiert wurde, schiebt Orbea nun das nächste größere Update nach. Das Rise kommt jetzt mit Shimanos neuem EP801-Antrieb, der wiederum auf Orbeas hauseigenes Rider-Synergy-Konzept hin optimiert wurde. Heißt: Nur maximal 60 statt 85 Newtonmeter und etwas weniger Spitzenleistung. Das schont Akku und Komponenten und begünstigt die Reichweite. Neu ist für 2023 außerdem ein schlankerer und leichterer 360-Wattstunden-Akku, der nur noch knapp 1900 Gramm wiegt. Außerdem hat Orbea den Rahmen des Rise leicht überarbeitet. Der größere 540-Wattstunden-Akku, den es bisher nur im Alu-Bike gab, passt jetzt auch ins Carbon-Modell. Die Geometrie bleibt wie gehabt und ist auf ein verspieltes Trail-Handling hin ausgelegt. Das macht das Orbea Rise zum richtigen Bike für alle, die Shimano-Antriebstechnik und trotzdem ein leichtes und verspieltes Bike wollen. Stark: Über den Konfigurator lässt sich die Ausstattung anpassen, bei den Carbon-Modellen können Kunden ohne Aufpreis sogar eine individuelle Lackierung bestellen.

Transition Relay - Das Fazua-MTB lässt noch auf sich warten

Transition Relay // Preis k. A. // Gewicht k. A. // 29 / 27,5 Zoll // 170 / 160 mm // Verfügbarkeit: Frühling 2023 Foto: Transition
Transition Relay // Preis k. A. // Gewicht k. A. // 29 / 27,5 Zoll // 170 / 160 mm // Verfügbarkeit: Frühling 2023

Mit dem Relay hat ausgerechnet die kleine amerikanische Edel-Schmiede Transition Mitte Juni das weltweit erste Mountainbike mit Fazua-Ride-60 Antrieb präsentiert. Mit je nach Setup 160 oder 170 Millimeter Federweg ist das Relay klar als Enduro und nicht als maximal verspieltes Trailbike positioniert und dürfte entsprechend auch nicht zu den leichtesten E-MTBs am Markt gehören. Dafür soll es Nehmerqualitäten mitbringen, wie der unomotorisierte Bruder Patrol. Fazuas Ride60-Antrieb sorgt für ein Light-E-MTB für verhältnismäßig satten Vortrieb. 60 Newtonmeter und 350 Watt Dauerleistung stellt er bereit, per Boost Knopf steigt die Leistung kurzfristig auf 450 Watt an. Der Fazua Akku mit 430 Wattstunden ist beim Transition klassisch nach vorne entnehmbar. Preis und Geometrie des Bikes aus dem US-Bundesstaat Washington sind noch nicht bekannt, erst im Frühling 2023 soll es das Bike dann endlich zu kaufen geben.

Forestal Siryon - Fahrspaß-Exot aus Andorra

Forestal Siryon // Preis ab 9699 Euro // Gewicht 18,8 kg (EMTB-Messung) // 29 Zoll // 170 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Markus Greber
Forestal Siryon // Preis ab 9699 Euro // Gewicht 18,8 kg (EMTB-Messung) // 29 Zoll // 170 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Schon Anfang 2020, als gerade erst das Levo SL vorgestellt war, machte die neu gegründete Edel-Schmiede Forestal aus Andorra mit einem spektakulären Light-Enduro von sich reden: Dem Siryon. Bis zu 60 Newtonmeter Drehmoment in einem kompakten Antrieb, den Forestal in Zusammenarbeit mit Bafang entwickelt hat, versprachen ordentlich Power für den Anstieg. Trotzdem sollte das E-Bike insgesamt leicht sein und ein Spaß-Bringer im Downhill. Nur selten gehen solche Versprechen auf, doch als wir schließlich nach fast zwei Jahren Wartezeit das erste E-Fully im Test hatten, waren wir begeistert. Handlich, leise bergab und ein auffällig gelungenes Fahrwerk - im Downhill gibt’s da kaum etwas zu bemängeln. Leider war der Antrieb bergauf nicht ganz so leise und saugte den fest verbauten 360-Wattstunden-Akku recht schnell leer. Dennoch: In puncto Fahrspaß sind das E-Enduro Forestal Siryon oder der kleinere Bruder, das Trailbike Cyon, heiße Tipps für 2023.



Storck e:drenalin.2 SL - hessischer Carbon-Leichtbau zum fairen Preis

Storck e:drenalin.2 SL // Preis ab 7999 Euro // Gewicht ab 16,5 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150 mm // Verfügbarkeit: Mitte 2023 Foto: Storck
Storck e:drenalin.2 SL // Preis ab 7999 Euro // Gewicht ab 16,5 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150 mm // Verfügbarkeit: Mitte 2023

Das neue Storck-Light-E-MTB war bisher nur als 3D-Druck auf der Eurobike zu sehen. Doch das Bike des hessischen Carbon-Spezialisten verspricht interessant zu werden: Mit 29-Zoll-Laufrädern und 150 Millimeter Federweg zielt es auf die All-Mountain-Kategorie, im Unterrohr wird Fazuas Ride60-Antriebssystem mit fest verbautem Akku stecken. Mit bis zu 350 Watt Leistung und 60 Newtonmetern Drehmoment dürfte das Storck auch fiese Rampen mit hohem Tempo erklimmen, der Akku mit 430 Wattstunden sorgt für eine ordentliche Reichweite, wie wir bereits in den ersten Tests des Fazua-Systems feststellen konnten. Typisch für Storck: Das Einstiegsmodell wird mit 8000 Euro nicht ganz billig, echte Einsteigerkomponenten sucht man normalerweise aber auch an den günstigsten Bikes der Hessen vergeblich. Das Zielgewicht von 16,5 Kilogramm klingt attraktiv.

BMC Fourstroke AMP LT - Schweizerisches Downcountry-Bike mit TQ-Turbo

BMC Fourstroke AMP LT // Preis 6899 bis 13.999 Euro // Gewicht ab 15,9 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 120 mm // Verfügbarkeit: Ende 2022 Foto: Thomas Weschta
BMC Fourstroke AMP LT // Preis 6899 bis 13.999 Euro // Gewicht ab 15,9 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 120 mm // Verfügbarkeit: Ende 2022

Das Fourstroke ist eigentlich das Race-Bike des schweizerischen Premium-Herstellers BMC. Nun legt BMC nach und ergänzt die Fourstroke-Familie um ein Modell mit elektrischer Unterstützung. Die Basis dafür ist aber nicht der klassische 100-Millimeter-Racer Fourstroke, sondern das LT-Modell mit etwas großzügigeren 120 Millimetern Federweg. Im Unterrohr des AMP LT außerdem TQs HPR 50 E-Motor, und es liefert bis zu 50 Newtonmeter Drehmoment und 300 Watt Leistung. Damit dürfte auch ein durchschnittlicher Tourenfahrer die Leistung eines Weltcup-Racers auf die Kette drücken, zumindest solange der fest verbaute Akku mit 360 Wattstunden noch Saft hat. Mit einem Gewicht ab 15,9 Kilogramm ist das BMC Fourstroke AMP LT sehr leicht, das Topmodell aber auch entsprechend teuer. Die sportliche Sitzposition, die kurze Tele-Stütze und der knappe Federweg schränken den Einsatzbereich naturgemäß etwas ein.

BH Bikes iLynx Trail - Light All Mountain Bike aus Spanien

BH Bikes iLynx Trail // Preis 5099 bis 9099 Euro // Gewicht ab 18,7 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Hersteller
BH Bikes iLynx Trail // Preis 5099 bis 9099 Euro // Gewicht ab 18,7 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

In Sachen Light-E-MTB gehen die Spanier von BH Bikes eigene Wege. Der 2EXMAG-Antrieb setzt zwar auf Bafang-Technik, wird aber nur von BH Bikes verbaut. Mit bis zu 65 Newtonmetern ist der Antrieb recht kräftig für ein Light-E-MTB, dazu passend hat das BH iLynx Trail auch einen recht großen fest verbauten Akku mit 540 Wattstunden. Noch mehr Reichweite gibt’s per Range-Extender im Flaschenhalter - trotzdem soll das iLynx als waschechtes All Mountain Bike laut Herstellerangabe nur 16 Kilogramm wiegen. Das wirkt sehr optimistisch, aber auch mit ein, zwei Kilogramm mehr wäre das Bike noch leicht. Wir haben bereits ein Testbike angefordert und werden weiter berichten. Die Geometrie des BH iLynx Trail fällt eher kurz aus - gut für ein handliches Fahrverhalten bergab, für Enduro-Geläuf gibt es vielleicht bessere Kandidaten. Kürzlich hat BH Bikes außerdem das Alu-Modell vorgestellt, so gibt’s das iLynx schon ab fairen 5099 Euro. Dieses Bike soll dann allerdings deutlich schwerer sein. Wer weniger Federweg braucht und eine sportlichere Sitzposition möchte, kann auch zur Cross-Country-Variante des iLynx greifen.

Simplon Rapcon Pmax TQ - österreichisches Light E-MTB mit Bio-Bike-Geometrie

Simplon Rapcon Pmax TQ // Preis 8599 bis 13.789 Euro // Gewicht ab 17,6 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll oder Mullet // 150 oder 170/165 mm // Verfügbarkeit: Ende 2022 Foto: Hersteller
Simplon Rapcon Pmax TQ // Preis 8599 bis 13.789 Euro // Gewicht ab 17,6 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll oder Mullet // 150 oder 170/165 mm // Verfügbarkeit: Ende 2022

“So schlank und handlich wie ein MTB ohne Motor” - viele Hersteller bemühen diesen Slogan für ihre leichten E-MTBs, Simplon könnte man das tatsächlich glauben. Denn die Vorarlberger orientieren ihr leichtes E-MTB Rapcon Pmax TQ nicht nur am Rapcon ohne Motor, sondern übernehmen direkt alle Rahmenmaße vom unmotorisierten Bike. Das heißt: Das Simplon Rapcon Pmax TQ hat nicht nur den TQ HPR50 Antrieb mit bis zu 300 Watt Leistung und 50 Newtonmetern, sondern auch eine moderne Geometrie klassischer Mountainbikes. Die Kettenstreben wachsen mit den Rahmengrößen von superkurzen 436 Millimetern auf bis zu 447 Millimeter, der Reach ist lang, der Lenkwinkel flach, das Tretlager tief. Wahlweise gibt’s das Rapcon Pmax TQ als All Mountain Bike mit 150 oder als E-Enduro mit 170/165 Millimetern Federweg sowie als 29er oder mit Mullet-Laufradmix. Die Ausstattung lässt sich im Konfigurator anpassen. Die Energie speichert TQs 360-Wattstunden-Akku der bei Simplon fest im Unterrohr verbaut ist. Mehr Reichweite gibt’s per Range Extender. Ein Testbike haben wir bereits angefordert und sind gespannt auf den ersten Praxis-Einsatz mit dem TQ-Bike aus Österreich.

Nox Epium - Light E-MTB mit Rahmen “Made in Europe”

Nox Epium // Preis 8599 bis 10.999 Euro // Gewicht ab 18,5 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll oder Mullet // 150 oder 180 mm // Verfügbarkeit: Anfang 2023 Foto: Hersteller
Nox Epium // Preis 8599 bis 10.999 Euro // Gewicht ab 18,5 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll oder Mullet // 150 oder 180 mm // Verfügbarkeit: Anfang 2023

Bikes kommen immer aus Fernost? Das gilt zwar für die meisten Hersteller, inklusive der Branchenriesen. Der kleine Zillertaler Hersteller Nox sträubt sich aber gegen den Trend. Das neue Light E-MTB Epium setzt zwar auf klassische MTB-Komponenten, die zum großen Teil auch aus Asien stammen: Der Carbon-Rahmen selbst wird aber in Portugal produziert, lackiert, und zusammengebaut werden die Bikes in Bayern und im österreichischen Zillertal. Das Nox Epium gibt’s in einer All-Mountain-Version mit 150 Millimetern Federweg und 29-Zoll-Laufrädern und in einer Enduro-Version mit 180 Millimetern Federweg mit Mullet-Laufradmix. Angetrieben wird das E-Bike von Fazuas Ride60 System. Maximal 60 Newtonmeter und 350 Watt Dauerleistung liefert dadurch der Motor, der Akku lässt sich beim Nox klassisch nach vorne aus dem Unterrohr entnehmen. Etwas speziell: Gerade das All Mountain Bike hat mit 469 Millimetern extrem lange Kettenstreben. Gut zum Klettern bergauf, für spielerisches Handling aber nicht gerade zuträglich. Los geht’s wegen der Rahmenproduktion in Europa erst ab 8599 Euro, Anfang 2023 sollen die ersten Bikes bei den Händlern ankommen. Ungewöhnlich: Wer möchte, kann sich auch per Crowdfunding am Projekt Nox beteiligen und damit direkt an Erfolg oder Misserfolg der Marke teilhaben.

Thömus Lightrider E Ultimate - sportlicher Minimalismus

Thömus Lightrider E Ultimate // Preis ab ca. 6500 Euro // Gewicht ab 14,5 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 120 bis 140 mm // Verfügbarkeit: Anfang 2023 Foto: Hersteller
Thömus Lightrider E Ultimate // Preis ab ca. 6500 Euro // Gewicht ab 14,5 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 120 bis 140 mm // Verfügbarkeit: Anfang 2023

Bei Thömus’ ultimativem Lightrider ist alles auf Gewicht hin getrimmt. Das minimalistische E-Bike der Schweizer muss mit Maxons Bikedrive Air auskommen. Der liefert zwar nur gute 30 Newtonmeter und 250 Watt in der Spitze, nuckelt dafür aber auch sparsam am Akku. Insgesamt setzt Thömus dabei auf die individuelle Konfiguration passend zum Nutzungsverhalten. Wer viel investiert und nur Cross-Country-Ausstattung und den kleinen Akku mit 250 Wattstunden braucht, soll laut Hersteller ein Race-E-Bike mit Motor unter 15 Kilogramm bekommen. Wer mehr möchte, kann aber auch auf einen Akku mit 360 oder 426 Wattstunden setzen und den Federweg je nach Vorliebe von 120 Millimetern bis auf 140 Millimeter im Heck mit 150 Millimeter-Gabel in der Front aufrüsten. Das Thömus rangiert dadurch irgendwo zwischen motorisierter Marathon-Feile und leichtem Trailbike. Zu kaufen gibt’s das Lightrider aktuell nur in der Schweiz, konkrete Preise sind im Konfigurator auf der Website ersichtlich.

Ghost Path Riot - Light E-MTB auf Krawall gebürstet

Ghost Path Riot // Preis ab 7000 Euro // Gewicht ab 17,46 kg (EMTB Messung) // 29 Zoll // 160/140 mm // Verfügbarkeit: Anfang 2023 Foto: Adrian Kaether
Ghost Path Riot // Preis ab 7000 Euro // Gewicht ab 17,46 kg (EMTB Messung) // 29 Zoll // 160/140 mm // Verfügbarkeit: Anfang 2023

Passend zum Namen - Riot englisch für Aufstand oder Krawall - ist Ghosts Light-E-MTB Path Riot trotz moderatem Federweg vor allem auf Vollgas bergab ausgelegt. Dafür kommt das Bike mit Tire-Inserts schon ab Werk und wirklich extremer Geometrie. Über 1300 Millimetern Radstand in Größe L, ein extrem flacher Lenkwinkel in Kombination mit einer Fox 38 mit 160 Millimetern Hub machen das Ghost Path Riot bergab zu einem echten Mini-Enduro. Bergauf geht’s mit Fazuas Ride 60 Antrieb. Heißt: Bis zu 60 Newtonmeter Drehmoment, bis zu 350 Watt Dauerleistung und 430 Wattstunden im bei Ghost fest verbauten Akku. Im Boost-Modus sind sogar kurzzeitig 450 Watt Leistung drin, mehr Reichweite liefert ein Range Extender. Ein Light E-Bike für alle, die es bergab auch mit weniger Federweg ordentlich fliegen lassen wollen.

Specialized Turbo Levo SL - Der Light-Veteran ist immer noch ein Handling-Tipp

Specialized Turbo Levo SL // Preis 6000 bis 14.500 Euro // Gewicht ab 17 kg (EMTB Messung) // 29 Zoll // 150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Markus Greber
Specialized Turbo Levo SL // Preis 6000 bis 14.500 Euro // Gewicht ab 17 kg (EMTB Messung) // 29 Zoll // 150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Zugegeben: Ganz auf der Höhe der Zeit ist das Specialized Turbo Levo SL nicht mehr. Das liegt vor allem am Motor: Der Specialized SL 1.1 mit Mahle-Technik ist recht laut, liefert nur 240 Watt und 35 Newtonmeter in der Spitze. Leider ist er auch mit dem kleinen und fest verbauten 320-Wattstunden-Akku nicht wirklich leichter als die neuen Motoren von TQ oder Fazua. Kein Wunder, schließlich wurde das Levo SL schon Anfang 2020 vorgestellt und der Trend hat sich seitdem mit rasender Geschwindigkeit entwickelt. Nicht zuletzt ist das Specialized Levo selbst schuld daran. Es war zwar nicht das erste Light E-Bike überhaupt, doch die Konsequenz, mit der Specialized den Light-Gedanken umgesetzt hat, beeindruckt bis heute und hat viele weitere Light E-MTB inspiriert. Gewicht und Handling des Turbo Levo SL sind aber noch immer wegweisend. Speziell wer auf ein verspieltes Fahrverhalten wert legt, kommt am motorisierten Stumpjumper nach wie vor nur schwer vorbei. Weniger verspielt, dafür aber mit hohen Abfahrtsqualitäten gesegnet: Das Specialized Kenevo SL. Der Antrieb ist hier zwar gleichermaßen etwas veraltet, Fahrwerk und Geometrie von Specializeds E-Enduro können Downhill-Fans aber überzeugen.

Willier Urta Hybrid - Cross Country E-MTB aus Italien

Willier Urta Hybrid // Preis 7000 bis 12.500 Euro // Gewicht ab 16 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 120 mm // Verfügbarkeit: k. A. Foto: Hersteller
Willier Urta Hybrid // Preis 7000 bis 12.500 Euro // Gewicht ab 16 kg (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 120 mm // Verfügbarkeit: k. A.

Selbst bei sportlichen Cross Country E-MTBs gibt es mittlerweile ein paar Optionen am Markt. Treks 2-in-1-Bike E-Caliber machte mit Mini-Batterie den Anfang, BHs iLynx Race ist mit kräftigem Motor und viel Ausdauer bis heute aktuell. Das BMC Fourstroke (oben) und Scotts neues Lumen (unten) schlagen in dieselbe Kerbe, bieten mit TQs HPR 50 aber weniger Motorleistung. Wer ein Cross Country Bike mit richtig Bums will, könnte im Urta Hybrid des italienischen Herstellers Willier den passenden Partner finden. Im Unterrohr steckt Fazuas neuer Ride 60 mit 60 Newtonmetern Drehmoment und bis 350 Watt Dauerleistung. Auf Wunsch gibt’s sogar einen kurzzeitigen Boost von 450 Watt. Der Fazua-Akku mit 430 Wattstunden ist fest im Rahmen verbaut, für mehr Reichweite gibt es einen Range Extender, der in den vorderen der zwei Flaschenhalter passt. Die Geometrie ist klar sportlich ausgerichtet, ein flacher Lenkwinkel soll aber auch mit begrenztem Federweg für ausreichend Laufruhe bergab sorgen. Gibt’s in vier Varianten ab 7000 Euro, das Topmodell soll keine 16 Kilogramm wiegen.

Focus Jam² SL - ein Light E-Bike für alle?

Focus Jam² SL // 6199 bis 11.499 Euro // Gewicht: ab 17,9 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 160/150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Wolfgang Watzke
Focus Jam² SL // 6199 bis 11.499 Euro // Gewicht: ab 17,9 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 160/150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Das Focus Jam² setzte schon 2016 auf ein flexibles Akku-System mit fest verbautem 378-Wh-Akku plus optionalem Range Extender. Später wurde es bei den Stuttgartern ruhig um die Light-Kategorie. Bis jetzt: Das Focus Jam² SL ist ein konsequentes Trailbike mit Vollcarbonrahmen, 160/150 Millimetern Federweg, 29er-Laufrädern und einer umfangreichen Geometrieanpassung. Wie das erste Light-Bike von Focus wird auch das neue Jam² SL von einem Fazua-Motor befeuert. Natürlich steckt jetzt die neueste Ausbaustufe, Fazuas Ride60, im Unterrohr und bietet bis zu 60 Newtonmeter Drehmoment und bis zu 350 Watt Dauerleistung. Der Akku mit 430 Wattstunden kann bei Focus einfach nach vorne aus dem Unterrohr genommen werden. Wichtig, denn auf einen externen Ladeport hat Focus aus Gewichtsgründen verzichtet. Trotz Vollcarbon-Rahmen gibt’s das Bike schon ab 6199 Euro, die Geometrie dürfte zumindest in der steilen Einstellung auch weniger versierten Bikern gut passen.

Rotwild R.X 375 - Light-Bike mit voller Power und Akku zum Schnellwechseln

Rotwild R.X 375 // 7499 bis 11.999 Euro // Gewicht: ab 18,3 Kilogramm (EMTB-Messung) // 29 Zoll // 150 /140 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Max Fuchs
Rotwild R.X 375 // 7499 bis 11.999 Euro // Gewicht: ab 18,3 Kilogramm (EMTB-Messung) // 29 Zoll // 150 /140 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Die hessische Ingenieurs-Schmiede Rotwild geht gern eigene Wege. Während andere Hersteller zu Anfang eher versuchten, Specializeds Levo SL zu kopieren, stellten die Dieburger Ende 2020 ein Light-Bike mit einem völlig anderen Konzept vor: Auf Wunsch gibt’s volle Power aus Shimanos klassischem E-Bike-Antrieb EP8. 85 Newtonmeter und 450 Watt Spitzenleistung schießen das Rotwild bei Bedarf also so schnell den Berg hoch, wie kein anderes Light E-Bike. Der kleine Akku mit 375 Wattstunden hält dann zwar nicht sehr lange durch, für viele Hausrunden reicht es aber. Außerdem lässt sich bei Bedarf mit durchdachtem Druckknopf-System in sekundenschnelle Wechseln. Schick, wenn noch ein zweiter Akku bereitliegt. Dadurch funktioniert das Rotwild sowohl als E-Bike mit voller Power auf kurzen Touren, als auch bei per App gedrosselter Motorleistung als klassisches Light-E-MTB für längere Trips. Nachteil der flexiblen Konstruktion ist das Gewicht, denn der große Motor und die tolle Akku-Entnahme bringen ein paar Pfunde mehr auf die Waage. Umso erstaunlicher, dass es Rotwilds Topmodell R.X 375 Ultra wie oben gezeigt nur auf echte 18,3 Kilogramm bringt. Aber Leichtbau war schon von jeher eine Stärke der Dieburger Edel-Schmiede. Mittlerweile gibt’s Rotwilds 375er auch als Enduro (R.E 375) und als extremes Abfahrtsgerät (R.G 375). Letzteres richtet sich aber mit wirklich krasser Geometrie nur an die versiertesten Piloten.

Transalpes E1 - Leicht-Exot aus Zürich

Transalpes E1 Enduro // ab 8490 Franken // Gewicht: ab 17,6 Kilogramm (EMTB-Messung) // 29 Zoll // 160 /150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort, bislang aber nur in der Schweiz Foto: Max Fuchs
Transalpes E1 Enduro // ab 8490 Franken // Gewicht: ab 17,6 Kilogramm (EMTB-Messung) // 29 Zoll // 160 /150 mm // Verfügbarkeit: ab sofort, bislang aber nur in der Schweiz

Darf’s auch etwas weniger sein? Obwohl die schweizerische Bike-Schmiede Transalpes schon über 15 Jahre Mountainbikes baut, dürfte sie bislang noch wenigen ein Begriff sein. Schon ihr erstes Light-E-MTB, das E1 Trail (140 / 130 Millimeter) hat uns bei einem Test vor einem Jahr aber beeindruckt. Der minimalistische Motor von Formel-1-Zulieferer Maxon schiebt mit maximal 245 Watt und bis zu 35 Newtonmetern zwar eher dezent, bleibt dafür aber bergauf relativ leise, hat kaum Leerweg im Antritt und nuckelt nur sparsam am Akku. Kombiniert wird der Antrieb bei Transalpes deswegen mit einer fest verbauten Batterie mit lediglich 250 Wattstunden. Das Trailbike landet so bei echten 16,4 Kilogramm in der EMTB-Messung. Nun hat Transalpes auch eine Enduro-Version vorgestellt. Das Transalpes E1 Enduro (oben, 160/150 Millimeter) ist ebenfalls richtig leicht und setzt auf dasselbe Motor- und Akku-Konzept, aber eine abfahrtsorientiertere Geometrie. Der größte Nachteil: Aufgrund der besonderen Freilauf-Konstruktion des Maxon-Motors klappert das Bike bergab deutlich. Aktuell sind die Transalpes E-MTB nur in der Schweiz erhältlich, Ausstattung und Farbe können bei der exklusiven Bikeschmiede nach Kundenwunsch angepasst werden. Entsprechend hoch sind die Preise: Los geht’s ab 8490 Franken, unser Modell oben schlägt dann mit umgerechnet satten 13.620 Euro zu Buche.

Scott Lumen - richtig leicht, richtig sportlich, richtig teuer

Scott Lumen // 6999 bis 15.999 Euro // Gewicht: ab 15,5 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 130 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Michal Cerveny
Scott Lumen // 6999 bis 15.999 Euro // Gewicht: ab 15,5 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 130 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Scotts neues Light E-MTB Lumen lotet die Extreme aus. Mit 15,5 Kilogramm beim Topmodell ist es vermutlich das leichteste Serien-E-MTB weltweit, bietet mit 130 Millimetern Federweg aber schon etwas mehr Trail-Performance als klassische Down-Country E-MTBs. Entsprechend extrem: der Preis. Mit 15.999 Euro ist das Scott Lumen auch das teuerste Serien-E-MTB der Welt. Dafür gibt’s dann eine Optik, die dem Racebike Scott Spark zum Verwechseln ähnlich ist, superleichte Laufräder, für die alleine 4500 Euro im Zubehörmarkt fällig werden und eine ziemlich erwachsene Geometrie. Nicht zuletzt mit dem im Sitzrohr versteckten Dämpfer setzt Scott technische Akzente. Schub kommt beim Lumen vom TQ HPR 50 E-Bike Motor, der maximal 50 Newtonmeter Drehmoment und bis zu 300 Watt bietet. Der Akku mit 360 Wattstunden ist aus Gewichtsgründen natürlich fest verbaut, ein Range-Extender mit zusätzlichen 160 Wattstunden kann aber in den Flaschenhalter gesteckt werden. Die gute Nachricht: Das Einstiegsmodell für 6999 Euro kostet nicht einmal halb so viel wie der Highend-Renner. Immer noch kein Schnäppchen, aber immerhin deutlich fairer und zu diesem Preis auch ganz anständig ausgestattet.

Pivot Shuttle SL - Leicht-Exot, maximal verspielt

Pivot Shuttle SL // 8999 bis 12.599 Euro // Gewicht: ab 16,5 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150/132 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Jens Staudt/Pivot
Pivot Shuttle SL // 8999 bis 12.599 Euro // Gewicht: ab 16,5 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150/132 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Ursprünglich zogen Light E-MTBs aus, um Bikes mit Motor das verspielte Handling der unmotorisierten Kameraden zurückzubringen. Das Specialized Levo SL (oben) setzte hier Maßstäbe. Noch konsequenter setzt Pivot den Gedanken vom verspielten Handling um. Das Pivot Shuttle SL ist mit lediglich 132 Millimetern Federweg im Heck spritzig und sportlich ausgelegt. Rückmeldungsorientiert und poppig, statt fluffig und komfortabel. Passend dazu sind die Kettenstreben mit 432 Millimetern in den Größen S und M superkurz und dürften das Shuttle SL zu einem der agilsten E-MTBs am Markt machen. Für den Vortrieb ist Fazuas Ride 60 zuständig, der in der Spitze 60 Newtonmeter und 350 Watt Dauerleistung zur Verfügung stellt. Der Akku mit 430 Wattstunden ist bei Pivot fest verbaut, das gewichtsorientiert aufgebaute Topmodell soll so nur 16,5 Kilogramm wiegen. Für Trail-Fans sind aber die anderen Pivot Modelle interessanter, die mit griffigeren Reifen und längerer Gabel mehr etwas mehr Fahrfehler verzeihen. Vier Shuttle-Modelle gibt es insgesamt, mindestens 8999 Euro muss man für das exklusive Handling-Ass der Edel-Schmiede aus Arizona anlegen.

Trek Fuel EXe - Trailbike mit Flüsterantrieb

Trek Fuel EXe // 6999 bis 14.499 Euro // Gewicht: ab 17,5 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150/142 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Max Fuchs
Trek Fuel EXe // 6999 bis 14.499 Euro // Gewicht: ab 17,5 Kilogramm (Herstellerangabe) // 29 Zoll // 150/142 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Das soll noch ein E-Bike sein? Als wir im Juli das erste Trek Fuel EXe durch die Redaktionsräume rollten, staunten die Kollegen vom unmotorisierten BIKE-Magazin nicht schlecht. Kein Wunder, denn das erste E-MTB mit dem neuen Light-Antrieb TQ HPR 50 vom Ammersee macht passend zum Charakter des Motors so richtig auf Understatement. Schlanke Linien, kein Akku und keine Kühlrippen zu sehen und auch der Motor ist selbst bei Vollgas kaum zu hören. Dabei liefert TQs HPR 50 immerhin 50 Newtonmeter und bis zu 300 Watt Leistung in der Spitze - wenig für ein E-Bike aber immerhin etwas mehr als der lautstarke SL 1.1 in Specializeds Levo SL. Das Bike selbst hat Trek als Trailbike mit Enduro-DNA ausgelegt. Der Federweg ist zwar nicht üppig, doch wer das Fuel EXe bei den Hörnern packt, kann es trotzdem ganz schön wild reiten. Ein Gewichtsrekord stellt das amerikanische Leicht-Bike aber nicht auf und es fordert einen aktiven Piloten. Entspannten Tourenfahrern werden die Geometrie und das progressive Fahrwerk weniger schmecken. Einsatz verlangt das Trek auch bergauf - wer sich über längere Strecken mit Vollgas schieben lässt, saugt erstens den Akku mit 360 Wattstunden recht schnell leer und kann zweitens den Motor auch bei mittlerer Steigung und mittlerem Fahrergewicht schon in die Überhitzung treiben. Gedrosselte Leistung ist die Folge. Dafür passt die Soundkulisse, auch bergab klappert der Motor nicht und setzt immer sehr direkt ein. Der Preis für das Topmodell ist hoch, die Einstiegsmodelle sind da deutlich attraktiver.

Haibike Lyke - schlank, sportlich, kraftvoll

Haibike Lyke // 6499 bis 9999 Euro // Gewicht: ab 18,6 Kilogramm (EMTB Messwert) // 29 Zoll // 140 mm // Verfügbarkeit: ab sofort Foto: Adrian Kaether
Haibike Lyke // 6499 bis 9999 Euro // Gewicht: ab 18,6 Kilogramm (EMTB Messwert) // 29 Zoll // 140 mm // Verfügbarkeit: ab sofort

Eigentlich war Haibike immer die Komfort- und Power-Marke. Die Schweinfurter bauten bärige E-Bikes mit kantiger Optik und setzten dem Ganzen dann schließlich mit den Flyon-Modellen mit bärenstarkem TQ-Antrieb und krassen 120 Newtonmetern die Spitze auf. Das neue Haibike Lyke ist da eine ganz andere Liga und markiert eine echte Wende in der Philosophie der Marke, bleibt dennoch typisch Haibike. Neu ist der sportliche Ansatz: Mit 60 Newtonmetern und 350 Watt Spitzenleistung liefert der Fazua Ride 60 nur halb so viel Power wie der TQ in den Flyon Modellen, dafür ist das Bike mit 18,6 Kilogramm aber konkurrenzfähig leicht. Und das, obwohl der Akku immerhin nach unten aus dem Unterrohr entnommen werden kann. Die Geometrie des Lyke ist voll auf der Höhe der Zeit und eher sportlich denn komfortabel ausgerichtet. Und noch mehr konnten uns die Fahreigenschaften überzeugen. Mit erstklassigem Hinterbau und ausgewogenem Handling ist Haibike mit dem Lyke ein echter Knaller gelungen, der zudem für ein Light E-MTB relativ bezahlbar ausfällt. Typisch Haibike: Die kantige Optik, mit dem jetzt etwas dezenterem Knick im Oberrohr. Das Modell CF SE oben kommt in blauem Klarlack über dem Carbon - ein echter Augenschmaus. Innovativ: Haibike verbaut den Fazua-Antrieb gedreht, der Motorfortsatz verschwindet im Sitzrohr statt im Unterrohr. Das sorgt für die schlanke Silhouette. Los geht’s ab 6499 Euro.

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