Trek Fuel EXeNeues E-Mountainbike auf Flüsterkurs

Florentin Vesenbeckh

 · 12.07.2022

Trek Fuel EXe: Neues E-Mountainbike auf FlüsterkursFoto: Christoph Bayer / Trek
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Mit dem Fuel EXe will Trek ein E-Mountainbike geschaffen haben, das so nahe an ein unmotorisiertes Bike heran kommt, wie kein zweites. Was steckt hinter dem nagelneuen Leicht-E-MTB von Trek? Wir haben es bereits ausführlich getestet.

Marketing können sie bei Trek. Kostprobe gefällig? „Wir wollten genau das Bike bauen, das wir selbst am liebsten fahren wollen“, sagen die Amis über ihren neuesten Sproß, das Light-E-MTB Fuel EXe. „Die weltweit unsichtbarste Unterstützung mit natürlichem Fahrgefühl. Klein, leicht, leise, natürlich“, heißt es in der Präsentation weiter. Doch was steckt hinter dem Neuling? Was ist dran an den Marketingversprechen? Fakt ist, dass Trek sehr früh eine Partnerschaft mit dem bayerischen Elektronikspezialisten TQ Systems eingegangen ist, um den passenden Antrieb für das Projekt Fuel EXe von Grund auf mitzuentwickeln. So wollen die Amerikaner die perfekte Symbiose aus E-Mountainbike und Mountainbike geschaffen haben. Den dazugehörigen Light-Motor, den TQ HPR50, haben wir in einem separaten Artikel ausführlich vorgestellt.

Verlagssonderveröffentlichung
Ein neuer, überdimensionierter Innenlagerstandard? Oder steckt hier tatsächlich ein leichter E-Bike-Motor drin? Der minimalistische E-Bike-Antrieb im Trek Fuel EXe, der TQ HPR50, ist rekordverdächtig kompakt!Foto: Christoph Bayer / Trek
Ein neuer, überdimensionierter Innenlagerstandard? Oder steckt hier tatsächlich ein leichter E-Bike-Motor drin? Der minimalistische E-Bike-Antrieb im Trek Fuel EXe, der TQ HPR50, ist rekordverdächtig kompakt!

Antrieb und Bike schlagen genau in die Kerbe der boomenden Light-E-MTBs. Specialized Levo SL, Lapierre E-Zesty, Orbea Rise oder Rotwilds R.X 375 sind die Vorreiter dieser jungen Kategorie. Das Ziel haben alle gemein: Den goldenen Mittelweg zwischen schwerem Power-E-Bike und unmotorisiertem Mountainbike zu treffen. Doch wo diese perfekte Mitte liegt, das definieren die Hersteller unterschiedlich. Trek verbaut einen entnehmbaren Akku mit 360 Wattstunden, der TQ HPR50 liefert maximal 50 Newtonmeter und 300 Watt.

Den kompletten Test des neuen Trek Fuel EXe lest ihr <a href="https://www.bike-magazin.de/magazin/jetzt-lesen-emtb-04-2022-die-neue-ausgabe/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">jetzt in EMTB 4/22</a> - ab sofort im Fachhandel, <a href="https://www.delius-klasing.de/emtb-lesen-wie-ich-will" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Digital und im Onlineshop.</a>
Den kompletten Test des neuen Trek Fuel EXe lest ihr jetzt in EMTB 4/22 - ab sofort im Fachhandel, Digital und im Onlineshop.

Der erste und offensichtlichste Punkt geht im Reigen der Branchenriesen schon mal an Trek und TQ: Bauraum und Integration. Der HPR50 ist rekordverdächtig klein, auf der Antriebsseite verschwindet er komplett hinter dem 32er-Kettenblatt. Insgesamt gehört das Fuel EXe zu den unauffälligsten E-Mountainbikes am Markt. Lediglich das noch minimalistischer motorisierte Transalpes E1 mit dem Mini-Antrieb von Maxon und vielleicht noch die ersten veröffentlichten E-MTBs mit dem neuen Fazua Ride 60 können hier mithalten.

Wir konnten das Trek Fuel EXe schon ausgiebig über die Trails scheuchen. Wie es sich geschlagen hat und wie der neue TQ HPR50 im Vergleich zu anderen Light-Antrieben einzuordnen ist, steht in unserem ausführlichen Test in EMTB 4/2022 - ab 16. August im Handel!Foto: Christoph Bayer / Trek
Wir konnten das Trek Fuel EXe schon ausgiebig über die Trails scheuchen. Wie es sich geschlagen hat und wie der neue TQ HPR50 im Vergleich zu anderen Light-Antrieben einzuordnen ist, steht in unserem ausführlichen Test in EMTB 4/2022 - ab 16. August im Handel!

Bestnoten verdient der neue Antrieb also bei Größe und Format. Gleiches gilt für die Lautstärke. In vielen Fahrsituationen geht das Antriebsgeräusch des HPR50 in den Umgebungsgeräuschen komplett unter, da können weder Specializeds SL 1.1, noch der EP8 RS im Orbea Rise mithalten. Doch nicht nur das Antriebsgeräusch nervt an vielen E-MTBs. Gerade Shimano- und Bosch-Bikes fallen auf dem Trail mit einem unschönen Klackern aus dem Getriebe auf. Der HPR50 verzichtet jedoch auf ein klassisch konstruiertes Getriebe. Stattdessen kommt die patentierte Harmonic Pinring Technologie zum Einsatz. Der Motor ist gänzlich klapperfrei! Details dazu gibt´s hier in unserer ausführlichen Vorstellung des neuen TQ HPR50.

Trek Fuel EXe 9.9 XX1 AXS | 14999 Euro | 18,8 kg | 29 Zoll | 150/140 mmFoto: Max Fuchs
Trek Fuel EXe 9.9 XX1 AXS | 14999 Euro | 18,8 kg | 29 Zoll | 150/140 mm

Trek Fuel EXe: Das Chassis

Doch zurück zum Bike an sich. Das Fuel EXe ist ein klassisches All Mountain, bereit für Trails. 150 Millimeter Federweg an der Front, 140 am Heck, dazu 29er-Laufräder. Sowohl Hauptrahmen, als auch Hinterbau sind aus Carbon. Die Geometrie des Bikes fällt modern, aber nicht extrem aus. Der Reach ist sportlich und beträgt rund 485 mm in Größe L (je nach Einstellung), der Lenkwinkel landet bei rund 65 Grad. Die Kettenstreben fallen mit 440 Millimetern kurz aus. Das Steuerrohr ist mit 110 mm in Größe L kurz, wodurch auch der Stack, also die gefühlte Höhe der Front niedrig ausfällt. Das macht sich in einer sportlich gestreckten Position bemerkbar. Gewichtstechnisch landet unser Testbike, das Topmodell, bei 18,8 Kilo in Größe L. Das ist kein Rekordwert, dafür hat Trek einen entnehmbaren Akku und eine trailorientierte Ausstattung an Bord. Beides ist bei vergleichbaren Light-E-MTBs nicht immer der Fall.

Trek-typisch lässt sich über den Flipchip an den Sitzstreben die Geometrie anpassen.
Foto: Max Fuchs

Der Akku des Trek Fuel EXe

Viele Light-E-MTBs haben einen fest eingebauten Akku. Der Grund ist klar: So lässt sich einiges an Gewicht sparen. Und das ist bei einem leichten E-Mountainbike selbstredend wichtig. Trek hat das Fuel EXe ohne diese Einschränkung konstruiert. Die Batterie kann nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr entnommen werden. Sowohl das Fahren mit Zweit-Akku, als auch das Batterieladen in der Wohnung oder Hütte stellen somit kein Problem dar. Der schlanke Akku liefert 360 Wattstunden und wiegt 1880 Gramm.

Der Akku kann nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr herausgezogen werden. Da die Batterie recht kurz und leicht ist, muss man das Bike dafür nicht zwingend auf den Kopf stellen.
Foto: Max Fuchs
So lässt sich die Batterie am Trek Fuel EXe herausnehmen.

Neben dem Hauptakku gibt es die Option auf einen zusätzlichen Range-Extender mit 160 Wattstunden. Diese Zusatzbatterie passt, wie man es von vielen vergleichbaren E-Bikes kennt, in den Flaschenhalter. Die Verbindung zum Motor läuft über die Ladebuchse, die weit oben auf dem Unterrohr sitzt. Bei den meisten Konkurrenzmodellen sitzt sie am Tretlager und ist dort kollisionsgefährdet und dem Dreckbeschuss ausgesetzt. Die Trek-Lösung wirkt smart und durchdacht. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Zusatzakku den Motor eigenständig und ohne Einschränkungen mit Saft versorgen kann. Man kann das Bike also auch ohne die große Batterie im Rahmen fahren. Weiterer Effekt: Der Range-Extender liefert bis zum letzten Prozent volle Power. Ist der Zusatzakku alle, übernimmt die Hauptbatterie die Versorgung. Beim Laden läuft der Prozess umgekehrt. Es wird erst der Hauptakku, dann der Zusatzakku gefüllt. Auch außerhalb des Bikes können beide Batterien in Reihe, also mit einem Ladegerät geladen werden.

Die Integration des Range-Extenders mit 160 Wattstunden wirkt smart. Zu unserem ersten Test stand uns der Extrasaft allerdings noch nicht zur Verfügung.Foto: Christoph Bayer / Trek
Die Integration des Range-Extenders mit 160 Wattstunden wirkt smart. Zu unserem ersten Test stand uns der Extrasaft allerdings noch nicht zur Verfügung.

Die Fakten zum Trek Fuel EXe

  • Motor: TQ HPR50, max. Drehmoment 50 Nm
  • Akku: 360 Wh, entnehmbar, 1880 Gramm (EMTB-Messung)
  • Zusatz-Akku optional: 160 Wh im Trinkflaschenformat
  • Gewicht: 18,8 kg (EMTB-Messung, Topmodell in Größe L)
  • Federweg: 150 / 140 mm
  • 29er-Laufräder
  • Sechs Modelle zwischen 6499 Euro und 14999 Euro >> hier erhältlich*
  • Soll ab Juli 2022 verfügbar sein

Die Bedienelemente am neuen Trek Leicht-E-MTB

Die Bedienelemente des neuen TQ-Antriebs können am Trek Fuel EXe absolut überzeugen. Für die Wechsel der Unterstützungsstufen ist eine sehr schlanke und unauffällige Bedieneinheit verantwortlich, die direkt neben den Griff passt. Zwei gummierte, sehr griffige Knöpfe reichen für die Steuerung aus. So kann intuitiv zwischen den drei Modi Eco, Mid und High gewechselt werden. Das Feedback bei der Bedienung ist knackig. Etwas gewöhnungsbedürftig und für unseren Geschmack nicht ideal ist lediglich die Tatsache, dass es einen langen Druck auf die untere Taste braucht, um vom Eco-Modus auf das Fahren ohne Unterstützung zu wechseln. Denn gerade bei einem Light-E-MTB mit kleinem Akku strampelt man in der Ebene auch mal öfter ohne Motorunterstützung.

Super unauffällig, sehr wertig: Die schlanke Bedieneinheit für den TQ HPR50 am Trek Fuel EXe.Foto: Christoph Bayer / Trek
Super unauffällig, sehr wertig: Die schlanke Bedieneinheit für den TQ HPR50 am Trek Fuel EXe.

Die Fahrdaten werden auf einem schick ins Oberrohr eingelassenen Screen angezeigt, der verschiedene Anzeigeoptionen zulässt. Auch hier erkennt man, dass sich jemand die richtigen Gedanken gemacht hat. Der Screen ist gut geschützt, nicht aufdringlich und dennoch sehr gut ablesbar. Neben den klassischen Fahrdaten, berechneten Restreichweiten und -Fahrzeiten zeigt das System auch die aktuelle Leistung des Motors und des Fahrers separat an.

Auch das TQ-Display am Fuel EXe von Trek überzeugt mit seiner wertigen Erscheinung, guten Ablesbarkeit und viel Informationsgehalt. Am großen Button unten wird das Bike ein und ausgeschaltet, außerdem kann hier durch die unterschiedlichen Display-Ansichten geblättert werden.Foto: Christoph Bayer / Trek
Auch das TQ-Display am Fuel EXe von Trek überzeugt mit seiner wertigen Erscheinung, guten Ablesbarkeit und viel Informationsgehalt. Am großen Button unten wird das Bike ein und ausgeschaltet, außerdem kann hier durch die unterschiedlichen Display-Ansichten geblättert werden.

Trek Central-App

Das TQ-System ist über ANT+ auch mit anderen Endgeräten kompatibel. Natürlich gibt es auch eine passende App. Trek hat hierfür die neue Central-App entwickelt, die vor dem Bike-Launch leider noch nicht verfügbar war. Hier sollen die Motoreinstellungen auf persönliche Vorlieben und Bedürfnisse feingetunt werden können. Außerdem gibt´s Features für Navigation und Reichweitenberechnung. Zudem stehen dem Nutzer Tipps und Vorschläge zum passenden Druck in Reifen und Fahrwerk zur Verfügung. Bei den Modellen, die mit der AirWhizz-Technologie ausgestattet sind, werden dem Nutzer die aktuellen Drücke in Gabel, Dämpfer und Reifen angezeigt - ein Status-Check vor dem Losfahren.

Trek Fuel EXe: Modelle, Preise und Verfügbarkeit

Die gute Nachricht vorweg: Laut Trek sollen die neuen Flitzer noch im Juli 2022 in den Läden in Deutschland verfügbar sein. Weniger erfreuen dürfte die meisten der Preis des Topmodells, das wir für unseren ersten Test im Betrieb hatten. Das Fuel EXe 9.9 XX1 AXS kostet üppige 14999 Euro. Dagegen wirkt der Einstiegspreis von 6499 Euro für das Fuel EXe 9.5 fast schon günstig. Insgesamt stehen sechs Ausstattungsvarianten des leichten E-Mountainbikes von Trek zur Wahl.

Das Topmodell Fuel EXe verpasst die 15000-Euro Schallmauer um einen Euro. Dafür gibt´s Srams elektronische AXS-Gruppe mit kabelloser Schaltung und Dropper, Sram Code RSC-Bremsen, jede Menge Carbon-Parts und obendrein elektronische Helferlein an allen Ecken und Enden. Der Luftdruck an Gabel, Dämpfer und Reifen wird über Air-Whizz per App kontrolliert.Foto: Hersteller
Das Topmodell Fuel EXe verpasst die 15000-Euro Schallmauer um einen Euro. Dafür gibt´s Srams elektronische AXS-Gruppe mit kabelloser Schaltung und Dropper, Sram Code RSC-Bremsen, jede Menge Carbon-Parts und obendrein elektronische Helferlein an allen Ecken und Enden. Der Luftdruck an Gabel, Dämpfer und Reifen wird über Air-Whizz per App kontrolliert.
An den edlen Bontrager-Carbon-Laufrädern sitzen die teuren TyreWhizz Luftdruckdetektoren. Eine LED zeigt an, ob der gewählte Reifendruck noch im Tubeless-Reifen steckt.
Foto: Max Fuchs
Die Ausstattung des Fuel EXe 9.9 XX1 AXS im Detail.

Das Trek Fuel EXe auf dem Trail

Ab ins Gelände! Danach scheint das Trek Fuel EXe zu schreien. Wir konnten dem Neuling schon auf unterschiedlichsten Trails auf den Zahn fühlen. Der Spaß kam dabei definitiv nicht zu kurz.Foto: Max Fuchs
Ab ins Gelände! Danach scheint das Trek Fuel EXe zu schreien. Wir konnten dem Neuling schon auf unterschiedlichsten Trails auf den Zahn fühlen. Der Spaß kam dabei definitiv nicht zu kurz.

Eines können wir vorwegnehmen: Das Trek Fuel EXe ist ein sportlich-rassiges Trailbike, das sich nur ungern mit breiten Schotterausfahrten zufrieden gibt. Die Sitzposition ist sportlich angehaucht, der Charakter spritzig. Das geringe Gewicht im Vergleich zu einem E-MTB mit voller Leistung ist klar spürbar. Welchen Charakter das Bike der Amerikaner im anspruchsvollen Gelände offenbart, haben wir ausführlich getestet. Gleiches gilt für den neuen TQ HPR50, den wir im direkten Vergleich mit einigen seiner spannendsten Mitbewerber ausprobieren konnten. Dabei haben wir auch moderne Messtechnik genutzt, um aussagekräftige Daten zu ermitteln.

Ausführliche Daten und Tests zum Trek Fuel EXe und dem neuen TQ-Motor gibt´s in der EMTB Ausgabe 4/2022, ab 16. August im Handel. Am besten lesen Sie EMTB im Abo. Natürlich auch digital als App für iOS und Android erhältlich!

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