Die besten Mountainbikes für 1000 Euro

Jan Timmermann

 · 12.12.2022

Bulls Copperhead 2
Die besten Mountainbikes für 1000 Euro in der Bildergalerie zum Durchklicken. | Bilder: Hersteller

Keine Kategorie ist bei preisbewussten Bikern so begehrt, wie die der Hardtail-Mountainbikes für 1000 Euro. Sie sind der perfekte Köder, um Einsteiger in die spannende Welt des Bikens zu locken. Das sind die besten Modelle für 1000 Euro.

Liste der besten MTB Hardtails für 1000 Euro

Fast jeder Hersteller hat ein Bike für einen Riesen im Programm. Ob man sich für ein Hardtail mit starrem Hinterbau oder ein vollgefedertes Mountainbike entscheidet, klärt meist schon das Budget. Hardtail-Mountainbikes sind leicht, wartungsarm und günstig, verzeihen im Downhill aber kaum Fehler und bieten nur wenig Komfort. Wer die Herausforderung eher in der Abfahrt und auf technischen Trails sucht, wird mit einem Mountainbike-Fully glücklicher. Das Preissegment um 1000 Euro ist hart umkämpft und wird von den Marken ausschließlich durch MTB-Hardtails mit Aluminiumrahmen bestückt.

Verlagssonderveröffentlichung
Auch auf Bikes für 1000 Euro, wie diesem Drag Trigger, können Mountainbiker Spaß haben. Foto: Markus Greber
Auch auf Bikes für 1000 Euro, wie diesem Drag Trigger, können Mountainbiker Spaß haben.

Bei den Geländefahrrädern unserer Liste handelt es sich um Touren-, Cross Country- und Trail-Hardtails für Jugendliche und Erwachsene. Sie sind robuster und preisattraktiver als günstige Fullys. Zu ähnlichen Preisen gibt es aber auch Kinder- und Dirtbikes. Wir testen regelmäßig Einsteiger-Mountainbikes und hatten auch bereits viele der teureren Modelle im BIKE Labor- und Praxistest. Diese unterscheiden sich in der Regel nur in der Ausstattung von den Modellen für 1000 Euro, der Rahmen (samt Geometrie) und viele Fahreigenschaften sind oft gleich. Die Modellplattformen folgender Bikes im Preisrahmen konnten überzeugen:

Das Giant Talon 1 ist ein klassisches Einsteiger Mountainbike für 999 Euro: Shimano Deore 2x11 Schaltung, Shimano MT-BR200 Scheibenbremsen, Giant-Federgabel, keine Teleskopstütze. Foto: Giant
Das Giant Talon 1 ist ein klassisches Einsteiger Mountainbike für 999 Euro: Shimano Deore 2x11 Schaltung, Shimano MT-BR200 Scheibenbremsen, Giant-Federgabel, keine Teleskopstütze.

Die Zeit der Shimano-XT-Mountainbikes für 1000 Euro ist vorbei

Mountainbikes der 1000-Euro-Kategorie oder auch Shimano-XT-Klasse waren einst die Eintrittskarte in den seriösen Offroad-Radsport. Um es vorweg zu nehmen: Diese Zeiten sind leider vorbei. Das letzte 1000-Euro-Hardtail (ein Bulls Copperhead 3 RS) mit kompletter Shimano-XT-Ausstattung, Rockshox Reba-Federgabel und einem attraktiven Gewicht von unter 11,5 Kilo rollte 2015 in unseren Testkeller.

Das Bulls Copperhead 3 RS war das letzte 1000 Euro mit Shimano XT Ausstattung im BIKE Test. Es war einmal in 2015. Foto: Danel Simon
Das Bulls Copperhead 3 RS war das letzte 1000 Euro mit Shimano XT Ausstattung im BIKE Test. Es war einmal in 2015.

Gestiegene Produktionskosten, Inflation und explodierende Transportkosten haben nicht erst seit Corona den Markt umgekrempelt. Über die Jahre hinweg überrollte der allgemeine Preisanstieg auch den Einsteigerbereich. Für 1000 Euro bekommt man aktuell ein gutes Einsteiger-Mountainbike, aber bei Weitem nicht die neueste Technik, ganz zu schweigen von einem Bike mit kompletter Shimano-XT-Ausstattung. In den letzten Jahren mussten wir daher das Preislimit unseres Einsteiger-Testfeldes sukzessive anpassen, auf zuletzt bis zu 1600 Euro in diesem Vergleichstest. Die allgemeine Preisentwicklung bei Fahrrädern macht leider auch vor dem Einsteigerbereich bei Mountainbikes nicht halt. Für ein geländetaugliches MTB-Fully empfehlen wir mindestens 2200 Euro zu investieren. Wer ein seriöses Hardtail-Sportgerät sucht, muss bereits rund 1500 Euro in die Hand nehmen. Das ist sehr viel Geld.

BIKE testet regelmäßig Einsteiger-Mountainbikes. Die Ergebnisse finden Sie im Magazin und auf der BIKE-Website. Foto: Markus Greber
BIKE testet regelmäßig Einsteiger-Mountainbikes. Die Ergebnisse finden Sie im Magazin und auf der BIKE-Website.

Vielfalt an günstigen Mountainbike-Hardtails ist gestiegen

Günstige Preise kommen besonders Einsteigern zu Gute, die noch nicht sicher sind, ob sie beim Sport bleiben. Denn wer will sich schon in Unkosten stürzen, ohne zu wissen, ob einen das Mountainbiken auch langfristig begeistert? Doch neben der traurigen Tatsache, dass man selbst als Einsteiger tiefer in die Tasche greifen muss, gibt es auch Lichtblicke im Segment der Mountainbikes um die 1000 Euro zu vermelden. Denn die Vielfalt an Hardtails hat deutlich zugelegt. Waren die meisten frontgefederten Bikes vor Jahren noch schwere Kopien der leichten Cross-Country-Hardtails, so hat sich das mögliche Einsatzspektrum deutlich aufgefächert. Während Bulls und Merida bei ihren günstigen Modellen durch diverse Befestigungsmöglichkeiten von Ständer, Schutzblechen bis hin zum Kinderanhänger vor allem den Alltagsradler im Fokus haben, tendieren das Drag Trigger aus Bulgarien genau wie das Canyon Stoic vom Direktversender in die abfahrtslastige Riege der Trail-Hardtails. Dazwischen sortieren sich Touren-Bikes wie von Radon, Cube, Giant und Stevens ein.

Das Radon Jealous AL 8.0 HD kostet derzeit 1499 Euro konnte im Vergleichs- sowie im Dauertest überzeugen. Das Radon Jealous AL 8.0 mit demselben Rahmen gibt es schon für 999 Euro. | Foto Max Fuchs
Das Radon Jealous AL 8.0 HD kostet derzeit 1499 Euro konnte im Vergleichs- sowie im Dauertest überzeugen. Das Radon Jealous AL 8.0 mit demselben Rahmen gibt es schon für 999 Euro. | Foto Max Fuchs

Unsere BIKE-Tests zeigen: In der Hardtail-Klasse liegt für jeden Geschmack der passende Köder bereit. Damit Sie aber nicht in die Falle tappen und beim falschen Leckerbissen zubeißen, sollten Sie zuvor unsere Hardtail-Tests ausgiebig studieren. Versender wie Rose, Radon oder Canyon vertreiben ihre Bikes online. Dadurch entfallen Kosten für Verkaufspersonal und die Live-Beratung im Bike-Shop. Das ermöglicht deutlich niedrigere Preise als im Fachhandel. Bei Defekten oder zum Service muss der Kunde das Bike jedoch einsenden. Darum sollten besonders Einsteiger ihr neues Bike im Fachhandel suchen. Die Möglichkeit einer Probefahrt und der Service vor Ort relativieren die Mehrkosten. Tipp: Angestellte können über ihren Arbeitgeber oft auch Diensträder leasen.

Mountainbikes für 1000 Euro leiden häufig an Übergewicht. Bergab tritt das Gewicht eher in den Hintergrund. Foto: Markus Greber
Mountainbikes für 1000 Euro leiden häufig an Übergewicht. Bergab tritt das Gewicht eher in den Hintergrund.

So viel Mountainbike gibt es für 1000 Euro

Die hohe Nachfrage und geringe Verfügbarkeiten lassen seit der Corona-Krise die Bike-Preise nach oben schnellen. Manche Modelle kosten bei gleicher Ausstattung sogar bis zu 800 Euro mehr als im Vorjahr. Hardtails sind von dieser Problematik nicht ausgenommen. Auch wenn man meinen könnte, dass niedrige Preise gerade im Einsteigersegment ausschlaggebend für die Verkaufszahlen sind, sieht die Realität anders aus. Neueinsteiger haben es aktuell besonders schwer: So wenig Bike für sein Geld hat man bisher vermutlich noch nie bekommen. Für 1000 Euro gibt es von etablierten Herstellern ausschließlich Aluminium-Rahmen aus asiatischer Produktion. Das muss nicht zwingend schlecht sein. Bieten Firmen viele Modelle zu unterschiedlichen Preisen an, unterscheiden sich diese in der Regel nur in der Ausstattung. Geometrie und Rahmenplattform sind gleich.

An Hardtails für 1000 Euro, wie diesem Bulls Copperhead, finden sich noch häufig Schnellspannachsen und Montagepunkte für Ständer, Gepäckträger und Schutzbleche. Foto: Max Fuchs
An Hardtails für 1000 Euro, wie diesem Bulls Copperhead, finden sich noch häufig Schnellspannachsen und Montagepunkte für Ständer, Gepäckträger und Schutzbleche.

Leider müssen preisbewusste Einsteiger sich für 1000 Euro auf teilweise zehn Jahre alte Standards einstellen. Hochwertige Federgabeln, breite Felgen, Reifen mit griffiger Gummimischung, breitbandige Kassetten, versenkbare Teleskop-Sattelstützen und selbst Steckachsen vorne und hinten sucht man an diesen Bikes oft vergeblich. Für eine Ausstattung auf dem aktuellen Stand der Technik müssen Biker je nach Hersteller mindestens 1500 oder sogar 2000 Euro hinlegen. Der günstige Preis der 1000-Euro-Mountainbikes schlägt sich vor allem im Gewicht nieder. Einsteiger-Hardtails wiegen gerne mal vier Kilo mehr als sportive Bikes mit leichtem Carbonrahmen und hochwertigeren Komponenten. Carbon-Hardtails gibt es ab ca. 2000 Euro. Fullys mit Kohlefaser-Chassis kosten mindesten 3500 Euro. Vor allem schwere Laufräder und Reifen machen ein Bike träge. Für 1000 Euro müssen sich Biker auf ein erhebliches Mehrgewicht bei nicht besserer Haltbarkeit einstellen.

An Hardtails für 1000 Euro, wie diesem Merida Big.Nine, verbauen die meisten Hersteller einfache Federgabeln und Reifen. Foto: Max Fuchs
An Hardtails für 1000 Euro, wie diesem Merida Big.Nine, verbauen die meisten Hersteller einfache Federgabeln und Reifen.

Günstige Federgabeln und Reifen

Stattdessen sparen die Hersteller an ihren MTB-Einsteigermodellen, wo es nur geht. Federgabeln und Rahmen mit Schnellspann-Achsen erschweren das Nachrüsten hochwertiger Laufräder und weißen nicht dieselbe Steifigkeit auf, wie moderne Versionen mit Steckachsen. Günstige Federgabeln von Rockshox oder SR Suntour bieten zwar wenige Einstellmöglichkeiten, können im leichten Mountainbike-Einsatz aber gut funktionieren. Werden Biker auf Trails aber schneller und trauen sich auch anspruchsvolleres Gelände, sind die günstigen Federelemente schnell überfordert. Oft kommen sie dann auch in Sachen Dauerhaltbarkeit an ihre Grenzen. Das Nachrüstigen einer hochwertigen Federgabel ist besonders teuer. An einem Mountainbike hat kaum etwas so viel Einfluss auf die Fahreigenschaften wie die Reifenwahl. Auch günstige Reifen von Schwalbe oder Maxxis eignen sich für die Fahrt im Gelände und halten sogar manchmal länger als teure Modelle. In Sachen Gewicht, Grip und Pannenschutz gibt es aber gute Gründe für Preisunterschiede bei Reifen.

An Einsteiger-Hardtails leben Umwerfer weiter. So gibt es eine große Übersetzungsbandbreite auch ohne teure 1x12 Schaltung. Foto: Max Fuchs
An Einsteiger-Hardtails leben Umwerfer weiter. So gibt es eine große Übersetzungsbandbreite auch ohne teure 1x12 Schaltung.

Günstige Schaltungen und Bremsen

Gerade Mountainbike-Neulinge wollen sich nicht mit rasselnden Schaltungen herumschlagen. Zudem brauchen Einsteiger einen leichten Klettergang. Die Funktion günstiger Schaltungen von Shimano und Sram ist für Beginner meist ausreichend. Gerade günstige Kassetten sind jedoch oft aus weichem Material und verschleißen schneller als hochwertigere Teile. Zwölffach-Antriebe mit nur einem Kettenblatt vorne und zwölf Ritzeln hinten sind in der 1000 Euro Klasse rar. Auf eine große Übersetzungsbandbreite sollten aber auch Einsteiger nicht verzichten müssen. Der leichteste Gang von Elffach-Antrieben ist oft nicht leicht genug, während der schwerste Gang nicht schwer genug ist. Die Hersteller von Einsteiger-Hardtails verbauen deshalb häufig eine MTB-Schaltung mit zwei Kettenblättern und Umwerfer vorne. Das ist 2022 nicht mehr wirklich zeitgemäß und bietet zwar viele sowie weit übersetzte Gänge, bringt jedoch auch zusätzliches Gewicht und Komplexität ans Fahrrad.

Günstige Scheibenbremsen von Shimano funktionieren auch im Mountainbike-Einsatz zuverlässig. Foto: Max Fuchs
Günstige Scheibenbremsen von Shimano funktionieren auch im Mountainbike-Einsatz zuverlässig.

Vor allem günstige Scheibenbremsen von Shimano genießen zu Recht einen guten Ruf. Nur in sehr steilen und langen Abfahrten kommen einfache Stopper an ihre Grenzen. Für viele Kilometer müssen nicht nur die Rahmengröße, sondern auch Sattel und Griffe passen. Diese Teile sind zur Not jedoch auch einigermaßen günstig zu tauschen. Wer kann, fährt das potentielle Bike besser Probe.

Hardtails für 1000 Euro sind der perfekte Einstieg in den Mountainbike-Sport. Foto: Markus Greber
Hardtails für 1000 Euro sind der perfekte Einstieg in den Mountainbike-Sport.

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element