Biken im WinterAlles, was du über Fahrradbeleuchtung wissen solltest

Marc Strucken

 · 16.12.2022

Biken im Winter: Alles, was du über Fahrradbeleuchtung wissen solltestFoto: Marius Maasewerd

Ohne eine gute und ausdauernde Fahrradbeleuchtung läuft für Radfahrer in den Herbst- und Wintermonaten so ziemlich gar nichts. Gute Front- und Rückleuchten sorgen für Sicherheit und Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Helmleuchten sorgen mit ihrer starken Leuchtkraft dafür, dass auch Mountainbike-Touren abseits der Straßen nicht im Dunkel der Nacht versinken. Doch welche Fahrradlampe ist für wofür geeignet und vor allem: Was darf ich an meinem Fahrrad montieren und was nicht? Robin Stroda, Product Manager beim Hersteller Sigma, erklärt, was Biker über das Fahrradlicht wissen sollten.

BIKE: Welche Fahrradbeleuchtung ist in Deutschland zugelassen?

Robin Stroda: Die gesetzlichen Anforderungen zur Fahrradbeleuchtung in Deutschland sind in der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) geregelt. Dazu gehören Front- und Rückbeleuchtung, aber auch Reflektoren vorne und hinten. Eine StVZO- zugelassene Beleuchtung muss einen blendfreien Lichtkegel − ähnlich wie das Abblendlicht am Auto − aufweisen. Zusätzlich kann die Fahrradbeleuchtung auch über ein Fernlicht verfügen. Die Beleuchtung darf auch abnehmbar sein, muss jedoch bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechten Lichtverhältnissen an das Rad angebracht werden. Blinkende Front- oder Rückleuchten sind nicht zulässig!


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Wie erkenne ich, ob meine Fahrradlampe zugelassen ist?

Um sicherzugehen, dass deine Fahrradbeleuchtung für die Straße zugelassen ist, solltest du sie auf ihre Zulassungsnummer prüfen. Das Kraftfahrt-Bundesamt prüft unter anderem, ob alle gesetzlichen Vorgaben an das Lichtbild erfüllt werden. Leuchten, die alle Qualitäts- und Sicherheitskriterien erfüllen, werden mit einer so genannten K-Nummer versehen, die am Scheinwerfer und am Rücklicht sichtbar angebracht ist.

Mit StVZO-Zulassung: Fahrradlampen Lezyne Hecto 40 + KTV. Die sogenannte K-Nummer steht auf der Seite aufgedruckt. Kann aber etwa auch im roten Glas eingeprägt sein.Foto: Kerstin Leicht
Mit StVZO-Zulassung: Fahrradlampen Lezyne Hecto 40 + KTV. Die sogenannte K-Nummer steht auf der Seite aufgedruckt. Kann aber etwa auch im roten Glas eingeprägt sein.

Die Helligkeit von Fahrradlichtern wird entweder in Lux oder in Lumen angegeben. Was bedeuten die Bezeichnungen eigentlich genau?

Lumen und Lux sind Licht- bzw. Helligkeitsmesswerte. Der sichtbare Lichtstrom, der von einer Leuchte ausgestrahlt wird, wird als Lumen bezeichnet. Lumen gibt daher an, wie viel Licht eine Leuchte − beispielsweise eine LED − ausstrahlt. Je heller der Lumenwert ist, desto mehr Licht gibt eine Leuchte also ab. In Lux wird die Stärke des Lichtes einer Leuchte angegeben, die auf eine bestimmte Fläche trifft. So wird das Licht, welches von der Leuchte ausgestrahlt wird und das tatsächlich auf einem bestimmten Punkt einer Fläche, zum Beispiel der Straße, ankommt bezeichnet. Der angegebene Lux-Wert bei Fahrradbeleuchtungen bezieht sich immer auf den hellsten Punkt in 10 m Entfernung. Vereinfacht gesagt, ist der Lux Wert daher immer abhängig von der verwendeten Optik, also der Lenkung der Lichtmenge in eine beliebige Richtung.

Zum besseren Verständnis ein Beispiel aus dem Alltag: Stellt euch vor, dass das Wasser aus einem Gartenschlauch die Lumen darstellt und die Optik eine Sprühpistole: Mit der gleichen Wassermenge kann ich das Wasser durch meine Sprühpistole entweder strahlförmig weit oder sprühförmig sehr breit versprühen. Je härter der Strahl ist, der auf einen bestimmten Punkt in einer gewissen Entfernung auftrifft, desto höher ist der Lux-Wert. Die Wassermenge (Lumen) bleibt jedoch immer gleich. Für uns als Radfahrer ist es wichtig, dass die Fahrbahn vollflächig und gleichmäßig ausgeleuchtet wird, damit alle Lichtzonen gut ausgeleuchtet sind. Zum Vergleich von unterschiedlichen StVZO-konformen Lampen gilt daher: Die Lux und Lumen-Werte können als Orientierung genutzt werden. Natürlich ist es besser, wenn beide Werte möglichst hoch sind. Entscheidend für ein gutes Fahrradlicht ist jedoch die Qualität des Lichtfeldes, die durch die Scheinwerferoptik bestimmt wird. Das solltest du daher vor dem Kauf unbedingt testen.

Gute Ausleuchtung auch am Rand sowie im weiteren Wegverlauf schaffen Sicherheit.Foto: Henri Lesewitz
Gute Ausleuchtung auch am Rand sowie im weiteren Wegverlauf schaffen Sicherheit.

Wie hell sollte ein Bikelicht sein?

Die Helligkeit einer Beleuchtung hängt vom Verwendungszweck ab. Nutze ich ein Cityrad oder Mountainbike, fahre ich auf einer beleuchteten und befestigten Straße oder geht es ins Gelände? Möchte ich primär nur gesehen werden oder auch selbst etwas sehen? In der gut beleuchteten Stadt reichen Leuchten wie die Aura 35 USB von Sigma vollkommen aus. Die 35 Lux starke Frontleuchte sorgt mit 45 Metern Leuchtweite und guter Ausleuchtung auch gleich für mehr Sicherheit. Bist du auch außerhalb der Stadt mit dem Fahrrad unterwegs, trainierst du während der Dämmerung und Dunkelheit oder legst lange Strecken zurück, solltest du zu einer stärkeren Front- und Rückleuchte greifen. Gerade bei Rückleuchten ist das “gesehen werden” umso wichtiger, da Radfahrer die Verkehrssituation hinter sich nicht im Blick haben. Hier gibt es zusätzlich zur klassischen Rückleuchte Rückleuchten mit Bremslichtfunktion. Diese sorgt für mehr Sichtbarkeit und Sicherheit im Straßenverkehr.

Wie bringe ich meine Beleuchtung richtig am Fahrrad an?

Die Frontleuchte muss auf einer Höhe zwischen 40 cm und 120 cm installiert werden. Zusätzlich sollte die Fahrradlampe so ausgerichtet sein, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Wenn du deine Leuchte also horizontal ausrichtest, kann nicht viel schiefgehen. Feinjustieren kannst du natürlich, aber bitte nicht nach oben, sonst blendest du andere Verkehrsteilnehmer und das kann gefährlich werden.


Wann benötige ich eine Helmleuchte?

Bist du im Dunkeln oder bei Dämmerung abseits der Straße unterwegs, benötigst du eine zuverlässige Helmleuchte. Diese leuchtet weiter, breiter und vor allem höher aus und sorgt für eine optimale Wahrnehmung der Umgebung. Durch die Befestigung auf dem Helm folgt sie der Blickrichtung des Fahrers und bietet dadurch die beste Ausleuchtung. Das ist besonders in Kurven äußerst wichtig und sorgt für mehr Sicherheit, denn vor allem wenn man auf kurvigen Trails unterwegs ist, unterscheidet sich die Blickführung meist von der Einlenkrichtung. Achtung: Die Nutzung von Helmleuchten ist in Deutschland im Straßenverkehr nicht erlaubt. Nutzt du sie trotzdem und blendet die Helmleuchte andere Verkehrsteilnehmer, kann sogar ein Bußgeld drohen. Auf der Straße solltest du sie daher abschalten!

Lupine Piko Helmlampe: 2100 Lumen in der Größe einer Streichholzschachtel, mit eigenständigem Diffuslicht, Fernbedienung und App.Foto: Lupine
Lupine Piko Helmlampe: 2100 Lumen in der Größe einer Streichholzschachtel, mit eigenständigem Diffuslicht, Fernbedienung und App.

Wie sieht es mit Beleuchtung am E-Bike aus?

Konventionelle E-Bikes verfügen meist schon über eine Vollausstattung mit Front- und Rückleuchte. E-Mountainbikes haben hingegen meist keine fest installierte Beleuchtung. Diese kann entweder nachgerüstet und mit dem Akku verbunden werden, was aber meistens nur von einer Fachwerkstatt vorgenommen werden kann. Gerade Mountainbiker nutzen daher gerne praktische Akku-Beleuchtung für den Einsatz im Gelände. Einfach dranklemmen und los geht’s!

Welche Beleuchtung ist denn nun die richtige für mich?

Das hängt wie oben beschrieben zunächst vom Einsatzbereich und von deinen Ansprüchen ab. Und natürlich auch davon, wie viel Geld du ausgeben möchtest. Gute und zuverlässige Beleuchtungssets für die Stadt gibt es bereits ab 30 Euro aufwärts. Abseits befestigter Wege, wenn du öfter mit dem MTB oder Gravel sportlich unterwegs bist, solltest du auf jeden Fall zusätzlich zur StVZO-konformen Beleuchtung eine Helmleuchte tragen. Diese sollte über mindestens 800 Lumen Leuchtpower verfügen. Am besten ist die Kombination aus StVZO-konformer Beleuchtung und einer guten Helmleuchte. Dann kommst du nicht nur sicher von zu Hause auf den Trail und zurück, sondern hast auch noch jede Menge Fahrspaß.

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Lupine Alpha mit 8100 Lumen - so viel Licht schadet fast: Tieren im Wald, Entgegenkommenden und mit Pech den eigenen Augen.
Love Trails – Respect Rules: Das ist der Slogan hinter der gemeinsamen Kampagne von BIKE, FREERIDE und EMTB. Aber was steckt dahinter? Sechs Regeln sind das Fundament unserer Kampagne, mit der wir das Image der Mountainbiker langfristig aufbessern wollen. Über unsere Printmagazine, die Websites, die Social-Media-Kanäle und unsere Videos wollen wir zusammen mit Bike-Promis wie Greta Weithaler sowie Partnern wie Bosch auf jede der Regeln aufmerksam machen. Hier das Video zu “No Nightrides – Gönne den Tieren ihre Ruhe”:

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