Biken im WinterSo pflegen Sie die Fahrradbekleidung – und sich selbst

BIKE Magazin

 · 10.12.2022

Biken im Winter: So pflegen Sie die Fahrradbekleidung – und sich selbstFoto: Georg Grieshaber

Darf der Rucksack in die Waschmaschine? Oder Fahrradschuhe? Worauf muss ich beim Waschen meiner Fahrradklamotten achten? Und wie reinige ich Helm, Brille und Handschuhe? Wir klären auf und sagen, wie Sie auch sich selbst und Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun können.

Alle Themen in diesem Artikel:


Rucksack reinigen & pflegen

Trocknen lassen, abbürsten, auslüften – so lautet die Reinigungsempfehlung der Hersteller. Größere Verschmutzungen dürfen unterm Wasserhahn ausgespült werden. Wenn aber der Verschmutzungsgrad doch mal zur Waschmaschine zwingt, schadet ein Waschgang im Jahr nicht: Protektoren entfernen, Riemen festziehen und den Rucksack z. B. in einen Kissenbezug stecken. Nach dem Waschen (30 Grad) trocknen und auf die Schlitten der Reißverschlüsse einen kleinen(!) Spritzer Silikon-Spray geben.

Rucksäcke am besten nur trocknen lassen, abbürsten und lüftenFoto: Georg Grieshaber
Rucksäcke am besten nur trocknen lassen, abbürsten und lüften

Bekleidung waschen

Unterhemden, Trikots, Hosen und Socken darf man mit Feinwaschmittel bei 40 Grad in die Waschmaschine stecken. Allerdings hilft das nicht dauerhaft gegen hartnäckige Schweißbakterien, weshalb die meisten Trikots irgendwann zu müffeln beginnen.

Da nutzt übrigens auch das Gefrierfach nichts, denn mit den Stoffen tauen auch die Bakterien wieder auf. Was Letztere allerdings gar nicht mögen: UV-Licht. Klamotten daher möglichst in der Sonne trocknen. Stoffe ohne Elastan vertragen in der Waschmaschine auch hin und wieder eine Wäsche bei 60 Grad.


Weitere Artikel zum Thema “Biken im Winter” finden Sie hier:


Handschuhe richtig reinigen

Ob die Fahrradhandschuhe mit in die Waschmaschine dürfen oder nicht, hängt von den verwendeten Stoffen und der Handflächenpolsterung ab. Eindeutige Leder und Gel-Polsterungen wäscht man besser im Waschbecken. In ein Handtuch eingeschlagen, lässt sich das Wasser vorsichtig aus den Handschuhen herausdrücken. Ansonsten hängt man die Handschuhe tropfnass zum Trocknen an die Leine. Nicht wringen oder auf die Heizung legen!

Alle anderen Handschuhe kann man bei maximal 30 Grad in die Maschine stecken. Zur Sicherheit dann aber in einem Wäschebeutel. Allein schon, damit keiner verschwindet – wie beim berüchtigten Socken-Phänomen.

Brille und Helm säubern

Brillen reinigt man am besten unter laufendem Wasserhahn bei maximal 37 Grad Wassertemperatur, also etwa handwarm. Wenn der kratzermachende Dreck abgespült ist, nimmt man gegen fettige Schlieren etwas Spülmittel dazu. Anschließend mit dem Brillenbeutel oder einem Mikrofasertuch trocknen. Nicht mit dem Trikot oder Küchenpapier!

Den Helm kann man mit einem Schwamm abwaschen. Herausnehmbare Innenpolster mit etwas Shampoo waschen oder mit Pflegeschaum behandeln.

Helm am besten außen mit einem Schwamm reinigen, herausnehmbare Innenpolster vertragen auch eine Wäsche mit Shampoo.Foto: Georg Grieshaber
Helm am besten außen mit einem Schwamm reinigen, herausnehmbare Innenpolster vertragen auch eine Wäsche mit Shampoo.

Schuhe putzen

Die Fahrradschuhe in der Geschirrspülmaschine waschen – geht das? Oder: Will man das? Nun, es soll Leute geben, die darauf schwören. Was aber noch nicht überliefert wurde: wie lange Schnallen und Kleber das mitmachen. Wer es versuchen möchte: bei möglichst niedrigen Temperaturen! Das Gleiche gilt für das Reinigen in der Waschmaschine.

Schonender geht es mit der Handwäsche. Hier darf man Bürste und Zahnbürste verwenden und auch die Sohle zum Waschen herausnehmen. Nach der Wäsche mit Zeitungspapier ausstopfen und bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Ab und zu ein Frischespray!

Fahrradschuhe mögen auch gerne mal ein Frischespray zwischendurch.Foto: Georg Grieshaber
Fahrradschuhe mögen auch gerne mal ein Frischespray zwischendurch.

Tipps zur Pflege der Gesundheit

Regelmäßiges Fahrradfahren stärkt das Immunsystem. Klar so weit – oder? Grundsätzlich ja. Die körperliche Belastung lässt unsere Abwehrkräfte allerdings zuerst mal schwinden. Deshalb gilt es, nach der Tour ein paar Fehler zu vermeiden.

Open-Window-Effekt

Kälte und Nässe allein machen noch keine Erkältung. Dafür sind immer noch Viren zuständig, und die haben nach einer ausgiebigen Tour leichtes Spiel. Stichwort: Open-Window-Effekt. Je nach Intensität der Bike-Runde kann der Körper danach zwischen drei Stunden und drei Tagen mit Regeneration beschäftigt sein. In dieser Zeit liegt das Immunsystem praktisch brach und lässt sich von Viren und Bakterien leicht überlisten.

Wer zum Beispiel morgens die Fahrt in die Arbeit als sportliche Trainingseinheit nutzt, anschließend im Büro einen stressigen Tag hat und sich beim Mittagessen vom Kollegen ins Gesicht husten lässt, der hat gute Chancen, bald flachzuliegen.

Aber es gibt ein paar Dinge, die man tun kann, damit sich das offene Fenster nach der Tour schnell wieder schließt: warm duschen, ausruhen, vollwertig und vitaminreich essen, ausreichend schlafen und ganz wichtig: viel trinken. Dabei geht es auch darum, die Schleimhäute als Viren-Schutzbarriere der Atemwege vor dem Austrocknen zu bewahren.

Tipp für zwischendurch: Wenn Sie sich Nudeln kochen, halten Sie den Kopf ruhig ein paar Minuten über den Topf und inhalieren Sie die Salzwasserdämpfe. Das ist Balsam für Nase, Nebenhöhlen und Bronchien, gerade, wenn die Schleimhäute durch die trockene Heizungsluft bereits gereizt sind.

Immunsystem-Booster

Gute Hausmittel, die vorbeugend gegen Erkältung helfen: frisch aufgeschnittene Ingwer­scheiben mit heißem Wasser übergossen und mit Zitrone und Honig zum Tee verrührt. Aber auch Chilli-Gerichte (Scharfes regt die Schleimhäute an) und eine Extraportion Vitamin C und Zink (auch als Nahrungsergänzungsmittel).

Unbekanntes Element