Höhenmeter machenDie 7 längsten und schönsten Anstiege der Alpen

Gitta Beimfohr

 · 17.06.2023

Madritschjoch
Foto: Markus Greber/Skyshot
Auf kaum einer Bike-Route liegen Himmel und Hölle so nah beieinander wie auf den großen Pass-Touren der Alpen. Von unten bis ganz nach oben zu klettern, erfordert auch mentale Stärke. Viele Höhenmeter auf wenig Strecke erfordern aber auch ordentliche Fitness. Traut euch - das sind die 7 längsten und härtesten Anstiege der Alpen.

Diese Härte-Touren finden Sie in diesem Artikel:

  • Madritschjoch, 3123 m: Höchster Bike-Pass der Ostalpen
  • Eisjöchl, 2879 m: 2400 Höhenmeter am Stück
  • Tremalzo-Pass, 1863 m: Ohne Shuttle die Lago-Krönung
  • Fimberpass 2450 hm: Epische Grenzerfahrung
  • Tende-Pass, 1871 m: Kultkehren in den Seealpen
  • Mont Chaberton: Höchster fahrbarer Pass der Alpen
  • Schrofenpass 1688 m: Die Heckmair-Transalp-Nuss

Außerdem: Tipp - so gelingt die Höhenmeterorgie


1 - Madritschjoch, 3123 m: Höchster Bike-Pass der Ostalpen

Königstreffen könnte man diese Tortur nennen, denn Ortler, Zebrù, Cevedale und Königsspitze schauen zu, während man sich von Prad (900 m) im Vinschgau bis zum 3123 Meter hohen Pass hinaufkämpft. Doch die meisten Biker gelangen per Shuttle und Seilbahn zur Schaubachhütte und feiern sich selbst, wenn sie allein die letzten steilen
500 hm im Sattel schaffen!

MadritschjochFoto: Markus Greber/SkyshotMadritschjoch

2 - Eisjöchl, 2879 m: 2400 Höhenmeter am Stück

Fünf Stunden lang nur bergauf: Nur sehr fitte Alpenüberquerer bauen die 2400 Höhenmeter am Stück in ihre MTB-Route ein. Etwas weniger schmerzhaft lassen sich die nicht enden wollenden und gen Ende sehr spitzkehrigen Steilserpentinen auf Pflastersteinen allerdings von Naturns aus bezwingen.

EisjöchlFoto: Adrian GreiterEisjöchl

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3 - Tremalzo-Pass, 1863 m: Ohne Shuttle die Lago-Krönung

Der Lago-Klassiker: Seit die Shuttles zu viel Gegenverkehr geführt haben, kann man eigentlich nur noch die Aufstiegsvariante von Vesio über Corna Vecchia und Passo Nota zum berühmten 1863 Meter hohen Tremalzo-Tunnel empfehlen. Oder: früh aufstehen und vor dem ers­ten Shuttle oben sein: 1900 hm in einer atemberaubenden MTB-Tour an unserem Lieblingssee.

Tremalzo-PassFoto: Markus Greber/SkyshotTremalzo-Pass

4 - Fimberpass 2450 hm: Epische Grenzerfahrung

Seit 2500 Jahren nutzen Menschen diesen 2608 Meter hohen Übergang von Paznaun ins Engadin. Sein Anstieg beginnt in Ischgl, klettert über die Greitspitze (1500 hm) und balanciert auf dem Gratweg übers Zeblasjoch. In der Heidelbergerhütte übernachtet man am besten und nimmt die übrigen Trail-Serpentinen (350 hm) früh in Angriff, um den Sonnenaufgang am Pass zu erleben!

FimberpassFoto: Moritz AblingerFimberpass

5 - Tende-Pass, 1871 m: Kultkehren in den Seealpen

Napoleon ließ die Leiter aus 48 engsten Schotterkehren einst in die Seealpen zwischen Italien und Frankreich verlegen. Der Pass selbst ist zwar nur 1871 Meter hoch, aber allein auf den letzten acht Kilometern hat man an 800 Höhenmetern zu knabbern. Die französische Südseite war nach Felsstürzen gesperrt, soll aber dieses Jahr wieder geöffnet werden!

Tende-PassFoto: Martin de PauliTende-Pass

6 - Mont Chaberton, 3136 m: Höchster fahrbarer Pass der Alpen

Für den König der Cottischen Alpen muss man gemacht sein, sonst verzweifelt man an seinen grobschottrigen, steilen Kehren. Es gibt auch Stellen, da ist die Spur so zerbröselt, dass sie nur noch als Hauch im Hang zu ertasten ist. Doch oben auf 3136 Metern Höhe staunt man über seine Krone aus acht Gefechtstürmen. Info: 1855 hm/14 km.

Mont ChabertonFoto: Markus Greber/SkyshotMont Chaberton

7 - Schrofenpass 1688 m: Die Heckmair-Transalp-Nuss

Wer auf Andi Heckmairs Spuren von Oberstdorf zu einer Transalp aufbricht,
bekommt die härteste Nuss gleich auf der ers­ten Etappe serviert: Über den 1688 Meter hohen Schrofenpass in den Allgäuer Alpen führt ein steiler, in den Felsen geschlagener und mit Alu-Leitern gesicherter Pfad, für den man schwindelfrei sein sollte.

SchrofenpassFoto: Markus Greber/SkyshotSchrofenpass

So gelingt die Höhenmeterorgie

Jan Timmermann, BIKE-Redakteur:

Am Berg zählen Leistung und Gewicht. Für lange Anstiege empfehle ich deshalb leichtes Gepäck. Mental hilft mir persönlich das Mantra ‘Ich habe Zeit’. Wer früh losfährt, braucht sich nicht zu stressen und hat jetzt im Sommer viel Zeit bis zum letzten Tageslicht. Auch das Wissen, ausreichend Essen und Trinken dabeizu­haben, beruhigt meine Psyche ungemein.
Jan Timmermann, BIKE-RedakteurFoto: Georg GrieshaberJan Timmermann, BIKE-Redakteur

Petra Zeller, Maxxis BIKE Transalp Team:

Petra berichtet auf ihren Social-Media-Kanälen von der Vorbereitung auf die BIKE Transalp 2023 vom 9. bis zum 15. Juli. Ihr Tipp für lange Anstiege:

Wenn ich mir 3000 Höhenmeter am Stück vornehme, ist das nur schwer greifbar, daher arbeite ich mich lieber von Stein zu Stein nach oben. Ich setze mir einfach so lange kleine Ziele, bis ich oben angekommen bin. Ein Blick in die Landschaft weckt bei mir neue Kräfte.
Petra Zeller, Maxxis BIKE Transalp TeamFoto: Petra ZellerPetra Zeller, Maxxis BIKE Transalp Team

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