Außerdem: Tipp - so gelingt die Höhenmeterorgie
Königstreffen könnte man diese Tortur nennen, denn Ortler, Zebrù, Cevedale und Königsspitze schauen zu, während man sich von Prad (900 m) im Vinschgau bis zum 3123 Meter hohen Pass hinaufkämpft. Doch die meisten Biker gelangen per Shuttle und Seilbahn zur Schaubachhütte und feiern sich selbst, wenn sie allein die letzten steilen
500 hm im Sattel schaffen!
Fünf Stunden lang nur bergauf: Nur sehr fitte Alpenüberquerer bauen die 2400 Höhenmeter am Stück in ihre MTB-Route ein. Etwas weniger schmerzhaft lassen sich die nicht enden wollenden und gen Ende sehr spitzkehrigen Steilserpentinen auf Pflastersteinen allerdings von Naturns aus bezwingen.
>> Um mentale wie physische Stärke ging es auch bei unserer BIKE Mission 3000 hinauf zum Eisjöchl <<
Der Lago-Klassiker: Seit die Shuttles zu viel Gegenverkehr geführt haben, kann man eigentlich nur noch die Aufstiegsvariante von Vesio über Corna Vecchia und Passo Nota zum berühmten 1863 Meter hohen Tremalzo-Tunnel empfehlen. Oder: früh aufstehen und vor dem ersten Shuttle oben sein: 1900 hm in einer atemberaubenden MTB-Tour an unserem Lieblingssee.
Seit 2500 Jahren nutzen Menschen diesen 2608 Meter hohen Übergang von Paznaun ins Engadin. Sein Anstieg beginnt in Ischgl, klettert über die Greitspitze (1500 hm) und balanciert auf dem Gratweg übers Zeblasjoch. In der Heidelbergerhütte übernachtet man am besten und nimmt die übrigen Trail-Serpentinen (350 hm) früh in Angriff, um den Sonnenaufgang am Pass zu erleben!
Napoleon ließ die Leiter aus 48 engsten Schotterkehren einst in die Seealpen zwischen Italien und Frankreich verlegen. Der Pass selbst ist zwar nur 1871 Meter hoch, aber allein auf den letzten acht Kilometern hat man an 800 Höhenmetern zu knabbern. Die französische Südseite war nach Felsstürzen gesperrt, soll aber dieses Jahr wieder geöffnet werden!
Für den König der Cottischen Alpen muss man gemacht sein, sonst verzweifelt man an seinen grobschottrigen, steilen Kehren. Es gibt auch Stellen, da ist die Spur so zerbröselt, dass sie nur noch als Hauch im Hang zu ertasten ist. Doch oben auf 3136 Metern Höhe staunt man über seine Krone aus acht Gefechtstürmen. Info: 1855 hm/14 km.
Wer auf Andi Heckmairs Spuren von Oberstdorf zu einer Transalp aufbricht,
bekommt die härteste Nuss gleich auf der ersten Etappe serviert: Über den 1688 Meter hohen Schrofenpass in den Allgäuer Alpen führt ein steiler, in den Felsen geschlagener und mit Alu-Leitern gesicherter Pfad, für den man schwindelfrei sein sollte.
>>Weitere Artikel finden Sie hier: Transalp: Die Ur-Route von 1990, Kann man die Heckmair-Route mit dem E-MTB bezwingen? <<
Am Berg zählen Leistung und Gewicht. Für lange Anstiege empfehle ich deshalb leichtes Gepäck. Mental hilft mir persönlich das Mantra ‘Ich habe Zeit’. Wer früh losfährt, braucht sich nicht zu stressen und hat jetzt im Sommer viel Zeit bis zum letzten Tageslicht. Auch das Wissen, ausreichend Essen und Trinken dabeizuhaben, beruhigt meine Psyche ungemein.
Petra berichtet auf ihren Social-Media-Kanälen von der Vorbereitung auf die BIKE Transalp 2023 vom 9. bis zum 15. Juli. Ihr Tipp für lange Anstiege:
Wenn ich mir 3000 Höhenmeter am Stück vornehme, ist das nur schwer greifbar, daher arbeite ich mich lieber von Stein zu Stein nach oben. Ich setze mir einfach so lange kleine Ziele, bis ich oben angekommen bin. Ein Blick in die Landschaft weckt bei mir neue Kräfte.
>> Lesen Sie auch: Die Top 10 Alpen-Trails zum Nachfahren, Die 10 schönsten MTB-Gipfeltouren <<