Test Gravelbikes 2023Gravelbikes für Abenteuer und Bikepacking im Test

TOUR Redaktion

 · 15.05.2023

Für Bikepacking-Trips, egal ob kurz oder lang, wählt Bike-Abenteurerin Wiebke Lühmann immer ihr Gravelbike: „Ich kann alle Wege nehmen, habe viele Möglichkeiten für Gepäckmitnahme und sitze bequem.“
Foto: Fabienne Engel

In diesem Artikel verwenden wir sogenannte Affiliate Links. Bei jedem Einkauf über diese Links erhalten wir eine Provision vom Händler. Alle vermittlungsrelevanten Links sind mit * gekennzeichnet. Mehr erfahren.

Was ist das ideale Rad für Abenteuer-Touren? Das haben wir Gravelbikerin Wiebke Lühmann gefragt. Sie hat viel Erfahrung mit Bikepacking auf ihren Abenteuer-Reisen gesammelt. Hier finden Sie ihre Empfehlungen für das richtige Gravelbike und fürs Bikepacking damit.

Wiebke Lühmann ist Bike-Abenteurerin. Sie liebt diese Art der Herausforderung, bei der es nicht darum geht, schneller als andere zu sein. Vielmehr rücken neue Erfahrungen, Begegnungen und das Erkunden unbekannter Gegenden in den Fokus. Bei ihren Radreisen und Bikepacking-Trips geht es immer auch um die eigene Entwicklung und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Mit ihrem bepackten Gravelbike, einem Wilier Triestina Jena, begab sie sich im August 2022 auf eine 3500 Kilometer lange Tour von Hamburg zum Nordkap. Dafür hatte sie 30 Tage Zeit. Auf der Reise prasselten unzählige Regentropfen auf sie ein, sie begegnete neuen Menschen und verspeiste jede Menge Nudelsuppe und Schokolade. Im Gepäck hatte sie neben der notwendigen Ausrüstung eine GoPro-Kamera; auf den letzten vier Tagen begleitete sie Fabienne Engel, Freundin und Fotografin. So entstand der inspirierende Film On Her Own, der auf Youtube veröffentlicht wurde.

Die nächsten Ziele, die nächste Reise:

Mein nächstes Bikepacking-Abenteuer wird die längste Reise meines Lebens. Im Mai mache ich eine Test-Tour und werde dann weitere Infos dazu auf meinem YouTube- und Instagram-Kanal @wiebkelueh teilen. Es wird spannend!

Diese Gravelbikes für Abenteuer und Bikepacking haben wir getestet:

(Per Klick geht’s zur Einzelbewertung)


Das perfekte Rad für Abenteuer

Das ideale Bikepacking-Rad verkörpert für Wiebke Lühmann ein Gefühl von Freiheit. Für sie ist ihr Gravelbike die perfekte Begleitung für all ihre Abenteuer: „Ich kann alle Wege nehmen, habe viele Möglichkeiten für Gepäckmitnahme und sitze bequem“, sagt sie. Egal ob sie eine kleine Trainingsrunde dreht, ein verlängertes Bikepacking-Wochenende unternimmt oder gar auf eine mehrwöchige Reise startet – immer wieder fällt die Fahrradentscheidung auf ihr Gravelbike.

Drei Kriterien, die das Bike erfüllen muss:

  1. Ein passender und gemütlicher Sattel – Wiebkes Wahl ist der Selle Italia Diva Flow. „Ich fahre nur schmerzfrei, und der Sattel muss einfach passen.“
  2. Gewinde an der Gabel. Hier werden je nach Länge der Tour Gabeltaschen montiert: „Ich liebe meine Fork Packs von Ortlieb (5,8 Liter), die ich dort ganz leicht montieren kann.“
  3. Plattform- oder Kombi-Pedale. Entgegen vieler Meinungen vermisst Wiebke Lühmann ihre Klickpedale nicht. Im Gegenteil, so muss kein weiteres paar Schuhe ins Gepäck. “Ich fahre keine Rennen und habe festgestellt, dass ich keine Klickpedale brauche bzw. nur sehr selten mit Klickpedalen fahre.”

Weitere Artikel zum Thema Gravel:


Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Weitere Inhalte zum Thema Bikepacking:


Die Testberichte der drei Gravelbikes

Focus Atlas Carbon 8.8

In der brandneuen Carbon-Variante lässt das Focus Atlas die große Schwäche des gleichnamigen Alu-Modells hinter sich, denn für seine Preisklasse ist das Rad konkurrenzfähig leicht. Auch die Sitzposition fällt sportlicher aus, wodurch ein dynamischerer Fahreindruck entsteht. Mit vielen Gewindeösen und Rahmenprotektoren gibt sich das Focus dennoch reise- und abenteuerlustig. Eine Besonderheit ist ein eigenes Trägersystem, das je einen Fünf-Liter-Packsack von Ortlieb an die Kettenstreben gurtet. Eine Zweite ist das breitere Einbaumaß der Naben (vorne 110 statt 100, hinten 148 statt 142 Millimeter), das stabile Laufräder ermöglicht, aber die Nachrüstoptionen einschränkt.

Die 500 Euro günstigere Variante ist etwas schwerer, bietet aber sonst kaum Nachteile; das kaum leichtere Top-Modell kommt mit elektronischer 1 x 12-Sram-Rival-Schaltung für 4299 Euro >> hier erhältlich*.

Focus Atlas Carbon 8.8Foto: Focus
Focus Atlas Carbon 8.8

PLUS

  • Robuste Komponenten
  • durchdachtes Taschensystem als Option

MINUS

  • Wenig Auswahl bei den Ausstattungen
  • ungewöhnliches Einbaumaß schränkt die Laufradwahl ein

Technische Daten und Noten Focus Atlas Carbon 8.8

Herstellerangaben

  • Preis: 3499 Euro
  • Rahmengrößen²: XS, S, M (getestete Größe), L, XL Sitz- / Ober- / Steuerrohr 488 / 570 / 130 mm

Messwerte

  • Gewicht Komplettrad: 9,2 Kilo
  • Gewicht Rahmen / Gabel / Steuerlager¹: 1.288 / 516 / 75 g
  • Stack / Reach / STR³: 592 / 391 mm / 1,51
  • Radstand / Nachlauf: 1.045 / 75 mm

Ausstattung

  • Antrieb / Schaltung: Shimano GRX 600/800 (46 / 30, 11–34 Z.)
  • Bremsen: Shimano GRX 810 (160 / 160 mm)
  • Laufräder / Reifen (Gewichte)⁴: DT Swiss X 1900 / WTB Riddler 45 mm (v. / h.: 1.673 / 2.143 g)

TESTURTEIL: 1,9

Focus Atlas Carbon 8.8 - CharakteristikFoto: Testabteilung
Focus Atlas Carbon 8.8 - Charakteristik

Giant Revolt Advanced Pro 1

Wer ein möglichst komfortables Gravelbike für lange Tage im Sattel sucht, sollte sich das Giant Revolt näher anschauen. Die weit ausgezogene Sattelstütze schluckt Fahrbahnstöße äußerst effektiv; die Sitzposition ist eher aufrecht und entspannt. Weil sich das Rad mit leichten Carbon-Laufrädern und feinprofiligen Reifen vergleichsweise spritzig und zügig bewegen lässt, kommen aber auch Fans der flotteren Gangart auf ihre Kosten. In schwerem Gelände oder Schlamm stoßen die Reifen schnell an Grenzen, der Rahmen lässt aber bis zu 53 Millimeter breite Pneus zu. Der Radstand des Revolt ist am hinteren Ende einstellbar, in gewissen Grenzen kann das Fahrverhalten zwischen wendiger Lenkung und besserem Geradeauslauf variiert werden.

Schön ist die große Auswahl an Varianten zwischen 2300 und 6000 Euro, im Top-Modell steckt sogar eine Federgabel.

Giant Revolt Advanced Pro 1Foto: Hersteller
Giant Revolt Advanced Pro 1

PLUS

  • Sehr komfortabel abgestimmt
  • viele Ausstattungsoptionen
  • lange Garantie

MINUS

  • Serienreifen bei Schlamm und Matsch überfordert

Technische Daten und Noten Giant Revolt Advanced Pro 1

Herstellerangaben

  • Preis 5299 Euro
  • Rahmengrößen²: S, M, M/L (getestete Größe), L, XL

Messwerte

  • Gewicht Komplettrad: 8,3 Kilo
  • Gewicht Rahmen / Gabel / Steuerlager¹: 1.224 / 426 / 58 g
  • Sitz- / Ober- / Steuerrohr 490 / 575 / 165 mm
  • Stack / Reach / STR³: 609 / 387 mm / 1,57
  • Radstand / Nachlauf 1.030 / 58 mm

Ausstattung

  • Antrieb / Schaltung: Sram Rival eTap AXS (2x12; 43/30, 10–36 Z.)
  • Bremsen: Sram Rival (160 / 160 mm)
  • Laufräder / Reifen (Gewichte)⁴: Giant CXR 1 / Cadex AR 40 mm (v. / h. 1.336 / 1.822 g)

TESTURTEIL: 2,0

Giant Revolt Advanced Pro 1 - CharakteristikFoto: Testabteilung
Giant Revolt Advanced Pro 1 - Charakteristik

Trek Checkpoint SL6 AXS

Auch der US-Konzern Trek setzt mit seinem Modell Checkpoint auf ein besonders komfortables Fahrerlebnis. Das am unteren Ende extrem schlanke Sitzrohr ist mit einem Kugellager beweglich am Oberrohr angebunden und kann Erschütterungen bei Geländefahrten spürbar glätten. Erst bei gröberen Schlägen gerät das Konzept an Grenzen. Auf ruppigem Terrain überzeugt das Rad mit unerschütterlichem Geradeauslauf, verwinkelte Cross-Kurse sind dagegen nicht seine Stärke. Das Rahmen-Set verfügt über etliche Befestigungspunkte für Gepäck, auch Schutzbleche sind vorgesehen. Ein Staufach im Unterrohr nimmt Werkzeug auf. Im Gegensatz zu vergleichbaren Konzepten der Konkurrenz ist die Sitzposition auf dem Trek relativ gestreckt; sitzt man nicht auf einer der sehr teuren Top-Versionen, bremst das hohe Gewicht des Rades sportliche Ambitionen aber schnell aus.

Trek Checkpoint SL6 AXSFoto: Hersteller
Trek Checkpoint SL6 AXS

PLUS

  • Sehr komfortabel
  • praktische Details
  • viele Ausstattungsoptionen

MINUS

  • Relativ schwer

Technische Daten und Noten Trek Checkpoint SL6 AXS

Herstellerangaben

Preis: 4799 Euro

Rahmengrößen²: 49, 52, 54 (getestete Größe), 56, 58, 61

Messwerte

  • Gewicht Komplettrad: 9,4 Kilo
  • Gewicht Rahmen / Gabel / Steuerlager¹: 1.427 / 531 / 86 g
  • Sitz- / Ober- / Steuerrohr: 505 / 570 / 125 mm
  • Stack / Reach / STR³: 574 / 400 mm / 1,44
  • Radstand / Nachlauf: 1.040 / 68 mm

Ausstattung

  • Antrieb / Schaltung: Sram Rival eTap (40 / 10–44 Z.)
  • Bremsen: Sram Rival (160 / 160 mm)
  • Laufräder / Reifen (Gewichte)⁴: Bontrager Paradigm Comp 25 / Bontrager GR1 Team Issue 40 mm (v. / h. 1.607 / 2.112 g)

TESTNOTE: 1,9

Trek Checkpoint SL6 AXS  - CharakteristikFoto: Testabteilung
Trek Checkpoint SL6 AXS - Charakteristik

¹Gewogene Gewichte.

²Herstellerangabe, Testgröße fett.

³STR (Stack / Reach) projiziertes senkrechtes/waagerechtes Maß von Mitte Tretlager bis Oberkante Steuerrohr: 1,36 bedeutet eine sehr gestreckte, 1,60 eine sehr aufrechte Sitzposition.

Laufradgewichte inklusive Bereifung, Kassette, Schnellspanner/Steckachsen und ggf. Bremsscheiben.