Europa9 Tage Bikepacking durchs kroatische Küstengebirge

Elladee Brown

 · 11.10.2021

9 Tage Bikepacking durchs kroatische KüstengebirgeFoto: Leslie Kehmeier

Wer in Kroatien schon zum Baden war, kennt das Dinarische Gebirge als Kulisse. Zwei Kanadierinnen folgten den weißen Felsgraten von Rijeka bis nach Split.

Das Revier

Das Dinarische Karstgebirge erstreckt sich über 600 Kilometer entlang der adriatischen Ostküste. Die davor liegenden 602 kroatischen Inseln waren einst ein vorgelagerter Gebirgszug, bis die Adria anstieg und seither nur noch die Gipfel aus dem Wasser ragen. Direkt an der kroatischen Küste sind die Orte sehr touristisch geprägt, doch je weiter man das Gebirge hinaufklettert, desto einsamer ist man unterwegs. Auch die in der Karte eingezeichneten Wege werden in einigen Gebirgsregionen nicht gepflegt und sind zum Teil zugewuchert und verfallen. Ohne GPS-Track sollte man daher nicht unterwegs sein. Spuren des Balkankriegs in den 90er-Jahren sind vor allem in den Bergorten noch sichtbar. Auf kurzen Abschnitten (15 km) wird sogar vor Landminen gewarnt. Hier darf der Weg nicht verlassen werden.

Die Route

Diese auf den kroatischen Abschnitt verkürzte Version der Adriatic-Crest-Route ist 340 Kilometer lang und führt von Smrika, einem 20 Kilometer südlich von Rijeka gelegenen Küstenort, bis nach Trogir, kurz vor Split. Wir sind mit dem Flugzeug nach Split gereist und haben uns von einem Shuttle-Taxi zum Startort fahren lassen. So sparten wir uns die Transfer-Organisation am Ende der Tour.

Insgesamt haben wir uns für die Strecke neun Tage Zeit gelassen und kamen damit gut hin. So mussten wir uns nicht hetzen und erreichten unsere Etappenziele entspannt. Schlechtes Wetter, jeden Tag das Zeug zusammenpacken und das Schieben auf verfallenen Wegabschnitten kostete uns allerdings mehr Zeit und Kraft als gedacht.

Den gesamte Artikel "Bikepacking Kroatien" aus BIKE 9a Trail/2021 inklusive Empfehlungen für leichtes Gepäck können Sie bequem unten im Download-Bereich als PDF herunterladen.

Der Abenteuer-Reise-Report kostet 1,99 Euro.

Trogir: Unsere letzte lange Abfahrt bis zur dalmatischen Küste hinunter. Die restlichen 30 Kilometer auf der Küstenstraße sparen wir uns und setzen von Trogir mit dem Schiff nach Split über.Foto: Leslie Kehmeier
Trogir: Unsere letzte lange Abfahrt bis zur dalmatischen Küste hinunter. Die restlichen 30 Kilometer auf der Küstenstraße sparen wir uns und setzen von Trogir mit dem Schiff nach Split über.
Wer in Kroatien schon mal Badeurlaub gemacht hat, kennt es als Kulisse: Das Dinarische Gebirge zieht sich die komplette Adria-Küste entlang. Zwei Kanadierinnen folgten den weißen Felsgraten von Rijeka bis nach Split. Ein neuntägiges Bikepacking-Abenteuer Mit Regen, Sturm und Durst.Foto: Leslie Kehmeier
Wer in Kroatien schon mal Badeurlaub gemacht hat, kennt es als Kulisse: Das Dinarische Gebirge zieht sich die komplette Adria-Küste entlang. Zwei Kanadierinnen folgten den weißen Felsgraten von Rijeka bis nach Split. Ein neuntägiges Bikepacking-Abenteuer Mit Regen, Sturm und Durst.
Das Englisch der Einwohner war immer besser als unser Kroatisch. So kamen herzliche Begegnungen zustande, die mit viel Rakia gefeiert wurden.Foto: Leslie Kehmeier
Das Englisch der Einwohner war immer besser als unser Kroatisch. So kamen herzliche Begegnungen zustande, die mit viel Rakia gefeiert wurden.
Getrocknete Feigen: Wären wir im Herbst gekommen, hätten wir sie überall frisch von den Bäumen pflücken können.Foto: Leslie Kehmeier
Getrocknete Feigen: Wären wir im Herbst gekommen, hätten wir sie überall frisch von den Bäumen pflücken können.
Wenn schon Zivilisation, dann richtig: echte Luxusmomente.Foto: Leslie Kehmeier
Wenn schon Zivilisation, dann richtig: echte Luxusmomente.
Regen mit Nebel, oder Regen mit Sturm – Mitte Mai eher untypisch, hieß es.Foto: Leslie Kehmeier
Regen mit Nebel, oder Regen mit Sturm – Mitte Mai eher untypisch, hieß es.
Meerblick blieb uns verwehrt, aber die einzigartig wilde Natur war immer um uns herum.Foto: Leslie Kehmeier
Meerblick blieb uns verwehrt, aber die einzigartig wilde Natur war immer um uns herum.
Die Autorin Elladee Brown: Die Kanadierin ist seit Mitte der 80er-Jahre mit dem Mountainbike in aller Welt unterwegs. Erst als Cross-Country- und Downhill-Racerin, später kam sie als erste und einzige Frau zusammen mit den berühmten Froridern zum BIKE-Festival nach Riva del Garda und läutete mit ihnen das Freeride-Zeit­alter ein. Heute bereist Elladee die Welt am liebsten mit Bikepacking-Taschen. Nach Costa Rica, Peru und Nepal wählte sie das kroatische Küstengebirge, wegen seiner Landschaft, Kultur und Einsamkeit.Foto: Leslie Kehmeier
Die Autorin Elladee Brown: Die Kanadierin ist seit Mitte der 80er-Jahre mit dem Mountainbike in aller Welt unterwegs. Erst als Cross-Country- und Downhill-Racerin, später kam sie als erste und einzige Frau zusammen mit den berühmten Froridern zum BIKE-Festival nach Riva del Garda und läutete mit ihnen das Freeride-Zeit­alter ein. Heute bereist Elladee die Welt am liebsten mit Bikepacking-Taschen. Nach Costa Rica, Peru und Nepal wählte sie das kroatische Küstengebirge, wegen seiner Landschaft, Kultur und Einsamkeit.
Ein flaches Stück Wiese ohne unbequeme Felsen zu finden, ist im Velebit-Gebirge gar nicht so leicht.Foto: Leslie Kehmeier
Ein flaches Stück Wiese ohne unbequeme Felsen zu finden, ist im Velebit-Gebirge gar nicht so leicht.
In der Zavižan-Berghütte lernen wir: Gegen Regen, Sturm und Kälte hilft nur selbst gebrannter Rakia.Foto: Leslie Kehmeier
In der Zavižan-Berghütte lernen wir: Gegen Regen, Sturm und Kälte hilft nur selbst gebrannter Rakia.
Für mehr Information hat man besser GPS dabei.Foto: Leslie Kehmeier
Für mehr Information hat man besser GPS dabei.
Buhtle gefüllt mit Pflaumenmarmelade: ein Gedicht.Foto: Leslie Kehmeier
Buhtle gefüllt mit Pflaumenmarmelade: ein Gedicht.
Der Velebit-Nationalpark: Einst Abenteuerspielplatz für den jungen Nikola Tesla. Das Elektrotechnik-Genie wurde hier bei Gospic geboren.Foto: Leslie Kehmeier
Der Velebit-Nationalpark: Einst Abenteuerspielplatz für den jungen Nikola Tesla. Das Elektrotechnik-Genie wurde hier bei Gospic geboren.
Trogir: Unsere letzte lange Abfahrt bis zur dalmatischen Küste hinunter. Die restlichen 30 Kilometer auf der Küstenstraße sparen wir uns und setzen von Trogir mit dem Schiff nach Split über.Foto: Leslie Kehmeier
Trogir: Unsere letzte lange Abfahrt bis zur dalmatischen Küste hinunter. Die restlichen 30 Kilometer auf der Küstenstraße sparen wir uns und setzen von Trogir mit dem Schiff nach Split über.
Wer in Kroatien schon mal Badeurlaub gemacht hat, kennt es als Kulisse: Das Dinarische Gebirge zieht sich die komplette Adria-Küste entlang. Zwei Kanadierinnen folgten den weißen Felsgraten von Rijeka bis nach Split. Ein neuntägiges Bikepacking-Abenteuer Mit Regen, Sturm und Durst.Foto: Leslie Kehmeier
Wer in Kroatien schon mal Badeurlaub gemacht hat, kennt es als Kulisse: Das Dinarische Gebirge zieht sich die komplette Adria-Küste entlang. Zwei Kanadierinnen folgten den weißen Felsgraten von Rijeka bis nach Split. Ein neuntägiges Bikepacking-Abenteuer Mit Regen, Sturm und Durst.
Wer in Kroatien schon mal Badeurlaub gemacht hat, kennt es als Kulisse: Das Dinarische Gebirge zieht sich die komplette Adria-Küste entlang. Zwei Kanadierinnen folgten den weißen Felsgraten von Rijeka bis nach Split. Ein neuntägiges Bikepacking-Abenteuer Mit Regen, Sturm und Durst.
Das Englisch der Einwohner war immer besser als unser Kroatisch. So kamen herzliche Begegnungen zustande, die mit viel Rakia gefeiert wurden.
Getrocknete Feigen: Wären wir im Herbst gekommen, hätten wir sie überall frisch von den Bäumen pflücken können.
Wenn schon Zivilisation, dann richtig: echte Luxusmomente.
Regen mit Nebel, oder Regen mit Sturm – Mitte Mai eher untypisch, hieß es.
Meerblick blieb uns verwehrt, aber die einzigartig wilde Natur war immer um uns herum.
Die Autorin Elladee Brown: Die Kanadierin ist seit Mitte der 80er-Jahre mit dem Mountainbike in aller Welt unterwegs. Erst als Cross-Country- und Downhill-Racerin, später kam sie als erste und einzige Frau zusammen mit den berühmten Froridern zum BIKE-Festival nach Riva del Garda und läutete mit ihnen das Freeride-Zeit­alter ein. Heute bereist Elladee die Welt am liebsten mit Bikepacking-Taschen. Nach Costa Rica, Peru und Nepal wählte sie das kroatische Küstengebirge, wegen seiner Landschaft, Kultur und Einsamkeit.
Ein flaches Stück Wiese ohne unbequeme Felsen zu finden, ist im Velebit-Gebirge gar nicht so leicht.
In der Zavižan-Berghütte lernen wir: Gegen Regen, Sturm und Kälte hilft nur selbst gebrannter Rakia.
Für mehr Information hat man besser GPS dabei.
Buhtle gefüllt mit Pflaumenmarmelade: ein Gedicht.
Der Velebit-Nationalpark: Einst Abenteuerspielplatz für den jungen Nikola Tesla. Das Elektrotechnik-Genie wurde hier bei Gospic geboren.
Trogir: Unsere letzte lange Abfahrt bis zur dalmatischen Küste hinunter. Die restlichen 30 Kilometer auf der Küstenstraße sparen wir uns und setzen von Trogir mit dem Schiff nach Split über.

Beste Reisezeit

Die Sommermonate Juni bis August sind definitiv zu heiß zum Biken. Dass bei uns der Mai so verregnet und kalt war, ist eher ungewöhnlich. Das hörten wir oft. Womit man im Frühling und auch im Herbst aber immer rechnen muss, ist starker Wind. Am unangenehmsten ist die Bura, ein Fallwind aus den Bergen mit kalten, orkanartigen Böen. Gleichmäßiger, aber mit anhaltend schlechtem Wetter kommt der sogenannte Jugo daher. Er hat auch bei uns dafür gesorgt, dass wir nur selten einen freien Blick auf die Adria hatten. Die allerbeste Zeit für diese Tour ist der September. Dann hängen auch die vielen wilden Feigenbäume voller Früchte.

Ausrüstung

Wir waren auf den oft rumpeligen Wegen froh um unsere Fullys und auch über unsere Tubeless-Reifen. Die Rahmentaschen haben bei den Tragepassagen etwas gestört. Ansonsten ist man froh, um jedes Gramm, das man nicht auf dem Rücken transportieren muss. Beim Packen aber darauf achten, dass genügend Stauraum für Proviant bleibt. Vor allem auf den ersten drei Etappen unbedingt genug Wasser bunkern. Die in den Karten eingezeichneten Brunnen haben wir nur selten gefunden, oder sie waren ausgetrocknet. Regenwasser versickert im Karstgestein schnell.

GPS-Track

Die Originalroute der Adriatic-Crest-Route startet in Slowenien und führt über Istrien und die beiden Inseln Cres und Krk, bevor sie das kroatische Küstengebirge hinaufklettert und diesem bis nach Trogir folgt (612 km/10890 hm). Die GPS-Daten gibt es kostenlos auf www.bikepacking.com

Foto: Karin Kunkel-Jarvers
Foto: Mattias Fredriksson

Diese Geschichte ist Teil von BIKE 9a/2021 „Trail“. Bestellen Sie sich das Sonderheft von BIKE versandkostenfrei nach Hause oder lesen Sie die Digital-Ausgabe in der BIKE App für iOS oder Android.

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