Debut-Siege für Greenland und Cabirou in Italien Debut-Siege für Greenland und Cabirou in Italien Debut-Siege für Greenland und Cabirou in Italien

UCI MTB Downhill Worldcup #5 2019 Val di Sole: Rennbericht

Debut-Siege für Greenland und Cabirou in Italien

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Jahren

Auf der schwierigsten Strecke des Jahres schlug die Stunde der Wachablösung. Während die etablierten Fahrer zum Teil in Schwierigkeiten gerieten, konnten Greenland und Cabirou endlich überzeugen.

Val di Sole ist ein absolutes Monster von einer Downhillstrecke. Nicht superlang, nicht supersteil aber der Name, den die Strecke sonst im Bikepark trägt – "the black snake" – sagt eigentlich schon alles. Dieses Jahr lockerte der Regen den Boden der Strecke vor Training und Qualifikation so sehr auf, dass die Löcher und Bremsrillen noch tiefer und die Strecke noch rauer und rumpeliger wurde, als schon in den letzten Jahren, aber die Fahrer gaben im glücklicherweise gleichmäßig trockenen Finale trotzdem alles.

Regen in der Qualifikation: Top-Stars landen weit hinten

Eine ganz andere Geschichte war dagegen die Qualifikation: Hier sorgte insbesondere bei den Männern heftig einsetzender Regen für ziemlich ungleiche Chancen. Dass Brosnan, Pierron, Bruni, Vergier, Minnaar und Co. also nicht ganz oben landeten, hatte eher äußere Gründe und wirkte sich auf das Finale kaum aus – schließlich sind die zwanzig Fahrer mit den meisten Punkten im Worldcup im Finale ohnehin durch eine UCI-Regel geschützt und dürfen auch mit einer schlechten Qualifikation im Finale starten.

Red Bull Content Pool Weltmeister Loic Bruni hat sich zu einem Fahrer für die ganze Saison entwickelt. Mit Platz zwei in Val di Sole sieht es für ihn in der Gesamtwertung immer besser aus.

Starke Läufe von Trummer und Baptiste Pierron

So kam es, dass auch einige eher unbekanntere Namen, die das Glück hatten vor dem Regen gute Läufe in der Qualifikation zu fahren, erstmals in der Final-Übertragung zu sehen waren. Die ersten konkurrenzfähigen Zeiten lieferten aber trotzdem etabliertere Fahrer ab. Flo Payet saß eine Zeit lang im Hot Seat, dann übergab er an Baptiste Pierron, den älteren Bruder des letztjährigen Worldcupsiegers. Charlie Hatton und Johannes von Klebelsberg hatten starke Läufe, erst David Trummer aus Österreich gelang es aber Pierron den Älteren zu entthronen.

Red Bull Content Pool Johannes von Klebelsberg wie immer in Jeans unterwegs. Der Amateur konnte ein weiteres starkes Rennen verbuchen und landete immerhin auf Rang dreizehn.

Red Bull Content Pool Greg Minnaar vor dem Rennen. Der Südafrikaner fuhr sehr sauber und kontrolliert und wäre vielleicht in der Top-Drei gelandet. Wenn da nur dieser eine blöde Fehler nicht gewesen wäre...

Minnaar stürzt, Greenland zeigt Topform

Als Greg Minnaar dann aus dem Startgate ging war klar, jetzt würden die wahren Siegesanwärter auf die Strecke gehen. Diejenigen, die spät in der Quali im strömenden Regen gestartet waren und sich trotzdem noch halbwegs gut geschlagen hatten. Und was für ein Lauf des Südafrikaners! Präzise und schnell und doch mit der ihm eigenen Ruhe fegte Minnaar über die Strecke und schien sich nicht einen Fehler zu leisten. Mehr als zwei Sekunden Vorsprung auf Trummer hatte Minnaar bereits in der Tasche, da rutschte ihm ganz unerwartet doch das Vorderrad weg, er verlor die Linie und landete in der Bande. Sofort war Minnaar wieder auf den Beinen und verlor am Ende nur rund drei Sekunden, doch der siebte Platz wird ihn trotzdem ärgern. Sonst wär es vielleicht Platz zwei oder drei gewesen.

Red Bull Content Pool Danny Hart wurde vor drei Jahren in Val di Sole sogar Weltmeister. Dieses Mal reichte es immerhin für Platz fünf.

Red Bull Content Pool Unglaublich wie Laurie Greenland über die Strecke fegte. Der Engländer hat damit endlich wahr gemacht, was sich schon bei seinem zweiten Platz in der WM vor drei Jahren angekündigt hatte.

Denn einen hätte Minnaar auch ohne Sturz nicht erreichen können. Laurie Greenland. Der Engländer aus der Nähe von London fiel vor einigen Jahren schon einmal auf, als er in Val di Sole bei der Weltmeisterschaft aus dem Nichts auf den zweiten Platz fuhr. Dass das kein Zufallstreffer war, zeigt sich jetzt im Downhill-Finale als Greenland mit den aggressivsten Linien der Konkurrenz Sekunde um Sekunde einschenkt. Fast drei Sekunden sind es am Ende und das auf keinen geringeren als Weltmeister Loic Bruni, der damit doch ziemlich eindeutig das Nachsehen hat. Ein starker Platz zwei bleibt Bruni trotzdem, vor seinen französischen Kollegen Loris Vergier und Amaury Pierron. Danny Hart rundet das Podium ab und holt den fünften Platz.

Red Bull Content Pool Amaury Pierron in der vorletzten Kurve, die damals Sam Hill zu Fall brachte. Der Franzose blieb aber aufrecht und holte sich Platz vier.

Red Bull Content Pool Laurie Greenland im Siegestaumel.

Red Bull Content Pool Ordentliche Sektdusche für Laurie Greeland. Gut geschützt, hat Weltmeister Loic Bruni sichtlich seinen Spaß dabei.

Tracey Hannah geht leer aus

Eigentlich hatten wir erwartet, dass Tracey Hannah in Val di Sole ziemlich leichtes Spiel haben würde, schließlich ist sie die letzte der vier Frauen, die sonst den Worldcup dominierten – Seagrave, Atherton und Nicole. Die anderen sind alle verletzt. Doch in Val di Sole zeigte eine die im Downhill-Worldcup schon lange an die Tür zum höchsten Niveau klopft endlich ihre Topform im richtigen Moment. Auf diese gewisse Französin musste man allerdings zunächst ein bisschen warten.

Red Bull Content Pool Camille Balanche. Die Europameisterin wurde am Ende Dritte. Ihr bestes Ergebnis im Worldcup bis jetzt.

Emilie Siegenthaler legte die erste gute Zeit hin, ihr folgte die Europameisterin Camille Balanche in den Hot Seat, den Veronika Widmann dann knapp verpasste. Drama gab es dagegen vor allem bei Nina Hoffmann. Die Deutsche hatte eigentlich einen ganz guten Lauf, bis ein leichter Linienfehler in der Mitte der Strecke ihr Hinterrad in die Höhe kickte und sie mit dem Vorderrad in einem Loch hängen blieb und hart einschlug. Ihre Hoffnungen auf eine gute Platzierung waren damit dahin aber dafür hätte der platte Vorderreifen ohnehin gesorgt.

Red Bull Content Pool Marine Cabirou war dieses mal nicht zu schlagen. Schon seit Jahren dringt die junge Französin immer weiter in die höchsten Ränge der Elite vor, jetzt gelang ihr endlich ihr erster Sieg.

Marine Cabirou – Gekommen um zu bleiben

Mariana Salazar stürzte an exakt derselben Stelle und auch Marine Cabirous schon in der oberen Hälfte fantastischer Lauf stand hier auf der Kippe. Doch die Französin konnte ihr rutschendes Vorderrad wieder einfangen und auf Linie halten und ließ sich durch den Fast-Abflug auch keineswegs aus der Ruhe bringen, sondern hielt weiter die Geschwindigkeit, ohne sich weitere Fehler zu leisten. In jeder Kurve war sie ein bisschen schneller, auf jeder Geraden fand sie die sauberste Linie, da konnte auch Tracey Hannah trotz ihres eigentlich guten Laufs nichts gegen ausrichten. Marine Cabirou ist damit endgültig an der Spitze angekommen, dass Ende eines langen Weges, der schon vor vielen Jahren mit ihrem Gesamtsieg bei den Junioren und dem Debut in der Elite mit einem dritten Platz in Vallnord 2017 begonnen hat.

Red Bull Content Pool Das Podium der Damen. Veronika Widmann, Tracey Hannah, Marine Cabirou, Camille Balanche und Emilie Siegenthaler.

Red Bull Content Pool Marine Cabirou feiert den ersten Worldcupsieg ihrer Karriere.

Alle Ergebnisse zum Worldcup in Val di Sole finden sie auf der Website der UCI , das Replay des Rennens ist weiterhin auf Redbull.tv zu sehen

Themen: Amaury PierronDownhillGreg MinnaarLoic BruniVal di SoleWorldcupWorldcup 2019

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