Mountainbike Saisonstart Teil 2Der Frühjahrscheck am Fahrrad

Stefan Frey

 · 15.03.2026

Gleich geht's auf die erste Tour der Saison - doch vorher sollte das Bike einmal gründlich gecheckt werden. Wir zeigen dir, worauf es ankommt.
Foto: Max Fuchs

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​​Draußen sprießen schon die Märzenbecher! Zeit, endlich dein Mountainbike aus dem Winterschlaf zu wecken. Wir zeigen dir in drei Themenblöcken, wie du dein Bike und dein Equipment fit machst für die Saison. Teil 1, die Bike-Wäsche, ist bereits erledigt? Dann geht es nun weiter mit dem Frühjahrs-Check an deinem Fahrrad. Im letzten Step kümmern wir uns dann um deine Ausrüstung. Los geht’s.

​Teil 1 der Saisonvorbereitung hast du bereits hinter dir und die ganze Kiste steht sauber glänzend vor dir, dann geht es nun an den Rundum-Check. Defekte oder verschlissene Bauteile lassen sich im sauberen Zustand wesentlich leichter aufspüren. Damit du sicher auf die erste Tour der Saison starten kannst, solltest du alle relevanten Parts einmal gründlich überprüfen.


>> Saisonstart Teil 1: Frühjahrsputz noch nicht erledigt? Dann geht es hier zu unserer ultimativen Reinigungs-Anleitung.

>> Saisonstart Teil 3: Den Bike-Check hast du schon erfolgreich absolviert? Dann ist jetzt dein Zubehör an der Reihe.


1 Reifen & Laufräder prüfen

Wir starten an den Laufrädern. Hier geht es vor allem darum, ob die Reifen noch ausreichend Profil aufweisen und das Gummi nicht zu spröde ist. Doch auch Schlauch- und Tubeless-Systeme brauchen eine kleine Inspektion, genauso wie die Laufräder selbst.

  • Reifen: Sind die Reifen abgefahren oder gar spröde? Dann weg damit! Nicht nur auf die Abnutzung der Stollen kommt es an, sondern auch auf das Gummi – das verliert mit der Zeit leider einfach an Performance – und damit du auch an Grip.
Eine Halbglatze wie hier im Bild rollt zwar gut auf Asphalt, bietet aber kaum mehr Grip im Gelände.Foto: Georg GrieshaberEine Halbglatze wie hier im Bild rollt zwar gut auf Asphalt, bietet aber kaum mehr Grip im Gelände.

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  • Schlauch: Bevor man dem dünnen Gummi wieder Druck gibt, empfiehlt sich eine Sichtkontrolle. Der einvulkanisierte Ventilschaft muss frei von Scheuerstellen und Rissen sein. Bei aufgepumptem Schlauch muss das Ventil senkrecht aus dem Felgenloch schauen und sich gleichmäßig etwas nach links und rechts ­bewegen lassen. Falls du einen defekten Schlauch sowieso tauschen müsstest, wäre jetzt eine günstige Gelegenheit, auf Tubeless umzusteigen.
  • Dichtmilch: In Tubeless-Reifen wird nach langer Standzeit Dichtmilch zu Dickmilch. Sie klebt zäh im Reifen und auf der Lauffläche und verliert ihre kriechende Eigenschaft. Das festgebackene Zeug muss restlos entfernt werden, bevor anschließend frische Dichtmilch eingefüllt wird. Merke: Verschiedene Fabrikate nicht mischen. Wenn du nicht extra den Reifen von der Felge ziehen möchtest, empfehlen wir dir das Tubeless-Kit von Milkit (>> z. B. hier erhältlich). Damit lässt sich über das Ventil der Füllstand der Dichtmilch messen.
Bevor du neue Dichtmilch einfüllst, solltest du die gestockten Milchreste entfernen.Foto: Georg GrieshaberBevor du neue Dichtmilch einfüllst, solltest du die gestockten Milchreste entfernen.
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  • Ventil: Reste von Dichtmilch können auch das Ventil verkleben, insbesondere wenn es während der Parkzeit am Boden stand. Ventileinsatz aus dem Schaft schrauben und eventuell vorhandene Reste entfernen.
  • Lagerspiel: Das Lagerspiel in den Laufrädern lässt sich prüfen, indem man das Laufrad gegen die Gabelscheiden bzw. Hinterbaustreben drückt und zieht. Dabei darf kein Kippen in der Nabe spürbar sein. Ältere Konuslager lassen sich einstellen; die nicht einstellbaren Rillenkugellager aktueller Laufräder kann eine Fachwerkstatt tauschen – sofern du selbst nicht über die passenden Werkzeuge verfügst.
  • Rundlauf: Mit einem Abstandshalter wie im Bild kann man mit ruhiger Hand und scharfem Blick den Rundlauf der Felgen prüfen. Dazu hängst du dein Bike am besten in den Montageständer – so können sich die Räder frei drehen.
Mit einem Kabelbinder an den Sitzstreben kannst du dein Laufrad zumindest grob auf Rundlauf checken. Exakter geht’s natürlich mit einem Zentrierständer.Foto: Stefan FreyMit einem Kabelbinder an den Sitzstreben kannst du dein Laufrad zumindest grob auf Rundlauf checken. Exakter geht’s natürlich mit einem Zentrierständer.
  • Speichen: Korrekte Speichenspannung entscheidet über den Rundlauf der Räder. Radial gespeichte Laufräder lassen sich mit Hilfe der Klangprobe durch Anschlagen mit einem Stift prüfen – alle Speichen sollten den gleichen Ton erzeugen. Gekreuzte Speichen drückt man paarweise ab, sie sollten gleichmäßig nachgeben. Das Zentrieren ist anspruchsvoll; ungeübt überlässt man das besser der Fachwerkstatt.
  • Luftdruck prüfen: Nach langer Standzeit haben die Reifen in der Regel zumindest einen Teil der Luft verloren. Bevor es also auf die Trails geht, heißt es ran an die Pumpe. Der ideale Luftdruck hängt von vielen Faktoren ab – Reifenwahl, Einsatzbereich, Fahrergewicht, Tubeless oder Schlauch. Der empfehlenswerte Bereich liegt in etwa zwischen 1,3 und 2,4 Bar. Im besten Fall hast du dir deinen Ideal-Luftdruck notiert. Wer es genau wissen will, findet hier alle wichtigen Infos zum Thema Luftdruck.
Alle Bauteile an den Laufrädern gecheckt? Dann kannst du die Reifen auf den passenden Druck bringen. Eine Standpumpe mit großem Manometer hilft dabei.Foto: Georg GrieshaberAlle Bauteile an den Laufrädern gecheckt? Dann kannst du die Reifen auf den passenden Druck bringen. Eine Standpumpe mit großem Manometer hilft dabei.

2. Bremsen auf Funktion und Verschleiß checken

Die Bremsen sind beim Biken absolut sicherheitsrelevant und sollten daher regelmäßig überprüft werden. Druckpunkt, Belagsverschleiß oder Bremsscheibendicke? Wir zeigen dir, worauf es ankommt.

  • Druckpunkt: Der Druckpunkt am Bremsgriff sollte früh anliegen und sich dann gleichmäßig und definiert verhärten. Fühlt sich der Hebel schwammig an, wandert weit Richtung Lenker oder baut erst spät Druck auf, steckt möglicherweise Luft im System oder die Beläge sind verschlissen. Ein präziser Druckpunkt zeigt an, dass das System in Ordnung ist. DOT-Bremsflüssigkeit sollte alle zwei Jahre gewechselt werden; bei Bremsflüssigkeit auf Mineralölbasis ist das nicht nötig.
Lässt sich der Bremshebel bis an den Lenker ziehen, ist vermutlich Luft ins System gelangt und ein Service fällig.Foto: Wolfgang WatzkeLässt sich der Bremshebel bis an den Lenker ziehen, ist vermutlich Luft ins System gelangt und ein Service fällig.
  • Scheibenbremsbelag: Der Zustand der Beläge lässt sich bei gutem Licht von außen beurteilen. Dabei muss ausreichend Belag (mindestens 1 mm) auf der Trägerplatte erkennbar sein. Bei demontierten Belägen lässt sich dies präzise nachmessen; gleichzeitig lassen sich bei der Gelegenheit Fremdkörper wie beispielsweise Metallspäne ­entfernen, um Riefenbildung auf der Bremsscheibe vorzubeugen.
Für den Belags-Check nimmst du die Beläge am besten aus dem Bremssattel heraus. So lassen sie sich gleich auf Verschmutzungen prüfen.Foto: Georg GrieshaberFür den Belags-Check nimmst du die Beläge am besten aus dem Bremssattel heraus. So lassen sie sich gleich auf Verschmutzungen prüfen.
  • Bremssättel: Nach Fahrten im Gelände oder bei Regen sammelt sich im Bremssattel Schmutz an, der die Bremsleistung beeinträchtigt, den Verschleiß forciert oder Quietschen verursacht. Am schonendsten ist die Reinigung mit Lappen oder Pressluft. Der Verzicht auf lösungsmittelhaltigen Bremsenreiniger erhält den Schmierfilm auf den Kolben und schont die Gummidichtungen.
Bremsstaub im Sattel kann die Funktion beeinträchtigen. Also, vor der ersten Fahrt einmal gründlich reinigen.Foto: Georg GrieshaberBremsstaub im Sattel kann die Funktion beeinträchtigen. Also, vor der ersten Fahrt einmal gründlich reinigen.
  • Bremsscheibe: Wer vorwiegend im Flachland unterwegs ist und wenig bremst, für den ist Scheibenverschleiß kein Thema. Wer viele Tiefenmeter fährt, sollte dagegen routinemäßig mit dem Messschieber kontrollieren und bei Erreichen der Mindeststärke – auf jeder Scheibe angegeben – neue Bremsscheiben montieren. Bei diesem Bremsscheiben-Modell sind es 1,55 Millimeter.
Die minimal zulässige Dicke ist auch auf der Bremsscheibe aufgedruckt.Foto: Georg GrieshaberDie minimal zulässige Dicke ist auch auf der Bremsscheibe aufgedruckt.
  • Rundlauf: Ein Seitenschlag in der Bremsscheibe entsteht beispielsweise durch Dauerbremsen bei einer langen Bergabfahrt; insbesondere dann, wenn die Scheibe bereits dünn gebremst ist. Mit etwas Geschick und dem passenden Richtwerkzeug lassen sich grobe Schläge wieder zurückbiegen, bis die Scheibe nicht mehr an den Belägen schleift.
Tingeling - das nervige Scheibenklingeln kennt wohl jeder. Mit einem Richtwerkzeug lässt sich die Bremsscheibe gerade biegen.Foto: Georg GrieshaberTingeling - das nervige Scheibenklingeln kennt wohl jeder. Mit einem Richtwerkzeug lässt sich die Bremsscheibe gerade biegen.

3. Antrieb: Funktion und Verschleiß

  • Sichtprüfung: Den Verschleiß der Kette kann man relativ einfach erkennen, indem man sie vom großen Kettenblatt radial wegzieht. Sitzt sie straff auf den Zähnen und gleitet wieder zurück, wenn man sie loslässt, ist sie in Ordnung. Mit zunehmendem Verschleiß längt sich die Kette jedoch und lässt sich dann immer weiter vom Kettenblatt abziehen. Ist der Abstand so groß, dass zwei nebeneinanderliegende Zähne fast komplett sichtbar werden, sollten Kette und ggf. Kassette bzw. Kettenblätter ersetzt werden.
  • Messung: Mit einer Kettenlehre lässt sich der Kettenverschleiß präzise messen. Sie kontrolliert mittels der Messfühler den Längenzuwachs einer Fahrradkette, der durch Abnutzung an Bolzen und Laschen entsteht. Die Messlehre zeigt an, wann die Toleranz überschritten ist, üblicherweise, indem der Messfühler bei entsprechend gelängter Kette vollständig in die Kette fällt. In diesem Fall sollte die Kette ersetzt werden.
Die Kettenlehre gibt exakt Auskunft darüber, wann du Kette und/oder Kassette austauschen solltest.Foto: Georg GrieshaberDie Kettenlehre gibt exakt Auskunft darüber, wann du Kette und/oder Kassette austauschen solltest.
  • Ritzel­-Verschleiß: Bei stark beanspruchten Antrieben zeigt sich Verschleiß oft zuerst an den Zähnen von Ritzeln und Kettenblättern. Verlieren sie ihre ursprüngliche Form und werden asymmetrisch oder sichtbar spitzer (ähnlich einem Haifischzahn), steigt das Risiko, dass die Kette springt. Deshalb empfiehlt es sich, den Zustand regelmäßig zu prüfen; je nach Verschleißgrad musst du abwägen, ob Kassette, Kettenblätter bzw. Kette einzeln zu ersetzen sind oder sinnvollerweise der komplette Antriebsstrang. Vielleicht möchtest du in diesem Zug auch gleich auf Kettenwachs umsteigen. Welche Vorteile Kettenwachs bietet und wie es funktioniert, erfährst du hier.
Zahnersatz ist bei modernen Antrieben teuer. Wer wenig Wert auf geringes Gewicht legt, ist mit Kassetten der günstigeren Baureihen (Shimano XT / Sram GX) ebenfalls gut beraten.Foto: Robert KühnenZahnersatz ist bei modernen Antrieben teuer. Wer wenig Wert auf geringes Gewicht legt, ist mit Kassetten der günstigeren Baureihen (Shimano XT / Sram GX) ebenfalls gut beraten.
  • Pedalcheck: Das Ein- und Ausklicken aus dem Pedal ist ein Routinevorgang, der kaum Aufmerksamkeit erfordert. Dennoch solltest du nach längeren Standzeiten die Auslösehärte prüfen und für die erste Ausfahrt gegebenenfalls etwas weicher einstellen, damit der erste Stopp nicht in stabiler Seitenlage auf dem Boden endet. Zudem solltest du Pedale und Cleats mit Wasser und Bürste reinigen und den festen Sitz der Schrauben checken. Haben die Cleats spürbar großes Spiel in der Bindung, solltest du sie ersetzen. Gegen Quietschen kann ein Spritzer Silikonspray helfen. Bei dieser Gelegenheit lohnt sich auch ein Blick auf den festen Sitz des Pedals im Kurbelarm sowie auf mögliches Lagerspiel an der Pedalachse.
Sitzen die Cleats noch ausreichend fest oder sind sie zu stark abgenutzt? Ein Blick lohnt sich hier.Foto: Stefan FreySitzen die Cleats noch ausreichend fest oder sind sie zu stark abgenutzt? Ein Blick lohnt sich hier.

4. Schaltung warten

  • Akkustand prüfen: Falls du deine Schaltung mit der entsprechenden App verbunden hast, kannst du hier die Akkustände der Komponenten prüfen. In den Schalthebeln von Sram und Shimano befindet sich jeweils eine Knopfzelle (CR2032) für die Funkverbindung zur Schaltung. Mit einer Münze lässt sich das Fach öffnen und die Batterie einfach tauschen. Die Akkus der Schaltwerke kommen einmal in die Ladeschale und bekommen eine volle Ladung Saft aus der Steckdose. Gleiches gilt übrigens für die Akkus an elektronischen Teleskopstützen oder Elektro-Fahrwerken.
Der Akkustand elektronischer Schaltungen lässt sich easy per App checken - oder direkt am Schaltwerk per LED.Foto: Stefan FreyDer Akkustand elektronischer Schaltungen lässt sich easy per App checken - oder direkt am Schaltwerk per LED.
  • Endanschlag prüfen: Exakt justierte Endanschläge sind wichtig. Sie begrenzen den Schwenkbereich von Schaltwerk und Umwerfer zwischen dem kleinsten und größten Ritzel. Das stellt sicher, dass die Kette nicht rasselt und nicht abspringen kann. Die Einstellung der Endanschläge sollte spätestens beim Tausch von Komponenten im Antriebsstrang kontrolliert und gegebenenfalls justiert werden. Für elektronische Shimano-Di2-Schaltungen gilt dasselbe Prinzip wie bei mechanischen Antrieben. Sram-Transmission-Schaltwerke besitzen keinen einstellbaren Endanschlag, ihre Position wird über die Direct-Mount-Montage fix vorgegeben. Wie die Einstellung bei Sram Transmission funktioniert, erklären wir dir hier.
Geschmeidige Gangwechsel gibt es nur, wenn das Schaltwerk optimal eingestellt ist.Foto: Georg GrieshaberGeschmeidige Gangwechsel gibt es nur, wenn das Schaltwerk optimal eingestellt ist.
  • Schaltwerk schmieren: Wer sein Mountainbike nicht sowieso gut geölt in den Winterschlaf geschickt hat, sollte spätestens jetzt ein paar Tropfen Öl auf die Gelenke von Schaltwerk und Umwerfer träufeln. Dabei mehrmals alle Gänge durchschalten, damit der Schmierstoff überall hinkommt.

5. Fahrwerk – Gabel und Dämpfer kontrollieren

  • Reinigen und schmieren: Sofern an Gabel und Dämpfer nichts leckt oder ölt, reicht es aus, die Standrohre mit einem fusselfreien Tuch zu säubern. Spezielle Gabel-Deos oder zu viel Schmierung von außen können auch kontraproduktiv sein, weil dann vermehrt Schmutz an die Abstreifer getragen wird. Um die Dichtungen nach längerer Standzeit wieder etwas mit Öl zu benetzen, kannst du dein Bike auch für ein paar Minuten auf den Kopf stellen.
Kopfstand: So fließt etwas Öl aus der Gabel in die Dichtungen und die Standrohre werden wieder besser geschmiert.Foto: Stefan FreyKopfstand: So fließt etwas Öl aus der Gabel in die Dichtungen und die Standrohre werden wieder besser geschmiert.
  • Luftdruck: Auch an den Federelementen lohnt sich ein Blick auf den passenden Luftdruck. Dafür einfach die Dämpferpumpe anschließen und den Druck checken – den hast du dir im besten Fall irgendwo notiert – gegebenenfalls musst du etwas nachpumpen. Falls dein Fahrwerk nach der langen Winterpause nicht mehr optimal eingestellt ist, zeigen wir dir hier, wie du das optimale Fahrwerks-Setup findest.
Für das optimale Setup empfehlen wir eine digitale Dämpferpumpe - damit lässt sich der Druck perfekt ablesen.Foto: Wolfgang WatzkeFür das optimale Setup empfehlen wir eine digitale Dämpferpumpe - damit lässt sich der Druck perfekt ablesen.
  • Einstellungen checken: Sofern du Zug- und Druckstufe über den Winter nicht verstellt hast, können die Einstellungen bleiben, wie sie sind. Auch hier lohnt es sich, sein optimales Setup aufzuschreiben. Hierfür zählst du am besten die Klicks ausgehend vom geschlossenen Zustand der Zug- oder Druckstufe.
Hast du die ideale Einstellung des Fahrwerks gefunden, solltest du dir dein Setup irgendwo notieren.Foto: Georg GrieshaberHast du die ideale Einstellung des Fahrwerks gefunden, solltest du dir dein Setup irgendwo notieren.

6. Akku und Motor am E-Bike

Den Akku deines E-Bikes solltest du vor der ersten Fahrt einmal komplett neu aufladen, weil du ihn natürlich über den Winter bei ca. 40 bis 60 Prozent der Ladung gelagert und regelmäßig etwas nachgeladen hast. Ist deine Remote nicht mit dem Hauptakku verbunden, könnte auch sie eine neue Batterie benötigen oder einmal an den USB-Stecker wollen.

Vor der ersten Fahrt heißt es: Akku aufladen. Dabei kannst du auch gleich alle Kontakte checken und eventuell reinigen.Foto: Max FuchsVor der ersten Fahrt heißt es: Akku aufladen. Dabei kannst du auch gleich alle Kontakte checken und eventuell reinigen.

Akku-Kontakte reinigen: Bei dieser Gelegenheit kannst du auch gleich die Kontakte des Akkus auf Verschmutzung oder Korrosion prüfen. Zur Reinigung kannst du einen trockenen oder leicht angefeuchteten Lappen verwenden. Bei stärkeren Verschmutzungen helfen Wattestäbchen und etwas Isopropanol. Ein Kontaktspray hilft gegen Korrosion und legt einen leichten Schutzfilm auf die Kontakte. Bitte kein normales Öl, Schleifpapier oder Metallbürsten verwenden.

Akku voll? Dann starte den Motor und verbinde dich mit der App. Hier kannst du sehen, ob für deinen Antrieb ein neues Firmware-Update verfügbar ist. Alles erledigt? Dann ab auf den Hof zu einer kleinen Probefahrt.

Mehr Power, neue Features? Checke in deiner App, ob es Updates für den Motor deines Bikes gibt.Foto: Georg GrieshaberMehr Power, neue Features? Checke in deiner App, ob es Updates für den Motor deines Bikes gibt.

7. Sicherheit und Optik

  • Das richtige Drehmoment: Hier kommt einer der wichtigsten Schritte überhaupt. Die Klemmungen an Cockpit oder Sattelstütze sind sicherheitsrelevant und müssen regelmäßig kontrolliert und mit Drehmomentschlüssel montiert werden. Dazu die Schrauben etwas lösen und mit dem korrekten Drehmoment (meist auf der Komponente aufgedruckt) wieder anziehen.
Schraube locker? Das korrekte Drehmoment schafft nicht nur Sicherheit, es schont auch die Komponenten.Foto: Georg GrieshaberSchraube locker? Das korrekte Drehmoment schafft nicht nur Sicherheit, es schont auch die Komponenten.
  • Griffe: Ja, auch die Lenkergriffe haben einen Blick verdient, denn nach vielen Stunden im Gelände und nach tausenden Tiefenmetern hat sich auch ihr Profil oft so stark abgenutzt, dass sie kaum mehr Grip und Dämpfung bieten. Zum Glück sind Griffe nicht wirklich teuer. Gute ergonomische Modelle gibt es schon ab 34 Euro.
  • Sattelstütze: Eine festgegammelte Sattelstütze im Sitzrohr kann aus einem schönen Rad einen Totalschaden machen. Auch Carbonstützen in Alu- oder Stahlrahmen können betroffen sein. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Stütze regelmäßig, auch während der Saison (nach Regenfahrten), aus dem Sattelrohr zu ziehen, um die Schmierung zu kontrollieren. Für Metall empfiehlt sich klassisches Montagefett, für Carbon gibt es spezielle Montagepasten, sowohl für die Kombi Metall-Carbon als auch Carbon-Carbon. Welches Schmiermittel sich für welchen Einsatz am besten eignet, erklären wir dir hier.
Carbonpaste verringert nicht nur das nötige Drehmoment zur Befestigung der Stütze, sie kann auch Knarz-Geräusche eliminieren.Foto: Georg GrieshaberCarbonpaste verringert nicht nur das nötige Drehmoment zur Befestigung der Stütze, sie kann auch Knarz-Geräusche eliminieren.

Damit dürfte dein Bike nun optimal für die anstehende Saison vorbereitet sein. Jetzt dein Zubehör an der Reihe. Im nächsten Artikel erfährst du alles Wissenswerte über die Pflege von Bike-Bekleidung und Zubehör. Und dann? Kann es endlich raus auf die Trails gehen.


​>> Saisonstart Teil 1: Frühjahrsputz noch nicht erledigt? Dann geht es hier zu unserer ultimativen Reinigungs-Anleitung.

>> Saisonstart Teil 3: Den Bike-Check hast du schon erfolgreich absolviert? Dann ist jetzt dein Zubehör an der Reihe.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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