Die EWS in der UCI, Doping und Vorschau für Neuseeland Die EWS in der UCI, Doping und Vorschau für Neuseeland Die EWS in der UCI, Doping und Vorschau für Neuseeland

EWS 2019 #1 Rotorua (NZL): Vorschau

Die EWS in der UCI, Doping und Vorschau für Neuseeland

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Jahren

In der EWS hat sich für 2019 einiges geändert. Die Serie wird jetzt offiziell durch die UCI unterstützt, kämpft aber auch mit ihrem ersten Dopingskandal. Hier unsere Vorschau für das Eröffnungsrennen.

Saisonanfang in der EWS! Noch deutlich vor den Worldcup-Rennen im Downhill und im Cross Country startet die hochkarätigste Enduro-Rennserie der Welt, die Enduro World Series , in die neue Saison. Bereits jetzt steht fest, dass diese Saison einer der wichtigsten Meilensteine in der Geschichte des Sports werden wird. Denn die EWS wird 2019 zum ersten Mal mit voller Unterstützung des Weltradsportverbandes, der UCI, ausgetragen.

In endlosen Kurven schwingt sich der Trail durch den Wald in Neuseeland.


Dadurch hat sich so einiges verändert. Der Rennkalender ist massiv angewachsen, neben den Hauptrennen – jetzt EWS World Series genannt – trägt die EWS nun auch noch kontinentale Serien in Europa und Amerika aus. Außerdem gibt es eigene EWS-Qualifikationsrennen und eine Team-Weltmeisterschaft am Ende der Saison in Finale Ligure, bei der nun erstmals auch im Enduro Sport Regenbogen-Jerseys vergeben werden.

Hier die Übersicht über die EWS-Hauptrennen in der Saison 2019.

Los geht’s aber mit dem ersten Stopp der EWS World Series in Neuseeland im Rahmen des Crankworx Festivals in Rotorua. Nach zwei Tagen Training erwarten die Fahrer dort verwinkelte Waldtrails voller Wurzeln und tückischer Löcher auf sandigem Untergrund und im Moment sehr staubigem Boden. Die Strecke sorgte in der Vergangenheit schon mehrfach für packende Wettbewerbe.

Chris Ball, Cheforganisator der EWS und Ric McLaughlin nehmen die Strecke der EWS in Rotorua in Angriff.

Cecile Ravanel nicht dabei?


Wer wird den ersten EWS-UCI-Sieg holen? Bei den Damen ist die Dominatorin der letzten Saison, Cecile Ravanel, nicht am Start. Die Französin hat in der letzten Saison jedes (!) EWS-Rennen gewonnen, fehlt aber aktuell verletzungsbedingt. Ravanel hatte sich am 25. Februar bei einem Sturz schwere Rückenverletzungen zugezogen, noch ist offen, wann sie wieder ins Renngeschehen einsteigt. Ihr Fehlen dürfte ihre Konkurrentinnen umso mehr motivieren. Isabeau Courdurier wird ganz vorne mitfahren und auch bei Ex-Downhillweltmeisterin Miranda Miller, Ines Thoma oder den Zwillingen Caro und Anita Gehrig sehen wir jede Menge Potential.

Kann Sam Hill an seine letzte Saison anknüpfen?

Sam Hill in Rotorua vor zwei Jahren. Statt mit Schlamm werden die Fahrer nun mit jede Menge Staub zu kämpfen haben.


Bei den Männern ist eindeutig Sam Hill derjenige, den es zu schlagen gilt. Der Australier ist Seriensieger und glänzte in den letzten zwei Jahren seit seinem Umstieg in den Enduro-Rennsport mit unvergleichlicher Dominanz. In Neuseeland könnte es aber eng für ihn werden. Denn nicht nur die üblichen Verdächtigen wollen Sam Hill ein Schnäppchen schlagen – Adrien Dailly (der allerdings leicht verletzt ist) und Martin Maes, aber auch Damien Oton, Florian Nicolai, Jesse Melamed oder Greg Callaghan – sondern auch die Locals á la Wyn und Eddie Masters oder Sam Blenkinsop werden schnell unterwegs sein. Letztes Jahr waren die Masters-Brüder sogar schnell genug, um am Ende zu unserer Verblüffung ganz oben auf dem Podium zu stehen und Eddie Masters schlug sich auch sonst in der EWS verdammt gut. Möglich, dass der Neuseeländer in Rotorua einen Heimsieg holt.

Jerome Clementz konnte vor zwei Jahren in Rotorua nicht an seine vorigen Erfolge anknüpfen und fuhr auf Platz elf. Wo steht der schnelle Franzose dieses Jahr?

Jared Graves und Richie Rude: Wie steht es um die Dopingvorwürfe?


Zwei starke Fahrer werden in Neuseeland aber nicht starten. Jared Graves und Richie Rude wurden beide letztes Jahr bei der EWS in Olargues (FRA) im Rahmen einer Dopingkontrolle positiv getestet ( BIKE berichtete ). Bei beiden wurden zwei bei sportlichen Wettkämpfen verbotene Substanzen nachgewiesen, dabei handelt es sich wohl um Higenamin und Oxilofrin (Quelle: pinkbike.com ). Ersteres ermöglicht der Lunge, mehr Sauerstoff aufzunehmen und wird deswegen auch in der Behandlung von Asthma eingesetzt. Letzteres ist ein Medikament gegen zu niedrigen Blutdruck, regt die Adrenalinproduktion an und kann aufmerksamkeitsfördernd wirken. Die Konzentrationen der Substanzen, die nachgewiesen werden konnten, waren aber anscheinend sehr gering. Es ist daher fraglich, ob es überhaupt zu einer Verurteilung kommen wird und falls ja, wie hoch die Strafe am Ende ausfällt.

Warten auf die Dopingkontrolle in Frankreich vor fast einem Jahr. Von rechts Jared Graves, Richie Rude und Greg Callaghan. Für Graves und Rude ist das der Moment, an dem es schiefging. Was nach dem positiven Test nun weiter geschiet, ist noch unklar.


Da die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, wird die Enduro World Series im Moment aber noch keine Sperre gegen die beiden Fahrer verhängen. Theoretisch dürfen sie also weiterhin starten, zumindest bis zur offiziellen Verurteilung durch die Anti-Doping-Behörden. Jared Graves kämpft allerdings im Moment noch mit den Folgen einer Chemotherapie und wird deswegen auf keinen Fall an den Start gehen. Auch Richie Rude hatte sich bereits vor einigen Tagen über Instagram gegen einen Start entschieden.


Wie die EWS in Neuseeland ausgeht, erfahren sie in Kürze hier auf www.bike-magazin.de

Themen: CrankworxDopingEnduroEnduro World SeriesEWS 2019NeuseelandRennsportRichie RudeSam Hill


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