BIKE Women Camp 2026Vier Tage Trailglück am Molvenosee

Barbara Merz-Weigandt

 · 02.07.2026

45 Mountainbikerinnen aus ganz Europa – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien – trafen sich am Molvenosee zum BIKE Women Camp.
Foto: Paulina Kalita

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Schon bei der Ankunft am Molvenosee war klar: Das werden vier besondere Tage. 45 Mountainbikerinnen aus ganz Europa – aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien – kamen zusammen, um gemeinsam die Trails im Dolomiti Paganella Bikepark zu erleben. Vom ersten Kennenlernen an herrschte eine unglaublich entspannte, fröhliche und ausgelassene Stimmung. Ganz gleich, welches Fahrniveau oder welche Sprache – die Begeisterung fürs Biken verband uns sofort.

Das Wetter meinte es fast schon zu gut mit uns. Die Sonne brannte an allen Tagen vom Himmel, es war außergewöhnlich heiß und die Trails waren staubtrocken. Das sorgte zwar für anspruchsvolle Bedingungen, verlieh den Abfahrten aber auch dieses typische Sommerfeeling, wenn hinter jeder Kurve eine kleine Staubwolke aufstieg. Die Stimmung unter den Teilnehmerinnen war prima und die lockere Atmosphäre machte das Camp zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Top Gun - der neue Trail im Bikepark Dolomiti Paganella

Besonders gespannt war ich auf das Trail-Angebot. Bereits in den vergangenen Jahren wurde das Streckennetz kontinuierlich erweitert. Zur Saison 2026 kam noch ein neuer Trail dazu - mit dem neuen Top Gun Trail wartet eine weitere abwechslungsreiche Line auf erfahrene Fahrerinnen, die gleichzeitig eine Verbindung in die Fai-Zone schafft. Gemeinsam mit den bereits bekannten Trails bietet die Region inzwischen für jede Könnerstufe genau das Richtige. Egal ob flowige Kurven, technische Naturpassagen oder schnelle Anlieger – jede Gruppe fand ihre persönlichen Highlights. Dank der erfahrenen Guides konnte jede Teilnehmerin in ihrem eigenen Tempo unterwegs sein und dabei ihre Fahrtechnik verbessern.

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All you can test! Produkte zum Probieren

​​Ein weiterer Pluspunkt des Women Camps war die große Expo rund um die Mountainbike-Ausstattung. Hier konnten die Teilnehmerinnen nicht nur die neuesten Produkte ansehen, sondern sie direkt auf den Trails testen – eine ideale Gelegenheit, Ausrüstung unter echten Bedingungen kennenzulernen.

Hersteller Pivot hatte zahlreiche Leihbikes dabei. Wer wollte, konnte aktuelle Mountainbikes mit und ohne Motor testen und direkt auf den Trails ausprobieren. So bot sich die seltene Gelegenheit, unterschiedliche Bike-Konzepte unter realen Bedingungen zu vergleichen und sich mit den Ausstellern über Technik, Geometrie und Ausstattung auszutauschen. Für viele war das die perfekte Möglichkeit, vielleicht sogar das nächste Traumbike zu entdecken.

Bei Evoc standen aktuelle Rucksäcke, Hipbags und Protektoren zum Ausleihen bereit. Ob ausgedehnte Tour oder anspruchsvolle Trail-Abfahrt – die verschiedenen Modelle konnten den ganzen Tag gefahren werden. So ließ sich schnell herausfinden, welche Größe, Passform und Ausstattung am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Auch Alpina hatte seine neuesten Helme und Sportbrillen in unterschiedlichen Ausführungen mitgebracht. Die Teilnehmerinnen konnten verschiedene Modelle ausprobieren und direkt auf den Trails testen. Gerade bei den hochsommerlichen Temperaturen zeigte sich, wie wichtig eine gute Belüftung des Helms und perfekt sitzende Brillen für Komfort und Sicherheit auf langen Bike-Tagen sind.

Spannende Einblicke gab es außerdem am Stand von Schwalbe. Dort präsentierte das Team sein aktuelles Reifenportfolio und erklärte anschaulich, welcher Reifen sich für welchen Untergrund eignet und wie sich das optimale Reifen-Setup zusammenstellen lässt. Besonders gefragt war auch die Unterstützung beim Umrüsten auf Tubeless. Viele Teilnehmerinnen nutzten die Gelegenheit, ihr Bike direkt vor Ort umrüsten zu lassen und erhielten dabei wertvolle Tipps rund um Reifendruck, Dichtmilch und Pannenschutz.

Mit RaphRox war in diesem Jahr außerdem erstmals ein junges Start-up auf dem Women Camp vertreten. Gründerin Rafaela Franke entwickelt Mountainbike-Bekleidung speziell für die Bedürfnisse von Frauen – funktional, durchdacht und mit einem modernen Design. Eine kleine Kollektion konnte direkt vor Ort anprobiert und auf den Trails getestet werden. Der persönliche Austausch mit der Gründerin machte den Stand besonders sympathisch und zeigte, wie viel Leidenschaft in einem jungen Unternehmen stecken kann.

Die Hersteller steuerten auch ein kleines Geschenk für die Goodie-Bag bei, zu dem auch das offizielle Camp-Shirt von Vaude und ein Paar Camp-Socken von Sox gehörten.

DIY: Fesselnde Schrauber-Workshops

Ein weiterer Höhepunkt waren die praxisnahen Technik-Workshops, die von zwei erfahrenen Schrauberinnen geleitet wurden. Statt trockener Theorie ging es direkt ans Bike – und genau das kam bei den Teilnehmerinnen hervorragend an. Schritt für Schritt erklärte Zweiradmechatronikerin Vally am Stand von Hunt Wheel die wichtigsten Handgriffe, die auf einer Tour den entscheidenden Unterschied machen können. Wie repariere ich eine gerissene Kette unterwegs? Welches Multitool oder welcher Kettennieter gehört dafür in den Rucksack? Was ist zu tun, wenn ein Tubeless-Reifen ein Loch hat, und wie funktioniert die Reparatur mit einem Tubeless-Plug-Kit?

Schrauber-Expertin Julia Schäfer zeigte in ihrem Workshop, wie sich das Fahrwerk passend zum eigenen Körpergewicht einstellen lässt und warum die richtige Abstimmung von Gabel und Dämpfer für mehr Sicherheit, Komfort und Fahrspaß sorgt. Besonders schön war, dass jede Teilnehmerin die einzelnen Arbeitsschritte selbst ausprobieren und an ihren eigenen Bikes gleich umsetzen konnte. So nahmen viele nicht nur neue Trail-Erlebnisse, sondern auch deutlich mehr Selbstvertrauen für kleinere Reparaturen und das eigene Bike-Setup mit nach Hause.

​Repair & Upcycling mit Patagonia

Ergänzend zu den Technik-Workshops setzte das Women Camp auch ein starkes Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit. Die Firma Patagonia war mit ihrem Worn-Wear-Anhänger vor Ort und bot den Teilnehmerinnen einen kostenlosen Reparaturservice für defekte Funktionskleidung an. Ob eingerissene Jacke, kaputter Reißverschluss oder beschädigte Bikehose – viele nutzten die Gelegenheit, ihre Lieblingsstücke reparieren zu lassen, anstatt sie zu ersetzen. Das Angebot wurde an allen Tagen hervorragend angenommen und zeigte eindrucksvoll, wie einfach sich Nachhaltigkeit im Outdoor-Sport leben lässt.

Besonders kreativ wurde es beim anschließenden Upcycling-Workshop. Aus ausgedienten Funktionsmaterialien entstanden an mehreren Nähmaschinen und mit etwas Geschick individuelle Tool-Täschchen für Multitool, Tubeless-Plugs oder Ersatzschlauch. Unter fachkundiger Anleitung nähten die Teilnehmerinnen ihre eigenen kleinen Unikate und hatten dabei sichtlich Spaß. Am Ende präsentierte jede stolz ihr selbst gestaltetes Täschchen – ein praktisches Andenken an das Camp und gleichzeitig ein schönes Beispiel dafür, wie aus vermeintlichem Abfall etwas Neues und Nützliches entstehen kann.

Perfekter Ausgleich: Yoga am See

Für den perfekten Ausgleich sorgten die morgendlichen Yoga-Sessions. Nach den intensiven Trailtagen tat es gut, mit Blick auf den Molvenosee die Muskeln zu mobilisieren und entspannt in den Tag zu starten. Diese ruhigen Momente bildeten einen wohltuenden Kontrast zu den actionreichen Stunden auf dem Bike und wurden von vielen Teilnehmerinnen als fester Bestandteil des Camp-Alltags geschätzt.

Wie bereits in den letzten Jahren war auch der Stand von Ringana mit seinen Naturkosmetik-Produkten und Nahrungsergänzungsmitteln sehr beliebt. Hier konnte sich die Bikerinnen mit Sonnencreme und einem Shot fit machen für den Tag auf den Trails.

Gutes Essen & Dolce Vita

Mindestens genauso wichtig wie das Biken war das gemeinsame Miteinander. Kaum zu übertreffen war die Mittagspause im Rifugio la Roda auf der Cima Paganella. Bei herrlichem Sonnenschein und Blick bis zum Gardasee genossen die Bikerinnen Polenta und Apfelstrudel. Bei der Pizza- und Pasta-Party mit Weinverkostung am Abend saßen alle Teilnehmerinnen zusammen, tauschten Erlebnisse aus, lachten über die besten Szenen des Tages und schmiedeten schon Pläne für die nächsten Touren. Neue Freundschaften entstanden oft schon nach den ersten gemeinsamen Kilometern und machten das Camp weit mehr als nur zu einem Bike-Event.

Am Ende blieb vor allem eines in Erinnerung: vier Tage voller Trailspaß, inspirierender Begegnungen und einer Atmosphäre, in der sich jede willkommen fühlte. Mit 45 Teilnehmerinnen aus ganz Europa war das BIKE Women Camp 2026 zwar überschaubar, genau das machte es aber so persönlich. Die Mischung aus erstklassigen Trails, professionellen Workshops, hochwertigen Testbikes, Yoga, nachhaltigen Aktionen, italienischer Küche und ganz viel Gemeinschaft machte dieses Wochenende zu einem rundum gelungenen Erlebnis. Wer einmal dabei war, versteht schnell, warum viele Teilnehmerinnen Jahr für Jahr wiederkommen.

​Seit neun Jahren darf ich das BIKE Women Camp in der Bikeregion Dolomiti Paganella als Projektleiterin begleiten – und trotzdem fühlt es sich jedes Mal wie mein Saisonhighlight an. Vier Tage voller Trailspaß, Yoga am See, Trentiner Küche und Wein und unvergesslicher Momente bringen Bikerinnen aus aller Welt, jeden Alters und jedes Könnens, zusammen und sorgen für eine ganz besondere Energie. Mit unserem großartigen weiblichen Guide-Team, motivierten Industriepartnern und einer Region, die mit neuen Trails jedes Jahr noch spannender wird, ist das Camp für mich eines der absoluten Highlights meines Bikesommers. Und das Beste: 2027 feiern wir das 10-jährige Jubiläum – natürlich mit einer Party, die genauso legendär werden soll wie die Trails und das Camp!
Karen Eller, Die Rasenmäher

Mehr Infos zum BIKE Women Camp und den neuen Termin für 2027 erfahrt ihr unter https://event.delius-klasing.de/bike-women-camp

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Barbara Merz-Weigandt

Barbara Merz-Weigandt

Chefredakteurin

Barbara Merz-Weigandt, Chefredakteurin von MYBIKE, dem Magazin für engagierte Alltags- und Reiseradler, lebt am Starnberger See. Ihre große Leidenschaft: das Reisen. Mit dem Tourenrad überquerte sie die Alpen – auf der Via Claudia Augusta, der Ciclovia München-Venezia und dem Alpe-Adria-Radweg. Mit Motorsegler und Rad erkundete sie die Inselwelt Kroatiens und die lykische Küste, alle Balearen und Kanaren hat sie mit dem Fahrrad bereist. Am liebsten ist sie mit dem Mountainbike auf den Trails in den Bayerischen Voralpen, den Dolomiten oder auf La Palma unterwegs.

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