Haibike Lyke18,6 Kilo leichtes E-Bike mit Fazua-Motor

Florentin Vesenbeckh

 · 01.09.2022

Haibike Lyke: 18,6 Kilo leichtes E-Bike mit Fazua-MotorFoto: Adrian Kaether
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Volles E-Bike-Feeling bei geringem Gewicht: Das verspricht Haibike mit seinem neuen E-MTB Lyke. Diesen perfekten Kompromiss soll der neue Ride 60-Motor von Fazua mit 430er-Akku möglich machen.

Im Frühling hat Fazua seinen neuen Ride 60 E-Bike-Motor vorgestellt. E-MTBs mit dem Leicht-Motor waren aber bislang Mangelware. Das brandneue Lyke von Haibike ist das erste Ride-60-E-Bike, das wir ausführlich testen konnten. Für den E-MTB-Pionier Haibike ist dieses Projekt ein bemerkenswerter Meilenstein. Das leichte Trail-E-MTB soll den Weg der Marke in eine sportliche Zukunft ebnen. Bislang waren die Schweinfurter eher für handfeste E-Mountainbikes bekannt. Das Power-Bekenntnis gipfelte in den brachialen Flyon-Modellen mit superstarkem TQ HPR 120-Motor. Das Lyke scheint die krasse Gegenbewegung zu sein. Schlank, leicht und minimalistisch. Doch, und darauf legt Haibike besonderen Wert: Auch das Lyke soll echtes E-Bike-Feeling vermitteln und den Nutzer nicht mit mangelnder Power enttäuschen.

Inhalt: Alles zum neuen Haibike Lyke mit Fazua-Motor

LYKE! Der Name des neuen Haibike E-Bike ist eine Kreation aus den Worten “Light” und “Bike”.Foto: Adrian Kaether
LYKE! Der Name des neuen Haibike E-Bike ist eine Kreation aus den Worten “Light” und “Bike”.
We lyke E-Performance: Auch bei seinem Light-E-MTB bleibt Haibike seinem klaren Bekenntnis zur E-Power treu. Denn der Fazua Ride 60 soll mit seinen 450 Watt Spitzenleistung echtes E-Bike-Feeling verbreiten und Uphill-Flow ermöglichen. So sehen es die Haibike-Macher, die sich genau deshalb für das Aggregat aus Ottobrunn entschieden haben.Foto: Adrian Kaether
We lyke E-Performance: Auch bei seinem Light-E-MTB bleibt Haibike seinem klaren Bekenntnis zur E-Power treu. Denn der Fazua Ride 60 soll mit seinen 450 Watt Spitzenleistung echtes E-Bike-Feeling verbreiten und Uphill-Flow ermöglichen. So sehen es die Haibike-Macher, die sich genau deshalb für das Aggregat aus Ottobrunn entschieden haben.

Die Fakten zum Haibike Lyke

  • Motor: Fazua Ride 60 (max. 60 Nm Drehmoment, 450 Watt Spitzenleistung)
  • Akku: Fazua, 430 Wh, entnehmbar, 2250 Gramm (EMTB-Messwert)
  • Federweg: 140 mm
  • Laufradgröße: 29 Zoll
  • Carbonrahmen
  • Ab 18,6 Kilo (Größe L, EMTB-Messwert)
  • Drei Modelle für 6499 Euro, 7499 Euro und 9999 Euro
Haibike Lyke SE // 9999 Euro // 18,6 kg (Größe L) // 29 Zoll // 140 mmFoto: Adrian Kaether
Haibike Lyke SE // 9999 Euro // 18,6 kg (Größe L) // 29 Zoll // 140 mm
Spritzig, leicht und direkt: Das Haibike Lyke zeigt sich auf dem Trail sehr sportlich. Wir konnten E-Bike und Motor schon ausführlich testen.Foto: Adrian Kaether
Spritzig, leicht und direkt: Das Haibike Lyke zeigt sich auf dem Trail sehr sportlich. Wir konnten E-Bike und Motor schon ausführlich testen.

Haibike Lyke: Die Konstruktion

Wer den neuen Ride 60 von Fazua verbaut, der hat die Wahl zwischen zwei Batterievarianten. Fest verbaut oder entnehmbar. Den Haibike-Entwicklern war schnell klar, dass der Akku wechselbar sein soll, um den Käuferkreis nicht unnötig einzuschränken. Trotzdem wollte das Team keine Kompromisse beim Leichtbau eingehen. Die entnehmbare Fazua-Lösung mit klassisch herausklappbarem Energieträger kam für die Schweinfurter also nicht in Frage. Denn diese Halterung mit komfortabler Akku-Entnahme erfordert ein weit aufgeschnittenes Unterrohr - kontraproduktiv beim Bau eines leichten Rahmens. Also haben sich die Ingenieure eine spezielle Lösung einfallen lassen: Der für die feste Montage vorgesehene 430 Wh-Akku wird so verbaut, dass er im Tretlagerbereich nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr herausgezogen werden kann. Das ist nur möglich, weil der Ride 60 aufrecht stehend im Tretlagerbereich eingepflanzt wurde.

Zur Verdeutlichung der nackte Fazua Ride 60, der beim Haibike Lyke senkrecht stehend im Rahmen Platz findet. Die Getriebeeinheit mit Kühlrippen und Achse sitzt direkt im Tretlagerbereich. Der zylinderförmige Fortsatz links davon ist das Motor-Department, das beim Haibike Lyke im Sitzrohr verschwindet. Die meisten anderen Räder mit Fazua Ride 60 verbauen den Antrieb waagrecht, der Motorfortsatz liegt im Unterrohr.Foto: Adrian Kaether
Zur Verdeutlichung der nackte Fazua Ride 60, der beim Haibike Lyke senkrecht stehend im Rahmen Platz findet. Die Getriebeeinheit mit Kühlrippen und Achse sitzt direkt im Tretlagerbereich. Der zylinderförmige Fortsatz links davon ist das Motor-Department, das beim Haibike Lyke im Sitzrohr verschwindet. Die meisten anderen Räder mit Fazua Ride 60 verbauen den Antrieb waagrecht, der Motorfortsatz liegt im Unterrohr.
Der untere Bereich des Sitzrohres fällt voluminös aus - denn hier versteckt sich der zylindrische Fortsatz des Ride 60 von Fazua. Vor dem Motor sitzt der entnehmbare Akku im Unterrohr, geschützt von der schwarzen Kunststoffabdeckung.Foto: Adrian Kaether
Der untere Bereich des Sitzrohres fällt voluminös aus - denn hier versteckt sich der zylindrische Fortsatz des Ride 60 von Fazua. Vor dem Motor sitzt der entnehmbare Akku im Unterrohr, geschützt von der schwarzen Kunststoffabdeckung.

Haibike Lyke: Die Akku-Entnahme

Wer den 430er-Akku am Haibike Lyke herausnehmen möchte, muss also etwas mehr tun, als den Schlüssel im Schloss zu drehen und die Batterie herausklappen zu lassen. Im Vergleich zu vielen anderen Bikes mit der populären Entnahme-Systematik aus dem geschlossenen Unterrohr, kommt dem Lyke aber die kompakte Fazua-Batterie entgegen. Denn diese lässt sich, dank geringer Länge, locker aus dem Rahmen herausziehen, während das Bike aufrecht steht. Gerade Power-E-MTBs mit dieser Konstruktion, wie das Specialized Turbo Levo oder das neue Canyon Spectral:On müssen zur Akku-Entnahme auf den Kopf gestellt werden, um den Akku entspannt herauszubekommen.

Zwei Bolzen und ein Cover müssen entfernt werden, dann kann die Batterie nach unten aus dem Unterrohr herausgezogen werden.
Foto: Adrian Kaether

Die Schritte zur Akku-Entnahme beim Haibike Lyke: Als Erstes muss das kleine Cover vom Tretlager entfernt werden. Es ist mit einer langen Inbus-Schraube gesichert. Ebenfalls mit einem Inbusschlüssel kann der Bolzen entfernt werden, der den Akku im Rahmen fixiert. Jetzt noch die Steckverbindung zwischen Batterie und System öffnen und der Akku gleitet nach unten heraus. Insgesamt geht die Entnahme leicht von der Hand und ist in maximal einer Minute erledigt. Wer nicht gerne an seinem E-Bike herumschraubt, findet bei klassisch entnehmbaren Systemen aber komfortablere Lösungen.

Der Antrieb: Fazua Ride 60

Im April präsentierte der bayerische Light-Pionier Fazua den Ride 60. Mit 60 Newtonmeter maximalem Drehmoment und 450 Watt kurzfristiger Spitzenleistung soll der Antrieb kein minimalistischer Mini-Motor sein, sondern echtes E-Bike-Feeling vermitteln. Das geringe Gewicht von 1,96 Kilo ist dafür richtig stark. Besonderheit ist die Boost-Funktion. Neben den drei Unterstützungsstufen Breeze, River und Rocket kann diese Extra-Power durch einen langen Druck nach oben am Remote-Hebel aktiviert werden. Zwölf Sekunden lang werden dann 450 Watt Spitzenleistung abgerufen. In der höchsten U-Stufe, dem Rocket-Modus, stehen dauerhaft maximal 350 Watt zur Verfügung.

LED-Hub heißt die minimalistische Anzeige für die Unterstützungsstufen (Farbe) und den Akku-Ladestand (fünf LEDs). Hier sitzt auch ein USB-C-Anschluss zum Laden von Smartphone oder GPS, sowie für kabelgebundene Updates.Foto: Adrian Kaether
LED-Hub heißt die minimalistische Anzeige für die Unterstützungsstufen (Farbe) und den Akku-Ladestand (fünf LEDs). Hier sitzt auch ein USB-C-Anschluss zum Laden von Smartphone oder GPS, sowie für kabelgebundene Updates.

Im Praxiseinsatz fühlt sich der Ride 60 für seine schlanken Maße erstaunlich kräftig an. Das Fahrgefühl ist angenehm und ausgewogen, seine E-Bike-Identität versucht der Antrieb dabei nicht zu verschleiern. Der Rocket-Modus schiebt nicht aufdringlich, aber durchaus plakativ an. Hält man den Hebel nach oben gedrückt, setzt der Ride 60 für 12 Sekunden seinen Extra-Schub frei. Das ist kein Marketing-Gimmik, sondern ein deutlich spürbares Power-Plus. Mit diesen 450 Watt Spitzenleistung kratzt der Motor sogar am unteren Ende der Power-Liga. Auf dem Trail lässt sich diese Funktion gut für kurze Steilpassagen oder technische Schlüsselstellen nutzen. Der freigesetzte Schub in diesem Modus ist beeindruckend, insbesondere, wenn man das geringe Gewicht des Ride 60 in Betracht zieht.

Der Ladeanschluss sitzt über dem Tretlager. Das Handling ist super, denn die Abdeckung lässt sich leicht öffnen und schnappt dank kräftigem Magnetverschluss automatisch wieder zu. Aus Versehen offen stehen lassen und Dreck einsammeln? Unmöglich.Foto: Adrian Kaether
Der Ladeanschluss sitzt über dem Tretlager. Das Handling ist super, denn die Abdeckung lässt sich leicht öffnen und schnappt dank kräftigem Magnetverschluss automatisch wieder zu. Aus Versehen offen stehen lassen und Dreck einsammeln? Unmöglich.

Bei unserer ersten kurzen Fahrt mit dem neu vorgestellten Ride 60 im April war uns vor allem die geringe Geräuschkulisse positiv aufgefallen. Und dieser Eindruck hat sich bei unseren ausführlichen Tests mit dem Haibike Lyke bestätigt. Im Vergleich zu seinem Vorgänger, dem Ride 50, ist der Neuling nochmal leiser geworden. Auf Schotter geht das Antriebssurren gänzlich im Abrollgeräusch der Reifen unter. Auch wenn im Nachbar-Bike ein klassischer E-Bike-Motor surrt, ist der Schub des Ride 60 quasi nicht mehr zu hören. Auf dämpfendem Waldboden und bei niedriger Geschwindigkeit surrt der Ride 60 wahrnehmbar, insbesondere bei hoher Kadenz. In Summe gehört er aber zu den leisesten E-Bike-Antrieben, die wir je gefahren sind. Das gilt übrigens auch bergab. Ein Klappern des Getriebes konnten wir nicht feststellen. An unserem Testbike des Haibike Lyke war lediglich ein dezentes Rasseln der Züge im Steuerrohrbereich etwas störend.

Ring Control heißt die Bedieneinheit des Ride 60. Kompakt und unauffällig, in der Bedienung aber mit leichten Schwächen. Der Kunststoff-Hebel fühlt sich nur mäßig wertig an, die Bedienung ist nicht 100 % definiert. Außerdem blieb der Hebel in unserem Test häufig in den Endpositionen hängen. Die Erreichbarkeit der Ring Control ist gut, Haptik und Bedienung haben aber Verbesserungspotential.Foto: Adrian Kaether
Ring Control heißt die Bedieneinheit des Ride 60. Kompakt und unauffällig, in der Bedienung aber mit leichten Schwächen. Der Kunststoff-Hebel fühlt sich nur mäßig wertig an, die Bedienung ist nicht 100 % definiert. Außerdem blieb der Hebel in unserem Test häufig in den Endpositionen hängen. Die Erreichbarkeit der Ring Control ist gut, Haptik und Bedienung haben aber Verbesserungspotential.

Hat der neue Fazua Ride 60 auch Schwächen? Neben der verbesserungswürdigen Remote-Einheit Ring Control konnten wir dem Antrieb in unseren detaillierten Fahrtests auch kleinere Ungereimtheiten bei der Abstimmung entlocken. Im normalen Fahrbetrieb fallen diese Feinheiten allerdings kaum auf. Wer jedoch in technischen Anstiegen auf eine punktgenaue Kraftentfaltung in Echtzeit angewiesen ist, den könnte ein kleines “Power-Loch” stören. Wenn der Fahrer kurz mit dem Treten aussetzt, zum Beispiel in einer Spitzkehre oder beim Pedalmanagement über Stufen und Wurzeln, kommt der Motorschub erst mit minimaler zeitlicher Verzögerung und einem leichten Rucken wieder zurück. Das ist nicht ideal. Auch beim Übergang von der Boost-Funktion in die normale Unterstützung entsteht in manchen Situationen für den Bruchteil einer Sekunde ein ähnliches Loch. Doch auch das ist eine Feinheit, die im normalen Fahrbetrieb nur in Extrem-Situationen auffällt. Außerdem wissen wir, dass Fazua aktuell an einem Software-Update arbeitet, mit dem die Feinabstimmung des Antriebs nochmal optimiert werden soll.

Das Haibike Lyke und der Fazua Ride 60 im ausführlichen Test: Wir haben Licht und Schatten aufgedeckt.Foto: Adrian Kaether
Das Haibike Lyke und der Fazua Ride 60 im ausführlichen Test: Wir haben Licht und Schatten aufgedeckt.

Grundsätzlich ist beim Einsetzen der Motorkraft des Ride 60 in manchen Situationen ein leichtes Klacken wahrnehmbar. Das fällt aber deutlich dezenter aus, als wir es von Shimanos EP8 kennen, bei dem dieses Feedback auch akustisch sehr ausgeprägt ist. Auf die Funktion und die Kraftübertragung hat das keinen Einfluss. Ebenfalls auffällig: Bei Fahrpausen schaltet sich das Fazua-System schneller ab, als die meisten anderen Antriebe.

Die Light-Motoren für E-Bikes im ausführlichen Vergleich

In Summe ist unser Eindruck vom Fazua Ride 60 sehr positiv. Aktuell arbeiten wir an einem ausführlichen Vergleich des Neulings mit seinen Konkurrenten in der Light-Kategorie. Dafür scheuchen wir die Bikes durchs Gelände, die Berge hinauf - und durch ein professionelles Prüflabor. Den ausführlichen Test mit allen Daten, Fakten und unseren Analysen gibt´s in EMTB 5/22 - ab 11. Oktober am Kiosk.

In der Praxis und im Labor konnten wir den neuen Ride-60-Antrieb von Fazua schon ausführlich mit den wichtigsten Konkurrenten vergleichen. Den kompletten Test der spannendsten Motoren für Light E-MTBs gibt’s dann in EMTB 5/22 - ab 11. Oktober im Handel.Foto: Adrian Kaether
In der Praxis und im Labor konnten wir den neuen Ride-60-Antrieb von Fazua schon ausführlich mit den wichtigsten Konkurrenten vergleichen. Den kompletten Test der spannendsten Motoren für Light E-MTBs gibt’s dann in EMTB 5/22 - ab 11. Oktober im Handel.

Die Fazua-App

In der Fazua-App lassen sich die Unterstützungsstufen des Ride 60 wie bei vielen anderen Antrieben auch auf die persönlichen Vorlieben anpassen. Das App-Interface ist dabei aber besonders gelungen, die Logik der U-Stufen-Verstellung so verständlich wie bei keiner anderen Motoren-App, die wir bisher genutzt haben.Foto: Adrian Kaether
In der Fazua-App lassen sich die Unterstützungsstufen des Ride 60 wie bei vielen anderen Antrieben auch auf die persönlichen Vorlieben anpassen. Das App-Interface ist dabei aber besonders gelungen, die Logik der U-Stufen-Verstellung so verständlich wie bei keiner anderen Motoren-App, die wir bisher genutzt haben.

Range Extender für mehr Reichweite

Zusätzlich zu der Option, die Reichweite mit einem Wechsel-Akku zu verdoppeln, hat Haibike viel Wert auf einen Range Extender gelegt, der am Rahmen befestigt werden kann. 210 Wattstunden passen im Trinkflaschenformat ans Bike. So kann man entspannt mit satten 640 Wattstunden auf Tour gehen - und hat damit mehr Kapazität parat, als ein durchschnittliches Power-E-MTB vor gut einem Jahr. Details und Gewichte des Zusatz-Akkus sind noch nicht bekannt, denn die Fertigstellung wird erst nach Markteinführung des Lyke passieren.

Das Unterrohr des Haibike Lyke hat zwei Aufnahmen für Flaschenhalter. Im unteren Halter findet optional der Range Extender (210 Wh) Platz. Dieser soll in allen Rahmengrößen passen. Die oberen Befestigungspunkte eignen sich aufgrund des geringen Platzangebots eher für Zubehör oder sehr kleine Wasserflaschen.Foto: Adrian Kaether
Das Unterrohr des Haibike Lyke hat zwei Aufnahmen für Flaschenhalter. Im unteren Halter findet optional der Range Extender (210 Wh) Platz. Dieser soll in allen Rahmengrößen passen. Die oberen Befestigungspunkte eignen sich aufgrund des geringen Platzangebots eher für Zubehör oder sehr kleine Wasserflaschen.

Die Geometrie des Haibike Lyke

Sportlich und modern, so kann man die Geometrie des neuen Light-E-MTBs bezeichnen. Die Entwickler verpassen dem Bike einen erwachsenen Reach von 480 Millimeter in Größe L und einen steilen 77,3er-Sitzwinkel. Der Lenkwinkel fällt mit 65 Grad zwar nicht extrem flach aus - verglichen mit anderen 140-Millimeter-Bikes aber durchaus progressiv. Einige andere Light-Trailbikes, wie das Specialized Levo SL oder Orbeas Rise setzen für ein maximal verspieltes Handling auf steilere Lenkwinkel. Gleiches gilt für die Kettenstreben, die beim Lyke im Light-Vergleich eher lang ausfallen. 450 Millimeter schreibt Haibike in seine Geometrietabelle. Der Radstand ist ebenfalls lang und nimmt in etwa die Maße eines durchschnittlichen Power-E-MTBs der All-Mountain-Klasse an. Insgesamt wollten die Ingenieure dem Lyke ausgewogene Fahreigenschaften in Up- und Downhill bescheren. Das Lyke soll auch in technischen und steilen Anstiegen seine Stärke ausspielen. Die minimal mögliche Kettenstrebenlänge ist zudem durch die besondere Motorpositionierung und die großen 29-Zoll-Laufräder begrenzt.

Die Geometrie des Haibike Lyke ist modern, aber nicht extrem. Das Bike landet eher auf der langen Seite, insbesondere im Vergleich mit anderen Light-E-MTBs. | Hersteller
Die Geometrie des Haibike Lyke ist modern, aber nicht extrem. Das Bike landet eher auf der langen Seite, insbesondere im Vergleich mit anderen Light-E-MTBs. | Hersteller

Das Haibike Lyke im Detail

Die Züge laufen durch den Acros-Steuersatz in den Rahmen. Gut: Die Eingänge sind abgedichtet.
Foto: Adrian Kaether

Im Test: Das Haibike Lyke SE

Wilder Trail-Ritt oder lange Tour? Das Haibike Lyke kann beides.Foto: Adrian Kaether
Wilder Trail-Ritt oder lange Tour? Das Haibike Lyke kann beides.

Wir konnten das neue Haibike Lyke schon ausgiebig im Gelände testen. Auffällig ist der sportliche Charakter. Der fällt schon beim Aufsitzen auf, denn die Sitzposition distanziert sich deutlich vom Rest der Haibike-Flotte. Zwar sitzt man auch auf dem Lyke sehr zentral, aber nicht so kompakt und nah am Vorderrad, wie wir es von anderen Haibikes kennen. Mit der tiefen Front und dem langen Reach ist die Sitzposition leicht gestreckt. Der Charakter des Bikes ist insgesamt sehr ausgewogen. Sowohl zwischen Up- und Downhill, als auch zwischen wendig und laufruhig trifft das Bike einen guten Kompromiss. Die moderne Geometrie und ausgewogene Radlastverteilung lassen auf dem Trail einen richtig rassigen Fahrstil zu, auch wenn das Lyke seinen eher geringen Federweg dabei nicht verleugnen kann. Das geringe Gesamt- und Laufradgewicht machen das Fahrgefühl zudem sehr leichtfüßig. Doch im klassischen Sinne verspielt ist das Lyke nicht, gerade im Vergleich zu manch anderem Light-Trailbike. Es zieht eher zielstrebig und direkt seine Bahnen, dem langen Radstand sei Dank.

Unseren ausführlichen Testbericht mit allen Daten und Fakten zum Haibike Lyke SE gibt´s in der EMTB-Ausgabe 5/22 - ab 11. Oktober im Handel!

Haibike Lyke: Modelle, Preise, Verfügbarkeit

Das neue Light-E-MTB Haibike Lyke wird es in drei Ausstattungsvarianten zwischen 6499 und 9999 Euro geben. Alle Modelle setzen auf das gleiche Carbon-Chassis, bei dem Hauptrahmen und Hinterbau aus Kohlefaser gefertigt werden. Auch das Antriebssystem ist bei allen Varianten identisch: Fazua Ride 60 und 430-Wh-Akku. Die beiden günstigeren E-Bikes verzichten auf einen Dämpfer mit Ausgleichsbehälter. Das Haibike Lyke 11 soll ab November im Laden stehen, die beiden anderen Modelle etwas später.

Haibike Lyke 10: Das Einstiegsmodell kostet 6499 Euro. Entgegen der Abbildung kommt das Bike mit einem Rockshox-Fahrwerk aus Lyrik Select und Deluxe Select+. Gewicht: 19,2 Kilo in Größe L, gemessen im EMTB-Labor, leicht abweichende Ausstattung (siehe Foto).Foto: Adrian Kaether
Haibike Lyke 10: Das Einstiegsmodell kostet 6499 Euro. Entgegen der Abbildung kommt das Bike mit einem Rockshox-Fahrwerk aus Lyrik Select und Deluxe Select+. Gewicht: 19,2 Kilo in Größe L, gemessen im EMTB-Labor, leicht abweichende Ausstattung (siehe Foto).
Am Haibike Lyke 11 federt ein Fox-Fahrwerk (36 Performance, DPS Performance), Bremsen und Schaltung stammen aus Shimanos XT-Regal. Gewicht: 18,8 Kilo (Größe L, gemessen im EMTB-Labor)Foto: Adrian Kaether
Am Haibike Lyke 11 federt ein Fox-Fahrwerk (36 Performance, DPS Performance), Bremsen und Schaltung stammen aus Shimanos XT-Regal. Gewicht: 18,8 Kilo (Größe L, gemessen im EMTB-Labor)

Das Topmodell Haibike Lyke SE kostet 9999 Euro und wiegt 18,6 Kilo (Größe L, gemessen im EMTB-Labor). Neben dem Factory-Fahrwerk von Fox (36er-Grip2-Gabel, Float X-Dämpfer) sorgen Laufräder und Lenker aus Carbon, sowie Shimanos XTR-Schaltung und Bremsen für Glanz und geringes Gewicht.Foto: Adrian Kaether
Das Topmodell Haibike Lyke SE kostet 9999 Euro und wiegt 18,6 Kilo (Größe L, gemessen im EMTB-Labor). Neben dem Factory-Fahrwerk von Fox (36er-Grip2-Gabel, Float X-Dämpfer) sorgen Laufräder und Lenker aus Carbon, sowie Shimanos XTR-Schaltung und Bremsen für Glanz und geringes Gewicht.

Fazit zum Haibike Lyke SE

Haibike setzt mit dem Lyke nicht nur durch die spannende Konstruktion mit stehendem Motor, sondern auch durch das Gesamtkonzept des Bikes eine erstaunlich sportliche Duftmarke, die man so im E-Bike-Portfolio der Schweinfurter bisher nicht gefunden hat. Die Fahreigenschaften sind extrem ausgewogen, das Gewicht in Anbetracht des Wechsel-Akkus und der amtlichen E-Power durchaus beachtlich. Mit dem Lyke mit Fazua Ride 60-Antrieb haben die Schweinfurter jetzt ein richtig leichtes E-MTB im Angebot, dass dennoch mit kräftigem Motorschub gesegnet ist. Ein beeindruckender Kompromiss!

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