Motoren

Neuer Fazua-Motor Ride 60: Leiser, stärker, leichter?

Florentin Vesenbeckh

 · 19.04.2022

Neuer Fazua-Motor Ride 60: Leiser, stärker, leichter?Foto: Adrian Kaether
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Mit dem neuen E-Bike-Motor Ride 60 will Fazua den Markt der Light-E-MTBs revolutionieren. Wir waren vorab zu einer exklusiven Werksbesichtigung und Probefahrt geladen. Der neue Fazua-Motor im ausführlichen Check.

Der Evation-Antrieb von Fazua war ein echter Kracher für die E-Bike-Branche. Denn er läutete 2017 im Alleingang die Kategorie der Light-E-Bikes ein. Doch im Segment der E-Mountainbikes setzte sich der Antrieb nie so richtig durch. Mit der zweiten Motorengeneration, dem Ride 60, soll sich das jetzt ändern. Das junge bayerische Unternehmen will damit den Grundstein für eine neue Generation leichter E-MTBs legen.

  Schlank, schlanker, Fazua: Der neue Ride 60 schmiegt sich elegant in den Tretlagerbereich von E-MTBs. Damit will Fazua schicke und sportliche Light-E-Bikes möglich machen.Foto: Adrian Kaether
Schlank, schlanker, Fazua: Der neue Ride 60 schmiegt sich elegant in den Tretlagerbereich von E-MTBs. Damit will Fazua schicke und sportliche Light-E-Bikes möglich machen.

Die Gründer von Fazua können stolz sein auf ihr Werk. Als klassisches Startup haben sie binnen fünf Jahren den Sprung von einer Studentenbude zum ernstzunehmenden Player im E-Bike-Business geschafft. Kürzlich ist sogar Automobilriese Porsche beim Ottobrunner Unternehmen eingestiegen. Doch, so kann man im Gespräch das Gefühl bekommen, ist da auch etwas, was die Macher nicht auf sich sitzen lassen wollen.

Während neue Bikes im Rennrad-, Gravel- oder City-Sektor mit dem Evation-Antrieb nur so aufpoppten, blieben E-Mountainbikes mit Fazua-Motor die Ausnahme. Ein kleiner Dämpfer für das Bike-begeisterte Team. Und genau das soll sich mit dem nagelneuen Antrieb Ride 60 jetzt ändern. Der Motor ist zwar kein reines Mountainbike-Produkt. Doch in der Entwicklung wurden alle Parameter kompromisslos auf den Einsatz an leichten E-MTBs ausgerichtet.

  Die Kühlrippen an der Getriebeeinheit des Fazua Ride 60 sind das einzig sichtbare Element des Antriebs. Der Motor verschwindet im Unterrohr und kann anders als beim Vorgänger nicht mehr entnommen werden. Der Verzicht auf die 2-in-1 Konstruktion sollte jedoch leichtere Bikes und eine noch besser Performance ermöglichen.Foto: Adrian Kaether
Die Kühlrippen an der Getriebeeinheit des Fazua Ride 60 sind das einzig sichtbare Element des Antriebs. Der Motor verschwindet im Unterrohr und kann anders als beim Vorgänger nicht mehr entnommen werden. Der Verzicht auf die 2-in-1 Konstruktion sollte jedoch leichtere Bikes und eine noch besser Performance ermöglichen.

Die Fakten zum Fazua Ride 60

  • Drehmoment: 60 Nm max.
  • Leistung: 450 W kurzzeitige Spitzenleistung, 350 Watt Dauerleistung
  • Gewicht: 1,96 kg (Herstellerangabe)
  • Akku: Fazua-Akku mit 430 Wh, entnehmbar (2,3 kg) oder fest verbaut (2,2 kg)
  • 3 Unterstützungsstufen, via App einstellbar
  Chefsache: Florian von Wurmb-Seibel und Fabian Reuter, zwei der drei Fazua-CEOs, präsentieren einen frisch produzierten Ride 60 in den Ottobrunner Produktionshallen bei München.Foto: Adrian Kaether
Chefsache: Florian von Wurmb-Seibel und Fabian Reuter, zwei der drei Fazua-CEOs, präsentieren einen frisch produzierten Ride 60 in den Ottobrunner Produktionshallen bei München.

Das ist neu am Fazua Ride 60 E-Bike-Motor

Der Fazua Ride 60 wurde vollständig neu entwickelt. Grundlegende Änderung: Der Motor ist nicht mehr aus dem Bike entnehmbar. Das war die Besonderheit des Ur-Fazua Evation. Stattdessen wird der Ride 60 fest im Tretlagerbereich verbaut. Er unterscheidet sich dennoch etwas von den meisten anderen Mittelmotoren am Markt. Denn Motor und Getriebe sind räumlich getrennt angeordnet, der Motor steht dabei senkrecht auf der Tretlagerachse. Das hat er mit seinem Vorgänger gemein.

Heißt: Das Getriebe im Tretlagerbereich fällt extrem kompakt aus, der Motor verschwindet im Unterrohr. So sind sehr schlanke Rahmen möglich. Auch technisch sieht Fazua in dieser Konstruktion Vorteile. Je kleiner die Öffnung im Tretlagerbereich, desto leichter kann der Rahmen konstruiert werden, da dünnere Wandstärken möglich sind. Eine ähnliche Bauform nutzt übrigens auch die kleine Schweizer Motorenschmiede Maxon beim Bikedrive Air.

  Die Getriebeeinheit (rechts) ist von außen sichtbar, der Motor (links), verschwindet im Unterrohr des E-Bikes.Foto: Adrian Kaether
Die Getriebeeinheit (rechts) ist von außen sichtbar, der Motor (links), verschwindet im Unterrohr des E-Bikes.

Mit knapp unter zwei Kilo ist der neue Antrieb nochmal deutlich leichter geworden. Fazua gibt 1,96 Kilo und maximal 60 Newtonmeter Drehmoment an, also etwas mehr als beim Vorgänger. Das Leistungsgewicht des Ride 60 ist auf dem Papier also schon mal richtig stark.

Zum Vergleich: Ein Shimano EP8, das Leichtgewicht unter den klassischen E-MTB-Antrieben, wiegt 2,65 Kilo, ist mit bis zu 85 Newtonmetern (Herstellerangabe) aber auch deutlich stärker. Der Specialized SL 1.1 hat ein ähnliches Gewicht wie der Fazua Ride 60, fällt mit 35 Newtonmetern aber deutlich schwächer aus. Der Light-Antrieb 2ESMag von BH, der in den iLynx-Modellen verbaut wird, wiegt 2,2 Kilo und liefert laut Hersteller maximal 65 Newtonmeter.

Zur Qualitätskontrolle werden die angelieferten Einzelteile mit einem 3D-Scanner im Detail überwacht. So will Fazua die Fertigungstoleranzen im Griff behalten.Foto: Adrian Kaether
Zur Qualitätskontrolle werden die angelieferten Einzelteile mit einem 3D-Scanner im Detail überwacht. So will Fazua die Fertigungstoleranzen im Griff behalten.
Vormontierte Einzelteile für die Lenkerfernbedienungen liegen zur Endmontage bereit.Foto: Adrian Kaether
Vormontierte Einzelteile für die Lenkerfernbedienungen liegen zur Endmontage bereit.
Die Steuereinheit für den neuen Motor verschwindet im Gehäuse. Viele Teile des neuen Fazua Ride 60 kommen vormontiert an, müssen dann aber noch von Hand zum fertigen Motor zusammengesetzt werden. Dabei sollen auch minimale Toleranzen in der Produktion erfasst und wenn nötig ausgeglichen werden.Foto: Adrian Kaether
Die Steuereinheit für den neuen Motor verschwindet im Gehäuse. Viele Teile des neuen Fazua Ride 60 kommen vormontiert an, müssen dann aber noch von Hand zum fertigen Motor zusammengesetzt werden. Dabei sollen auch minimale Toleranzen in der Produktion erfasst und wenn nötig ausgeglichen werden.
Im Getriebe liegt das Geheimnis für leichten und leisen Lauf. Das richtige Material, die richtige Oberflächenbeschaffenheit, das richtige Fett: Fazua betreibt im Bereich Geräuschentwicklung einen enormen Aufwand. "Natürliches Fahrgefühl – das hat auch sehr viel mit der Geräuschentwicklung zu tun", heißt es aus der Entwicklungsabteilung.Foto: Adrian Kaether
Im Getriebe liegt das Geheimnis für leichten und leisen Lauf. Das richtige Material, die richtige Oberflächenbeschaffenheit, das richtige Fett: Fazua betreibt im Bereich Geräuschentwicklung einen enormen Aufwand. "Natürliches Fahrgefühl – das hat auch sehr viel mit der Geräuschentwicklung zu tun", heißt es aus der Entwicklungsabteilung.
Dürfen wir vorstellen: Das Sorgenkind der Elektroindustrie! Die wichtigen Mikrochips (das schwarze Viereck) sind aktuell schwer zu bekommen und extrem teuer. Aktuell liegen die Preise laut Fazua um das zehn- bis hundertfache über dem Niveau von vor der Corona-Pandemie.Foto: Adrian Kaether
Dürfen wir vorstellen: Das Sorgenkind der Elektroindustrie! Die wichtigen Mikrochips (das schwarze Viereck) sind aktuell schwer zu bekommen und extrem teuer. Aktuell liegen die Preise laut Fazua um das zehn- bis hundertfache über dem Niveau von vor der Corona-Pandemie.
Der Altar: Hier werden Getriebe und Motor miteinander verheiratet. So beschreibt Florian von Wurmb-Seibel, einer der drei Fazua-CEOs, liebevoll den letzten Produktionsschritt.Foto: Adrian Kaether
Der Altar: Hier werden Getriebe und Motor miteinander verheiratet. So beschreibt Florian von Wurmb-Seibel, einer der drei Fazua-CEOs, liebevoll den letzten Produktionsschritt.
Am Ende der Produktion steht ein Check auf dem Prüfstand. Hier werden Funktion und Leistung des fertigen Fazua Ride 60 geprüft.Foto: Adrian Kaether
Am Ende der Produktion steht ein Check auf dem Prüfstand. Hier werden Funktion und Leistung des fertigen Fazua Ride 60 geprüft.
Zur Qualitätskontrolle werden die angelieferten Einzelteile mit einem 3D-Scanner im Detail überwacht. So will Fazua die Fertigungstoleranzen im Griff behalten.Foto: Adrian Kaether
Zur Qualitätskontrolle werden die angelieferten Einzelteile mit einem 3D-Scanner im Detail überwacht. So will Fazua die Fertigungstoleranzen im Griff behalten.
Vormontierte Einzelteile für die Lenkerfernbedienungen liegen zur Endmontage bereit.Foto: Adrian Kaether
Vormontierte Einzelteile für die Lenkerfernbedienungen liegen zur Endmontage bereit.
Vormontierte Einzelteile für die Lenkerfernbedienungen liegen zur Endmontage bereit.
Die Steuereinheit für den neuen Motor verschwindet im Gehäuse. Viele Teile des neuen Fazua Ride 60 kommen vormontiert an, müssen dann aber noch von Hand zum fertigen Motor zusammengesetzt werden. Dabei sollen auch minimale Toleranzen in der Produktion erfasst und wenn nötig ausgeglichen werden.
Im Getriebe liegt das Geheimnis für leichten und leisen Lauf. Das richtige Material, die richtige Oberflächenbeschaffenheit, das richtige Fett: Fazua betreibt im Bereich Geräuschentwicklung einen enormen Aufwand. "Natürliches Fahrgefühl – das hat auch sehr viel mit der Geräuschentwicklung zu tun", heißt es aus der Entwicklungsabteilung.
Dürfen wir vorstellen: Das Sorgenkind der Elektroindustrie! Die wichtigen Mikrochips (das schwarze Viereck) sind aktuell schwer zu bekommen und extrem teuer. Aktuell liegen die Preise laut Fazua um das zehn- bis hundertfache über dem Niveau von vor der Corona-Pandemie.
Der Altar: Hier werden Getriebe und Motor miteinander verheiratet. So beschreibt Florian von Wurmb-Seibel, einer der drei Fazua-CEOs, liebevoll den letzten Produktionsschritt.
Am Ende der Produktion steht ein Check auf dem Prüfstand. Hier werden Funktion und Leistung des fertigen Fazua Ride 60 geprüft.
Zur Qualitätskontrolle werden die angelieferten Einzelteile mit einem 3D-Scanner im Detail überwacht. So will Fazua die Fertigungstoleranzen im Griff behalten.

Akku: Der neue Fazua Energy 430

Auch der Akku ("Energy 430") wurde komplett neu entwickelt. Er liefert 430 Wattstunden und ist in zwei Varianten verfügbar. Als klassisch entnehmbarer Wechselakku (2,3 kg) oder zum festen Einbau im Unterrohr (2,2 kg). Andere Akku-Größen wird es vorerst nicht geben.

Hersteller, die sich für die entnehmbare Variante entscheiden, bekommen von Fazua eine fertige Einbaueinheit. Dabei hat sich Fazua Gedanken um einen bequemen Ein- und Ausbau, sowie eine geschickte Ausnutzung des Bauraums gemacht. Besonderheit des Energieträgers: Mit einer Nennspannung von 43 Volt orientiert er sich nicht an den üblichen Industriestandards von 36 bzw. 48 Volt. Warum? Die Fazua-Entwickler haben die aus ihrer Sicht ideale Kapazität und Bauform des Akkus festgelegt. In dieser Kombination ließ sich der Akku eben nur mit 43 Volt realisieren.

Die Handtaschenfunktion des neuen Fazua-Akkus. Mithilfe der Vertiefung im Griff wird der Akku auch gelöst, wenn man ihn aus dem Bike entnehmen möchte.Foto: Adrian Kaether
Die Handtaschenfunktion des neuen Fazua-Akkus. Mithilfe der Vertiefung im Griff wird der Akku auch gelöst, wenn man ihn aus dem Bike entnehmen möchte.
430 Wattstunden liefert der Fazua-Akku für den neuen Ride-60-Antrieb. Die entnehmbare Variante hier im Bild wiegt laut Hersteller 2,3 Kilo.Foto: Adrian Kaether
430 Wattstunden liefert der Fazua-Akku für den neuen Ride-60-Antrieb. Die entnehmbare Variante hier im Bild wiegt laut Hersteller 2,3 Kilo.
Die Entnahme ist klassisch: Der Akku klappt nach unten aus dem Unterrohr heraus.Foto: Adrian Kaether
Die Entnahme ist klassisch: Der Akku klappt nach unten aus dem Unterrohr heraus.
Die Halterung dazu stammt ebenfalls von Fazua, Platz und Vorrichtungen für die Kabelführung sind vorhanden. Besonderheit: Der Anschluss liegt nicht am oberen oder unteren Ende des Akkus, sondern auf der Oberseite. Das soll Bauraum in Längsrichtung sparen, damit das System auch in kleinen Rahmengrößen problemlos unterkommt.Foto: Adrian Kaether
Die Halterung dazu stammt ebenfalls von Fazua, Platz und Vorrichtungen für die Kabelführung sind vorhanden. Besonderheit: Der Anschluss liegt nicht am oberen oder unteren Ende des Akkus, sondern auf der Oberseite. Das soll Bauraum in Längsrichtung sparen, damit das System auch in kleinen Rahmengrößen problemlos unterkommt.
Bei den meisten Akkus liegen hier die Kontakte, was beim Einbau ein exaktes Zielen erfordert. Das soll mit der Fazua-Lösung leichter gehen.Foto: Adrian Kaether
Bei den meisten Akkus liegen hier die Kontakte, was beim Einbau ein exaktes Zielen erfordert. Das soll mit der Fazua-Lösung leichter gehen.
Die Handtaschenfunktion des neuen Fazua-Akkus. Mithilfe der Vertiefung im Griff wird der Akku auch gelöst, wenn man ihn aus dem Bike entnehmen möchte.Foto: Adrian Kaether
Die Handtaschenfunktion des neuen Fazua-Akkus. Mithilfe der Vertiefung im Griff wird der Akku auch gelöst, wenn man ihn aus dem Bike entnehmen möchte.
430 Wattstunden liefert der Fazua-Akku für den neuen Ride-60-Antrieb. Die entnehmbare Variante hier im Bild wiegt laut Hersteller 2,3 Kilo.Foto: Adrian Kaether
430 Wattstunden liefert der Fazua-Akku für den neuen Ride-60-Antrieb. Die entnehmbare Variante hier im Bild wiegt laut Hersteller 2,3 Kilo.
430 Wattstunden liefert der Fazua-Akku für den neuen Ride-60-Antrieb. Die entnehmbare Variante hier im Bild wiegt laut Hersteller 2,3 Kilo.
Die Entnahme ist klassisch: Der Akku klappt nach unten aus dem Unterrohr heraus.
Die Halterung dazu stammt ebenfalls von Fazua, Platz und Vorrichtungen für die Kabelführung sind vorhanden. Besonderheit: Der Anschluss liegt nicht am oberen oder unteren Ende des Akkus, sondern auf der Oberseite. Das soll Bauraum in Längsrichtung sparen, damit das System auch in kleinen Rahmengrößen problemlos unterkommt.
Bei den meisten Akkus liegen hier die Kontakte, was beim Einbau ein exaktes Zielen erfordert. Das soll mit der Fazua-Lösung leichter gehen.
Die Handtaschenfunktion des neuen Fazua-Akkus. Mithilfe der Vertiefung im Griff wird der Akku auch gelöst, wenn man ihn aus dem Bike entnehmen möchte.

Neues Fazua-Remote und -Display

Die Bedienelemente sind ebenfalls komplett neu. An E-MTBs wird der Remote-Hebel (Ring Control) mit einer LED-Anzeige (LED Hub) auf dem Oberrohr kombiniert – dezent und unauffällig. Ein eigenes Display wird es von Fazua nicht geben, die LED Hub zeigt lediglich den Akkustand und die Unterstützungsstufen an.

Allerdings kommuniziert das System mittels ANT+ und Bluetooth mit Smartphones oder Bike-Computern, zum Beispiel von Garmin oder Wahoo. So können Biker auch umfangreiche Infos des Systems sichtbar machen. Ist ein solches Gerät am Lenker montiert, kann es über den USB-C-Port in der Hub geladen werden.

  Die Bedieneinheit Ring Control sitzt unauffällig am Lenker und ermöglicht den Wechsel der Unterstützungsstufen. Durch seitlichen Druck kann auch ein Licht ein- und ausgeschaltet werden. Dieses seitliche Spiel und die Konstruktion aus Kunststoff verwässern allerdings das Schaltgefühl. Die Haptik könnte hochwertiger sein.Foto: Adrian Kaether
Die Bedieneinheit Ring Control sitzt unauffällig am Lenker und ermöglicht den Wechsel der Unterstützungsstufen. Durch seitlichen Druck kann auch ein Licht ein- und ausgeschaltet werden. Dieses seitliche Spiel und die Konstruktion aus Kunststoff verwässern allerdings das Schaltgefühl. Die Haptik könnte hochwertiger sein.
  Das Gesamtsystem Fazua Ride 60 besteht aus Motor, 430-Wattstunden-Akku, der Ring-Control für den Lenker und der LED-Hub (unten rechts), die im Oberrohr Platz findet. Sie zeigt über farbige LEDs die gewählte Unterstützungsstufe und den Akkustand an und lässt sich zum Vorbau hin leicht nach oben anwinkeln. So wird ein USB-C-Port freigelegt um Smart-Geräte direkt über den Akku zu laden.Foto: Adrian Kaether
Das Gesamtsystem Fazua Ride 60 besteht aus Motor, 430-Wattstunden-Akku, der Ring-Control für den Lenker und der LED-Hub (unten rechts), die im Oberrohr Platz findet. Sie zeigt über farbige LEDs die gewählte Unterstützungsstufe und den Akkustand an und lässt sich zum Vorbau hin leicht nach oben anwinkeln. So wird ein USB-C-Port freigelegt um Smart-Geräte direkt über den Akku zu laden.

Fahreindruck: Der Fazua Ride 60 im Gelände

Auf einem Fazua-Prototyp konnten wir bereits ein paar erste Meter mit den neuen Ride 60 drehen. Allerdings war die Software an diesem Modell noch nicht final, was keinen aussagekräftigen Test zulässt. Einen ersten Eindruck können wir dennoch bereits schildern.

Der Antrieb ist nach wie vor sehr leise. Im Vergleich zu einem Bike mit Ride 50, das wir am selben Tag gefahren sind, sogar noch leiser. Allerdings können wir nicht sagen, ob das tatsächlich nur am neuen Motor oder auch an den unterschiedlichen Rahmenkonstruktionen liegt. Eines der Bikes hatte einen Alu-, das andere einen Carbon-Rahmen.

Ebenfalls nach wie vor top ist das Verhalten an der 25-km/h-Grenze. Nahezu unmerklich regelt der Antrieb ein und aus. Für einen Antrieb der Light-Klasse schiebt der Ride 60 auch in niedrigen Kadenzen ordentlich an. Mit der Beurteilung der Kraftentfaltung gedulden wir uns allerdings noch, bis wir ein Serienprodukt auf dem Trail oder auf dem Prüfstand testen können.

  Trockentest mit dem Fazua Ride 60. Für einen Light-Motor fällt die Power anständig aus. Auch bei niedrigen Kadenzen in steilem Gelände lieferte der Motor im ersten Kurztest ein ausreichend hohes Drehmoment.Foto: Adrian Kaether
Trockentest mit dem Fazua Ride 60. Für einen Light-Motor fällt die Power anständig aus. Auch bei niedrigen Kadenzen in steilem Gelände lieferte der Motor im ersten Kurztest ein ausreichend hohes Drehmoment.

E-MTBs mit dem neuen Fazua Ride 60

Der Fazua Ride 60 hat das Licht der Welt erblickt. Auf das erste E-MTB mit dem neuen Motor müssen wir aber noch warten. Bis jetzt hat noch kein Hersteller ein Ride-60-E-Bike vorgestellt. Schuld daran sind nicht zuletzt die Lieferprobleme, die die Branche seit Beginn der Corona-Pandemie beuteln. Doch uns wurde versichert: Noch in diesem Jahr werden mehrere neue E-MTBs mit dem Light-Antrieb herauskommen. Auf unseren Social-Media-Kanälen bleibt ihr auf dem Laufenden!

  Der schlanke Fazua-Prototyp gibt einen leisen Vorgeschmack, wie Bikes mit dem Ride 60 ausschauen könnten. Bisher wurde allerdings noch kein E-MTB mit dem neuen Motor vorgestellt.Foto: Adrian Kaether
Der schlanke Fazua-Prototyp gibt einen leisen Vorgeschmack, wie Bikes mit dem Ride 60 ausschauen könnten. Bisher wurde allerdings noch kein E-MTB mit dem neuen Motor vorgestellt.

FAZIT zum Fazua Ride 60

Wir haben lange darauf gewartet, dass sich der leise Fazua-Antrieb aus seiner starren Hülle pellt und mit einem etwas größeren Akku auch für sportliche E-MTBs noch interessanter wird. Das Ergebnis ist vielversprechend und geht in die richtige Richtung. Das Segment der Light-E-Bikes bekommt dadurch frischen Wind in die Segel. Für einen endgültigen Eindruck ist es aber noch zu früh. Wir sind sehr gespannt auf das Fahrverhalten des neuen Motors mit Seriensoftware und auf die Bikes, die die Hersteller mit dem Fazua Ride 60 auf den Trail zaubern.

  Viele weitere spannende Neuheiten gibt's in unserer aktuellen Print-Ausgabe, EMTB Magazin 2/22. Ab sofort <a href="https://www.delius-klasing.de/emtb-lesen-wie-ich-will" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">digital, im Onlineshop</a>  und im Fachhandel. <a href="www.bike-magazin.de/w/6971a" target="_blank" rel="noopener noreferrer nofollow">Hier geht's zu allen Themen im Heft. </a> Schaut doch mal rein!Foto: EMTB Magazin
Viele weitere spannende Neuheiten gibt's in unserer aktuellen Print-Ausgabe, EMTB Magazin 2/22. Ab sofort digital, im Onlineshop und im Fachhandel. Hier geht's zu allen Themen im Heft. Schaut doch mal rein!

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