Das kostet ein MountainbikeDie Abrechnung des großen Preisvergleichs

Jan Timmermann

 · 22.08.2026

Das kostet ein Mountainbike: Die Abrechnung des großen PreisvergleichsFoto: Max Fuchs
Die Deutschen geben im Schnit zwischen 1000 und 5000 Euro für ein Mountainbike aus. Selbst Bikes der oberen Mittelklasse, wie dieses Trek Top Fuel 9.8 erreichen bereits höhere Preise.
Die Preispolitik der Fahrrad-Hersteller ist teilweise ganz schön wild. Für die Anschaffungskosten eines Highend-Modells kann man sich nicht selten sieben Bikes und mehr aus der günstigsten Kategorie in die Garage stellen. Wir haben Preise für Mountainbikes aus der Einstiegs-, oberen Mittel- und Spitzenklasse miteinander verglichen und festgestellt, wie viel Geld Biker für ein Rad ohne Motor wirklich ausgeben müssen.

Themen in diesem Artikel

Bei BIKE berichten wir täglich über ganz unterschiedliche Fahrräder. Die günstigsten von ihnen kosten nur wenige hundert Euro, die teuersten schlagen mit 20.000 Euro und mehr zu Buche. Weder die billigsten, noch die teuersten Mountainbikes sind für den Durchschnitts-Biker zu empfehlen. Wir haben unsere Test- und Technik-Erfahrung gebündelt, um festzustellen wieviel ein gutes Fahrrad fürs Gelände wirklich kostet. Ab welchem Punkt kann man überhaupt von einem guten Mountainbike sprechen? Wie groß ist der durchschnittliche Preisunterschied zwischen einem Hardtail und einem Fully? Welchen Aufpreis hat der Kauf beim Fachhändler? Das alles klären wir in diesem Übersichts-Artikel.

Fazit

Die Preisunterschiede für gute Mountainbikes ohne E-Motor sind auch bei den verbreitetsten Marken ganz schön krass. Je nach Vertriebs-Modell des Herstellers und ob es ein Hardtail oder ein Fully sein soll, liegen empfehlenswerte Einsteiger-Modelle zwischen 1700 und 3500 Euro. Bei Modellen der oberen Mittelklasse sprechen wir über 3000 bis 6000 und in der absoluten Spitzenklasse über 6000 bis 16.000 Euro. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

1. Die günstigsten Bikes am Markt

Sowohl im Fachhandel als auch bei den Marken mit Direktversand kosten die günstigsten Fahrräder, welche sich “Mountainbike” nennen zwischen 500 und 700 Euro. Dabei handelt es sich ausschließlich um günstig ausgestattete Hardtails mit Aluminium-Rahmen und teils veralteter Technik. Starre Sattelstützen, störrische Federgabeln, dünne Laufrad- und Kurbelachsen sowie billige Reifenmischungen gehören in diesem Preisbereich leider dazu. Schwere Gewichte und wenig Komfort sind meist ebenfalls Ergebnis der Sparmaßnahmen.

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Die Zeiten, in denen es ein gutes Mountainbike-Hardtail für 1000 Euro gab sind längst Geschichte. Unserer Testerfahrung nach eignen sich die günstigsten Modelle des Marktes höchstens für gelegentliche Ausflüge ins Gelände, nicht jedoch für den nachhaltigen Mountainbike-Spaß. Nicht ohne Grund gaben die Deutschen letztes Jahr im Schnitt mindestens zwischen 1000 und 2500 Euro für ein Hardtail, beziehungsweise zwischen 2500 und 5000 Euro für ein Fully ohne E-Antrieb aus.

2. Das kostet ein gutes Bike der Einstiegs-Klasse mindestens

Was ein gutes Mountainbike wirklich ausmacht ist schwer zu generalisieren. Natürlich sollte das Bike vor allem zu den eigenen Bedürfnissen passen. Damit ein Fahrrad im MTB-Einsatz aber wirklich funktioniert und Fahrspaß auch bei längeren Touren oder einfachen Trails aufkommen kann, braucht es bei der Ausstattung gewisse Mindeststandards. Dazu gehören zum Beispiel bewährte Luft-Federgabeln, etwa aus der Fox-Rhythm- oder Rockshox-Select-Baureihe. Außerdem braucht es Einfach-Antriebe mit breitbandigen Übersetzungen, wie sie etwa die mechanischen Teile der Shimano Deore oder der Sram GX, beziehungsweise 70 Eagle, bereitstellen. Keine Kompromisse sollten Mountainbiker bei den Reifen eingehen. Schmale Breiten und günstige Gummimischungen, wie etwa Schwalbes Performance-Reihe sind im Gelände ein No-Go.

Durchkämmt man die Angebote der Fachhandelsmarken, stellt man schnell fest: Ein Hardtail, dass nach diesen Kriterien als “gut” bezeichnet werden kann, kostet mindestens 2000 bis 2500 Euro. Zu diesen Preisen können Kunden moderne Konzepte, akzeptable Gewichte und ein funktionales Ausstattungspaket erwarten. Bei den Direktversendern liegen die Preise für vergleichbare Hardtail-Modelle mit 1700 bis 2200 Euro etwas darunter. Für ein gutes Fully sollten Kaufinteressierte im Fachhandel Listenpreise von mindestens 3000 bis 3500 und im Versandhandel von 2400 bis 3400 Euro einplanen. Rabatte können diese Werte noch deutlich nach unten korrigieren.

3. Die Wahl der Experten: Bikes aus der oberen Mittelklasse

Wer billig kauft, kauft zweimal: Das gilt leider auch für Mountainbikes. Ambitionierte Radfahrer, die lange beim Hobby bleiben, entwickeln nicht selten das Bedürfnis ihr Einsteiger-Bike aufzurüsten oder gleich in ein besseres Modell zu investieren. Unsere Erfahrung aus hunderten Tests sagt uns, dass Mountainbiker bei Preisen der oberen Mittelklasse kaum noch Kompromisse eingehen müssen. Bei einer solchen Investition dürfen sie sich auf top funktionierende Fahrwerke, etwa mit Komponenten der Fox-Performance-Elite- oder der Rockshox-Select+-Familie freuen. Auch elektronische Funk-Schaltgruppen á la Shimano XT Di2 oder Sram GX Eagle AXS Transmission lassen funktional kaum Wünsche offen. Bei Reifen und Laufrädern darf man in der oberen Mittelklasse hochwertige, moderne Teile erwarten.

Das schrumpfende Kaufinteresse an Mountainbikes ohne Motor führte zuletzt zu einem rückläufigen Angebot, leider jedoch kaum zu günstigen Preisen. Für 4000 Euro müssen Fachhandels-Kunden an einem Hardtail teilweise immer noch mit kleinen Kompromissen leben. Gute Mittelklasse-Bikes mit starrem Heck liegen im Direktversand um 3000 Euro. Hochwertige vollgefederte Modelle starten im Fachhandel erst bei rund 6000 Euro. Im Direktversand sollten Biker 4500 bis 5000 Euro einplanen. Je nach Einsatzgebiet sind Carbon-Rahmen zu diesen Preisen die Norm.

4. Alles Gold was glänzt: Highend-Mountainbikes der Spitzenklasse

In der preislichen Spitzenklasse der Mountainbikes sind fast keine Grenzen gesetzt. Wer ein besonders leichtes Bike, exklusive Ausstattungsmerkmale und Worldcup-Technik sein Eigen nennen will, kann für ein Modell ohne Motor problemlos fünfstellige Summen investieren. Raum für individuelles Tuning bleibt immer. Mit Teilen aus der Fox-Factory- oder der Rockshox-Ultimate-Reihe erhalten betuchte Kunden die Creme de la Creme der Fahrwerkstechnik. Die Highend-Modelle der verbreitetsten Schaltgruppen hören auf die Namen Shimano XTR Di2 und Sram XX SL Eagle AXS Transmission. Top Reifen und Carbon-Laufräder sind meist eine Selbstverständlichkeit. Die höchsten Preise werden fast immer für Cross-Country-Bikes aufgerufen. Entwicklungstiefe und Leichtbau-Ambitionen treiben die Preise nach oben.

Superleichte Highend-Hardtails liegen nicht selten unter neun Kilo Gewicht. Bei Mountainbikes der Spitzenklasse geht die Preis-Schere weit auseinander. Im Zuge des Gravelbike- und Fully-Trends haben viele Hersteller die Topmodelle der Hardtail-Familien gestrichen. Wer trotzdem eines haben will, kann im Fachhandel dafür 7700 bis 10.500 Euro ausgeben. Im Direktversand sind Highend-Hardtails besonders selten geworden. Bei maximal 6000 Euro endet dort das Portfolio. Fullys erreichen bei den etablierten großen Fachhandels-Marken 10.000 bis knapp 16.000 Euro. Hersteller mit Direktvertriebs-Modell rufen Preise bis maximal 6500 bis 8000 Euro auf.

Wie seht ihr das: Wie viel Geld sollten ambitionierte Mountainbiker für ein neues Rad ausgeben? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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