Jan Timmermann
· 05.06.2026
Die Frage „Wie viel geben die Deutschen für ein Mountainbike aus?“ lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Die verfügbaren Marktdaten zeigen jedoch eindeutig: Mountainbiker investieren überdurchschnittlich viel in ihr Hobby. Für klassische Hardtails liegt der Schwerpunkt der Käufe heute im Bereich von etwa 1000 bis 2500 Euro, während hochwertige Fullys meist zwischen 2500 und 5000 Euro kosten.
Wer sich für ein E-Mountainbike entscheidet, landet häufig in Preisregionen von 3000 bis 6000 Euro oder darüber. Damit zählt das Mountainbike weiterhin zu den wertigsten und umsatzstärksten Segmenten des deutschen Fahrradmarktes.
Preise sind relativ. Was für den einen viel ist, ist für den anderen wenig. Zwar geben die deutschen Biker verhältnismäßig viel für ihr Material aus, zu den UVPs der aktuellen Neuheiten-Vorstellung klafft jedoch eine gewaltige Lücke. Die neusten Hochglanz-Bikes sind eben etwas zum Staunen, aber beileibe nichts für jeden Geldbeutel. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Die wichtigste Quelle für die Entwicklung des Fahrradmarktes in Deutschland ist der Branchenverband ZIV (Zweirad-Industrie-Verband). Laut den vom ZIV veröffentlichten Marktdaten wurden 2024 in Deutschland insgesamt 3,85 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Trotz leicht rückläufiger Stückzahlen blieb der Gesamtumsatz mit 6,33 Milliarden Euro auf hohem Niveau.
Das zeigt: Verbraucher kaufen zwar etwas weniger Fahrräder, investieren aber weiterhin viel Geld in hochwertige Modelle. Besonders deutlich wird dieser Trend im Mountainbike-Segment. Nach Angaben des ZIV schreitet die Elektrifizierung des Marktes weiter voran. E-Mountainbikes gehören inzwischen zu den beliebtesten Fahrradkategorien überhaupt und tragen wesentlich zum hohen Umsatzniveau der Branche bei.
Konkrete Durchschnittspreise für Mountainbikes veröffentlicht der ZIV nicht. Marktanalysen zeigen jedoch ein klares Bild: Für ein modernes Hardtail-Mountainbike liegt das mittlere Marktsegment heute zwischen 1000 und 2500 Euro. Hochwertige Hardtails kosten häufig mehr als 3000 Euro.
Bei vollgefederten Mountainbikes (Fullys) beginnt das relevante Marktsegment meist erst bei rund 2500 Euro und reicht problemlos bis über 5000 Euro. Spitzenmodelle können sogar fünfstellige Beträge erreichen.
Diese Preisstruktur deutet darauf hin, dass viele ambitionierte Mountainbiker deutlich mehr investieren als der durchschnittliche Fahrradkäufer. Während Trekking- oder Cityräder oft unter 1500 Euro bleiben, gelten bei Mountainbikes höhere Anforderungen an Fahrwerk, Bremsen und Antriebskomponenten.
Noch stärker zeigt sich die Entwicklung bei E-Mountainbikes. Laut den ZIV-Marktdaten lag der durchschnittliche Verkaufspreis eines E-Bikes in Deutschland 2023 bei knapp 3000 Euro. Aufgrund hoher Lagerbestände und Rabattaktionen sank dieser Wert bis 2025 zwar auf etwa 2550 Euro, dennoch bleiben E-Bikes die mit Abstand wertstärkste Fahrradkategorie.
Da E-Mountainbikes traditionell über dem Durchschnitt aller E-Bikes liegen, investieren Käufer in diesem Segment häufig zwischen 3000 und 6000 Euro. Modelle mit hochwertigem Fahrwerk, leistungsstarkem Akku und Premium-Ausstattung überschreiten regelmäßig die 7000-Euro-Marke.
Ein Blick in die Community bestätigt diesen Trend. In Diskussionen unter Mountainbikern werden Einsteiger-Hardtails häufig im Bereich von 500 bis 1000 Euro genannt, während viele Fahrer für ihr nächstes Trail- oder Enduro-Bike Budgets von 3000 bis 3500 Euro einplanen.
Gleichzeitig berichten Nutzer von einer zunehmenden Normalisierung der Preise nach dem Corona-Boom, nachdem in den Jahren 2021 bis 2023 außergewöhnlich hohe Nachfrage und knappe Verfügbarkeit den Markt geprägt hatten.
Mountainbiken ist ein teurer Sport aber noch lange nicht so teuer, wie etwa Pferde- oder Motorsport. Dass gute Bikes immer teurer werden, ist für die Zukunft der Szene bedauerlich. Gleichzeitig kann sich meiner Meinung nach der Invest in ein hochwertiges Mountainbike für viele Jahre lohnen. Bei E-Bikes sehe ich den Wertverlust durch die Innovationsgeschwindigkeit bei Motoren und Akkus als Risiko. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur.

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