Jan Timmermann
· 03.08.2026
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Mountainbikes gehören zu den Freizeit- und Sportgeräten, nicht zu den Dingen des täglichen Bedarfs. Entsprechend groß ist die Preisspanne: Während Spitzenmodelle problemlos Beträge im mittleren fünfstelligen Bereich erreichen können, stellt sich für viele Einsteiger eine ganz andere Frage: Wie günstig darf ein Mountainbike sein, ohne dass Fahrspaß und Qualität auf der Strecke bleiben?
Unsere langjährige Erfahrung im Test von Mountainbikes zeigt, dass der niedrigste Preis nicht automatisch das beste Angebot ist. Wer dauerhaft Freude auf Trails und Waldwegen haben möchte, sollte auf eine gewisse Grundqualität bei Rahmen, Komponenten und Ausstattung achten. Hersteller, den Vertriebsweg des Direktversandes wählen, sparen sich die Kosten für Händler vor Ort und können deshalb besonders günstige Preise anbieten. Aus diesem Grund haben wir die Einstiegsprogramme von vier etablierten Direktversender-Marken – Canyon, Propain, Radon und Rose – miteinander verglichen. Das Ergebnis zeigt, mit welchem Budget man heute ein empfehlenswertes Mountainbike aus dem Versandhandel kaufen kann.
Gerade die günstigen Aluminium-Bikes der Direktversender offerieren Einsteigern einen guten Deal. Ab knapp 1700 Euro müssen Mountainbiker kaum noch Kompromisse für eine gute Zeit im Gelände eingehen. Das Angebot günstiger Bikes aus dem Versandkarton wurde in letzter Zeit leider stark ausgedünnt, dafür locken vereinzelt attraktive Rabatte. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Was ein „gutes“ Mountainbike ausmacht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Anforderungen unterscheiden sich von Fahrer zu Fahrer und hängen von vielen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem das bevorzugte Einsatzgebiet, die persönlichen Fahrziele sowie individuelle Ansprüche an Komfort und Ergonomie. Deshalb gibt es nicht das eine Modell, das für alle gleichermaßen geeignet ist.
Ein passendes Mountainbike zu finden, ist immer eine individuelle Entscheidung. Wer sich für ein Modell einrs etablierten Marke entscheidet, profitiert in der Regel von einer sorgfältig abgestimmten Modellpalette. Selbst die günstigeren Bikes namhafter Hersteller verfügen meist über eine durchdachte Rahmengeometrie und eine stimmige Ausstattung. Wer dennoch unsicher ist, kann sich zusätzlich an unseren unabhängigen Testberichten orientieren und die jeweiligen Modelle im Detail vergleichen.
Neben Preis und Geometrie zählt vor allem die Ausstattung zu den entscheidenden Merkmalen eines gelungenen Einstiegs-Mountainbikes. Wer ein neues Bike sucht, sollte insbesondere auf folgende Komponenten achten:
Im Einstiegssegment setzen viele Hersteller aus Kostengründen noch auf einfache Komponenten, die den Anforderungen anspruchsvoller Geländefahrten nur bedingt gerecht werden. Weiche Schnellspann-Achsen sind bei den Direktversendern inzwischen zum Glück verschwunden. Reifen mit billiger Gummimischung hingegen werden ganz unten im Portfolio weiter spezifiziert. Für gelegentliche Fahrten auf Wald- und Schotterwegen reichen solche Bikes zwar aus, wer jedoch regelmäßig anspruchsvolle Trails fahren möchte, sollte ein höherwertiges Modell in Betracht ziehen.
Aus diesem Grund führen wir diese Räder in der folgenden Übersicht zwar auf, empfehlen sie jedoch nur eingeschränkt für den sportlichen Offroad-Einsatz. Ein etwas höheres Budget zahlt sich meist durch bessere Ausstattung, mehr Fahrspaß und höhere Sicherheit aus. Die günstigsten Mountainbikes werden ausschließlich als Hardtails angeboten. Bereits ab rund 750 Euro beginnt das Mountainbike-Sortiment bei Canyon, ab einem reduzierten Preis von 900 Euro bei Rose. Radon hat sein MTB-Portfolio deutlich eingedampft. Propain und YT bieten kein klassisches Hardtail an.
| Marke | Modell | Preis | Kompromisse |
| Canyon | Grand Canyon AL 5 | 749 Euro | Gabel, Schaltung, Stütze, Bremsen, Reifen, Gewicht |
| Propain | - | - | - |
| Radon | Cragger 7.0 | 1099 Euro | Gewicht |
| Rose | PDQ AL 1 | 900 Euro >> hier erhältlich | Gabel, Stütze, Bremsen, Reifen, Gewicht |
| YT | - | - | - |
Wer bei Fahrwerk, Schaltung, Laufrädern und Reifen auf eine durchweg hochwertige Ausstattung Wert legt, muss heute deutlich mehrinvestieren als noch vor einigen Jahren. Ein Grund dafür ist die Ausstattungspolitik vieler Hersteller: Leistungsfähige Komponenten sind häufig erst in höherpreisigen Modellvarianten erhältlich. Das Topmodell von Canyons-Alu-Reihe erfüllt unsere Ausstattungs-Kriterien. Bei Radon und Rose kommen adäquat ausgestattete Hardtails nur mit Carbonrahmen und in der günstigsten Variante mit starrer Sattelstütze, dafür jedoch bereits mit teils sehr hochwertigen Teilen, wie einer Funkschaltung.
Die Folge: Ein Mountainbike, das für anspruchsvolle Geländeeinsätze ohne größere Einschränkungen geeignet ist, lässt sich für rund 1.000 Euro kaum noch finden. Nach unseren Praxiserfahrungen lohnt sich die höhere Investition jedoch. Erst im Preisbereich zwischen etwa 1700 und 2000 Euro bieten Hardtails vom Direktversender eine Ausstattung, die in Sachen Performance und Zuverlässigkeit nur noch wenige Kompromisse erfordert.
| Marke | Modell | Preis | Kompromisse | Testbericht eines vergleichbaren Bikes |
| Canyon | Grand Canyon AL 9 | 1699 Euro | - | Test des Canyon Grand Canyon Al 7 |
| Propain | - | - | - | - |
| Radon | Jealous 8.0 | 2199 Euro | Stütze | - |
| Rose | PDQ XT Di2 | 3000 Euro >> hier erhältlich | Stütze, Gabel | Test des Rose PDQ 2 |
| YT | - | - | - | - |
Im Vergleich zu Hardtails sind Fullys deutlich aufwendiger konstruiert. Der gefederte Hinterbau mit Dämpfer erhöht nicht nur den technischen Entwicklungsaufwand, sondern auch die Produktionskosten. Für Einsteiger ist ein Fully deshalb nicht in jeder Disziplin zwingend erforderlich. Wer jedoch regelmäßig auf anspruchsvollen Trails unterwegs ist oder großen Wert auf Komfort und Kontrolle legt, profitiert spürbar von den Vorteilen eines vollgefederten Bikes.
Zur modernen Ausstattung eines Fullys gehört heute außerdem eine absenkbare Sattelstütze. Sie verbessert die Bewegungsfreiheit auf Abfahrten erheblich und zählt inzwischen bei den meisten Modellen zur Serienausstattung. Wer ein hochwertiges Fully aus dem Versandkarton sucht, sollte daher mit einem Budget von etwa 2400 bis 3.400 Euro rechnen. Nach oben sind den Preisen – je nach Material, Ausstattung und Einsatzbereich – kaum Grenzen gesetzt.
Canyon schießt mit dem brandneuen Neuron Alu-Modell erneut den Vogel ab und bietet ein gut ausgestattetes Trail-Fully für unter 2500 Euro. Auf denselben Preis ist aktuell das YT Jeffsy mit Alu-Rahmen und mehr Federweg reduziert. Bei Propain kann die Ausstattung im Online-Konfigurator individualisiert werden. Beim Enduro Tyee sollten mindestens eine Dropper-Post und die bewähre Marzocchi Bomber Gabel angeklickt werden. Radon bietet ohne E-Motor nur noch ein einziges Fully an, das aktuell um unglaubliche 2000 Euro reduziert ist und bereits einen Carbon-Rahmen mitbringt. Auch Rose hat sein Fully-Angebot verschlankt. Der Alu-Freerider Scrub hat einen günstigen Einstiegspreis aber auch ein schmales Einsatzgebiet.
| Marke | Modell | Preis | Kompromisse | Testbericht eines vergleichbaren Bikes |
| Canyon | Neuron 6 | 2499 Euro | - | Test der Carbon-Version Lux Trail |
| Propain | Tyee 6.1 AL Individual | 3399 Euro | - | Propain Tyee AL im Test |
| Radon | Jab MX 9.0 | 2399 Euro | - | Radon Jab MX 9.0 im Test |
| Rose | Scrub SC | 3200 Euro >> hier erhältlich | Einsatzbereich | Topmodell Rose Scrub DC 3 im Test |
| YT | Jeffsy Core 1 | 2499 Euro | Gewicht | Die Carbon-Version des YT Jeffsy im Test |
Was meint ihr? Wie viel Geld sollte man in ein gutes Mountainbike investieren? Lieber Fach- oder Versandhandel? Schreibt es uns in die Kommentare!

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