Das Rocky Mountain Altitude holte bereits zwei Testsiege bei uns und brachte selbst unseren Promi-Tester und Enduro-Racer Christian Textor ins Schwärmen – trotz Sponsorendruck lobte der Deutsche Enduro-Meister das Rocky Mountain Bike über den grünen Klee. Denn dem Altitude gelang ein Mix aus “schnell” und “verspielt” wie keinem anderen Bike. Grund für mich, das E-Pendant des Altitude als Dauertest-Bike auszuprobieren: das Rocky Mountain Altitude Powerplay C70.
Warum ein E-Bike? Weil ich gelernt habe, dass ich damit doppelt so viel fahre wie mit einem Bio-Bike – besonders im Winter. Bis auf den hauseigenen Motor ist das Bike nahezu baugleich mit unserem Lieblings-Enduro. Also ein 10-Punkte-Rad mit Motor. Ist das meine Glücksformel?
Nicht ganz. Denn auf meinen ersten Ausfahrten spürte ich wenig von den Attributen des Bio-Pendants. Zwar lassen sich die Kettenstreben auf 439 Millimeter kürzen, trotzdem muss ich mächtig reißen, um das Bike aufs Hinterrad zu bugsieren. Der sehr flache Lenkwinkel und das üppige Gewicht fühlten sich auf zahmeren Trails übermotorisiert an. Dann machte auch noch der Motor Probleme und ging immer wieder aus. Eine Kalibrierung half.
Bisher fremdle ich mit dem Altitude Powerplay, weil das Großkaliber auf Trail-Rides eher unhandlich ist. Nächstes Mal berichte ich, wie sich das Bike in zornigem Terrain schlägt und ob ich die Glücksformel gefunden habe. Also demnächst mehr!
Der E-Freerider musste sich aus Mangel von zornigen Strecken bisher auf zahmen Trails beweisen. Über die Wintermonate entfremdete ich den E-Freerider als Pendel-Bike. Die Salzkur überstand es gut. Mittlerweile konnte ich das Altitude auf Trails ausführen. Super: Der dicke 720-Wattstunden-Akku lässt viele Uphills zu. Auffällig: Der hauseigene Motor läuft beim Kurbeln rauer als die Konkurrenz von Shimano oder Yamaha. Auch der Motorschub fällt unsensibler aus. Kein großes Ding, doch daran musste ich mich erst mal gewöhnen.
Auf dem Trail hält das Bike, was das Datenblatt und der erste Fahreindruck in der Ebene versprechen: geballte Abfahrtspotenz. So bügelt das Altitude mit stoischer Gelassenheit alles platt und verleiht dem Piloten, sprich mir, viel Sicherheit. Landung verpatzt? Linie nicht getroffen? Kein Problem! Das Altitude übernimmt. Wem diese Attribute zusagen, wird sehr wahrscheinlich glücklich mit dem Bike. Mir fehlt die Portion Spritzigkeit. Daher steht jetzt ein Umbau auf Mullet an.
Der Regen-Mai machte dem Rocky zu schaffen. Ein Umbau auf Mullet sollte dem Bike mehr Spritzigkeit verleihen.
So viel Regen gab es im Mai schon lange nicht mehr. Ich pendelte trotzdem weiterhin mit dem Rocky ins Office. Folge: Erst drang Wasser ins Display, kurz drauf streikte der Motor. Der Fehler-Code gab Aufschluss, und Rocky tauschte Display und Steuergerät aus. Auf elektronische Teile gibt Rocky drei Jahre Garantie. Mehrkosten wären in diesem Fall also keine angefallen.
Zu diesem Anlass verpasste ich dem Rocky gleich ein kleineres Hinterrad, was dank Adapter am Dämpfer easy funktioniert. Mit der Ride-4-Verstellung steilte ich den Lenkwinkel um ein Grad an, für ein direkteres Handling. Auf Berg-Tour erprobte ich die Veränderung und fühlte mich merklich wohler. Man kriegt leichter Druck aufs Vorderrad.
Das schwere Gewicht hemmt zwar weiterhin bei Bunny-Hops und Spielereien, doch das Rocky fühlt sich so stimmiger an, bleibt aber weiterhin ein Meister der Abfahrt. Egal, was da vor dem Vorderrad auftaucht, das Rocky regelt das – während der Pilot sich nur festhalten muss. Auch geil!
Das Altitude Powerplay ist der ideale Park-Freerider, ganz klar. Grob, steil, schnell – hier fühlt es sich pudelwohl. Ich springe gerne mit meinem E-MTB auf zahmeren Trails und ziehe Bikes gerne auf’s Hinterrad. Würde ich mit dem E-Freerider doch noch warm werden? Ihr erfahrt es im Abschlussbericht des Rocky-Mountain-Dauertests hier >>