Gerade versetzte die Cross Country Weltmeisterschaft Mountainbiker ins Staunen. Was die Profis auf leichten Bikes der 120-Millimeter-Klasse abliefern ist einfach nur krass. Ihre Arbeitsgeräte sind hochspezialisierte Rennwagen, gemacht um Wettkämpfe auf aller höchstem Niveau zu gewinnen. Einige Standards haben sich dabei durchgesetzt, etwa leichte Flex-Pivot-Hinterbau-Systeme und die Integration von Funk-Technologie in Antrieb und Fahrwerk. Unsere Auflistung der neusten Cross Country Modelle zeigt: Schnelle Bikes erleben einen neuen Frühling.
Ob die Masse an Neuvorstellungen im Cross-Country-Bereich damit zu tun hat, dass sich am Horizont mit 32 Zoll eine neue Laufradgröße ankündigt, kann ich nicht abschließend sagen. Was sich sagen kann, nachdem ich fast alle neuen 29er-Modelle bereits gefahren bin: Racebikes sind so gut, wie nie zuvor. Leicht, vielseitig, performant: Da müssen künftige 32-Zöller erst einmal rankommen. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Canyon setzt für die aktuelle Rennsaison auf etwas mehr Federweg und eine deutlich progressivere Geometrie. Mit 66 Grad baut der Lenkwinkel besonders modern. Am Rahmen wurde alles weggespart, was auch nur ein Gramm Zusatzgewicht bringen könnte. Über einen Flip-Chip lässt sich die Kinematik an unterschiedliche Kettenblattgrößen anpassen. Die Preise des Direktversenders sind im Vergleich zur Konkurrenz besonders fair. Ein Modell mit elektronisch gesteuertem Fahrwerk gibt es bereits ab 6999 Euro.
Durch die finanzielle Schieflage des Accel-Konzerns ist die Zukunft der Lapierre-Racebikes leider ungewiss. Das Worldcup-Team wird für die Saison 2027 jedenfalls aufgelöst. Nichtsdestotrotz haben die Franzosen nochmal einen rausgehauen. Das neue XR kommt mit angepasster Geo und aufgefrischtem Fahrwerk. Eine Version mit Funk-Fahrwerk wird nicht angeboten.
Auch das Orbea Oiz will sich in seiner neusten Ausbaustufe noch stärker zum Rennsport bekennen. Die Spanier versprechen fürs neue Racebike mehr Steifigkeit an der richtigen Stelle und ein noch leistungsstärkeres Fahrwerk. Trotzdem soll das neue Oiz rund 30 Prozent leichter bauen als sein direkter Vorgänger. Feintuning gab es natürlich auch bei Geometrie und Kinematik. Die Optionen mit Alu-Rahmen bescheren der Oiz-Familie besonders günstige Einstiegs-Preise.
Santa Cruz gönnt dem Blur nicht nur etwas mehr Federweg, sondern legt das komplette Hinterbau-System neu auf. Natürlich umfasst das Update auch Änderungen in der Geometrietabelle. Ein 66 Grad flacher Lenkwinkel soll bei Highspeed-Raceruns für Laufruhe sorgen. Als eines der wenigen Cross Country Bikes setzt das Blur auf ein klassisches Rahmenstaufach und konventionell intern verlegte Züge. Neben der Race-Variante stehen auch Downcountry-Modelle zur Auswahl.
Auch nach dem World-Cup-Karriere-Ende von Nino Schurter geht es für das Scott Spark unter Fahrtechnik-Halbgöttern, wie Bjorn Riley, erfolgreich weiter. Die Schweizer verstecken den Dämpfer weiterhin im Carbonrahmen, wählen fürs neue Bike jedoch eine völlig neue Anlenkung. Besonders viel Wert wurde auf einen niedrigen Schwerpunkt und viel Mehrwert durch Rahmenstaufach, etc. gelegt. Auch beim neuen Scott Spark wird Systemintegration groß geschrieben.
Das neue Specialized Epic 9 hat das überaus erfolgreiche Epic 8 abgelöst. Bei Leichtbau und Preisen gehen die Kalifornier einen Schritt weiter als die meisten Konkurrenten. Die Geometrie wurde leicht angepasst und das Rahmenstaufach verschwindet aus dem Chassis. Geblieben sind ein potentes 120er Fahrwerk und viele Medaillen im Cross Country Worldcup.
Im Cross-Country- und Marathon-Startblock erfreut sich das Wilier Urta großer Beliebtheit. Die neuste Ausbaustufe zeichnet sich durch ein verbessertes Fahrwerk, neue Carbonfasern und eine überarbeitete Geometrie aus. Diese lässt sich außerdem über Steuersatzschalen anpassen. Die Italiener setzen voll auf Carbon-Laufräder und Lenker-Vorbau-Einheiten.
Wie seht ihr das: Würdet ihr noch bei einem der neuen 29-Zoll-Racebikes zuschlagen oder wartet ihr lieber auf 32-Zoll Modelle für den Cross Country Einsatz? Schreibt es uns in die Kommentare!

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