Zurück an die XC-WeltspitzeDas neue Canyon Lux World Cup CFR

Jan Timmermann

 · 30.04.2026

Mit preisen ab 3999 und bis maximal 7999 Euro bleibt das Racebike Canyon Lux World Cup CFR vergleichsweise erschwinglich. Das Modell XX SL AXS kostet 7499 Euro.
Foto: Max Fuchs
Das brandneue Canyon Lux World Cup CFR soll die Koblenzer wieder ganz nach vorne bringen. Cross-Country-Kurse wurden über die letzten Jahre immer krasser. In jüngster Zeit tat sich das Top-Racebike von Canyon schwer da noch mitzuhalten. Deshalb erhielt das Lux World Cup CFR ein umfassendes Update. Leichter, souveräner, schneller: Wir haben die Fakten.

Themen in diesem Artikel

Canyon hat das Race-Fully Lux World Cup CFR für die anstehende Rennsaison einmal komplett saniert. Der Vorgänger war zwar unter Top-Athleten, wie Mathieu van der Poel oder Luca Schwarzbauer sehr erfolgreich, letzterer beschrieb den Ritt auf der über die Jahre leicht angestaubten Rennfeile aber als “Tanz auf Messers Schneide”. Dem auslaufenden Lux World Cup CFR fehlte schlicht und ergreifend die nötige Souveränität, um die Profisportler schnell und gleichzeitig kraftsparend aufs Treppchen zu bringen. Canyon hat sich deshalb große Mühe gegeben das Cross-Country- und Marathon-Bike nachzuschärfen. Mehr Federweg, eine flachere Geometrie, nochmals weniger Gewicht und ein spezielles Anti-Squat-Feature im Fahrwerk sollen es richten. Manege frei für das neue Canyon Lux World Cup CFR!

Canyon Lux World Cup CFR im Detail

  • Einsatzbereich: Cross Country / Marathon
  • Federweg: 120 / 110 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Rahmengewicht: ab 1480 g (Herstellerangabe)
  • Komplettbike-Gewicht: 10,99 kg (BIKE-Messung ohne Pedale, Modell XX SL AXS, Größe L)
  • Preis: 3999 - 7999 Euro
  • Verfügbare Größen: XS / S / M /L / XL
  • Besonderheiten: Anti-Squat-Flip-Chip, Tool-Mount, Flex-Pivot

Aus dem Rennsport für den Rennsport

Canyon betont, wie wichtig die Erkenntnisse aus dem Profi-Rennsport und der Input der Teamfahrer für für die Neuentwicklung des Lux World Cup CFR gewesen sei. Die Top-Athleten testeten über eine lange Phase hinweg jeden Entwicklungsschritt unter realen Bedingungen. Das neue Racebike habe keinen anderen Anspruch als zu gewinnen und sei gar “das schnellste Canyon, das je den Boden berührt hat”. Der neue Rennbolide will Performance mit Effizienz, Zuverlässigkeit und Usabity vereinen, beziehungsweise schlicht ein Untersatz für Champions sein. Große Worte, die natürlich auch ins Lastenheft des Entwicklerteams einflossen. Die erklärten Ziele: Mehr Downhill-Souveränität, mehr Komfort, Agilität und Wendigkeit, weniger Gewicht, Klettereffizienz, ein sensibleres Fahrwerk und ein steifes Chassis. Teamfahrer und Worldcup-Mechaniker wünschten sich außerdem eine verbesserte Zugänglichkeit zu wichtigen Schrauben, mit zusätzlichen Sprengringen gesicherte Lager, Platz für zwei große Trinkflaschen in allen Rahmengrößen, eine Montagemöglichkeit für Zubehör und die Rückkehr zum Post-Mount-Standard an der Hinterradbremse. Zusätzlich sollte der Herstellungsprozess verbessert werden.

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Neues Fahrwerk mit Anti-Squat-Flip-Chip

Dass der Nachfolger des Canyon Lux World Cup CFR mehr Federweg haben würde als sein Vorgänger schien so gut wie gesetzt. Der Koblenzer Versender bläst den Hub des Flex-Pivot-Systems für 2026 jedoch nur minimal auf, gönnt dem Race-Fully eine Kombi aus 120 Millimetern vorn und 110 Millimetern hinten. Wichtigere Neuerung dürfte jedoch die angepasste Kinematik sein. Auch in BIKE-Tests fiel uns wiederholt die starke Progression des Vorgänger-Fahrwerks auf. Durch ein angepasstes Übersetzungsverhältnis soll der Hinterbau nun deutlich linearer ansprechen, sensibler reagieren, mehr Traktion generieren, mehr Komfort bieten und den vollen Hub gut nutzbar machen.

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Außerdem wünschten sich die Canyon-Profis ein optimales Fahrwerksverhalten bei verschiedenen Kettenblattgrößen. Die dicken Beine von Mathieu van der Poel wuchten schon mal ein 38er Kettenblatt über die Hügel, während Normalsterbliche eher auf ein 34er oder 32er Blatt setzen. Die Größe des Kettenblatts hat Einfluss auf den Anti-Squat-Wert der Hinterbau-Kinematik. Um allen Fahrern gerecht zu werden und ihnen maximale Effizienz im Fahrwerk zu bieten. lässt sich deshalb mittel Flip-Chip im Hauptdrehpunkt aus zwei Setups wählen. Ausgeliefert werden alle Canyon Lux World Cup CFR mit einem 34-Zähne-Kettenblatt und niedriger Anti-Squat-Einstellung. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Anti-Squat auch gleich grundlegend erhöht. Einen spürbaren Negativ-Einfluss auf das Pedal-Kickback des Fahrwerks soll es nicht geben.

Leichter ist schneller

Bereits der Carbon-Rahmen des alten Canyon Lux World Xup CFR galt als leicht. Bei der neuen Version geht Canyon jedoch in die Vollen und konnte an vielen kleinen Stellen nochmals etwas Gewicht wegsparen. So wurde sich für die Oberflächen-Optimierung etwa die Topographie der Umlenkhebel und der Bremsaufnahme genaustens angeschaut. Die CNC-gefrästen Alu-Teile wiegen nun nochmals weniger. Detailarbeit war auch beim Rest der Hardware gefragt. Die Hinterbauschrauben sind nun aufwändig hohlgebohrt um die Waage nicht unnötig zu belasten. Canyon entschied sich gegen ein Staufach im Unterrohr, was das Gewicht nur in die Höhe getrieben hätte. Sattdessen kann Zubehör bei Bedarf an einem Tool-Mount unter dem Oberrohr montiert werden. Canyon bietet auch eine dazu passende Tasche an. Erfreulich: Alle Modelle im Lineup des neuen Lux World Cup CFR setzen auf denselben Carbon-Rahmen, für welchen Canyon Gewichte ab 1480 Gramm angibt.

Geometrie-Update und moderne Standards

Natürlich kommt das neue Canyon Lux World Cup CFR mit einem Geometrie-Update. Auffälligste Neuerung: Der Lenkwinkel wurde um 2,5 Grad auf nun 66 Grad abgeflacht. Der Reach wurde minimal verlängert und der Sitzwinkel etwas steiler gezeichnet. Bis Rahmengröße M beträgt die Kettenstrebenlänge 435 Millimeter, darüber hinaus 440 Millimeter. Detailverbesserungen gab es beim Kettenstrebenschutz, der integrierten Zugführung und der Integration des Lenkanschlagsbegrenzers. Im Gegensatz zum Vorgänger sind alle Hinterbauschrauben nun frei zugänglich und nicht länger abgedeckt, was den Service am Rand der Rennstrecke vereinfachen dürfte.

Modelle und Preise

Canyon Lux World Cup CF 9

  • Preis: 3999 Euro
  • Gewicht: ab 11,50 kg

Canyon Lux World Cup CFR XT Di2

  • Preis: 4999 Euro
  • Gewicht: ab 11,06 kg

Canyon Lux World Cup CFR X0 AXS

  • Preis: 5999 Euro
  • Gewicht: ab 10,96 kg

Canyon Lux World Cup CFR XX SL AXS

  • Preis: 7499 Euro
  • Gewicht: ab 10,49 kg

Canyon Lux World Cup CFR XTR Di2

  • Preis: 7999 Euro
  • Gewicht: ab 9,82 kg

Fazit

Canyon steht mit dem neuen Lux World Cup CFR zu seinen Stärken und bietet ein leichtes, stark ausgestattetes Race-Fully zu einem deutlich günstigeren Preis an, als die Konkurrenz. Gleichzeitig wollen die Entwickler die Schwachstellen des Vorgängers bei Fahrwerk und Geometrie ausgemerzt haben. Sollte sich das bewahrheiten, müssen sich alle anderen Player warm anziehen. ich bin sehr gespannt auf den Test des Canyon Lux World Cup CFR - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur
Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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