FahrerwechselAlle Transfers der top MTB-Profis zur Saison 2023

Stefan Loibl

 · 25.01.2023

Die sechs MTB-Profis des Lapierre Mavic Unity Teams für 2023.
Foto: Lapierre Mavic Unity

BIKE gibt einen Überblick über die fixen Transfers der Profi-Mountainbiker und zeigt, in welchen Teams man zur Saison 2023 neue Cross-Country-Fahrer findet.

Top-Transfers 2023 im Mountainbike-Rennsport

Obwohl in der MTB-Rennsaison 2023 kein Großereignis wie die European Championships oder die Olympischen Spiele anstehen, tut sich bei Profi-Bikern und Mountainbike-Rennteams einiges. Los ging das große Fahrerkarussell bereits im November, als der Brasilianer Henrique Avancini nach acht Jahren seinen Abschied von Cannondale Factory Racing bekanntgab. Doch auch Mitte Januar war noch immer nicht bekannt, unter welcher Flagge und auf welchem Bike Avancini dieses Jahr unterwegs sein wird. Doch seit 19. Januar steht fest, das der Brasilianer 2023 mit seinem eigenen MTB-Team auf den Rennkursen dieser Welt unterwegs sein wird. Einige andere, fixe Top-Transfers von Profi-Bikern sind dagegen bereits Ende 2022 über die Bühne gegangen und offiziell verkündet worden. Wir geben einen Überblick, welche Profi-Mountainbiker 2023 für neue Teams fahren.

Verlagssonderveröffentlichung

Henrique Avancini 2023 mit eigenem Rennteam mit Bike-Sponsor Caloi

Seit 19. Januar ist es raus, dass der Brasilianer Henrique Avancini ab 2023 mit einem eigenen Team an den Start geht. Die vierköpfige Mountainbike-Equipe nennt sich Henrique Avancini Racing und ist mit Bikes vom brasilianischen Hersteller Caloi unterwegs. Auf Caloi-Bikes, die wie Cannondale oder Santa Cruz zur Pon-Gruppe gehören, war Avancini bereits zu seinen Anfangszeiten unterwegs, als er 2013 überraschend das MTB-Bundesliga-Rennen in Münsingen gewann. Neben dem brasilianischen Cross-Country-Meister Avancini fahren außerdem die brasilianische U23-Meisterin Sabrina Oliveira und zwei weitere, junge Nachwuchs-Racer aus dem südamerikanischen Land für das Rennteam.

Drei junge brasilianische Nachwuchs-Rennfahrer und links der Team-Kapitän Henrique Avancini. Avancinis UCI MTB-Team fährt auf Bikes von Caloi.Foto: Facebook/Caloi
Drei junge brasilianische Nachwuchs-Rennfahrer und links der Team-Kapitän Henrique Avancini. Avancinis UCI MTB-Team fährt auf Bikes von Caloi.

Maxime Marotte neuer Kapitän beim Rockrider Racing Team

Der 36-jährige Franzose Maxime Marotte kehrt zurück zu seinen Wurzeln und fährt 2023 für das Rockrider Racing Team. Das Mountainbike-Rennteam, das die Bikes des Versandriesen Decathlon fährt, gibt es erst seit dem Vorjahr in der höchsten Liga des Mountainbike-Rennsports. Nach dem Karriereende von Stéphane Tempier wird Marotte 2023 das neue Aushängeschild der französischen Equipe sein. Der Franzose Tempier ist allerdings als Teammanager weiterhin an Bord. Neben dem dreifachen französischen Meister Marotte verstärkt auch die 25-jährige Greta Seiwald das Rockrider Racing Team 2023. Die Italienerin fuhr wie Marotte letztes Jahr noch für Santa Cruz FSA.

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Vidaurre und Koretzky bei Specialized Factory Racing

Nur Short-Track-Spezialist Christopher Blevins (USA) bleibt aus der Männerriege bei Specialized Factory Racing. An seiner Seite werden 2023 zwei Neuzugänge die Bikes des US-Herstellers im UCI MTB-Worldcup fahren: Der junge Chilene Martin Vidaurre und der französische Worldcup-Sieger Victor Koretzky. Vidaurre hat in der vergangenen Saison den U23-Worldcup dominiert und wird als einer der zukünftigen Stars im MTB-Rennsport gehandelt. Der 22-Jährige U23-Weltmeister von 2021 kommt vom deutschen Lexware Mountainbike-Team, für das das deutsche Cross-Country-Ass Max Brandl fährt.

Ich bin glücklich und sehr aufgeregt, Teil von Specialized Factory Racing Team zu sein. Es gab so viele Faktoren, die meine Entscheidung beeinflusst haben. Aber Specialized ist eine Rennsport-Marke, eine der besten da draußen, und ich bin sicher, dass ich die beste Entscheidung für mich getroffen habe. Die Räder haben eine erfolgreiche Geschichte, und das Team weiß, wie man gewinnt. Auf der anderen Seite gibt es die große Community von Specialized in Südamerika. Es wird sicher nicht einfach werden. Es gibt viel zu lernen, aber ich werde meinen Stil beibehalten und etwas Verrücktes versuchen. Ich habe keinen großen Druck, also ist es an der Zeit, die Chancen zu nutzen und mehr Erfahrung zu sammeln. Mein Ziel wird es sein, die ganze Saison über konstant zu fahren. - Martin Vidaurre.
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Bei Victor Koretzky, Albstadt-Worldcup-Sieger von 2021, dürfte sich der Wechsel zu Specialized erst relativ kurzfristig ergeben haben. Denn bei seinem Straßen-Team B&B Hotels-KTM war erst spät im Jahr klar, dass es 2023 nicht mehr weitergeht. Daraufhin hat Team Bora-Hansgrohe Victor Koretzky für 2023 unter Vertrag genommen. Da Koretzky aber auch weiterhin im MTB-Worldcup Einsätze haben soll und Bora-Hansgrohe bekanntermaßen auf Specialized-Rennrädern unterwegs ist, wird der ehemalige Junioren-Weltmeister im Cross Country für Specialized Factory Racing antreten. Koretzkys erklärtes Ziel ist das olympische Mountainbike-Rennen 2024 in Paris. Die Damenriege bei Specialized Factory Racing bleibt unverändert: Haley Batten (USA), Sina Frei (SUI) und Laura Stigger (AUT) vertreten die Traditionsmannschaft aus den USA bei Cross-Country- und Marathon-Rennen.

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Ich freue mich, dem Specialized Factory Team für 2023 und darüber hinaus anzugehören. Die Entscheidung wurde sehr spät getroffen, nachdem mein letztes Team seine Verpflichtungen nicht erfüllen konnte. Aber ich bin froh, bei einem Team unterschrieben zu haben, bei dem ich meine Träume verfolgen kann. Ich werde für Bora-Hansgrohe auf der Straße fahren, und wir werden einige Eintagesrennen ins Auge fassen. Mein Ziel ist es, zu Beginn der Saison in guter Form zu sein und bei diesen Straßenrennen gut abzuschneiden, bevor ich mich dem MTB zuwende. Die Weltmeisterschaften in Schottland sind wichtig, um sich für Olympia 2024 zu qualifizieren, und ich werde alles geben, um dieses Ziel zu erreichen. Leider war es mir nicht möglich, das Team beim letzten Trainingslager zu begleiten. Aber ich kenne alle Fahrer und freue mich darauf, sie bald persönlich kennenzulernen. - Victor Koretzky

Lars Forster zu Thömus Maxon

Der zweifache MTB-Europameister Lars Forster verstärkt das Team Thömus Maxon. Das Thömus-Rennteam aus der Schweiz geht damit noch stärker und noch breiter aufgestellt in die Saison 2023. Mit der Verpflichtung des 29-jährigen Forster tritt die Equipe von Teamchef Ralph Näf erstmals mit drei Fahrern in der Herren Elite-Kategorie an. Mathias Flückiger und Vital Albin erhalten mit dem dreifachen Worldcup-Sieger Forster einen starken Mann an ihrer Seite.

Wir freuen uns sehr, dass wir Lars Forster verpflichten konnten. Lars hat trotz seinen beiden Europameistertitel, seinem Weltcupsieg 2019 in Snowshoe und weiteren internationalen Siegen noch großes, unausgeschöpftes Potential. Zudem passt er auch menschlich sehr gut ins Team. - Ralph Näf, Thömus-Maxon Teamchef
Lars Forster im neuen Teamtrikot von Thömus Maxon für 2023, das Assos stellt.Foto: Thömus Maxon Racing Team
Lars Forster im neuen Teamtrikot von Thömus Maxon für 2023, das Assos stellt.

Filippo Colombo an Schurters Seite bei Scott-Sram

News beim Scott-Sram MTB Racing Team von Thomas Frischknecht für 2023: Während Lars Forster das Team in Richtung Thömus Maxon verlässt, freut sich Frischknecht über die Ankuft des 25-jährigen Schweizers Filippo Colombo, der vom Absolute Absalon BMC Racing Team kommt und das Team neben Nino Schurter, Kate Courtney und Andri Frischknecht vervollständigt. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Filippo Colombo 2022 eine überzeugende MTB-Rennsaison hatte. Vize-Weltmeister im Short-Track-Rennen, zwei Short-Track-Worldcupsiege, ein zweiter Platz beim XC-Worldcup in Mont Saint-Anne sowie die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft sprechen für sich. Seine starke Saison brachte Colombo in der UCI-Weltrangliste auf Platz 5, nur einen Platz hinter Weltmeister Nino Schurter.

Filippo Colombo auf seinem neuen Arbeitsgerät bei Scott-Sram MTB Racing: dem Scott Spark RC.Foto: Tom Alemanno
Filippo Colombo auf seinem neuen Arbeitsgerät bei Scott-Sram MTB Racing: dem Scott Spark RC.

Pauline Ferrand-Prévot bei Ineos Grenadiers

Bereits am 12. Oktober verkündete der französische MTB-Superstar Pauline Ferrand-Prévot, dass sie ab 2023 für Ineos Grenadiers fahren wird. An der Seite von Super-Allrounder Tom Pidcock fährt die vierfache MTB-Weltmeisterin von 2022 seit November bereits Cyclocross-Rennen im Ineos-Trikot und mit Pinarello-Rädern. Man darf gespannt sein, auf welchen Mountainbikes die Französin (aber auch Pidcock) 2023 bei ihren UCI MTB-Worldcup-Einsätzen unterwegs sein werden. Denn Ferrand-Prévot hat mit dem Wechsel zu Ineos-Grenadiers auch bereits verkündet, dass ihr großes Ziel die heimischen Olympischen Spiele in Paris 2024 sind. Dort will sich die zehnfache UCI Radweltmeisterin in der Elite (Straße, Cyclocross, MTB) den Titel holen, der in ihrer Sammlung noch fehlt, nämlich den Olympiasieg.

2023 in Diensten von Ineos-Grenadiers auf den Mountainbike-Rennstrecken dieser Welt unterwegs: Pauline Ferrand-Prévot (30).Foto: Ineos Grenadiers
2023 in Diensten von Ineos-Grenadiers auf den Mountainbike-Rennstrecken dieser Welt unterwegs: Pauline Ferrand-Prévot (30).

Nadine Perks von Ghost zu jb Brunex Superior

Die deutsche Cross-Country-Bikerin Nadine Perks (ehemals Nadine Rieder) fährt 2023 nach zwei Jahren nicht mehr für das Ghost Factory Racing Team, sondern für das Schweizer Team jb Brunex Superior.

Ondrej Cink 2023 auf Mondraker

Der Tscheche Ondrej Cink wechselt vom polnischen Kross Profi-Team zu Mondraker. An der Seite von Rebecca McConnell wird der tschechische Meister die Farben von Primaflor-Mondraker-Genuins im UCI Mountainbike-Worldcup vertreten. Für den 32-jährigen zweifachen Worldcup-Sieger Cink ist es eine Rückkehr. Denn bereits 2018 fuhr Cink ein Jahr auf Mondraker Bikes.

Kehrt 2023 zu Mondraker zurück: der Tscheche Ondrej Cink.Foto: Facebook/Ondrej Cink
Kehrt 2023 zu Mondraker zurück: der Tscheche Ondrej Cink.

Isla Short wechselt zu Ghost Factory Racing

Isla Short ist das neue Gesicht im Ghost Factory Racing Team. Die 26-jährige Schottin war in der Vergangenheit bereits für ein internationales Team unterwegs, ehe sie sich entschied, für einige Jahre ihr eigenes Projekt zu verfolgen, um zu sehen, wie weit sie damit kommen kann. Ihre Grenzen hat die zweifache schottische Meisterin damit ausgelotet und erhofft sich jetzt im Ghost Worldcup-Team genau die Unterstützung und den Zusammenhalt, der ihr die letzten Jahre gefehlt hat.

Die neue Cross-Country-Fahrerin bei Ghost Factory Racing 2023: die Schottin Isla Short. | Copyright: Attention Builders
Die neue Cross-Country-Fahrerin bei Ghost Factory Racing 2023: die Schottin Isla Short. | Copyright: Attention Builders

Prominente XC-Biker ohne neue Teams

Obwohl bei Henrique Avancini nun klar ist, dass er mit einem eigenen Team durchstarten will, gibt es noch einige andere namhafte Cross-Country-Profis, deren Teams für 2023 noch unbekannt sind. So zum Beispiel Jordan Sarrou (30). Wohin es den französischen Cross-Country-Weltmeister von 2020 nach Specialized verschlägt, ist noch offen. Genauso ungewiss ist die Zukunft von Thomas Litscher (2022 beim Kross Orlen Cycling Team). Der Schweizer hat sich Ende 2022 von Kross verabschiedet und noch keine neue Station verkündet. Ebenfalls unsicher ist noch, wie es mit dem KMC-Orbea-Rennteam und damit den beiden starken dänischen Bikern Marlene Degn oder Sebastian Fini weitergeht.

Neues Top-Team für 2023: Orbea Factory Team

Das neue Orbea Factory Team macht 2023 den Sprung in die erste Liga des Cross-Country-Mountainbike-Rennsports. Mit neuen Fahrern und Fahrerinnen sowie neuer Team-Struktur geht es zu den Rennstrecken des UCI-Worldcups sowie zu den wichtigsten Etappen- und Tagesrennen der Saison. In der Pressemitteilung zur Teamvorstellung heißt es: “Das Orbea Factory Team wird zu spektakulären Rennen beitrage, den Sport attraktiver machen und mehr Fans an die Strecken bringen.” Vier Profi-Biker werden in diesem UCI Mountainbike-Team 2023 auf dem neuen Orbea Oiz unterwegs sein: Der Belgier Pierre de Froidmont (26) und die Niederländerin Anne Tauber (27) sind als erfahrene MTB-Profis dabei. Der 22-jährige Spanier David Campos wird seine erste Saison in der höchsten Rennklasse absolvieren und der Franzose Luca Martin (20 Jahre) fährt in der U23-Kategorie. Neben dem Cross-Country-Team sind auch weiterhin Lukas Baum und Georg Egger (Speed Company Racing) im Marathon-Rennsport auf Orbea-Bikes unterwegs.

Neu für 2023 im UCI Mountainbike-Worldcup unterwegs: Das Orbea Factory Team mit vier Fahrern um Pierre de Froidmont und Anne Tauber (beide vorne).Foto: Hersteller
Neu für 2023 im UCI Mountainbike-Worldcup unterwegs: Das Orbea Factory Team mit vier Fahrern um Pierre de Froidmont und Anne Tauber (beide vorne).

Lapierre Mavic Unity: Neues Cross-Country MTB-Team für 2023

Elf Jahre nach dem Rückzug aus dem Elite-Mountainbike-Rennsport kehrt Lapierre mit dem Team Lapierre Mavic Unity in die Weltspitze des Cross-Country-Rennsports zurück. Weniger als zwei Jahre vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris stattet der traditionsreiche, französische Bike-Hersteller damit wieder Top-Biker mit seinem neuen Racefully Lapierre XR aus. Und zwar zusammen mit Mavic, einer weiteren französischen Kultmarke als Co-Partner. Das MTB-Team besteht 2023 aus drei Fahrerinnen und drei Fahrern, viele davon bekannte Gesichter und bereits erfolgreich in den vergangenen Jahren:

  • Malène Degn (Dänemark)
  • Annie Last (Großbritannien)
  • Isaure Medde / U23 (Frankreich)
  • Sebastian Fini Cartensen (Dänemark)
  • Thomas Litscher (Schweiz)
  • Erik Haegstad (Norwegen)
Das neue MTB Cross-Country-Rennteam von Lapierre für 2023 mit Thomas Litscher , Annie Last und Marlene Degn (vorne)Foto: Lapierre Mavic Unity
Das neue MTB Cross-Country-Rennteam von Lapierre für 2023 mit Thomas Litscher , Annie Last und Marlene Degn (vorne)
Das Arbeitsgerät des Lapierre Mavic Unity-Teams: das Lapierre XR Racefully mit Shimano-Komponenten und Mavic-Laufrädern.Foto: Lapierre Mavic Unity
Das Arbeitsgerät des Lapierre Mavic Unity-Teams: das Lapierre XR Racefully mit Shimano-Komponenten und Mavic-Laufrädern.

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