Crankbrothers Mallet TrailDas Leichtgewicht unter den Trail-Pedalen im Test

Stefan Frey

 · 05.01.2026

Mit kleinem Käfig und zwei “Alibi-Pins” soll das Mallet Trail ideal für gewichtsbewusste Tourenbiker sein.
Foto: Stefan Frey
Ihr legt Wert auf geringes Gewicht, wollt aber dennoch sicher auf den Pedalen stehen? Dann könnte das Crankbrothers Mallet Trail die richtige Wahl für euch sein. Mit kleinem Pedalkäfig und seinem speziellen Bindungsmechanismus ist das Mallet der Exot unter den Trail-Pedalen. Wir haben es für euch getestet.

​Eigentlich war die Auswahl an Mountainbike-Pedalen bei Crankbrothers auch bisher nicht gerade klein. Vier unterschiedliche Modelle mit dem klassischen Schneebesen-Klicksystem gab es schon im Sortiment der US-Amerikaner. Das Ganze zusätzlich noch in verschiedenen Qualitätsstufen. Doch die Amis dachten wohl: da fehlt noch etwas. Und weil Nischen scheinbar dazu da sind, um besetzt zu werden, findet sich nun mit dem Mallet Trail Modell Nummer fünf im MTB-Pedal-Sortiment des Zubehör-Herstellers. Als Trail- und Gravel-Pedal soll es die Lücke zu den größeren Plattformpedalen aus der Enduro-Riege schließen.

Mit kleinem Käfig und zwei “Alibi-Pins” soll das Mallet Trail ideal für gewichtsbewusste Tourenbiker sein.Foto: Stefan FreyMit kleinem Käfig und zwei “Alibi-Pins” soll das Mallet Trail ideal für gewichtsbewusste Tourenbiker sein.

Kleine Plattform, geringes Gewicht

Im Vergleich zum Klassiker Candy verfügt das Mallet Trail über eine leicht vergrößerte Plattform, sowie zwei austauschbare Pins pro Seite, was den Halt im nicht eingeklickten Zustand auf dem Pedal verbessern soll. Allen Crankbrothers-Pedalen gleich: Der Schneebesen-Mechanismus, der einen Einstieg an vier Positionen ermöglicht und eine besonders gute Selbstreinigung bieten soll.

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Anders als bei SPD-Systemen kann man bei Crankbrothers an vier Positionen einklicken. Die Selbstreinigung ist hier besonders gut.Foto: Stefan FreyAnders als bei SPD-Systemen kann man bei Crankbrothers an vier Positionen einklicken. Die Selbstreinigung ist hier besonders gut.

Um auch an etwas breiteren Hinterbauten genügend Bewegungsfreiheit zu haben, setzt das Mallet auf eine 57 Millimeter lange Achse – im Vergleich dazu: Das Candy baut nur 52 Millimeter breit. Für geschmeidigen Lauf verfügt das US-Label auf Igus Gleitlager innen sowie Enduro Patronenlager außen. Mit 355 Gramm bleibt das Mallet Trail angenehm leicht und ist damit eine gute Alternative, für Biker, die das Gewicht niedrig halten möchten.

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Montage und Einstellungen

Je nach Höhe der Schuhsohle empfehlen wir, unter die Cleats die mitgelieferte Beilagscheibe zu montieren, da ansonsten das Einklickverhalten etwas schwergängig sein kann. Mit den standardmäßig mitgelieferten Cleats hat man die Wahl zwischen 15 und 20 Grad Auslösewinkel – wobei wir in der Regel mit dem kleineren Winkel besser zurecht kommen. Alternativ bietet Crankbrothers zudem das Easy Release Cleat mit nur noch 10 Grad Auslösewinkel und der Option auf 0 Grad Bewegungsfreiheit, die ansonsten bei 6 Grad liegt.

Die Messing-Cleats gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Die Standard-Cleats bieten einen Ausstiegswinkel von 15 oder 20 Grad.Foto: Stefan FreyDie Messing-Cleats gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Die Standard-Cleats bieten einen Ausstiegswinkel von 15 oder 20 Grad.


Das Mallet Trail im Fahrtest

​Wer SPD-Pedale gewohnt ist, wird sich mit dem Bindungsmechanismus von Crankbrothers schwertun. Durch die Konstruktion aus zwei beweglichen Bügeln fehlt ein definierter Ausstiegspunkt. Das Ausklicken wird rein durch den Winkel vorgegeben und der Fuß rutscht einfach irgendwann ohne großen Widerstand aus dem Pedal. Das gibt im Gelände ein wenig sicheres Gefühl. Auch die Feder könnte aus unserer Sicht etwas härter sein – einstellen lässt sie sich hier nicht.

Die beiden winzigen Pins bringen weder eingeklickt noch ausgeklickt einen echten Mehrwehrt.Foto: Stefan FreyDie beiden winzigen Pins bringen weder eingeklickt noch ausgeklickt einen echten Mehrwehrt.

Ungewohnt ist auch der Einstieg. Zum Teil muss man den Bügel leicht drehen, damit er in der passenden Position steht. Um ins Pedal zu kommen, braucht es immer etwas Schub nach seitlich vorne – ungewohnt und etwas kompliziert im technischen Gelände.

Trotz kleinem Käfig steht man auf dem Mallet Trail zumindest eingeklickt angenehm satt auf den Pedalen.Foto: Stefan FreyTrotz kleinem Käfig steht man auf dem Mallet Trail zumindest eingeklickt angenehm satt auf den Pedalen.

Steht man dann mal drin im Mallet Trail, ist die Verbindung zum Pedal aber gut – die Schuhe haben großflächig Kontakt und sitzen satt auf der Standfläche. Über die sogenannten Traction Pads – kleine Kunststoffkappen – sowie über Shims unter den Cleats lässt sich der Abstand zum Schuhprofil feintunen. Ausgeklickt fahren ist mit den Mallet Trail keine Option, dafür ist die Standfläche zu klein und die beiden winzigen Pins haben nahezu keine Funktion.

Crankbrothers Mallet Trail – Infos & Preis

  • Preis: 189,99 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht Pedale / Cleats: 355 / 34 Gramm
  • Standfläche / Standhöhe / Achslänge: 78 x 74 mm / 9 mm/ 57 mm
  • Auslösehärte / -winkel / Bewegungsfreiheit: 4,8 Nm / 10, 15, 20 Grad / 6, 0 Grad
  • Besonderheiten: Integrierte Traction Pads zum verbesserten Schuh-Kontakt; 2 verstellbare Pins pro Seite; Lager mit doppelter Dichtung; verlängerte Achse für mehr Bewegungsfreiheit, 57 mm Q-Faktor; abgeflachte Ecken gegen Felskontakt
Den wenig definierten Ausstieg des Crankbrothers-Systems muss man mögen, in Sachen Gewicht können die Mallet Trail aber punkten.Foto: Stefan FreyDen wenig definierten Ausstieg des Crankbrothers-Systems muss man mögen, in Sachen Gewicht können die Mallet Trail aber punkten.

Bewertung & Fazit

Käfig und Pins bringen hier kaum einen Mehrwert, das Fahrgefühl ist aber durchaus satt und angenehm.Foto: Stefan FreyKäfig und Pins bringen hier kaum einen Mehrwert, das Fahrgefühl ist aber durchaus satt und angenehm.

​Fazit: Crankbrothers Mallet Trail

Die Mallet Trail sind leicht, kompakt und bieten eingeklickt einen soliden Stand. Die spezielle Bindung mit vier Einstiegspositionen reinigt sich quasi von selbst, über Shims lässt sich der Kontakt zum Schuh feintunen. Ein- und Ausstieg sind jedoch wenig definiert und gewöhnungsbedürftig, die Auslösehärte ist sehr gering und nicht einstellbar. Ausgeklickt steht man sehr wackelig auf dem Pedal.

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