Mountainbikes mit 32 Zoll Laufrädern stecken noch in den Kinderschuhen. Zwar steht längst fest, dass die neue Laufradgröße auf den Markt drücken wird, doch ab wann der durchschnittliche Biker tatsächlich die Wahl hat einen 32-Zöller zu kaufen steht noch in den Sternen. Es ist die Stunde der Kleinserien-Hersteller: Lokal produzierende Marken können schnell und unbürokratisch auf den Trend reagieren und bringen erste “kaufbare” Produkte auf den Markt. Von Stoll und Actofive kommen die ersten Serien-Rahmen. Die Freiburger Manufaktur Intend zieht nach und lässt eine 32-Zoll-Version der Crosscountry-Gabel Samurai von der Leine. Wir haben alle Infos zur ersten Serien-Federgabel für 32-Zoll-Mountainbikes.
Die Intend Samurai XC 32 ist also die erste ihrer Art. Aber warum ist das überhaupt so wichtig? Federgabeln sind ein elementares Bauteil jedes Mountainbikes. Sie definieren nicht nur den Einsatzbereich eines Bikes, sondern auch dessen Geometrie. So können zum Beispiel Einbaulänge und Vorlauf einer Gabel einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung eines Rahmens nehmen. Aber auch Details, wie Infos über den benötigten Bauraum für die Krone sind entscheidend, um beim Einlenken Kollisionen zwischen Gabel und Rahmen zu vermeiden.
Intend ist vielen Mitbewerberb in der Entwicklung einer serienreifen Federgabel für 32 Zoll Laufräder einen großen Schritt voraus. Große Fahrwerkshersteller halten ihre Konzepte noch unter Verschluss. Insider rechnen damit, dass Player, wie Fox und Rockshox, erst 2027 mit Produkten für den neuen Laufradstandard in Serie gehen werden. Die verkaufsbereite Intend Samurai 32 bietet auch kleinen Rahmenbauern erste Anhaltspunkt, wie eine 32-Zoll-Federgabel aussehen kann. Nicht ohne Grund setzen aktuell fast alle bekannten 32-Zoll-Bikes auf die Intend.
Vom Grundprinzip her setzt die 32-Zoll-Version auf die bekannten Attribute der Intend Samurai. Als Upsidedown-Federgabel hat sie mit den großen Laufrädern weniger Platzprobleme, als konventionelle Teleskopgabeln, welche über eine Brücke zwischen den Tauchrohren versteift werden. Die Standrohre besitzen 35 Millimeter Durchmesser und bis zu 130 Millimeter Federweg. Erhältlich ist die Federgabel entweder mit einer Rockshox Charger Race Day Kartusche oder der eigenen Dämpfungseinheit von Intend, welche auf den Namen “Energizer” hört und über ein dreistufiges Lockout-System verfügt.
Ganze 74 Millimeter größer ist der Durchmesser eines 32-Zoll-Laufrades mit Reifen im Vergleich zum etablierten 29 Zöller. Dafür wird an der gabel entsprechend mehr Platz gebraucht und die Länge steigt. Durch den größeren Hebel können in der Praxis auch andere Kräfte auftreten. Deshalb hat Intend seine Samurai extra an die Bedürfnisse von 32-Zoll-Mountainbikes angepasst und unter anderem die Krone verstärkt sowie die Ausfallenden neu designet. Letztere sind wahlweise mit Flatmount- oder Postmount-Aufnahme ausgestattet. Im BIKE-Labor wogen wir für die Intend Samurai XC 32 ein Gewicht von 1616,7 Gramm inklusive 263 Millimeter langem Gabelschaft. Wie alle Intend-Produkte wird auch jede neue Gabel in Freiburg von Hand aufgebaut. Entsprechend teuer fällt der Preis aus: ab 1699 Euro.
Dass Intend bei Innovationen, wie 32-Zoll-Laufrädern ganz vorne mit dabei ist, wundert wenig. Auch wenn die Intend Samurai XC 32 bei weitem kein Produkt für den Massenmarkt ist, zeigt sie dennoch eindrucksvoll in welche Richtung sich die Entwicklung von 32-Zoll-Fahrwerken entwickeln könnte. Der Vorsprung der deutschen Manufaktur dürfte bei rund einem Jahr liegen. - Jan Timmermann, BIKE-Testredakteur