Starke Frauen im Bike-SportInterview mit Caroline Buchanan

Steffi Marth

 · 09.11.2022

Starke Frauen im Bike-Sport: Interview mit Caroline BuchananFoto: Adam McGrath
Powered by

Acht Weltmeistertitel, australische Sportlerin des Jahres 2013, Fourcross-Weltmeisterin mit 18 Jahren, Straßenrennen, olympisches BMX, Air&Style, Downhill, Slopestyle – Caroline Buchanan (31) aus Canberra, Australien, kann alles und will noch viel mehr. Wir haben mit ihr gesprochen in einem Interview.

FREERIDE: Du machst so viel. Was bist Du eigentlich – eine BMXerin?

Caroline Buchanan: Ich liebe alle Facetten des Bikens, doch klar, BMX fahre ich, seit ich fünf Jahre alt bin. Ich sehe mich jetzt aber als Freeriderin. Mein Ziel: Ich will, dass Frauen bei Crankworx-Slope-Styles starten. Frauen machen schon bei der Fest Series mit und bei den Audi Nines. Die Zeit ist reif!

Du bist als erste Frau einen Frontflip gesprungen!

Genau aus diesem Grund liebe ich Freeriden: Jeder Tag ist ein Gewinn. Das ist so ganz anders als im Racing. Im Freeriden zählt dein persönlicher Fortschritt: den Manual etwas länger halten, die Hand in der Luft vom Lenker nehmen, oder eben einen Flip machen. Das macht süchtig!

Verlagssonderveröffentlichung

Wie hat sich der Flip angefühlt?

Unglaublich gut. Ich hatte ihn schon oft ins Airbag gemacht; ich wusste, dass ich ihn draufhabe. Und doch musste ich mich richtig überwinden, entschlossen sein und den Trick durchziehen. Das Gefühl danach war pures Gold!

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Weitere Artikel zum Thema “Starke Frauen im Bike-Sport”


Du warst schwer verletzt, hemmt das bei solch gewagten Stunts?

Wäre es ein Bike-Sturz gewesen, dann hätte er mich sicher gehemmt. Doch es war ein Autounfall. Daher kriege ich das im Kopf ganz gut hin. Der Unfall hatte übrigens auch seine guten Seiten, denn ich wurde rausgerissen aus meiner Karriere als Rennfahrerin, kam endlich mal zum Nachdenken und schaffte es, die Obsession loszulassen, olympisches Gold gewinnen zu müssen. Und ich fand heraus, was ich wirklich will, nämlich: freeriden!

Du kannst so viel, gibt es auch was, das Du nicht kannst?

Ja, Du wirst jetzt lachen: Ich kann keinen Manual. Mein Mann Barry zieht mich ständig damit auf. Und er hat Recht, ich muss ganz dringend den Manual lernen. Tanzen und Singen zählen auch nicht zu meinen Stärken.

Dein konsequentes Training ist legendär. Baust Du Dir Deine Jumps zum Üben selbst?

Ich habe das Glück, dass wir auf einem großen Gelände hier in Australien wohnen. Mein Mann ist auch Bike-Profi. Wir bauen zusammen und haben alles von Quaterpipes bis zu fetten Motocross-Rampen. Hier steht sogar eine Nachbildung eines Crankworx-Slopestyle-Parcours. Als Barry eine Verletzungspause einlegen musste, lieh ich mir seinen Airbag. Damit trainierte ich den Frontflip und wurde ein Freestyle-Athlet, denn als Racerin hab’ ich nie die Hände vom Lenker genommen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogenen Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzbestimmungen.

Hast Du was Neues geplant?

Ja, klar. Ich arbeite gerade am Flair. Den würde ich gerne bis zu den Audi Nines können. Ich habe noch keine Frau gesehen, die einen Flair mit dem Mountainbike macht.

Du vermarktest Dich super professionell. Wie viel Zeit verbringst Du auf dem Bike, wie viel am Computer?

Früher, als ich 16 bis 25 Jahre alt war, waren es 70 Prozent Interviews, Rennberichte, Medienarbeit usw. Jetzt hat sich das Verhältnis umgekehrt, und ich verbringe 70 Prozent der Zeit auf dem Bike. Ich habe ein sehr eingespieltes Support-Team.

Wie relaxt Du?

Andere nehmen ein Schaumbad oder schenken sich ein Glas Rotwein ein, um runterzukommen. Ich muss biken gehen, dann relaxe ich, und mir geht’s gut.

Deine Garage steht voller Bikes. Welches wär’ es, wenn Du nur noch eins fahren dürftest?

Mein Trek Remedy (160/150 mm), also eine Mischung aus Trailbike und Enduro. Damit kann man so viel anstellen.

Meistgelesene Artikel

Unbekanntes Element