Davids Transalp-Blog – Etappe 4Was für ein Brett!

David Voll

 · 06.07.2022

Davids Transalp-Blog – Etappe 4: Was für ein Brett!Foto: David Voll

BIKE Transalp 2022 – BIKE-Blogger David Voll musste nach einer unruhigen Nacht geschwächt in über 100 Kilometer lange 4. Etappe von St. Vigil nach Kaltern starten.

Gestern, kurz vorm Schlafengehen, erreichte die Teilnehmer noch die Info via Kurzmitteilung aufs Handy von der offiziellen Zeitmessungsfirma der BIKE Transalp: „Start morgen bereits um 8 Uhr!“ Gute Idee, beim Blick auf die 4. Etappe. Denn mit 109 Kilometern und 3100 Höhenmetern war das ein ordentliches Brett! Doch beim genaueren Hinsehen auf das Höhenprofil erkannte ich, dass die Zeitnahme bereits bei Kilometer 59 sein sollte. Dann folgte ein Transferstück ohne Zeitnahme bis nach Bozen, wo dann der zweite „Startschuss“ fallen und noch einmal die Zeit bis ins Ziel gemessen werden sollte. Ein spannendes Format, das ich so bisher auch noch nicht kannte.

Doch an Schlafen war zunächst nicht zu denken. Nicht aufgrund der Nachricht oder der Streckendaten – wobei man sich bei Letzterem tatsächlich auch in die Hosen hätte machen können – sondern wegen fiesen Verdauungsproblemen! Offensichtlich hatte ich etwas gegessen, was mein Körper nicht mochte. Deshalb machte ich mich, statt in Windeseile in die Koje, mit Darmwinden auf die Toilette. Nach einer unruhigen Nacht rumorte es in meinem Bauch am Morgen immer noch so stark, dass bereits das Frühstück eine Herausforderung war.

BIKE-Blogger David mit flauem Gefühl am Start der 4. Transalp-Etappe.Foto: David Voll
BIKE-Blogger David mit flauem Gefühl am Start der 4. Transalp-Etappe.

Mit flauem Magen zum Start

Mit ungutem Gefühl und flauem Magen rollte ich mit Torsten zum Start. Die ersten Kilometer führten uns zunächst bergab, bevor sich die ersten 800 Höhenmeter vor uns auftürmten. Spätestens am vierten Tag eines Etappenrennens fragt man sich eh, was man sich da überhaupt antut: Der Hintern brennt wie Feuer, die Beine schmerzen, als würden sie mit abertausenden Nadelstichen malträtiert und die Lunge pfeift wie eine alte Dampflock. Dazu jetzt auch noch Bauchschmerzen!

Während die anderen schon schlemmen, bringt David an der ersten Verpflegungsstation noch keinen Bissen runter.Foto: David Voll
Während die anderen schon schlemmen, bringt David an der ersten Verpflegungsstation noch keinen Bissen runter.

„Ich könnte ko...!“, dachte ich mir noch, und keine fünf Minuten später setzte mein Körper diesen Gedanken leider um – das Frühstück ließ grüßen! Doch das schien geholfen zu haben, denn von da an ging es deutlich besser und ich fand gut ins Rennen. Nach fast zwei Stunden traute ich mich dann auch an die erste Nahrung – wenn man ein Energiegel als solche bezeichnen kann. Lecker sind diese hochkonzentrierten Energiespender ja nicht gerade, weshalb ich zögerlich daran nuckelte. Stets den Würgereiz im Hinterkopf. Aber alles ging gut und mein Magen nahm den Zucker dankbar auf.

Plötzlich Punk statt Walzer

Ab dem höchsten Punkt der heutigen Etappe, dem Würzjoch mit 2000 Meter ü. NN, änderte sich die Streckencharakteristik: Ging es bis hier her noch gleichmäßig, wie bei einem Walzer, auf Asphalt hinauf, wechselte das Profil nun auf wilde Punk-Musik. Ein ständiges Auf und Ab, Links und Rechts, gepaart mit permanent wechselndem Untergrund verlange nicht nur ein Höchstmaß an Konzentration, sondern kostete mich auch allerhand Körner.

Dann endlich war die Zeitnahme erreicht und ich konnte erstmal eine ausgiebige Pause machen und meine Energie- und Flüssigkeitsspeicher an der dortigen Verpflegungsstation mit kühler Melone, frischen Orangen und süßer Ananas wieder auffüllen. Da sich bis dahin auch mein Magen wieder mit mir versöhnt hatte, gönnte ich mir zudem auch noch ein Stück Kuchen. Jetzt hatte ich ja schließlich knapp 35 entspannte Kilometer Zeit, um alles angemessen zu verdauen. Und so rollten Torsten und ich mit anderen Teilnehmern Richtung Bozen, wo bei Kilometer 92 die zweite Zeitnahme begann.

Noch ein Mal in den roten Bereich

Das war schon ein komisches Gefühl, wenn der Körper nach drei Stunden am Anschlag bis zur ersten Zeitnahme und der folgenden Stunde „Ausrollen“ bis zum zweiten Start noch einmal bis in den roten Bereich drehen musste. Doch es ging besser, als gedacht. Mit Karacho bügelten Torsten und ich die letzten beiden 300-Höhenmeter-Wellen nieder und konnten nach einem langen Tag im Sattel im Ziel endlich mit dem obligatorischen alkoholfreien Radler den Motor wieder runter kühlen. Später gab es dann auch noch ein leckeres Putensteak mit Kartoffelsalat –das nenn ich mal eine Zielverpflegung!

Die Erfrischung im Ziel ist natürlich ohne Alkohol!Foto: David Voll
Die Erfrischung im Ziel ist natürlich ohne Alkohol!
Ein Glück, es schmeckt wieder!Foto: David Voll
Ein Glück, es schmeckt wieder!

Zum 8. Mal über die Alpen: der BIKE Transalp-Blog 2022

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