​WM 2026 USADie schönsten Fahrradtouren rund ums deutsche Teamquartier in Winston-Salem

Barbara Merz-Weigandt

 · 23.06.2026

Auf einer Radtour durch das Innovation Quarter lässt sich das pulsierende Herz von Winston-Salem entdecken.
Foto: Visit Winston Salem
Während die Fußball-WM 2026 die Welt in Fußballfieber versetzt, entpuppt sich Winston-Salem – das Quartier der deutschen Nationalmannschaft – als Geheimtipp für Radbegeisterte. Die Region rund um Winston-Salem bietet mit malerischen Seen, historischen Radwegen und sanften Hügeln ideale Bedingungen für unvergessliche Fahrradtouren.

Themen in diesem Artikel

Während die Fußball-WM 2026 in den USA für weltweite Begeisterung sorgt, richtet sich der Blick vieler Fans auf das Quartier der deutschen Nationalmannschaft in Winston-Salem. Abseits der großen Stadien und der Public Viewings offenbart sich hier eine Region, die sich perfekt für Erkundungen mit dem Fahrrad eignet. Zwischen grünen Seen, historischen Wegen und sanften Hügeln bietet die Gegend ideale Bedingungen für alle, die vor dem Anpfiff oder zwischen zwei Spielen frische Luft und Bewegung suchen.

Zugegeben, Winston-Salem steht auf der Liste der Raddestinationen nicht ganz oben. Die Stadt ist eher für ihre Geschichte, ihre Universitäten und ihre Rolle in der Tabakindustrie bekannt. Doch wer einmal die zahlreichen Greenways und Nebenstraßen entdeckt hat, merkt schnell, dass die Region überraschend viel zu bieten hat.

Besonders angenehm ist die Mischung aus Natur, Kultur und entspannter Südstaaten-Atmosphäre. Anders als in vielen Großstädten kann man hier oft kilometerlang fahren, ohne ständig an Ampeln oder dichtem Verkehr zu hängen. Stattdessen wechseln sich Waldstücke, Seenlandschaften und kleine historische Orte ab.

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Der perfekte Einstieg: Salem Lake Greenway

Wer die Region zum ersten Mal besucht, sollte mit einer Runde um den Salem Lake beginnen. Der See liegt nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt und gehört zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Region.

Die Strecke rund um den See ist leicht zu fahren und eignet sich sowohl für Rennradfahrer als auch für Trekking- oder Gravelbikes. Der Weg führt durch schattige Waldabschnitte, immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke auf das Wasser. Gerade in den frühen Morgenstunden, wenn Nebelschwaden über dem See hängen und die Temperaturen noch angenehm sind, entfaltet die Strecke ihren besonderen Reiz.

Für Besucher während der WM könnte diese Runde der ideale Start in den Tag sein: knapp anderthalb Stunden Bewegung, bevor man sich wieder dem Fußball widmet.

Historie und Landschaft: Shallow Ford State Historic Site

Wer etwas mehr Kilometer sammeln möchte, findet nordwestlich von Winston-Salem eine reizvolle Alternative. Die Strecke zur historischen Shallow Ford State Historic Site verbindet sportliche Herausforderung mit regionaler Geschichte.

Hier verläuft ein Teil einer alten Handelsroute, die schon lange vor dem modernen Straßennetz genutzt wurde. Die Tour führt durch ländliche Gebiete, vorbei an Farmen, kleinen Kirchen und typischen Landschaften des Piedmont-Gebiets von North Carolina.

Besonders angenehm ist das ständige Auf und Ab der Hügel. Es wird nie richtig alpin, aber auch nie langweilig. Wer gerne gleichmäßig pedalieren und dabei die Umgebung genießen möchte, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Die unterschätzte Seite von Winston-Salem

Oft wird Winston-Salem selbst unterschätzt. Dabei hat sich die Stadt in den vergangenen Jahren stark fahrradfreundlich entwickelt. Zahlreiche Greenways verbinden Parks, Wohngebiete und das Zentrum miteinander.

Eine entspannte Nachmittagsrunde durch die Stadt kann überraschend abwechslungsreich sein. Besonders das revitalisierte Viertel Innovation Quarter, die historischen Gebäude von Old Salem und die grünen Korridore entlang der Stadtparks lassen sich wunderbar miteinander kombinieren.

Wer kein eigenes Rad dabei hat, kann auf lokale Fahrradverleiher oder Bikesharing-Angebote zurückgreifen. Für internationale Besucher der WM dürfte das eine unkomplizierte Möglichkeit sein, die Region auf eigene Faust zu entdecken.

Ein Ausflug ins Weinland

Wer einen zusätzlichen Tag zur Verfügung hat, sollte das nahegelegene Yadkin Valley ins Auge fassen. Die Region gilt als eines der bekanntesten Weinanbaugebiete im Südosten der USA.

Die Straßen sind meist wenig befahren, die Landschaft wirkt fast europäisch: sanfte Hügel, Weinberge und weite Ausblicke prägen das Bild. Besonders im Abendlicht entsteht eine Atmosphäre, die man in North Carolina vielleicht nicht unbedingt erwarten würde.

Für Genussradler bietet sich hier die Möglichkeit, sportliche Aktivität mit regionaler Kulinarik zu verbinden – natürlich erst nach der Tour.

Praktische Tipps für Radfahrer während der WM 2026

Der Sommer in North Carolina kann heiß und feucht werden. Temperaturen von deutlich über 30 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Deshalb empfiehlt es sich, möglichst früh am Morgen zu starten.

Außerdem lohnt es sich:

  • ausreichend Wasser mitzunehmen,
  • Sonnenschutz nicht zu vergessen,
  • längere Touren sorgfältig zu planen,
  • bei Bedarf auf E-Bikes zurückzugreifen.

Gerade internationale Besucher unterschätzen oft die Kombination aus Hitze und Luftfeuchtigkeit.

Die schönsten Tourentipps auf einen Blick

1. Salem Lake & Greenway

  • Länge: ca. 27 Kilometer
  • Schwierigkeit: leicht
  • Highlights: Seeufer, Waldpassagen, entspannte Atmosphäre
  • Ideal für: Einsteiger, Familien, Genussradler

2. Shallow Ford State Historic Site Runde

  • Länge: ca. 49 Kilometer
  • Schwierigkeit: mittel
  • Highlights: Historische Route, ländliche Landschaft, sanfte Hügel
  • Ideal für: Tourenfahrer und Rennradler

3. Winston-Salem City Greenways

  • Länge: flexibel
  • Schwierigkeit: leicht
  • Highlights: Parks, Old Salem, Innovation Quarter
  • Ideal für: Stadtentdecker und Besucher mit wenig Zeit

4. Yadkin Valley Weinland-Tour

  • Länge: individuell planbar
  • Schwierigkeit: leicht bis mittel
  • Highlights: Weinberge, Panoramablicke, ruhige Straßen
  • Ideal für: Genussradler und Tagesausflüge

Weitere Infos und Tourenvorschläge findet man auf www.visitwinstonsalem.com/things-to-do/hiking-biking-trails

Fazit

Wer 2026 wegen des Fußballs nach North Carolina kommt, sollte unbedingt etwas Zeit für das Fahrrad einplanen. Winston-Salem ist vielleicht nicht die erste Stadt, die einem als Raddestination einfällt – aber genau das macht ihren Reiz aus. Zwischen Seen, historischen Wegen, grünen Korridoren und den sanften Hügeln des Piedmont erlebt man eine Seite der USA, die vielen Besuchern verborgen bleibt.

Manchmal sind es eben nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die in Erinnerung bleiben. Manchmal reicht ein ruhiger Morgen am Salem Lake, das Summen der Reifen auf dem Asphalt und das Gefühl, eine Region ganz aus eigener Kraft zu entdecken. Genau dafür ist Winston-Salem wie gemacht.


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Barbara Merz-Weigandt

Barbara Merz-Weigandt

Chefredakteurin

Barbara Merz-Weigandt, Chefredakteurin von MYBIKE, dem Magazin für engagierte Alltags- und Reiseradler, lebt am Starnberger See. Ihre große Leidenschaft: das Reisen. Mit dem Tourenrad überquerte sie die Alpen – auf der Via Claudia Augusta, der Ciclovia München-Venezia und dem Alpe-Adria-Radweg. Mit Motorsegler und Rad erkundete sie die Inselwelt Kroatiens und die lykische Küste, alle Balearen und Kanaren hat sie mit dem Fahrrad bereist. Am liebsten ist sie mit dem Mountainbike auf den Trails in den Bayerischen Voralpen, den Dolomiten oder auf La Palma unterwegs.

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