Gitta Beimfohr
· 15.05.2023
Ich dreh’ heute nicht mehr um: Nach der Alltags-Routine darf es am Wochenende auf dem Mountainbike durchaus atemberaubend werden. Mit diesen MTB-Wochenend-Touren kommen Sie garantiert ins Staunen.
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Das Erzgebirge im Süden Sachsens ist ohnehin schon jeden Wochenendausflug wert. Doch Biker, die über Ortskenntnisse verfügen und ihre Freizeit gern mit wildbelassenen Trail-Erlebnissen füllen, die machen am liebsten rüber über die tschechische Grenze. Dort, wo das Erzgebirge “Krušné Hory” heißt und mit einer beeindruckenden Abbruchkante ins Böhmische Becken abfällt. Bei Inversionswetterlagen branden an diesen Steilhang besonders fotogene Wolkenmeere. Doch der eigentliche Clou für Biker: Die Trails auf dieser Gebirgsseite sind länger (bis zu 700 Tiefenmeter) und damit anspruchsvoller.
Genug Routenstoff also für drei Tage, und so lang dauert auch dieser Trip von Seiffen bis nach Dresden mit jeder Menge Highlights: das Hochmoor auf dem Berg Jezerka, die Birkenwälder von Mikulov, der Kammweg am Mückentürmchen, der Trailpark von Adolfov, die Felsenstadt der Tyssaer Wände, die Sandsteinschluchten am Schneeberg und am Ende der Elbhang-Trail gen Dresden. Das perfekte Wochenende für Trail- und Naturliebhaber!
Insgesamt 201 km / 3720 hm / 3 Etappen
Ochsenkopf und Schneeberg heißen die Protagonisten dieser verlängerten Mountainbike-Wochenendrunde im Nordosten Bayerns. Mit ihren 1051 und 1024 Metern sind es nicht nur die höchsten Gipfel des Fichtelgebirges, sondern auch die Trail-haltigsten. Doch nimmt man die Mittelgebirgswellen zwischen Marktredwitz und Kirchenlamitz genauer unter die Lupe und befragt zusätzlich ein paar engagierte Locals, dann entdeckt man zwischen den Nadelbäumen, Blockmeeren und skurrilen Felstürmen noch jede Menge weitere Trail-Kilometer.
Zusammengelegt ergibt sich aus diesen zusätzlichen Spaßlinien aus Hohe Matze, Kösseine und Hoher Kornberg ein wahres Goldkettchen von MTB-Touren rund um das gesamte Fichtelgebirge herum. Natürlich mit Abstecher in den gefeierten Bikepark am Ochsenkopf. Hier kann man mit dem Sessellift sogar 450 Höhenmeter von der insgesamt recht knackigen Tour abkürzen.
Optimaler Startpunkt für die Tour ist Marktredwitz im Süden des Fichtelgebirges. Von dort in großer Runde und im Uhrzeigersinn über Bischofsgrün, Kirchenlamitz und Hohenberg wieder nach Marktredwitz
Der Püttner-Trail: Es ist der Feierabend-Lieblings-Trail der Cube-Belegschaft. An den markanten Granittürmen am Gipfel der Kösseine (939 m) startet der Pfad noch bockig und verblockt, doch dann nimmt er mit ein paar Steilrutschen und weiten Kurven Fahrt auf. So lassen sich die Wurzelteppiche bald geschmeidiger nehmen. Und das ist nur eine von vielen Abfahrtsvarianten an der Kösseine.
Im Oberpfälzer Altmühltal wickeln sich mittlerweile sechs angelegte Trails durch den Wald von Treuchtlingen. Der eine ist 2,5 Kilometer lang und fließt über leichte bis mittelschwere Hindernisse hinweg, der andere verstaut auf 600 Metern Länge alles, was Federweg, Körperbeherrschung und ruhige Bremsfinger fordert: Steinfeld, Roadgap, Wurzelpassagen. Dazu gibt es zwei Übungsparcours und tagesfüllende Trail-Touren um den Park herum. Die Fahrtechnikschule Happy Trails bietet hier, speziell für Familien mit unterschiedlichen Vorstellungen von Bike-Spaß, Kurse an (Kinder ab 4 Jahren). Die erlernten Tricks und Techniken sollen für mehr Spaß und Sicherheit auf künftigen Familienausflügen sorgen.
2,5-Tage-Kurs ab 395 Euro
Alle weiteren Infos zu den Heumödern-Trails unter: heumoederntrails.de
Allgäu, Ammergauer Alpen, Wetterstein, Karwendel, Tegernseer Berge – an Touren-Spots vor der Haustür mangelt es Bikern aus dem Münchner Süden nicht. Nur die Autobahnen dorthin sind am Wochenende meist verstopft. Daher ist es eine gute Idee, die Bayerischen Alpen mal als West-Ost-Durchquerung anzugehen: Jeder Tag führt durch einen anderen Gebirgsstock und endet jeweils an einem glasklaren Badesee, den man abends fast für sich alleine hat.
Insgesamt 191 km / 5830 hm / 4 Etappen
Für ein bisschen Himalaya-Flair im Alltag: Man schafft diese Gipfel-Tour mit Startpunkt in St. Englmar auch an einem Tag. Allerdings kostet das immer wieder querliegende Wurzelwerk einiges an Kraft und Zeit. Am besten nimmt man sich daher zwei Tage Zeit, so lassen sich die einzelnen Gipfelerlebnisse auch viel besser feiern. Proviant dazu einpacken! Die einzigen Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten warten in Gotteszell am südlichen Wendepunkt der Tour.
Insgesamt hat die Runde 50,8 km und 1630 hm.
Die Route: von St. Englmar über die Gipfel Pröller (1048 m), Predigtstuhl (1024 m), Knogl (1056 m), Kälberbuckel (1054 m), Hirschenstein (1095 m), Klausenstein (1050 m), Rauher Kulm (1020 m) und Vogelsang (1022 m). Die Tour in zwei Tagen:
Einst spuckten seine Gipfel Feuer und Lava, heute sonnen sich in seinen Hangterrassen Weinreben, Mandelbäume und Smaragdeidechsen. Das kleine Mittelgebirge Kaiserstuhl ragt 16 Kilometer nördlich von Freiburg aus der Rheinischen Tiefebene. Eingekeilt zwischen den wilden Vogesen im Westen und dem großen Schwarzwald im Osten wirkt dieses Kleinod etwas unscheinbar, aber es gibt natürlich Gründe, warum ein Bike-Touren-Veranstalter wie Beitune Wochenendausflüge im Kaiserstuhl anbietet.
Auf einer Fläche von gerade mal 15 mal 12,5 Kilometern drängen sich hier immerhin zwölf Gipfel in Form von grünen, sanften Wiesenbuckeln, die man auf Tour über Panoramawege, Höhenrücken-Trails und sehr flowige Hohlwege der Reihe nach abklappern kann. Unten in den Tälern haben sich hübsche Weinorte eingenistet, die sich für Einkehr und Übernachtung eignen. Und über allem weht ein fast schon mediterranes Klima. Klingt alles sehr lieblich, doch es dürfte auch ein paar finstere Kapitel in der Vergangenheit geben. Anders sind manche Namen wie Böselsberg, Totenkopfstraße und Raubrittergraben nicht zu erklären.
Beitune.de bietet in Achkarren Wochenenden mit Tages-Touren an. Termine: Mai und Oktober. Preis 229 Euro
Von Witzhelden über Wipperfürth bis nach Wiehl – in zwei Tagen einmal quer durchs Bergische Land. Zwar schlägt diese Region östlich von Köln noch nicht so hohe Wellen wie das dahinter anschließende Sauerland, aber das stetige Auf und Ab schaukelt sich auch hier zu den Höhenmeterwerten einer Transalp-Etappe auf. Möglich machen das in diesem grünen Hügelmeer natürlich keine markanten Gipfel, sondern die typischen Kerbtäler (Siepen), in die man hinein- und auch wieder hinauskurbelt.
Oft sogar auf spaßigen Wald-Trails, die sich als überraschend anspruchsvoll entpuppen können, denn: Das Bergische Land hat kein Vogesen-Schutzschild wie der Kaiserstuhl im Süden. Hier blasen die Atlantiktiefs nahezu ungebremst heran und stauen sich an den Hängen des Hochsauerlands. Sprich: Petrus selbst kümmert sich in diesem Revier darum, dass die Wege, Wurzeln und damit natürlich auch die Klamotten von Trail-Bikern nicht zu staubig werden. Doch sobald die Sonne rausspitzt sorgen Schlösser und Burgen für Fotopausen, Talsperren für Badepausen und Brauhäuser fürs leibliche Wohl.
Die Tour hat insgesamt 130 km, 2600 hm und enthält leichte Trails. Preis inkl. Übernachtung in Wipperfürth, Gepäcktransport und Rücktransfer auf Anfrage.
Weitere Infos bietet rockmytrail.de
Zwischen Darmstadt und Heidelberg wickelt sich der Vogesenweg an der Westkante des Odenwalds entlang. Ein Weitwanderweg, der seinen Untergrund und seine Breite so häufig wechselt wie sein Auf und Ab. Mal bahnt er sich als Schotterweg durch dichte Buchenwälder, mal klettert er als zweispuriger Wiesenweg durch die Weinhänge und lässt den Blick weit über die Rheinebene schweifen. Dazwischen lässt er es mit wurzeligen, teils stufigen Trail-Passagen auch mal ordentlich krachen. Für weitere Unterhaltung sorgen alte Wachtürme aus der Römerzeit, Burgruinen, Hügelgräber, ein Felsenmeer und die Heppenheimer Altstadt aus dem Mittelalter.
Den höchsten Punkt markiert der 514 Meter hohe Felsberg. Trotzdem häufen sich auf den zwei tagesfüllenden Etappen fast 2500 Höhenmeter an, bevor sich schließlich an einem Aussichtspunkt die Stadt Heidelberg zu Füßen ausbreitet und man nur noch dem Waldweg-Zickzack ins Ziel hinunter folgt. Perfekt für den Saisonstart!
Insgesamt 104 km / 2460 hm / 2 Etappen
Die Route des Vogesenwegs ist markiert (roter Balken auf weißem Grund), ein zusätzlicher GPS-Track macht aber Sinn, weil manche Trails überraschend ins Dickicht abzweigen. Übernachtungsmöglichkeiten finden sich in den Orten entlang der Strecke zahlreich. Rücktransfer: Darmstadt und Heidelberg sind mit dem IC-Netz der Deutschen Bahn bestens vernetzt.