DeutschlandAcht Tausender an einem Tag im Bayerischen Wald

Andreas Kern

 · 27.07.2020

Acht Tausender an einem Tag im Bayerischen WaldFoto: Andreas Kern

Ein wenig Himalaya-Flair: Auch die Berge im Bayerischen Wald sind echte Charakterköpfe, nur hat man ihre Gipfel ganz für sich allein. Acht Tausender an einem Tag – ein Abenteuer vor der Haustür.

Die Tour

Die Acht-Tausender-Runde mit Startpunkt in Sankt Englmar hat insgesamt 50,8 Kilometer und 1630 Höhenmeter. Dabei klettert sie über die Gipfel von Pröller (1048 m), Predigtstuhl (1024 m), Knogl (1056 m), Kälberbuckel (1053 m), Hirschenstein (1095 m), Klausenstein (1050 m), Rauher Kulm (1020 m) und Vogelsang (1022 m). Lange Anstiege lauern nicht unbedingt, aber das ständige Auf und Ab kostet auch Körner. Fünf bis sechs Stunden reine Fahrzeit sollte man daher auf jeden Fall einplanen. Fahrtechnisch bleibt die Runde auf Schotter und leicht wurzeligen Waldwegen im Schwierigkeitsbereich S0 bis S1.

Wem die acht Tausender an einem Tag zu viel sind, kann die Runde mit Übernachtung in Gotteszell auch zur Zweitages-Tour aufteilen (1. Etappe: 33,1 km und 980 hm, 2. Etappe: 17,8 km und 650 hm).

Den kompletten Reise-Artikel "Deutschland: Bayerischer Wald" aus BIKE 7/2020 können Sie bequem unten im Download-Bereich als PDF herunterladen. Der Revier-Guide kostet 1,99 Euro. Darin finden Sie den BIKE-Webcode, der Sie zum Download der kostenlosen GPS-Daten führt.

Frühstart am Hotel Sonnenhügel oberhalb von Sankt Englmar. Im Sommer treffen sich hier auch die Locals vor und nach ihren Touren.Foto: Andreas Kern
Frühstart am Hotel Sonnenhügel oberhalb von Sankt Englmar. Im Sommer treffen sich hier auch die Locals vor und nach ihren Touren.
Für ein wenig Himalaya-Flair muss man nicht ins Flugzeug steigen. Auch die Berge im Bayerischen Wald sind echte Charakterköpfe, nur hat man ihre Gipfel ganz für sich allein. Acht Tausender an einem Tag – ein Abenteuer vor der Haustür. Foto: Andreas Kern
Für ein wenig Himalaya-Flair muss man nicht ins Flugzeug steigen. Auch die Berge im Bayerischen Wald sind echte Charakterköpfe, nur hat man ihre Gipfel ganz für sich allein. Acht Tausender an einem Tag – ein Abenteuer vor der Haustür. 
Tour zum Predigtstuhl (1024 Meter)Foto: Andreas Kern
Tour zum Predigtstuhl (1024 Meter)
Aus der Ferne wirken die Bayerwald-Gipfel unscheinbar. Erlebt man sie ganz nah, erzählt doch jeder einzelne Berg eine eigene Geschichte.Foto: Andreas Kern
Aus der Ferne wirken die Bayerwald-Gipfel unscheinbar. Erlebt man sie ganz nah, erzählt doch jeder einzelne Berg eine eigene Geschichte.
Mit dem traditionellen Pröllergeist sollte man aber besser bis zum Ende der Tour warten.Foto: Andreas Kern
Mit dem traditionellen Pröllergeist sollte man aber besser bis zum Ende der Tour warten.
Im 150 Jahre alten Forsthaus auf der Ödwies befinden sich die Wohnräume im ersten Stock. Wegen der Schneemassen, die hier einst fielen.Foto: Andreas Kern
Im 150 Jahre alten Forsthaus auf der Ödwies befinden sich die Wohnräume im ersten Stock. Wegen der Schneemassen, die hier einst fielen.
Manuel misst sich im Standweitsprung mit Maus und Marder.Foto: Andreas Kern
Manuel misst sich im Standweitsprung mit Maus und Marder.
Irgendwo hier im Wald des Knogl (1056 m), so sagt man, schlägt sich seit 20 Jahren der Knogl-Toni durch. Uns ist der Einsiedler nicht über den Weg gelaufen.Foto: Andreas Kern
Irgendwo hier im Wald des Knogl (1056 m), so sagt man, schlägt sich seit 20 Jahren der Knogl-Toni durch. Uns ist der Einsiedler nicht über den Weg gelaufen.
Ein bisschen Rio-de-Janeiro-Flair am Pröller. Diese Christus-Statue blickt zwar nicht auf einen Strand herunter, aber sie sorgte dafür, dass der Pfad einen Namen bekam: "Zuckerhut-Trail".Foto: Andreas Kern
Ein bisschen Rio-de-Janeiro-Flair am Pröller. Diese Christus-Statue blickt zwar nicht auf einen Strand herunter, aber sie sorgte dafür, dass der Pfad einen Namen bekam: "Zuckerhut-Trail".
Peter Klar (78), Guide aus Straubing:  Einst verkaufte er im eigenen Laden Herrenanzüge unten im Donautal, dann machte er sich mit dem Bike immer öfter auf in den "Woid". Inzwischen gilt Peter als der Hausmeister von Sankt Englmar. Kaum einer kennt die Trails hier oben im Bayerwald besser als der 78-Jährige.Foto: Andreas Kern
Peter Klar (78), Guide aus Straubing:  Einst verkaufte er im eigenen Laden Herrenanzüge unten im Donautal, dann machte er sich mit dem Bike immer öfter auf in den "Woid". Inzwischen gilt Peter als der Hausmeister von Sankt Englmar. Kaum einer kennt die Trails hier oben im Bayerwald besser als der 78-Jährige.
An klaren Tagen braucht man an den Aussichtspunkten keine Panorama-App. Dann sieht man mit bloßem Auge übers Donautal, die Böhmerwald-Gipfel und im Süden sogar bis zum 150 Kilometer entfernten Watzmann.Foto: Andreas Kern
An klaren Tagen braucht man an den Aussichtspunkten keine Panorama-App. Dann sieht man mit bloßem Auge übers Donautal, die Böhmerwald-Gipfel und im Süden sogar bis zum 150 Kilometer entfernten Watzmann.
Vom Rauhen Kulm (1050 m) schaut man bis zum König des Bayerwalds, dem Großen Arber (1456 m).Foto: Andreas Kern
Vom Rauhen Kulm (1050 m) schaut man bis zum König des Bayerwalds, dem Großen Arber (1456 m).
Hochgefühle am Vogelsang (1022 m). Der achte Tausender war noch mal ein Brett.Foto: Andreas Kern
Hochgefühle am Vogelsang (1022 m). Der achte Tausender war noch mal ein Brett.
Frühstart am Hotel Sonnenhügel oberhalb von Sankt Englmar. Im Sommer treffen sich hier auch die Locals vor und nach ihren Touren.Foto: Andreas Kern
Frühstart am Hotel Sonnenhügel oberhalb von Sankt Englmar. Im Sommer treffen sich hier auch die Locals vor und nach ihren Touren.
Für ein wenig Himalaya-Flair muss man nicht ins Flugzeug steigen. Auch die Berge im Bayerischen Wald sind echte Charakterköpfe, nur hat man ihre Gipfel ganz für sich allein. Acht Tausender an einem Tag – ein Abenteuer vor der Haustür. Foto: Andreas Kern
Für ein wenig Himalaya-Flair muss man nicht ins Flugzeug steigen. Auch die Berge im Bayerischen Wald sind echte Charakterköpfe, nur hat man ihre Gipfel ganz für sich allein. Acht Tausender an einem Tag – ein Abenteuer vor der Haustür. 
Für ein wenig Himalaya-Flair muss man nicht ins Flugzeug steigen. Auch die Berge im Bayerischen Wald sind echte Charakterköpfe, nur hat man ihre Gipfel ganz für sich allein. Acht Tausender an einem Tag – ein Abenteuer vor der Haustür. 
Tour zum Predigtstuhl (1024 Meter)
Aus der Ferne wirken die Bayerwald-Gipfel unscheinbar. Erlebt man sie ganz nah, erzählt doch jeder einzelne Berg eine eigene Geschichte.
Mit dem traditionellen Pröllergeist sollte man aber besser bis zum Ende der Tour warten.
Im 150 Jahre alten Forsthaus auf der Ödwies befinden sich die Wohnräume im ersten Stock. Wegen der Schneemassen, die hier einst fielen.
Manuel misst sich im Standweitsprung mit Maus und Marder.
Irgendwo hier im Wald des Knogl (1056 m), so sagt man, schlägt sich seit 20 Jahren der Knogl-Toni durch. Uns ist der Einsiedler nicht über den Weg gelaufen.
Ein bisschen Rio-de-Janeiro-Flair am Pröller. Diese Christus-Statue blickt zwar nicht auf einen Strand herunter, aber sie sorgte dafür, dass der Pfad einen Namen bekam: "Zuckerhut-Trail".
Peter Klar (78), Guide aus Straubing:  Einst verkaufte er im eigenen Laden Herrenanzüge unten im Donautal, dann machte er sich mit dem Bike immer öfter auf in den "Woid". Inzwischen gilt Peter als der Hausmeister von Sankt Englmar. Kaum einer kennt die Trails hier oben im Bayerwald besser als der 78-Jährige.
An klaren Tagen braucht man an den Aussichtspunkten keine Panorama-App. Dann sieht man mit bloßem Auge übers Donautal, die Böhmerwald-Gipfel und im Süden sogar bis zum 150 Kilometer entfernten Watzmann.
Vom Rauhen Kulm (1050 m) schaut man bis zum König des Bayerwalds, dem Großen Arber (1456 m).
Hochgefühle am Vogelsang (1022 m). Der achte Tausender war noch mal ein Brett.
Frühstart am Hotel Sonnenhügel oberhalb von Sankt Englmar. Im Sommer treffen sich hier auch die Locals vor und nach ihren Touren.

Anreise

Aus Richtung München via A92 nach Deggendorf und auf der A3 zur Autobahnausfahrt Schwarzach. Hierher auch aus Richtung Südosten (Passau). Weiter auf gut beschilderten Landstraßen nach Sankt Englmar (180 km/2 h ab München; 80 km/1 h ab Passau). Aus Richtung Nordwesten (Regensburg) an der Ausfahrt Bogen runter von der A3 und über die Staatsstraße 2139 nach Sankt Englmar (70 km/50 min.}

Übernachtung

Das Hotel Sonnenhügel hoch über Sankt Englmar ist der Treffpunkt der einheimischen Mountainbike-Szene. Hotelier Tom Karl ist selbst Vollblut-Biker und weiß ganz genau, was seine Gäste brauchen: verlässliche Infos, gemütliches Ambiente, nach der Tour eine aussichtsreiche Sonnenterrasse – und eine kohlenhydratreiche, günstige Speisekarte. Die Übernachtung inklusive Frühstück kostet 31 Euro pro Person. Infos: www.sonnen-huegel.de

Einkehr

Die beschriebene Tour verläuft zwischen Sankt Englmar und Gotteszell ständig über einsame Bergkämme. Einkehrmöglichkeiten bestehen daher keine. Auch nicht im Forsthaus Ödwies. Das Gleiche gilt für Brunnen: Bis auf die Sausteinquelle (bei der Auffahrt zum Pröller) und den Brunnen nahe des Regensburger Steins (an der Auffahrt zum Vogelsang) gibt es keine Auffüllmöglichkeit für die Trinkflasche. Also unbedingt genügend Proviant mitnehmen! Erst in Gotteszell – also nach allen acht Gipfeln – kann man die Speicher wieder auffüllen, z. B. im Gasthaus Hackerbräu (www.hackerbraeu.de). Hier kann man auch übernachten, wenn man die Tour auf zwei Tage aufteilen möchte.

Karte

Kompass-Karte "Bayerischer Wald", Blatt 198 (Maßstab 1:50000), Preis: 16 Euro, www.kompass.de

Geführte Touren

Bayerwald-Bike aus Viechtach ist der Experte für Mountainbike-Trips im "Woid". Karen Widmann und ihr Guiding-Team führen von Flowtrails rund um den Geißkopf über "Enduro Tiefenräusche" bis zum sechstägigen Bayerwald-Cross XXL jede Menge Touren – und geben auch Fahrtechnik-Workshops und Schrauberkurse. www.bayerwald-bike.de


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