Barbara Merz-Weigandt
· 20.10.2023
Vom sanften Hügelland der Toskana, über die malerischen Küstenstraßen Siziliens bis hin zu den steilen Hängen der Dolomiten, bietet Italien eine breite Palette an Herausforderungen für Radsportler jeglicher Leistungsstufe. Nicht nur renommierte Profi-Radrennen wie der Giro d'Italia locken Radfahrbegeisterte ins Land. Die panaromareiche Landschaft bietet eine herrliche Kulisse für Tourenradfahrer.
Radfahren in Italien ist die beste Gelegenheit, das Land auf eine sehr persönliche und intensive Art und Weise zu erleben. Man kann sich dem italienischen Lebensstil annähern, indem man durch malerische Dörfer radelt, an lokalen Märkten anhält und sich mit hausgemachten Delikatessen stärkt.
Auch die italienische Regierung hat diesen Trend erkannt und investiert weiter in den Ausbau von Radwegen sowie in die Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer. Das Ziel ist klar: Italien mit seiner atemberaubenden Landschaft, reichhaltigen Kultur und leidenschaftlichen Gastfreundschaft soll eine perfekte Destination für Radtouristen werden. Drei Regionen, die auf dem Radtourenatlas noch eher unentdeckt sind, stellen wir in diesem Italien-Special vor:
Die Region Marken befindet sich in der Mitte Italiens, zwischen der Adriaküste und dem Apennin. Im Gegensatz zur beliebten Toskana ist sie weniger bekannt und nicht so überlaufen. Dennoch hat die Provinz einiges Überraschendes für Fahrradfahrer zu bieten. MYBIKE hat eine Entdeckungstour mit dem Fahrrad unternommen.
2024 wird Pesaro, die Hauptstadt der Provinz Pesaro und Urbino, zur Kulturhauptstadt Europas 2024 ernannt wurde. In Pesaro steht Gioacchino Rossinis Geburtshaus, das heute ein Museum beherbergt. Zu Ehren des bekannten Komponisten, finden in Pesaro seit 1980 alljährlich im Sommer auch Festspiele statt. Die Region Marken verwöhnt ihre Besucher aber nicht nur mit kulturellen Highlights, sondern auch mit einer ausgesprochen abwechslungsreichen kulinarische Szene mit unterschiedlichsten regionalen Delikatessen: Die Crescia Sfogliata, eine Art Blätterteig-Pfannkuchen, und Olive Ascolane, prall gefüllte und frittierte Oliven, sind nur Highlights. Ein Besuch in Marken verspricht somit Genüsse für alle Sinne – von hochstehender Kultur bis zur exquisiten Gastronomie.
Die Abruzzen, die als nördlichste Region Süditaliens gelten, beeindrucken ihre Besucher mit einer Küstenlinie von über 125 Kilometern sowie sanften Hügeln und Berggipfeln im Landesinneren, die bis zu 3.000 Meter hoch sind. Diese vielfältige Region bietet sowohl kulturell als auch landschaftlich eine große Auswahl an abwechslungsreichen Radtouren.
Entlang der Küste sieht man viele antike Pfahlbauten für den Fischfang, die über schmale Brücken mit dem Festland verbunden sind. Das sind jene “Trabocchi”, die Gabriele D’Annunzio in seinen Gedichten beschrieb, und die dem Küstenabschnitt in der Provinz Chieti seinen Namen gaben.
Auf einer ehemaligen Bahnlinie führt direkt an der Küste auch der 42 Kilometer lange Radweg “Via Verde” Costa dei Trabocchi.
Die Amalfi-Küste ist ein beliebtes Reiseziel aufgrund ihrer beeindruckenden Felsformationen, ihrer zerklüfteten Küstenlandschaft mit zahlreichen kleinen Stränden und den charmanten Fischerdörfern in Pastellfarben. Besonders in der Nebensaison bietet sich die Möglichkeit, die Region mit dem Fahrrad zu erkunden.
Bekannt sind die historischen Küstenstädte und Ortschaften im Landesinneren, wie Amalfi, Positano, Ravello und Sorrent. Doch es gibt hier auch versteckte und weniger bekannte idyllische Ecken zu entdecken.
Schon seit 1997 ist die malerische Küste südlich von Neapel ein Teil des UNESCO-Welterbes. Allerdings wird diese Idylle immer wieder von Reisebussen und Kreuzfahrtschiffen beeinträchtigt, die vor allem die beliebten Sehenswürdigkeiten Amalfi und Positano mit Menschenmassen überfluten. Zusätzlich zu all dem suchen auch noch andere Touristen nach einem Platz, um den atemberaubenden Blick auf das glitzernde Meer zu genießen. Der Tourismus hat die Küste fest im Griff.
Im frühen Frühjahr und im Herbst kann man die Amalfiküste aber noch relativ ungestört erkunden. Selbst auf der viel befahrenen Küstenstraße “Amalfitana” und auf den kleinen Nebenstraßen herrscht dann weniger Verkehr. Die Touren an der Amalfiküste sind dennoch anstrengend. Die steilen Felswände wollen erradelt werde. Nicht umsonst verläuft auch regelmäßig das Profi-Straßenrennen Giro d’Italia durch die Region.
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