Der 50 Kilometer lange Küstenabschnitt liegt im Süden der italienischen Halbinsel von Sorrent in der Region Kampanien. Zwischen der Hafenstadt Salerno und dem auf dem Steilufer liegenden Sorrent verläuft eine Küstenstraße, die an eleganten Villen, Weinbauterrassen und an Hängen gelegenen Zitronenhainen vorbeiführt.
In der touristischen Hochsaison zwischen Mai und September herrscht viel Verkehr auf der Küstenstraße. Eine Fahrradroute von Positano nach Vietri sul Mare über die Staatsstraße ist zwar beschildert, eine Strecke abseits der Hauptverkehrsstraße aber definitiv die bessere Alternative, um die Städte Tramonti, Ravello und Scala zu entdecken. Im Hinterland der Amalfiküste sind kleine asphaltierte Nebenstraßen perfektes Radrevier. Ab und zu sind allerdings auch steile Rampen zu bewältigen. Beim Giro d’Italia 2023 stand der "Valico di Chiunzi" als Bergwertung auf dem Programm.
43 Kilometer, ca. 2000 Hm, schwer
Bereits kurz nach dem Start in Vietri sul Mare eröffnen sich wunderschöne Ausblicke über die Amalfitana-Straße Richtung Meer mit versteckten Stränden und Häusern, die sich an die steilen Hänge klammern.
Als nächstes gelangt man nach Cetara, ein altes Fischerdorf, das von einem Turm bewacht wird. Ein kurzer Abstecher von der Hauptstraße führt direkt ins Zentrum des schmucken Dorfes und zum Strand. Wer bereits hungrig ist, kann sich in der Pizzeria Il Piennolo stärken.
Auf der Weiterfahrt Richtung Maiori liegen einige Aussichtspunkte, die zum Genießen und Fotografieren einladen. Ein kultureller Abstecher ist die Abtei Santa Maria de Olearia, eine mehr als tausend Jahre alte Felsenabtei mit Fresken um 1000 n.Chr. bis 1500 n. Chr . Ein Besuch ist lohnenswert, muss jedoch auf der Website der Gemeinde Maiori gebucht werden.
Nach Besichtigung der Höhlenmalereien führt die Tour angenehm bergab nach Capodorso. Auf der linken Seite passieren wir den imposanten normannischen Turm und gelangen zur Strandpromenade von Maiori, mit dem längsten Strand an der Amalfiküste. An der Strandpromenade liegt auch die Eisdiele Gelateria la Divina. Unbedingt probieren sollte man das hausgemachtes Eis mit echten Früchten und Zitronen aus Amalfi!
Die Stärkung kommt gerade recht, und die Kalorien sind auch schnell wieder verbrannt. Nach Maiori beginnt der 12 Kilometer lange Anstieg auf den Pass "Valico di Chiunzi" in Tramonti. Doch die Auffahrt gestaltet sich recht abwechslungsreich. Die Landschaft verändert sich von Klippen mit Blick auf das Meer hin zu Weinbergen und Kastanienwäldern. Auf halber Strecke lädt ein Weingut mit Osteria zu einer kurzen - oder auch längeren- Pause ein. In der Azienda Agricola Reale kann man an einer Weintour teilnehmen und die Weinberge besichtigen, oder typische Gerichte genießen.
Nach der Pause in den alten Weinbergen von Tramonti, wo die Tintore-Traube angebaut wird, geht es weiter zum Chiunzi-Pass. Eine Gedenktafel erinnert auf der Passhöhe an Marco Pantani, den "Piraten", einen der größten italienischen Radfahrer aller Zeiten.
Auf der Straße nach Ravello rollt man größtenteils bergab, von den Kastanienwäldern zurück Richtung Meer. Musikliebhaber sollten in Ravello, der Stadt der Musik, die Villa Rufolo besuchen. Dieser Ort war die Inspiration für Richard Wagners Klingsor-Garten.
Das letzte Stück der Route führt nach Castiglione di Ravello und weiter nach Amalfi. Es verläuft durch ein schmales Tal, in dem sich erneut das Panorama verändert: von den Kastanienhainen zu den für die Amalfiküste typischen Zitronenterrassen.
In Castiglione di Ravello kehrt der Weg zurück auf die Statale Amalfitana und führt durch Atrani, das kleinste Dorf Italiens. Atrani war Schauplatz des Films "The Equalizer III" mit Denzel Washington. Danach geht es weiter nach Amalfi. Wer will, kann es den anderen Radtouristen gleichtun und das typische Abschlussfoto unter den Treppen der Kathedrale von Sant'Andrea auf der Piazza Duomo machen.
In Castiglione di Ravello bietet das Casa Gargano eine empfehlenswerte Unterkunft für Radfahrer. Es befindet sich direkt an der Küstenstraße und ist nur 100 m vom Strand entfernt. Radfahrer haben Zugang zu einer privaten Garage unterhalb der Wohnung, die genug Platz für bis zu zwei Autos und mehrere Fahrräder bietet. Zudem gibt es eine Ladestation für Autos oder Elektrofahrräder.
18 Kilometer, 300 Hm, leicht aber verkehrsreiche Strecke
Nachdem man Amalfi durchfahren hat, empfiehlt sich ein erster Stopp am Fiordo di Furore. Hier ist die Straße sehr schmal und Autos können nicht halten, aber Fahrräder kann man an den Felswänden abstellen und die Treppe hinunter zum Strand des Fjords gehen. Umgeben von Fischerhütten war dieser Ort auch Kulisse für den Film "Liebe" mit Anna Magnani genutzt, bei dem Roberto Rossellini Regie führte.
Die nächste Stadt ist Praiano. Nur wenige Schritte von der Straße entfernt liegt die schöne Piazza San Gennaro. Ein kurzer Spaziergang und eine Besichtigung der sehenswerten Basilika San Gennaro bieten sich an.
Nach einer kurzen Weiterfahrt erreicht man Positano. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf Punta Campanella, Capri und die Faraglioni-Felsen sowie die Li Galli Inseln, wo alten Legenden zufolge, Meerjungfrauen leben sollen. Der perfekte Fotostopp für Positano mit den Li Galli Inseln im Hintergrund, ist an den Parkplätzen entlang der Straße in Fornillo oder Arienzo.
Zum Abschluss der Tour führt der Weg steil bergab durch die Häuser Richtung Meer.
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