Seite 1: Bike-Lexikon: MTB-Fachbegriffe

Was ist …? – MTB-Begriffe einfach erklärt

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 5 Jahren

Beim Beratungsgespräch im Bikeshop verstehen Sie nur Bahnhof? Wir erklären Ihnen die wichtigsten Technik-Begriffe in unserem Mountainbike-Lexikon.

Mit diesen Stellschrauben können Sie die Federung am Mountainbike einstellen

SAG/Negativfederweg

Der Negativfederweg – bekannter unter dem Begriff SAG – ist der Teil des Federwegs, welcher allein durch das Fahrergewicht komprimiert wird. Normalerweise sollte der SAG zwischen 15-30 % des maximal zur Verfügung stehenden Federwegs einnehmen. Je weniger SAG, desto straffer, aber auch unsensibler wird das Fahrwerk. Den SAG können Sie über die Federhärte (siehe unten) einstellen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema „Wie stelle ich mein Mountainbike-Fahrwerk richtig ein“ finden Sie hier .

Mit Hilfe der Gummiringe an Federgabel und Dämpfer können sie ihren Negativfederweg/SAG leicht überprüfen. 

Federhärte

Bei hochwertigen Mountainbike-Dämpfern und MTB-Gabeln lässt sich die Federhärte über eine Luftdruckkammer an das Gewicht des Fahrers anpassen. Mehr Druck in der Luftkammer des Federelements bedeutet dabei ein strafferes Fahrwerk. Die optimale Federhärte liegt bei einem eingestellten SAG von 15-30 % (siehe auch SAG/Negativfederweg). Downhill- oder Freeride-Bikes können anstatt der Luftkammer auch Stahlfedern verwenden, um die Federhärte einzustellen. Um die Federhärte bei Stahlfederelementen anzupassen, kann bis zu einem gewissen Grad mit der Vorspannung der Feder gearbeitet werden. Bei völlig unpassenden Federn zum Fahrgewicht muss die komplette Feder ausgetauscht werden.

Druckstufe (Compression)

Die Druckstufe (Dämpfung) ist nicht zu verwechseln mit der Federhärte. Die Druckstufe bestimmt die Einfedergeschwindigkeit des Federelements und wird über einen separaten Ölkreislauf reguliert. Bei voller Druckstufe federt die Gabel bzw. der Dämpfer sehr langsam ein, das Fahrwerk wirkt dadurch straff, sportlich und gibt dem Fahrer deutliche Rückmeldung über den Untergrund. Günstige Federgabeln und Dämpfer haben eine voreingestellte Druckstufe. Teure Modelle geben dem Kunden die Möglichkeit, die Druckstufe meist über blaue Drehknöpfe selbst einzustellen. Bei Enduro- und Downhill-Gabeln besteht zudem eine Unterteilung in High- und Lowspeed-Druckstufe.

Lowspeed Druckstufe

Beim Durchfahren von größeren Bodenwellen, Kompressionen oder Anlieger-Kurven ist die Lowspeed -Druckstufe gefragt. Sie regelt die langsamen, weichen Beanspruchungen auf das Fahrwerk. Je härter sie eingestellt ist (Drehknopf auf Plus), desto straffer bleibt das Fahrwerk in den beschriebenen Situationen.

Highspeed Druckstufe

Bei schnellen, schlagartigen Beanspruchungen des Fahrwerks wie z.B. bei Landungen nach Sprüngen, schnellen Wurzelpassagen oder beim Überrollen von Geländekanten wird die Highspeed-Druckstufe beansprucht. Dreht man den Einstellknopf für die Highspeed-Druckstufe in Richtung „plus“, verhärtet die Gabel in den angesprochenen Situationen. Racer bevorzugen eine hohe Druckstufe, um möglichst viel Druck zwischen Reifen und Untergrund herzustellen. Jedoch wirkt sich bei langen Abfahrten eine zu hohe Highspeed-Druckstufe in der Federgabel ermüdend für den Oberkörper aus.

Hier die Verstellknöpfe der verschiedenen Druckstufen an einer Federgabel von Fox.

Zugstufe (Rebound)

Die Zugstufe wird wie die Druckstufe über einen Ölkreislauf geregelt, bestimmt die Ausfedergeschwindigkeit des Fahrwerks und ist wie die Druckstufe ein Teil der Dämpfung. Grundsätzlich gilt: Bei höherem Fahrergewicht und damit einhergehender höheren Federhärte muss auch die Zugstufe erhöht werden. Wenn Sie die Federgabel im Stand drücken und im komprimierten Zustand die Hände vom Lenker nehmen, sollte das Vorderrad beim Ausfedern der Gabel den Kontakt zum Boden nicht verlieren. Verspringt das Vorderrad dennoch leicht, sollte die Zugstufe erhöht werden (meist über einen roten Drehknopf an der Unterseite der Gabel). Gleiches gilt bei MTB-Fullys für das Hinterrad. Ist zu wenig Zugstufe im Fahrwerk eingestellt, springt das Bike auf dem Trail nervös hin und her und ist deutlich schwerer zu kontrollieren.

Plattform an Gabel/Dämpfer

Beim Zuschalten der Plattform wird die Druckstufe im Dämpfer oder der Gabel deutlich erhöht, um Antriebseinflüsse oder ein Wippen des Fahrwerks zu unterbinden. Nicht alle Federelemente verfügen über einen solchen Plattform-Modus.

Remote

Als Remote wird die Lenkerfernbedienung von Federelementen – aber auch von absenkbaren Sattelstützen – bezeichnet. Über einen am Lenker montierten Hebel kann das Fahrwerk über einen Seilzug oder eine Hydraulikleitung blockiert – oder auch eine Sattelstütze abgesenkt – werden. Wer sich im Abkürzungswahnsinn der Hersteller nicht zurecht findet, kann hier nochmal die gängigsten Kürzel nachlesen.

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Schlagwörter: BIKE 5/2016 BIKE hilft Bremsen Cockpit Fahrwerk Geometrie Lexikon


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