Traditionell schnellLapierre XR und XRM 2022

Jan Timmermann

 · 02.04.2022

Traditionell schnell: Lapierre XR und XRM 2022Foto: Lapierre
Traditionell schnell: Lapierre XR und XRM 2022

Mit der neuesten Generation des XR und des XRM will Lapierre traditionelle Werte von Racefullys mit modernen Down-Country-Tugenden verbinden.

Die alten Hasen des Cross-Country-Sports kennen das Lapierre X-Control seit 2001 als effizientes XC-Fully. 2013 ließen die Franzosen dann das Modell XR als konsequente Weiterentwicklung folgen. Für 2022 rollt das Lapierre XR nun in seiner dritten Generation an die Startlinie und bringt mit dem XRM einen potenten Bruder für den Marathon- sowie Down-Country-Einsatz mit.

Das neue Lapierre XR knüpft unmittelbar an das Fahrwerk und die Wettkampfqualitäten des bewährten X-Control an, bringt aber gleichzeitig einige Innovationen, wie einen deutlich leichteren Carbonrahmen mit. Lapierre verfolgt mit der neuen Speerspitze im Lineup der Racefullys kein geringeres Ziel, als an die Weltspitze des Sports zurückzukehren, denn für die Franzosen ist der Cross-Country-Rennsport weiterhin "die Paradedisziplin des Mountainbikens".

Verlagssonderveröffentlichung
  Das neue Lapierre XR entstand in Anlehnung an das erfolgreiche X-Control und präsentiert sich als effizienter Spitzensportler mit neuen Abfahrtsqualitäten.Foto: Lapierre
Das neue Lapierre XR entstand in Anlehnung an das erfolgreiche X-Control und präsentiert sich als effizienter Spitzensportler mit neuen Abfahrtsqualitäten.

Cross-Country-Kurse werden zunehmend schneller und technischer. Um die selbst gesteckten, ambitionierten Ziele zu erreichen, überarbeitete Lapierre das XR für die 2022er-Generation komplett neu. Das Kriterium Nummer Eins stellte eine Gewichtsersparnis am Rahmen dar. Die Lapierre-Entwickler setzen dafür bereits seit 2010 auf unidirektionale Prepreg-Carbon-Konstruktionen. Um die Dicke der Carbon-Formen an denjenigen Stellen zu reduzieren, wo Gewicht eingespart werden kann, kommen am Lapierre XR und XRM 2022 neue, leichtere und stärkere Torayca-Carbonfasern zum Einsatz. Die Rahmen aus UD SLI Carbon werden aus über 300 Einzelteilen zusammengesetzt und bilden die High-End-Variante des Carbon-Angebots von Lapierre.

Racefully XR: Fast 400 Gramm leichteres Rahmenset

Durch ein optimiertes Carbon-Design verspricht Lapierre ein reduziertes Rahmengewicht bei gleichzeitig unverändert hoher Federungsqualität und Festigkeit. Während der Drapier-Phase des Carbon-Layups verwendet Lapierre für die XR- und XRM-Rahmen deshalb ein neues und steiferes Polypropylen. Dies soll für mehr Stabilität und einer verbesserten Kompression in der Form sorgen. So können die Carbonfasern gleichmäßiger komprimiert werden und der höhere Ausstoß von Harz macht die Rahmen noch leichter. Im Vergleich zum Vorgängermodell will Lapierre dadurch am Standard-XR-Rahmen knapp 110 Gramm und am Rahmenset inklusive Dämpfer etwa 200 Gramm einsparen. Am Topmodell XR 9.9 kommt ein nochmals aufwändigeres Carbon-Layup zum Einsatz und soll für eine Gewichtsersparnis von 307 Gramm am Rahmen und bis zu 393 Gramm am Rahmenset inklusive Dämpfer sorgen.

  Eine Reduktion des Rahmengewichts durch ein optimiertes Carbon-Layup stand bei der Neuentwicklung der XR- und XRM-Bikes an erster Stelle des Lastenheftes.Foto: Lapierre
Eine Reduktion des Rahmengewichts durch ein optimiertes Carbon-Layup stand bei der Neuentwicklung der XR- und XRM-Bikes an erster Stelle des Lastenheftes.

Flexende Sitzstreben statt zusätzliches Hinterbaulager

Seit über 20 Jahren optimiert Lapierre - auch dank des Inputs von Mountainbike-Legende Nicolas Vouilloz - das Fahrwerk seiner Bikes. Das Federungsverhalten soll, ähnlich dem X-Control, auch am XR und XRM mit Flex-Stay-Konzept einzigartig sein. Bei der Entwicklung stand von Anfang an der gewichtsparende Verzicht auf einen Gelenkpunkt im hinteren Rahmendreieck fest. Das Design der neuen Flex-Stays soll für eine optimierte Kinematik des Hinterbaus sorgen. So zeichnet sich dessen Hub durch eine zu Beginn degressive und zu Ende progressive Kurve aus. Insgesamt sollen sich die flexenden Carbon-Sitzstreben in einer neutralen Position mit 26 % SAG beim Federn so nur halb so viel verformen wie bei der Konkurrenz. Dennoch verspricht die neue Hinterradaufhängung keine Einbußen bei Traktion, Sensibilität und Komfort. Der hohe Drehpunkt im Tretlagerbereich soll Pedalrückschlag in der Kompressionsphase entgegenwirken und die Federung in der Dämpfungsphase von der Kettenspannung entkoppeln, um ein maximal effizientes Pedalieren zu erreichen.

  Der Hinterbau der neuen Lapierre-Fullys kommt dank flexender Sitzstreben ohne zusätzlichen Lagerpunkt aus.Foto: Lapierre
Der Hinterbau der neuen Lapierre-Fullys kommt dank flexender Sitzstreben ohne zusätzlichen Lagerpunkt aus.

Um modernen Race-Strecken gerecht zu werden und Sitzposition sowie Gewichtsverteilung zu optimieren, legten die Franzosen auch an der Geometrie Hand an. Die moderne Down-Country-Strömung hatte nach Angaben von Lapierre dabei einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der neuen XR- und XRM-Bikes. Für ein lebhafteres Heck verkürzte Lapierre die Kettenstreben um ganze acht Millimeter, während Reach und Oberrohr für 2022 bei jeder Rahmengröße progressiv länger werden. Der Sitzwinkel ist nun um ein Grad steiler, der Lenkwinkel wurde um satte 2,5 Grad abgeflacht.

Lapierre XR und XRM: Modelle, Federwege und Preise

Die neuen XR- und XRM-Rahmen kommen mit zwei Flaschenhalteraufnahmen und sind für Einfach-Antriebe mit 30 bis 38 Zähnen am Kettenblatt optimiert. Eine kleine Führung hält die Kette an Ort und Stelle. Selbstverständlich werden die Züge und Leitungen für Fahrwerks-Remote, Schaltung und Bremsen im Rahmen geführt. Alle XR- und XRM-Bikes von Lapierre kommen mit dem neuen UDH-Schaltauge, 29-Zoll-Laufrädern und Boost-Standard. Die XR-Bikes verfügen über je 100 Millimeter Federweg an Heck und Front. In drei Modellvarianten zwischen 3799 Euro und 6899 Euro bietet Lapiere das XR an.

Das neue Lapierre XRM kommt mit 110 Millimeter Federweg hinten und 120-Millimeter-Gabel. Lapierre stattet alle XRM-Modelle mit versenkbarer Sattelstütze aus. Es gibt XRM-Modelle für 4099 Euro und 5199 Euro, eine edle Sonderedition zum 75. Firmenjubiläum kostet 8699 Euro.

  Kürzere Kettenstreben und längere Hauptrahmen versprechen mehr Laufruhe bergab bei gleichzeitig hoher Agilität im Wettkampf.Foto: Lapierre
Kürzere Kettenstreben und längere Hauptrahmen versprechen mehr Laufruhe bergab bei gleichzeitig hoher Agilität im Wettkampf.

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