Enduro

Best of Test: die besten Enduros 2022

Max Fuchs

 · 26.04.2022

Best of Test: die besten Enduros 2022Foto: Max Fuchs

Enduros suchen die Herausforderung im Gelände bergab und gieren nach Geschwindigkeit. Doch nur die besten Modelle schlagen sich auch im Anstieg souverän.

Genau wie Marathon-Fullys sind auch Enduros echte Spezialisten – nur eben für die abfahrtshungrige Adrenalinfraktion. Egal, ob Bikepark, alpine Trails oder naturbelassene Enduro-Tracks: Diese Bike-Gattung kennt bergab keine Grenzen. Mit bis zu 170 Millimetern Federweg und extrem langen Geometrien sind die Bikes derart auf Highspeed aus­gelegt, dass sie bei normaler Fahrt schon mal unhandlich wirken. Modelle für den Renneinsatz rollen meist einheitlich auf 29 Zoll. Wer dagegen mehr nach Fahrspaß als nach Geschwindigkeit lechzt, bekommt auch Bikes im Mullet-Setup – also 29 Zoll an der Front und 27,5 Zoll am Heck. Manche Hersteller bieten sogar Enduros nur mit 27,5 Zoll an.

Das Gewicht spielt eine untergeordnete Rolle. Haltbarkeit und Stabilität genießen dafür einen sehr hohen Stellenwert. Dicke Reifen und breite Felgen, massive Federgabeln und robuste Rahmenkonstruktionen helfen dabei, selbst die wildesten Abfahrten defektfrei zu meistern. Leider treibt die solide Ausstattung, besonders bei den günstigen Modellen, das Gewicht in die Höhe, weshalb viele Enduristen schweißtreibende Uphills gerne mit der Gondel oder im Shuttle umgehen. Leichte Modelle um 14 Kilo gibt’s erst ab 7000 Euro und mehr.

Die besten Enduros 2022:

Specialized S-Works Enduro

  • Preis 14000 Euro
  • Gewicht 14,7 Kilo
  • Getestet in BIKE 2/22
  • Urteil super / 213,5 Punkte

Mit dem S-Works Enduro sammelt Specialized mehr Punkte als jedes andere aktuelle Enduro. In nahezu allen Bereichen liefert das Bike ein Aha-Erlebnis. Beim Preis, beim Handling und bei der Hinterbaufunktion. Trotz konventionellen Viergelenkhinterbaus stellt das Specialized in Sachen Schluckfreude und Ansprechverhalten die Konkurrenz in den Schatten. Selbst anspruchsvollste Enduro-Strecken werden anstandslos eingeebnet. Auf der anderen Seite sprintet das Bike dermaßen gut, dass man kaum fassen kann, wie Specialized diese zwei Welten unter einen Hut bringt.

  Specialized S-Works EnduroFoto: Wolfgang Watzke
Specialized S-Works Enduro

Trek Slash 9.9

  • Preis 8999 Euro
  • Gewicht 14,47 Kilo
  • Getestet in BIKE 1/21
  • Urteil super / 207,5 Punkte

Für 8999 Euro schnüren die US-Amerikaner ein tadelloses Gesamtpaket. Die Ausstattung am Trek ist top und bietet mit dem Staufach im Unterrohr und dem versteckten Mini-Tool zusätzlichen Mehrwert. Die sehr flache Geometrie verleiht dem Slash einen äußerst laufruhigen Charakter. In Kombination mit dem soliden Fahrwerk gehört das Bike besonders auf Highspeed-Passagen zu den besten am Markt. Dank der recht leichten Laufräder und der gut rollenden Bontrager-Reifen klettert das Slash dennoch gut und zählt im Uphill mit zu den schnells­ten Enduro-Bikes überhaupt.

  Trek SlashFoto: Andreas Vigl
Trek Slash

Rocky Mountain Altitude Carbon 70

  • Preis 6700 Euro
  • Gewicht 14,4 Kilo
  • Getestet in BIKE 2/22
  • Urteil super / 205,25 Punkte

Beim Test des Altitude war sich unsere Test-Crew einig: Hier stimmt einfach alles. Von der Ausstattung über das Handling bis hin zum Fahrwerk überzeugt das Rocky auf ganzer Linie. Das Geheimrezept hinter der überragenden Leistung steckt einer­seits in der Ausgewogenheit der Uphill- und Downhill-Fähig­keiten, zum anderen im perfekten Handling, das alle Tester restlos begeisterte. In unserem Mega-Test musste sich das Rocky nach Punkten nur dem fast doppelt so teuren Specialized geschlagen geben. Der Tipp für das beste Handling geht aber eindeutig an das Altitude.

  Rocky Mountain Altitude Carbon 70Foto: Wolfgang Watzke
Rocky Mountain Altitude Carbon 70

Last Coal

  • Preis 4089 Euro
  • Gewicht 14,86 Kilo
  • Getestet in BIKE 10/21
  • Urteil sehr gut / 189,75 Punkte

Unsere Empfehlung für ein solides Einsteiger-Enduro kommt aus Dortmund und hört auf den Namen Coal. Für knapp 4000 Euro können sich das Rockshox-Select+Fahrwerk und eine Sram-GX-Schaltung sehen lassen. Damit wiegt das Alu-Bike knapp unter 15 Kilo. Auf dem Trail dreht das Coal dann so richtig auf und strotzt vor Souveränität in jedem Gelände. Mit der laufruhigen Geometrie mit langem Radstand und potentem Fahrwerk glänzt es selbst in grobem Terrain. Bergauf rangiert das Last im Mittelfeld und trifft damit die Anforde­­r­ungen an ein Enduro auf den Punkt.

  Last CoalFoto: Wolfgang Watzke
Last Coal

Fazit von Peter Nilges, BIKE Testchef:

Enduros sind abfahrtsstärker denn je. Dickere Federgabeln und extrem flache Geometrien machen den Großteil der neuen Modelle fast zu Mini-Downhillern. Der neueste Entwicklungs-Trend befeuert diese Tendenz zusätzlich. Denn bei den sogenannten High-Pivot-Bikes mit höherem Drehpunkt kann das Hinterrad beim Überrollen von Hindernissen weiter nach hinten ausweichen, was dem Fahrwerk noch mehr Schluckvermögen verleiht. Doch ein gutes Enduro lässt sich nicht alleine auf die Art seines Hinterbausystems reduzieren. Aufgrund der hohen Gewichte haben die Enduros ihren Anspruch als abfahrtslastige Allrounder leider längst an die All Mountains abgetreten.

  Peter Nilges, BIKE TestchefFoto: Georg Grieshaber
Peter Nilges, BIKE Testchef

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