Wenn britische Enduro- und Downhill-Stars im Winter mal nicht nach Madeira, sondern nach Malaga fliegen, dann muss es gute Gründe geben. Sie lauten: 45 kernige Trail-Abfahrten mit Meerblick, Shuttle und Temperaturen um 18 Grad.
Man muss schon großes Pech haben, um in Malaga ausgerechnet die drei Wintertage zu erwischen, an welchen laut Statistik die Polarluftwellen über die Region hereinschwappen. Worst Case Szenario dann: 15 Grad und leichte Regenschauer. Mehr Winter kennt man an der spanischen Costa del Sol gar nicht. Oder wie ein Engländer an dieser Stelle wahrscheinlich sagen wird: Sommer!
Tatsächlich verbringen britische Endurobiker schon seit fast 20 Jahren ihre Winterurlaube gern in Malaga. Anfangs mussten sie sich hier auf fünf grob ins Küstengebirge gehackte Trail-Abfahrten drängeln und die 1000 Höhenmeter zu den Einstiegen hinauf selbst treten und klettern. Doch inzwischen haben die Locals in den Bergflanken rund um die Stadt und entlang der Küste Richtung Marbella eine richtige Bike-Arena geschaffen. Sage und schreibe 45 ausgeschilderte Trails lassen sich hier mittlerweile abstauben.
Da gibt es auf der einen Seite die sehr verwinkelten, stufenhaltigen Lines in einer Art Palmenwald und auf der anderen Seite balanciert man auf Grat-Trails, die sich wie eine Slackline zum nächsten Hang hinüberspannen. Eine Mutprobe, bei der man sich nicht von der Vogelperspektive über Stadt und Mittelmeer ablenken lassen darf. Und dann warten da auch noch Steilabfahrten, die sich eindeutig nach Moab anfühlen: staubig, steil und mit festgebackenen Felsen und Stufen durchsetzt.
Einfache Flowlines für Einsteiger darf man dagegen keine erwarten. Zwar gibt es Lines, die wie gefegt aussehen, aber das feinbröselige Geröll darin ist tückisch und nicht gemacht für hektische Bremsmanöver. Vor allem wenn es sehr lange nicht geregnet hat. Dafür muss man sich wegen der Höhenmeter keine Gedanken mehr machen. Die meisten Trail-Einstiege lassen sich mittlerweile per Shuttle erreichen. Am Monte Calamorro, zwischen Malaga und Marbella, wartet sogar eine Seilbahn, die Biker ins nächste Trail-Paradies entlang der Küste befördert. Bikes dürfen hier mit, passen aber nur dann in die kleine Gondel rein, wenn man Vorder- und Hinterrad vorher ausbaut. Und immer das Handy griffbereit halten: Auf Malagas Trails sind auch Worldcup-Profis zum Trainieren unterwegs!
Guides, Trails und Shuttles: Sie haben die Trails und die gesamte Bike-Infrastruktur rund um Malaga aufgebaut und kennen sich daher am besten aus: die Jungs und Mädels von Switch-Backs. Am besten bucht man bei ihnen ein Package für die Woche, dann sind Unterkunft und Shuttles zu den Trails, die sich entlang der Küste auf zehn Spots verteilen, bereits inkludiert. Info: switch-backs.com
Allgemeine Info: Unterkunfts-Adressen und Infos zu sonstigen Highlights in der Region gibt es hier: visitcostadelsol.com