Sixpack Evo Rail UltraSuperleicht-Sattel mit innovativem Rail-System

Stefan Frey

 · 22.05.2026

Mit dem Evo Rail Ultra präsentiert Sixpack nicht einfach einen neuen Sattel, sondern ein komplett neues Schienensystem, das neue Maßstäbe in Sachen Gewicht, Komfort und Montage setzen soll.
Foto: Sixpack Racing
​Mit dem EVO Rail Ultra geht Sixpack Racing einen komplett neuen Weg im Sattelbau: Statt klassischer Sattelstreben setzt der Hersteller auf ein integriertes System aus Schale und Rails. Der Anspruch ist hoch – der EVO Rail soll spürbaren Komfort und ein vereinfachtes Montagesystem liefern, bei einem Gewicht von gerade mal 150 Gramm. Klingt spannend? Wir haben die Infos.

Themen in diesem Artikel

Beim EVO Rail Ultra haben die Entwickler bei Sixpack die Sattelkonstruktion noch einmal völlig neu gedacht. Im Zentrum steht eine einteilige Konstruktion aus faserverstärktem Polyamid, bei der Sattelschale und Rail-System miteinander verschmolzen sind. Dieses sogenannte One-Piece-Design soll Gewicht sparen und gleichzeitig die Kräfte gleichmäßiger im Material verteilen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Sätteln, bei denen Rails und Schale separat aufgebaut sind, ergibt sich daraus ein klar anderer Flex-Charakter: gezielt abgestimmt, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen. Gleichzeitig bleiben die Maße kompatibel mit gängigen Sattelstützen – das integrierte Rail-System (7 × 10 mm) passt in Standard-Sattelklemmen.

E-TPU statt klassischem Schaum

Auch bei der Polsterung geht Sixpack einen eigenen Weg. Statt PU-Schaum kommt expandiertes TPU (E-TPU) zum Einsatz. Das Material soll Druckspitzen besser verteilen und gleichzeitig weniger temperaturempfindlich sein. Die Oberfläche bleibt dabei bewusst strukturiert. Ziel ist zusätzlicher Halt im Sattel – insbesondere in technischen Passagen oder bei wechselnden Sitzpositionen. Ergänzt wird das Setup durch einen zentralen Entlastungskanal, der die Druckverteilung für unterschiedliche Fahrpositionen verbessern soll.

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Montage neu gedacht

Auffällig ist das Montagesystem: Der EVO Rail Ultra wird von hinten in die Sattelstütze eingeschoben. Die Klemmung muss dabei nicht vollständig demontiert werden. Position einstellen, fixieren, fertig.
Im Alltag dürfte das vor allem bei häufigem Setup-Wechsel interessant sein – etwa beim Testen verschiedener Positionen oder beim Einsatz mehrerer Bikes.

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Montagepunkte für Zubehör

Unter der Schale integriert Sixpack einen M5-Befestigungspunkt. Darüber lassen sich Zubehörteile wie Satteltaschenhalter direkt am Sattel fixieren. Eine Lösung, die minimalistisch ist und klassische Klett- oder Schienensysteme ersetzen soll.

Breiter Einsatzbereich von Gravel bis Downhill

Bemerkenswert ist die Bandbreite der Einsatzbereiche. Sixpack positioniert den EVO Rail Ultra nicht nur im Trail- und Enduro-Segment, sondern auch im Gravity- und Gravel-Einsatz.
Während auf langen Touren das Gewicht und die Dämpfung im Fokus stehen, soll im Gravity-Einsatz vor allem die kompakte Form und die griffige Oberfläche Kontrolle bieten. Der Sattel bleibt dabei bewusst kurz gehalten und soll auch in steilen Abfahrten nicht stören.

Sixpack EVO Rail Ultra - Info & Preis

  • Einsatzbereich: Trail, Enduro, Downhill, All Mountain, E-MTB, Gravel
  • Konstruktion: One-Piece-Shell mit integriertem Rail-System
  • Sattelklemmung: 7 × 10 mm (kompatibel mit Standard-Top-Clamps)
  • Polsterung: E-TPU
  • Breiten: 140 mm / 160 mm
  • Länge: 246 mm
  • Gewicht: ca. 148 g (140 mm) / 150 g (160 mm)
  • Besonderheiten: integrierter M5-Befestigungspunkt
  • Preis: 129,95 Euro

Fazit der Redaktion

Der Sixpack EVO Rail Ultra fällt aus dem üblichen Raster. Statt Detailoptimierung setzt Sixpack auf ein grundsätzlich neues Konstruktionsprinzip. Besonders das integrierte Rail-System und die reduzierte Bauweise stechen heraus. Vor die vereinfachte Montage könnte ein Pluspunkt im Vergleich zu herkömmlichen Sattelgestellen sein.

Spannend ist die Kombination aus sehr niedrigem Gewicht und vergleichsweise großzügiger Polsterung – ein Zielkonflikt, an dem viele Sättel bislang scheitern. Ob das Konzept in der Praxis hält, was es verspricht, wird sich im Trail-Test zeigen.

Kollegin Sandra Schuberth äußert Bedenken, das betrifft aber lediglich Bikepacking-Touren mit klassischen Satteltaschen bzw. Arschraketen. Wer genau das vorhat, wird mit dem Sattel keinen Freund finden, sondern muss auf einen Sattel mit klassischen Sattelstreben zurückgreifen.


Stefan Frey

Stefan Frey

Redakteur

Stefan Frey ist Niederbayer, er liebt die moosig-lehmigen Trails des Bayerischen Waldes ebenso wie den schroffen Fels der Dolomiten. Für technische Abfahrten nimmt er nahezu jeden Anstieg in Kauf – gerne aus eigener Kraft. Als Zubehör-Spezialist ist er die erste Anlaufstelle bei Fragen zu Ausrüstung und Anbauteilen, während er als Textchef die Sprachkrümel von den Seiten der BIKE-Print-Ausgaben fegt.

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