Das Xysto ist das Hardcore-Pedal im Time-Portfolio und verfügt als logische Folge über einen massiven Pedalkäfig. Ähnlich viel Aufstandsfläche bietet nur das Funn Ripper. Das wiegt zwar noch mal über 100 Gramm mehr, kommt dafür aber zum deutlich verträglicheren Preis. Das Xysto wiegt mit 457 Gramm immerhin noch geringfügig weniger als das neue Shimano XTR PD-M9220 und kostet schlappe 220 Euro.
Was bekommt man für den Preis? Einen schicken Alu-Body, der in Portugal gefertigt wird und das Time-Atac-Bindungssystem, das uns in bisherigen Test mit seinem typisch satten Einklicken gefallen hat. Bei den Cleats hat man die Wahl zwischen drei Auslösewinkeln sowie zwei Freiheitsgraden – 0 und 5 Grad. Die Pins lassen sich in der Höhe verstellen, sind aber nur einfache Madenschrauben, die teils nicht ultimativ fest im Pedalkörper sitzen – etwas mehr Schraubenkleber könnte hier Abhilfe schaffen.
Beim Setup lohnt sich ein Blick in die Anleitung, denn die mitgelieferten Cleats bieten – je nach Ausrichtung – zwei unterschiedliche Auslösewinkel. Beim Einstellen der Auslösehärte ist Gefühl gefragt, denn eine Skala oder einen Endanschlag gibt es hier nicht. Achtung: Beim Überdrehen kann es passieren, dass die Feder leicht aus der Führung rutscht und das Material des Käfigs in Mitleidenschaft zieht.
Wer das Time-typische Bindungssystem gewohnt ist, wird es lieben. Die Schuhe rasten mit einem satten „Tack“ im Pedal ein. Das Feeling ist deutlich geschmeidiger und weniger mechanisch als bei Shimano-SPD-Cleats. Das mag zum Teil auch mit an den Messing-Cleats liegen – die sich leider etwas schneller abnutzen als die gängigen SPD-Cleats.
Um ins Pedal zu kommen, bedarf es etwas mehr Schub nach vorne, dann aber ist die Verbindung angenehm stramm und man steht kompakt und direkt auf dem Pedal. Im Gelände ergibt sich daraus ein sehr sicheres, vertrauenserweckendes Fahrgefühl. Lediglich das Ausklicken läuft etwas weniger definiert als bei SPD-Pedalen und in manchen Situation kann es passieren, das sich das Cleat leicht im Pedal verkantet.
Das Xysto mit seinem üppigen Käfig und den fünf Pins pro Seite ist eines der wenigen Pedale im Test, auf denen man bedenkenlos auch ein paar Meter ausgeklickt fahren kann, wenn man in der Hektik nicht sofort in den Bindungsmechanismus findet. Diese Eigenschaft macht das Xysto zu einem hervorragenden Begleiter für technische Einsätze und Enduro-Abenteuer.
Angenehm satter Einstieg, kompakter und sicherer Stand auf dem Pedal sowie eine passable Selbstreinigung sind die Stärken des Xysto. Zudem steht man auf dem fetten Käfig auch ausgeklickt verhältnismäßig sicher. Der Ausstieg ist teils etwas undefiniert und hakelig. Der Verstellbereich der Auslösehärt ist gering, Endanschläge fehlen. Wenn Gewicht keine Rolle spielt, eine tolle Alternative für Enduro und DH.
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