​MTB-Pedale im TestTime Xysto - Hardcore-Pedal für Enduro & Downhill

Stefan Frey

 · 04.01.2026

Das Time Xysto besitzt einen massiven Alu-Body sowie fünf Pins pro Seite, die sich auch in der Höhe anpassen lassen.
Foto: Stefan Frey
Das Xysto ist das Hardcore-Pedal im Time-Portfolio und verfügt über einen massiven Pedalkäfig. Mit 457 Gramm ist es nicht gerade ein Leichtgewicht, doch dank großer Standfläche und geschmeidigem Klick-Mechanismus könnte es eine tolle Alternative für Enduro- und Downhillbiker sein. Wie schlägt sich das Time Xysto im Test?

Das Xysto ist das Hardcore-Pedal im Time-Portfolio und verfügt als logische Folge über einen massiven Pedalkäfig. Ähnlich viel Aufstandsfläche bietet nur das Funn Ripper. Das wiegt zwar noch mal über 100 Gramm mehr, kommt dafür aber zum deutlich verträglicheren Preis. Das Xysto wiegt mit 457 Gramm immerhin noch geringfügig weniger als das neue Shimano XTR PD-M9220 und kostet schlappe 220 Euro.

Was bekommt man für den Preis? Einen schicken Alu-Body, der in Portugal gefertigt wird und das Time-Atac-Bindungssystem, das uns in bisherigen Test mit seinem typisch satten Einklicken gefallen hat. Bei den Cleats hat man die Wahl zwischen drei Auslösewinkeln sowie zwei Freiheitsgraden – 0 und 5 Grad. Die Pins lassen sich in der Höhe verstellen, sind aber nur einfache Madenschrauben, die teils nicht ultimativ fest im Pedalkörper sitzen – etwas mehr Schraubenkleber könnte hier Abhilfe schaffen.

Das Time Xysto besitzt einen massiven Alu-Body sowie fünf Pins pro Seite, die sich auch in der Höhe anpassen lassen.Foto: Stefan FreyDas Time Xysto besitzt einen massiven Alu-Body sowie fünf Pins pro Seite, die sich auch in der Höhe anpassen lassen.

Beim Setup lohnt sich ein Blick in die Anleitung, denn die mitgelieferten Cleats bieten – je nach Ausrichtung – zwei unterschiedliche Auslösewinkel. Beim Einstellen der Auslösehärte ist Gefühl gefragt, denn eine Skala oder einen Endanschlag gibt es hier nicht. Achtung: Beim Überdrehen kann es passieren, dass die Feder leicht aus der Führung rutscht und das Material des Käfigs in Mitleidenschaft zieht.

Die Bindungshärte einstellen ist hier Gefühlssache. Es gibt weder eine Rasterung noch eine Skala.Foto: Stefan FreyDie Bindungshärte einstellen ist hier Gefühlssache. Es gibt weder eine Rasterung noch eine Skala.Dreht man die kleine Einstellschraube zu weit, schabt die kantige Feder am etwas weichen Alu - unschön.Foto: Stefan FreyDreht man die kleine Einstellschraube zu weit, schabt die kantige Feder am etwas weichen Alu - unschön.
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Die Time Xysto im Fahrtest

Wer das Time-typische Bindungssystem gewohnt ist, wird es lieben. Die Schuhe rasten mit einem satten „Tack“ im Pedal ein. Das Feeling ist deutlich geschmeidiger und weniger mechanisch als bei Shimano-SPD-Cleats. Das mag zum Teil auch mit an den Messing-Cleats liegen – die sich leider etwas schneller abnutzen als die gängigen SPD-Cleats.

Die Messing-Cleats bieten zwei Auslösewinkel - je nachdem auf welchem Schuh sie montiert werden - lassen sich aber nicht seitlich verschieben.Foto: Stefan FreyDie Messing-Cleats bieten zwei Auslösewinkel - je nachdem auf welchem Schuh sie montiert werden - lassen sich aber nicht seitlich verschieben.

Um ins Pedal zu kommen, bedarf es etwas mehr Schub nach vorne, dann aber ist die Verbindung angenehm stramm und man steht kompakt und direkt auf dem Pedal. Im Gelände ergibt sich daraus ein sehr sicheres, vertrauenserweckendes Fahrgefühl. Lediglich das Ausklicken läuft etwas weniger definiert als bei SPD-Pedalen und in manchen Situation kann es passieren, das sich das Cleat leicht im Pedal verkantet.

Der Einstieg braucht etwas Gewöhnung, gefällt dann aber mit einem geschmeidig-satten Einrasten - ebenso der Ausstieg.Foto: Stefan FreyDer Einstieg braucht etwas Gewöhnung, gefällt dann aber mit einem geschmeidig-satten Einrasten - ebenso der Ausstieg.

Das Xysto mit seinem üppigen Käfig und den fünf Pins pro Seite ist eines der wenigen Pedale im Test, auf denen man bedenkenlos auch ein paar Meter ausgeklickt fahren kann, wenn man in der Hektik nicht sofort in den Bindungsmechanismus findet. Diese Eigenschaft macht das Xysto zu einem hervorragenden Begleiter für technische Einsätze und Enduro-Abenteuer.

Der große Käfig des Xysto mit seinen fünf Pins bietet auch ausgeklickt einen soliden Stand - gut in brenzligen Situationen.Foto: Stefan FreyDer große Käfig des Xysto mit seinen fünf Pins bietet auch ausgeklickt einen soliden Stand - gut in brenzligen Situationen.

Time Xysto – Info & Preis

  • Gewicht Pedale / Cleats: 457 / 43 Gramm
  • Standfläche / Standhöhe / Achslänge: 94 x 79 mm / 10,5 mm/ 57 mm
  • Auslösehärte / -winkel / Bewegungsfreiheit: 8,5 – 10,9 Nm / 10, 13, 17 Grad / 5, 0 Grad
  • Besonderheiten: Fünf einstellbare Pins pro Seite; große Plattform; einstellbare Auslösehärte
  • Preis: 220 Euro >> hier erhältlich
Die Time Xysto sind eine gute Wahl für Enduristen und Downhiller, die satten Stand wollen und die Möglichkeit, auch mal ein paar Meter ausgeklickt zu rollen.Foto: Stefan FreyDie Time Xysto sind eine gute Wahl für Enduristen und Downhiller, die satten Stand wollen und die Möglichkeit, auch mal ein paar Meter ausgeklickt zu rollen.

Bewertung & Fazit

Solider Käfig und geschmeidiger, jedoch etwas wenig definierter Ein-/Ausstieg.Foto: Stefan FreySolider Käfig und geschmeidiger, jedoch etwas wenig definierter Ein-/Ausstieg.

Fazit: Time Xysto

Angenehm satter Einstieg, kompakter und sicherer Stand auf dem Pedal sowie eine passable Selbstreinigung sind die Stärken des Xysto. Zudem steht man auf dem fetten Käfig auch ausgeklickt verhältnismäßig sicher. Der Ausstieg ist teils etwas undefiniert und hakelig. Der Verstellbereich der Auslösehärt ist gering, Endanschläge fehlen. Wenn Gewicht keine Rolle spielt, eine tolle Alternative für Enduro und DH.

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