​Leatt AllMtn 6.0 Clip-inDie Pedal-Neuheit aus Südafrika im Test

Stefan Frey

 · 08.01.2026

Das Leatt AllMtn 6.0 kommt mit wuchtigem Käfig und vier soliden Pins pro Seite. Die Bindung ist SPD-kompatibel und besitzt eine Skala zur Verstellung der Auslösehärte.
Foto: Stefan Frey
Solide Standfläche, robuste Pins und SPD-kompatibel. Das Leatt AllMtn 6.0 Clip-in Pedal könnte eine lohnende Alternative zu den bekannten Trail-Pedal-Marken sein. Wie sich der Pedal-Neuling aus Südafrika im Test schlägt, erfahrt ihr hier.

Der südafrikanische Bekleidungs- und Komponentenhersteller Leatt ist erst seit kurzem im Pedal-Business vertreten, bietet jedoch bereits ein umfangreiches Sortiment an Klick- und Plattformpedalen (hier findet ihr eine Übersicht). Alle Modelle sind in mindestens zwei Güteklassen erhältlich. So auch das AllMtn Pedal, dessen Einsatzbereich sich schon im Namen steckt.

Das AllMtn 6.0 Clip-in ist die günstigere der beiden Varianten und setzt auf einen 95 x 70 Millimeter großen Alu-Body, der auf beiden Seiten mit je vier stabilen Pins versehen ist. Haltbarkeit scheint den Konstrukteuren ein Anliegen gewesen zu sein, weshalb das Leatt-Pedal über doppelte Dichtungen sowie eine dreifache Lagerung verfügt. Alles zusammen drückt natürlich etwas aufs Gewicht: 467 Gramm sind es, ohne die SPD-kompatiblen Cleats.

Das Leatt AllMtn 6.0 kommt mit wuchtigem Käfig und vier soliden Pins pro Seite. Die Bindung ist SPD-kompatibel und besitzt eine Skala zur Verstellung der Auslösehärte.Foto: Stefan FreyDas Leatt AllMtn 6.0 kommt mit wuchtigem Käfig und vier soliden Pins pro Seite. Die Bindung ist SPD-kompatibel und besitzt eine Skala zur Verstellung der Auslösehärte.


Wem das zu viel ist, der sollte einen Blick auf die teure 8.0er Version mit dem Kürzel CeraMag werfen. Hier spart ein keramikbeschichteter Magnesium-Body nochmal einiges an Gewicht ein. Das Paar soll Laut Hersteller knapp unter 300 Gramm landen, ein echter Top-Wert in dieser Liga. Allerdings hatten wir im Test bereits Probleme mit dem leichten Material an den Leatt Race-Pedalen Endurance (hier im Test). Hier hielte der etwas spröde Body den Belastungen im Gelände im Dauereinsatz nicht Stand.

Ein kleine Aussparung im Pedalkörper macht die Einstellschraube leichter erreichbar.Foto: Stefan FreyEin kleine Aussparung im Pedalkörper macht die Einstellschraube leichter erreichbar.

Also doch besser zum schweren Alu-Bruder greifen? In unserem Test hatten wir damit bisher zumindest keine Probleme. Auch das Setup geht leicht von der Hand, dank Skala an der Auslösehärte und integriertem Endanschlag an der Verstellschraube. Lediglich der Verstellbereich fällt mit 4,7 bis 12,4 Nm etwas gering aus.

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Schon fast am Anschlag und noch immer ist die Auslösehärte recht gering. Im technischen Gelände rutscht man da schon mal aus der Bindung.Foto: Stefan FreySchon fast am Anschlag und noch immer ist die Auslösehärte recht gering. Im technischen Gelände rutscht man da schon mal aus der Bindung.

Das Leatt AllMtn 6.0 im Fahrtest

​Auch im Fahrbetrieb fühlt sich die Feder am AllMtn 6.0 etwas schwach an. Hinzu kommt, dass der Käfig dem Profil überraschend wenig Auflagefläche bietet. So steht man insgesamt sehr wacklig auf dem Pedal und klickt gefühlt zu leicht aus der ansonsten sauber definierten Bindung aus. Ein- und Ausklickverhalten konnten in der Praxis aber durchaus überzeugen.

Trotz recht üppiger Standfläche und fetter Pins: Ausgklickt fahren wird mit den Leatts zur Rutschpartie.Foto: Stefan FreyTrotz recht üppiger Standfläche und fetter Pins: Ausgklickt fahren wird mit den Leatts zur Rutschpartie.

Obwohl das Leatt-Pedal über eine recht ansehnliche Plattform verfügt, ist ausgeklickt fahren keine wirklich gute Idee. Die wuchtigen und eng aneinanderliegenden Pins greifen kaum in das Gummi der Schuhsohle ein, und auch die Standfläche kann den Halt auf dem Pedal nicht wirklich verbessern.

Wir vermuten, dass die Bügel der Bindung etwas hoch liegen. Dadurch steht man etwas wacklig und weniger satt auf dem Pedal.Foto: Stefan FreyWir vermuten, dass die Bügel der Bindung etwas hoch liegen. Dadurch steht man etwas wacklig und weniger satt auf dem Pedal.

Leat AllMtn 6.0 – Infos & Preis

  • Preis: 179,99 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht Pedale / Cleats: 467 / 51 Gramm
  • Standfläche / Standhöhe / Achslänge: 95 x 70 mm / 10 mm/ 56 mm
  • Auslösehärte / -winkel / Bewegungsfreiheit: 4,7 – 12,4 Nm / 15 Grad / 5 Grad
  • Besonderheiten: Dreifach gelagert; Skala und Endanschlag bei Auslösehärte; SPD-kompatibel; auch mit Magnesium-Body und Titanachse erhältlich
Der leicht wacklige Stand und die geringe Auslösehärte vermitteln beim Leatt Pedal ein wenig sicheres Fahrgefühl.Foto: Stefan FreyDer leicht wacklige Stand und die geringe Auslösehärte vermitteln beim Leatt Pedal ein wenig sicheres Fahrgefühl.

Bewertung & Fazit

Bewertung Leat AllMtn 6.0: Exakt so schwer wie das Shimano XTR PD-M9220, doch in der Funktion nicht ganz auf einem Niveau.Foto: Stefan FreyBewertung Leat AllMtn 6.0: Exakt so schwer wie das Shimano XTR PD-M9220, doch in der Funktion nicht ganz auf einem Niveau.

​Fazit: Leat AllMtn 6.0

Wuchtige Optik, schickes Design, solide Lagerung – auf den ersten Blick sind die neuen Leatt AllMtn ein gelungener Wurf. Ein- und Ausstieg sind leicht und definiert, man steht jedoch recht wacklig auf dem Pedal, und auch die Auslösehärte fällt gering aus. Bindung und Pedal bauen etwas hoch. Trotz der vier Pins pro Seite sowie des großen Käfigs bietet das AllMtn 6.0 ausgeklickt nur wenig Standsicherheit.

​Noch mehr zum Thema Pedale findet ihr hier

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