Wen oder was auch immer Funn mit seinem wuchtigen Ripper-Pedal “aufschlitzen” möchte: Wir hoffen, dass es entweder beim Gummi eurer Schuhsohlen oder bei Wurzeln und Felsen bleibt, die ihr mit den Hardcore-Pedalen touchiert. Die aggressive Form, eine extragroße Plattform und der Blick auf die Waage klären über das angedachte Einsatzgebiet auf: Die Ripper-Pedale sollen vor allem maximalen Grip und Standsicherheit im Enduro- und Downhill-Einsatz bieten.
Dafür ist das Ripper mit ein paar ungewöhnlichen Features ausgestattet. Wie schon erwähnt: Die Plattform fällt mit 93 x 100 Millimetern besonders groß aus. Vier robuste Pins sollen den Kontakt zur Standfläche erhöhen, und damit die auch in die Schuhsohlen greifen können, ist der Klickmechanismus drehbar gelagert und mit einer Feder vorgespannt. Gleichzeitig soll so das Einklicken erleichtert werden.
Die Ripper Pedale sind SPD-kompatibel, somit lässt sich auch die Auslösehärte am Cleat-Mechanismus einstellen. Der Verstellbereich reicht von sehr leichten 5 Nm bis mittelharten 14,9 Nm. Kleines Manko: Die Einstellschraube erreicht man nur, wenn man das Klicksystem etwas dreht. Zudem gibt es weder eine Anzeige noch einen Endanschlag für die Einstellung. Das können andere Pedale besser.
Das Funn Ripper gibt es in sechs unterschiedlichen Farben, und um möglichst lange Nutzungszeiten zu ermöglichen, lässt sich das Pedal komplett servicen: Vom Lager-Kit samt Achsen über Ersatz-Pins bis zum neuen Klickmechanismus kann hier alles getauscht werden, was im harten Einsatz zu sehr gelitten hat.
Über den angewinkelten Bindungsmechanismus findet man erstaunlich leicht ins Pedal, und die Schuhe werden wie von einem starken Magneten eng ans Pedal gesogen. Das Ripper ist das einzige Pedal im Test, an dem die Pins auch eingeklickt in die Schuhsohle greifen. Das sorgt für einen extrem kompakten und bombenfesten Sitz sowie für ein sicheres Fahrgefühl – allerdings beschränkt es auch die Bewegungsfreiheit. Die Ferse lässt sich weniger frei bewegen als bei anderen Trail-Pedalen.
Insgesamt läuft der Bindungsmechanismus weniger Geschmeidig und definiert als etwa bei Shimano oder Wolftooth und der stramme Sitz erschwert den Ausstieg. In brenzligen Situation kann man sich hier auch mal verhaken.
Die riesige Plattform mit ihren soliden Pins gibt auch ausgeklickt sicheren Halt. Allerdings setzt der fette Käfig auch spürbar schneller an Felsen oder Wurzeln auf. Hier könnte das Ripper 2 mit etwas flacherem Käfig eine Option sein.
Hardcore-Pedal mit extrem sattem Sitz und massig Grip, mit dem man auch ausgeklickt noch guten Halt findet. Die angewinkelte Bindung erleichtert den Einstieg, ist aber weniger definiert als etwa bei Shimano. Kehrseite der Medaille: Der stramme Sitz beschränkt die Bewegungsfreiheit und stört beim Ausstieg, weil die Pins in der Sohle haken. Die fette Plattform setzt häufiger an Steinen und Wurzeln auf.
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