​Funn RipperHardcore-Pedale für Trail- und Enduro-Shredder im Test

Stefan Frey

 · 06.01.2026

Der Einsatzbereich der Ripper-Pedale ist schnell geklärt: Enduro, Freeride, Downhill oder: Immer dann, wenn es hart zur Sache geht.
Foto: Stefan Frey
Wenn es im Gelände heiß hergeht, will das Funn Ripper Pedal die erste Wahl sein. Mit seiner wuchtigen Plattfrom soll es maximalen Halt und sicheren Stand selbst in fiesen Downhills bieten. Das geht natürlich zu Lasten des Gewichts. Ob sich das SPD-kompatible Schwergewicht in der Praxis bewehrt, zeigt unser Test.

Wen oder was auch immer Funn mit seinem wuchtigen Ripper-Pedal “aufschlitzen” möchte: Wir hoffen, dass es entweder beim Gummi eurer Schuhsohlen oder bei Wurzeln und Felsen bleibt, die ihr mit den Hardcore-Pedalen touchiert. Die aggressive Form, eine extragroße Plattform und der Blick auf die Waage klären über das angedachte Einsatzgebiet auf: Die Ripper-Pedale sollen vor allem maximalen Grip und Standsicherheit im Enduro- und Downhill-Einsatz bieten.

Der Einsatzbereich der Ripper-Pedale ist schnell geklärt: Enduro, Freeride, Downhill oder: Immer dann, wenn es hart zur Sache geht.Foto: Stefan FreyDer Einsatzbereich der Ripper-Pedale ist schnell geklärt: Enduro, Freeride, Downhill oder: Immer dann, wenn es hart zur Sache geht.

Fette Plattform und ein spezieller Bindungsmechanismus

Dafür ist das Ripper mit ein paar ungewöhnlichen Features ausgestattet. Wie schon erwähnt: Die Plattform fällt mit 93 x 100 Millimetern besonders groß aus. Vier robuste Pins sollen den Kontakt zur Standfläche erhöhen, und damit die auch in die Schuhsohlen greifen können, ist der Klickmechanismus drehbar gelagert und mit einer Feder vorgespannt. Gleichzeitig soll so das Einklicken erleichtert werden.

Der Bindungsmechanismus ist drehbar gelagert und soll beim Einstieg ins Pedal helfen. In der Praxis klappt das recht gut.Foto: Stefan FreyDer Bindungsmechanismus ist drehbar gelagert und soll beim Einstieg ins Pedal helfen. In der Praxis klappt das recht gut.

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Die Ripper Pedale sind SPD-kompatibel, somit lässt sich auch die Auslösehärte am Cleat-Mechanismus einstellen. Der Verstellbereich reicht von sehr leichten 5 Nm bis mittelharten 14,9 Nm. Kleines Manko: Die Einstellschraube erreicht man nur, wenn man das Klicksystem etwas dreht. Zudem gibt es weder eine Anzeige noch einen Endanschlag für die Einstellung. Das können andere Pedale besser.

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Wer zu weit dreht, verliert unter Umständen den kleinen Bügel über der Feder. Ein Anschlag wäre ein hilfreiches Upgrade.Foto: Stefan FreyWer zu weit dreht, verliert unter Umständen den kleinen Bügel über der Feder. Ein Anschlag wäre ein hilfreiches Upgrade.


Das Funn Ripper gibt es in sechs unterschiedlichen Farben, und um möglichst lange Nutzungszeiten zu ermöglichen, lässt sich das Pedal komplett servicen: Vom Lager-Kit samt Achsen über Ersatz-Pins bis zum neuen Klickmechanismus kann hier alles getauscht werden, was im harten Einsatz zu sehr gelitten hat.

Das Funn Ripper im Fahrtest

​Über den angewinkelten Bindungsmechanismus findet man erstaunlich leicht ins Pedal, und die Schuhe werden wie von einem starken Magneten eng ans Pedal gesogen. Das Ripper ist das einzige Pedal im Test, an dem die Pins auch eingeklickt in die Schuhsohle greifen. Das sorgt für einen extrem kompakten und bombenfesten Sitz sowie für ein sicheres Fahrgefühl – allerdings beschränkt es auch die Bewegungsfreiheit. Die Ferse lässt sich weniger frei bewegen als bei anderen Trail-Pedalen.

Eingeklickt zieht die Bindung den Schuh förmlich ans Pedal. In Verbindung mit der großen Plattform hat man hier enorm viel Grip.Foto: Stefan FreyEingeklickt zieht die Bindung den Schuh förmlich ans Pedal. In Verbindung mit der großen Plattform hat man hier enorm viel Grip.

Insgesamt läuft der Bindungsmechanismus weniger Geschmeidig und definiert als etwa bei Shimano oder Wolftooth und der stramme Sitz erschwert den Ausstieg. In brenzligen Situation kann man sich hier auch mal verhaken.

Ungewohnt: Die Pins verringern die Bewegungsfreiheit und erschweren den Ausstieg. Dafür ist der Stand auf dem Pedal extrem satt.Foto: Stefan FreyUngewohnt: Die Pins verringern die Bewegungsfreiheit und erschweren den Ausstieg. Dafür ist der Stand auf dem Pedal extrem satt.

Die riesige Plattform mit ihren soliden Pins gibt auch ausgeklickt sicheren Halt. Allerdings setzt der fette Käfig auch spürbar schneller an Felsen oder Wurzeln auf. Hier könnte das Ripper 2 mit etwas flacherem Käfig eine Option sein.

Funn Ripper Clip-in – Infos & Preis

  • Preis: 189,99 Euro >> hier erhältlich
  • Gewicht Pedale / Cleats: 575 / 53 Gramm
  • Standfläche / Standhöhe / Achslänge: 93 x 100 mm / 11 mm / 55 mm
  • Auslösehärte / -winkel / Bewegungsfreiheit: 5,0 – 14,9 Nm / 18 Grad / 5, 0 Grad
  • Besonderheiten: Komplett servicebar; große Standfläche; angewinkelter Klickmechanismus; sechs Farben verfügbar
Fetter Pedalkäfig und bombenfester Sitz - das Ripper von Funn ist ein echtes Hardcore-Pedal, für den normalen Trail-Einsatz aber zu viel des Guten.Foto: Stefan FreyFetter Pedalkäfig und bombenfester Sitz - das Ripper von Funn ist ein echtes Hardcore-Pedal, für den normalen Trail-Einsatz aber zu viel des Guten.

Bewertung & Fazit

Der fette Käfig des Ripper garantiert für sicheren Stand - egal ob eingeklickt oder ausgeklickt.Foto: Stefan FreyDer fette Käfig des Ripper garantiert für sicheren Stand - egal ob eingeklickt oder ausgeklickt.

​Fazit: Funn Ripper Clip-in

Hardcore-Pedal mit extrem sattem Sitz und massig Grip, mit dem man auch ausgeklickt noch guten Halt findet. Die angewinkelte Bindung erleichtert den Einstieg, ist aber weniger definiert als etwa bei Shimano. Kehrseite der Medaille: Der stramme Sitz beschränkt die Bewegungsfreiheit und stört beim Ausstieg, weil die Pins in der Sohle haken. Die fette Plattform setzt häufiger an Steinen und Wurzeln auf.

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