Mit dem WTB CMR Light i30 erweitert WTB sein Carbon-Laufradprogramm um einen leichten Cross-Country-Satz, der preislich deutlich unter einigen aktuellen XC-Topmodellen liegt, ohne beim angegebenen Gewicht weit zurückzuliegen. Wir stellen den CMR Light i30 MTB-Laufradsatz vor.
WTB CRM Light i30: BIKE-Einschätzung
Die WTB CMR Light i30 Carbon-Laufräder bieten auf dem Papier eine attraktive Kombination aus Preis und Gewicht für XC-Fahrer. Der Vergleich mit dem getesteten Newmen-Satz relativiert allerdings einen möglichen Preisvorteil. Ob der WTB auch bei Haltbarkeit und Fahrverhalten überzeugt und damit ein gutes Preis-Leistungs-Angebot ist, muss ein unabhängiger Test zeigen.
WTB kombiniert asymmetrische Carbon-Felgen mit jeweils 24 Speichen. Die hakenlosen Felgen besitzen eine Innenweite von 30 Millimetern. Breite Felgenhörner sollen das Risiko von Durchschlägen am Reifen reduzieren. Verstärkte Speichenlöcher und die als „4D“ bezeichneten Bohrungen sollen die Lasten an den Speichenaufnahmen günstiger verteilen.
Bei der Abstimmung verspricht WTB seitliche Steifigkeit für präzises Handling und zugleich Nachgiebigkeit in vertikaler Richtung. Das genannte Satzgewicht von exakt 1300 Gramm inklusive TCS-Tubeless-Band und Ventile setzt sich aus 609 Gramm für das Vorderrad und 691 Gramm für das Hinterrad zusammen. Beide Werte sind Herstellerangaben, keine BIKE-Messungen.
Der CMR Light i30 bietet auf dem Papier eine attraktive Kombination aus Preis und Gewicht für XC-Fahrer. Der Vergleich mit dem getesteten Newmen-Satz relativiert allerdings einen möglichen Preisvorteil. Ob der WTB auch bei Haltbarkeit und Fahrverhalten überzeugt und damit ein gutes Preis-Leistungs-Angebot ist, muss ein unabhängiger Test zeigen.
In den Naben setzt WTB auf seine neue Frequency-7X-Plattform. Deren Zahnscheiben tragen eine DLC-Beschichtung, ausgeschrieben Diamond-Like Carbon. Sie soll Reibung reduzieren und die Verschleißfestigkeit erhöhen.
Neu im Freilauf: Der nabenseitige Zahnscheibenring ist über eine Verzahnung statt über ein Gewinde angebunden. WTB verspricht sich davon eine hohe Drehmomentbelastbarkeit und eine vereinfachte Wartung. Hinzu kommen groß dimensionierte Lager des Herstellers Enduro.
Die Laufräder verwenden Boost-Achsmaße von 15 × 110 Millimetern vorne und 12 × 148 Millimetern hinten sowie Centerlock-Aufnahmen für die Bremsscheiben. Beim Freilauf stehen Shimano Micro Spline und eine SRAM-XDR-Ausführung mit 1,8-Millimeter-Spacer zur Auswahl.
Wir ordnen den WTB CRM-Laufradsatz im Vergleich mit zwei anderen jüngst vorgestellten XC-Laufrädern ein, beide besitzen ebenfalls 30 Millimeter Innenweite. Kandidat 1: Der FSA KFX i30 (1250 Gramm, 2189 Euro) teil sich der WTB den Aufbau mit Carbon-Felge und Drahtspeichen, kostet aber rund 639 Euro weniger.
Ganze 2600 Euro mehr als der WTB muss man für den im Oktober präsentierten Cadex Max XC mit 1248 Gramm und einem Preis von voraussichtlich 4200 Euro hinlegen. Der WTB ist demnach nominell nur 50 beziehungsweise 52 Gramm schwerer, beim Preis zeigt sich, wie hoch hier die Bandbreite bei den High-End-Carbon-Laufrädern heutzutage ist.
| Laufradsatz | Preis pro Satz | Satzgewicht | Innenweite, Maulweite |
| WTB CMR Light i30 | 1549,90 Euro | 1300 g, inklusive Tubeless-Band und Ventilen | 30 mm |
| FSA KFX i30 | 2189 Euro | 1250 g, Umfang des mitgewogenen Zubehörs in der zugrunde liegenden Vorstellung nicht ausdrücklich ausgewiesen | 30 mm |
| Cadex Max XC | voraussichtlich 4200 Euro | 1248 g, inklusive Felgenband und Tubeless-Ventilen | 30 mm |
Dass die Konkurrenz nicht nur aus hochpreisigen Neuheiten besteht, zeigt der BIKE-Vergleichstest mit fünf leichten Carbon-XC-Laufradsätzen. Der im August 2024 veröffentlichte Test deckte eine Spanne von 1283 bis 1519 Gramm und von 1280 bis 2500 Euro ab - noch immer eine gute Orientierung. Teilweise sind die Produkte zwar so nicht mehr erhältlich, teilweise sind sie aber sogar inzwischen reduziert.
Wichtig: Der oben genannte BIKE-Vergleich zeigte auch, warum eine Beurteilung über das Gewicht allein nicht genügt: Gerade im Schlagtest tun sich zwischen den besten und schlechtesten Felgen große Unterschiede auf. Auf dem Papier erscheint der WTB CMR Light i30 als gutes Preis-Leistungs-Angebot, zunächst allerdings nur auf Basis seiner Eckdaten. Erst ein Test könnte verbindliche Aussagen zu Steifigkeit, Schlagfestigkeit, Lagerhaltbarkeit und Service in der Praxis liefern.
Eine ähnliche technische Basis bietet der bereits im September vorgestellte WTB CGR i28 für Gravelbikes. Auch er nutzt Frequency-7X-Naben und asymmetrische Carbon-Felgen. Seine Maulweite fällt mit 28 statt 30 Millimetern etwas schmaler aus, die Felgen sind 40 Millimeter hoch. WTB empfiehlt Reifenbreiten von 45 bis 54 Millimetern. Der Satz kostet ebenfalls 1549,90 Euro. Er ist eine Gravel-Alternative mit verwandter Nabentechnik und kein Ersatz für einen XC-Laufradsatz, der noch etwas mehr aushalten muss.
Apropos aushalten: WTB schließt den CMR Light i30 in seine „Ride With Confidence“-Garantie ein. Hier erhalten Erstbesitzer kostenlosen Ersatz, wenn eine WTB-Carbon-Felge beim Fahren bricht. Das Versprechen bezieht sich allerdings erst mal auf die Felge und ist noch mit keinem kostenlosen Austausch sämtlicher Laufradkomponenten gleichzusetzen.
Ungeachtet der breit formulierten Garantie ist dieser MTB-Laufradsatz ausdrücklich dem Cross-Country-Einsatz zu, was den Einsatz in ruppigem Enduro-Geläuf nominell ausschließt. Eine maximale Systemgewichtsangabe nennen die vorliegenden Unterlagen nicht.
WTB verkauft seine Produkte über autorisierte Händler und seinen europäischen Onlineshop. Einzeln kosten das Vorderrad 727,45 Euro und das Hinterrad 822,45 Euro.
Redakteur
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