Was bei Motocross-Maschinen schon lange üblich ist, kommt bei Mountainbikes gerade in Mode: der MX-Laufradmix aus großem Vorderrad gepaart mit kleinem Hinterrad. So lassen sich Laufruhe und ein besseres Überrollverhalten realisieren, ohne dass das Bike träge wird.
Dank des kleineren Hinterrads begeistern die die sogenannten Mullet- oder Hybrid-Bikes mit leichtfüßigem Handling auf verwinkelten Trails. Gleichzeitig kann man auf Highspeed-Passagen das erhabene 29er-Feeling genießen.
So verlockend das Konzept auch sein mag, einen Haken gibt es trotzdem: Denn „vermischt“ man die Laufradgrößen an einem Mountainbike, stehen die Ingenieure vor neuen Herausforderungen bei der Rahmenkonstruktion. Alle Fahreigenschaften vom Handling bis hin zum Ansprechverhalten der Federelemente verändern sich, sobald die Vorderradachse höher liegt als die des Hinterrades.
Und genau diese Herausforderung hat sich der Amerikaner Mike Vidowich zur Lebensaufgabe gemacht. Seit vier Jahren tüftelt er mit seinem Team an der perfekten Geometrie für Bikes mit 29-Zoll-Vorderrad und 27,5 Zoll Durchmesser am Hinterrad. Der Name seiner noch jungen Marke könnte nicht passender sein: Mullet Cycles.
Heute, vier Jahre später, will die kleine Schmiede die Glücksformel gefunden haben, und präsentiert den Mullet-Peacemaker-Rahmen. Speziell auf den MX-Laufradmix optimiert, mit Eingelenker-Hinterbau und 150 Millimetern Federweg soll der Rahmen die perfekte Grundlage für ein gelungenes Trailbike bieten. Die Geometriedaten sind offenbar so speziell, dass Mullet Cycles die entscheidenden Werte für sich behält – ein Geheimrezept sozusagen.
Fullys mit Eingelenker-Hinterbau assoziiert man heutzutage gerne mit negativen Begleiterscheinungen wie zu geringe Steifigkeit des Hinterbaus oder kompromissbehaftete Dämpfereinstellung. Mit dem Mullet Peacemaker wollen die Amerikaner all diese Probleme behoben haben und versprechen, dass der Kunde von dem wartungsarmen Ein-Gelenk-Design nur profitieren könne.
Vier massive Präzisionslager sollen selbst extreme Seitenkräfte in Anliegern oder verpatzten Landungen in Schach halten. Die überdimensionierten Lager reduzieren aber auch Hebelkräfte, was auf die Langlebigkeit der Konstruktion einzahlt. Mullet Cycles selbst bezeichnet seinen Hinterbau praktisch als wartungsfrei. Den Federweg an der Gabel beschränkt Mullet Cycles auf 150 bis 170 Millimeter.
Wer seinen neuen Mullet-Peacemaker-Rahmen vorbestellt, spart 500 Euro auf den UVP-Preis von 2490 Euro. Dafür liefert Mullet man neben dem Rahmen wahlweise einen DVO Topaz Air Dämpfer oder Mara Pro Dämpfer. Darüber hinaus bietet der Hersteller gegen einen Aufpreis drei weitere Dämpfer-Optionen: Cane Creek Kitsuma (250 Euro Aufpreis), Fox Factory DPX2 (350 Euro Aufpreis) oder für 400 Euro extra den Öhlins TTX Air.
Neben dem vollgefederten Peacemaker hat Mullet Cycles eine zweite Neuheit für 2021 auf Lager. Der Trail-Hardtail-Rahmen namens Honeymaker ist nun auch aus Aluminium zu haben, bisher gab es ihn nur aus Titan (s. BIKE-Bericht hier). Die vom Hersteller gelieferten Eckdaten: freigegeben für 120 bis 160 Millimeter Federweg und Reifen bis 3,0 Zoll Breite sowie 2,06 Kilo Rahmengewicht in Größe S.

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