Santa Cruz Bullit GX AXSTestsieg für das E-Bike mit dem Plus

Florentin Vesenbeckh

 · 21.03.2026

Santa Cruz Bullit GX AXS // Bosch CX // 600 Wh // 170 mm // 29/27,5 Zoll // 22,2 kg // 9799 Euro
Foto: Max Fuchs

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Das Santa Cruz Vala hat sich als Alleskönner-E-Bike in die Herzen vieler Biker gefahren. Der große Bruder Bullit gleicht seinem kleinen Bruder extrem - doch hat ein Plus an Federweg. Ist mehr hier wirklich besser? Wir haben das Enduro-E-MTB in der GX AXS Ausstattung ausführlich getestet.

Fazit zum Test des Santa Cruz Bullit GX AXS

Mit kleinem, fest verbautem Akku ist das Santa Cruz Bullit voll auf Trail-Stärke ausgelegt. Ein Konzept, das aufgeht: Testsieg im Highend-Vergleich! Denn für ein hubstarkes E-Enduro bleibt der Kalifornier erstaunlich direkt und spaßig. So ist das Bike weniger Spezialist für extremste Downhill-Einsätze als vielmehr ein ausgewogener Trail-Allrounder mit Reserven für mehr. Auf Tour kann die mäßige Reichweite einschränken.

Testergebnis

EigenschaftNote
Fahrverhalten2,0
Labor2,0
Ausstattung1,8
Motor1,4
Endnote1,9

Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier

Daten und Fakten zum Santa Cruz Bullit GX AXS

Preis9.799,00 €>> hier erhältlich
Laufradgröße29"/ 27,5"
Gewicht22.2 kg
MotorBosch Performance CX
AkkuBosch Power Tube 600
GabelFox 38 Float Performance Elite
DämpferFox Float X Performance Elite
SchaltungSRAM GX Eagle Transmission AXS
Bremse vorneSRAM Maven Bronze

Optisch ist der Unterschied kaum auszumachen: Santa Cruz Vala und Santa Cruz Bullit gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Doch das Enduro Bullit hat mehr Federweg, nämlich vorne und hinten 170 Millimeter. Und dazu eine noch etwas robustere Ausstattung. Die Grundzüge der beiden Bikes sind aber auch im Inneren identisch. Der schlanke Vollcarbonrahmen beherbergt den Bosch Performance CX und den vergleichsweise kleinen Akku Powertube 600. Die Batterie ist fest verbaut im Unterrohr, das soll Gewicht sparen und macht klar: Hier geht’s nicht um Bequemlichkeit und Alltagsnutzen, sondern um sportliche Attitüde. Das Bullit soll im Gelände und auf Trails glänzen.

Wenn der fest verbaute 600-Wh-Akku nicht reicht, kann der optional erhältliche Range Extender von Bosch (250 Wh) aufs Oberrohr geklickt werden.Foto: Max FuchsWenn der fest verbaute 600-Wh-Akku nicht reicht, kann der optional erhältliche Range Extender von Bosch (250 Wh) aufs Oberrohr geklickt werden.

​Ist leichter besser?

Mit 22,2 Kilo hat es dazu genau die richtigen Anlagen. Kein Rekordgewicht, aber in Anbetracht der robusten Ausstattung mit Doubledown-Reifen, Maven-Bremsen und 38er-Federgabel ist das ein guter Wert. Gut, aber bezogen auf den hohen Preis nicht überschwänglich, ist auch die Ausstattung. Hier fehlt es an nichts, aber Glanz mit Carbon-Parts oder Kashima-Beschichtungen sucht man vergeblich. Bei anderen Herstellern gibt’s für knapp 10.000 Euro deutlich mehr Glamour. Bei Santa Cruz ist das nicht außergewöhnlich. Los geht’s mit dem Einstiegsmodell entsprechend erst bei 7699 Euro. Die Bikes der Kalifornier sollen auf dem Trail brillieren, mit top Fahreigenschaften und starkem Fahrwerk. Gelingt das dem Bullit GX AXS?

​Das Santa Cruz Bullit GX AXS kostet 9799 Euro und ist z. B. hier erhältlich

Klare Kante im Gelände

Auf dem Trail zeigt sich das Bullit für ein potentes E-Enduro leichtfüßig, direkt und präzise. Neben dem geringen Gewicht zeichnet sich dafür auch das klasse Fahrwerk verantwortlich. Anstatt plüschig-soft alle Hindernisse aufzusaugen, bietet es vor allem im mittleren Federwegsbereich viel Gegenhalt. Das hält den Fahrer in einer aktiven Position und macht das Spielen mit dem Gelände leicht und das Handling besonders berechenbar. Während manches E-Enduro auf flachen Trails und im zahmen Gelände plump und träge wirkt, ist das Bullit auch hier ein spaßiger Begleiter. Geometrie und Fahrposition geben direkt viel Vertrauen und ein gutes Gefühl.

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Fahrspaß wird beim Bullit großgeschrieben, das Handling ist top.Foto: Max FuchsFahrspaß wird beim Bullit großgeschrieben, das Handling ist top.

Zeigt das Gelände Zähne oder wirft sich der Trail in Falllinie nach unten, enttäuscht das Bullit ebenso wenig. Hier Bedarf es allerdings einer beherzten Fahrweise. So profitieren eher versierte Biker vom definierten Handling. Wer zögerlich unterwegs ist, hat nicht das Gefühl, von massig Hub und Schluckvermögen. Doch lässt man die Bremsen offen, bügelt das Fahrwerk fast schon überraschend souverän auch richtig grobe Hindernisse und schnelle Schlagabfolgen glatt. Im Wurzelstakkato fällt eine andere Stärke auf: Unser Testbike blieb für ein E-Bike richtig schön leise und störte nicht mit Klappergeräuschen.

Im Tourenmodus gefällt die ausgewogene Sitzposition des Bullit. Weder zu gestreckt, noch unangenehm weit vorne sitzt man im Sattel. Bergauf kann die Heckfederung mit richtig viel Traktion überzeugen. Wird es steil und kniffelig ist das Bike weniger in seinem Element. Doch mit etwas Körpereinsatz und Gewichtsverlagerung lässt sich das Bullit gut kontrollieren.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Spaßiges und berechenbares Handling
  • Vielseitiger Allrounder
  • Leise auf dem Trail

Schwächen

  • Kleiner Akku, fest verbaut
  • Ausstattung gemessen am Preis wenig edel

Dieser Test ist im Rahmen eines Vergleichs mehrerer Highend-E-Enduros entstanden. Alle Artikel der Serie gibt’s hier in den Links:

Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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