Giant Reign Advanced E+ 1 im TestGraue Maus oder goldene Mitte?

Florentin Vesenbeckh

 · 19.03.2026

Giant Reign Advanced E+ 1 // Syncdrive Pro 3 // 580 Wh // 180/170 mm // 23,33 kg // 7999 Euro
Foto: Max Fuchs

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Mit üppig Federweg, einem eigenen Motor und dazu noch smarten Features will das E-Enduro Giant Reign Advanced E+ anspruchsvolle Gelände-Biker abholen. Wir haben das fahrstarke Carbon-E-Bike im Preis-Leistungstrimm getestet.

Fazit zum Test des GIANT Reign Advanced E+ 1

Mit dem hauseigenen Syncdrive-Antrieb hat Giant eine individuelle Note parat. Dazu glänzt das System mit smarter Vernetzung, inklusive Diebstahlschutz und Reifendrucksensoren. Im Gelände ist das Reign richtig fahrstark, spurtreu und sicher unterwegs. Beim Spieltrieb kann es nicht ganz mithalten, sportlich schnelle Enduro-Lines sind eher sein Ding.

Testergebnis

EigenschaftNote
Fahrverhalten2,2
Labor3,1
Ausstattung2,1
Motor2,0
Endnote2,3

Die Gesamtbewertung des Bikes findest du hier

Daten und Fakten zum GIANT Reign Advanced E+ 1

Preis7.999,00 €>> hier erhältlich
Laufradgröße29"/ 27,5"
Gewicht23.33 kg
MotorGiant Syncdrive Pro III
Akku560 Wh
GabelFox 38 Float Performance Elite
DämpferFox Float X
SchaltungSRAM Eagle 70
Bremse vorneTRP Evo DH-R

Giants E-Enduro Reign E+ hat eine lange Tradition und war eines der ganz frühen, voll auf Gelände getrimmten E-Bikes überhaupt. Die neueste Ausbaustufe ist nicht mehr ganz so aggressiv ausgelegt, soll eine ausgewogene Mischung aus Nehmerqualitäten und Fahrspaß liefern und wartet obendrein mit einigen technischen Gadgets auf.

Besonders beim E-System hat der Branchenriese Giant in den letzten Jahren große Schritte hingelegt. Traditionell kommen die E-Bikes der Taiwanesen mit hauseigenen Motoren, die auf der Hardware von Yamaha basieren.

Ein schickes Oberrohrdisplay, das sogar den Luftdruck in den Reifen anzeigt, ist ein Beispiel für die gelungenen Bemühungen. Den Luftdruck immer automatisch im Blick – das ist echter Mehrwert. Allerdings fiel ein Sensor im Test mehrfach aus.

Den Reifendruck immer im Blick, das ist echter Mehrwert. Leider war die Funktion im Test teils eingeschränkt.Foto: Max FuchsDen Reifendruck immer im Blick, das ist echter Mehrwert. Leider war die Funktion im Test teils eingeschränkt.

​Mit Vollcarbon-Chassis gibt’s das Reign Advanced E+ leider nicht zum Sparpreis. Unser Testbike ist die mittlere von drei Ausstattungsvarianten und kostet bereits 7999 Euro >> hier erhältlich. Das Einstiegsmodell mit günstigerer Ausstattung kostet 6499 Euro. Spätestens damit ist klar: Wir sprechen hier von einem hochwertigen Sportgerät, und nicht von einem Alltagsfahrzeug. Mit 180/170 mm Federweg ist das Bike definitiv auf hartes Gelände und Einsätze auf Enduro-Trails oder im Bikepark ausgelegt. Darauf zielt auch der verhältnismäßig kleine Akku mit 560 Wattstunden ab, der Gewicht vor maximaler Reichweite priorisiert.

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Klettern wie auf Schienen

Traditionell bärenstark zeigt sich das Reign E+ im Uphill. Die Sitzposition ist zentral und die Kontrolle über das Bike exzellent. Der Hinterbau erzeugt richtig viel Traktion und obendrein saugt sich auch der weiche MaxxGrip-Klebereifen an Wurzeln und Hindernissen fest. Das Vorderrad zeigt kaum Steigtendenzen, so sind auch extreme Steilstücke kein Problem. Der Motor ist zwar kein ausgewiesener Kraftprotz, Leistung und Drehmoment sind aber auf einem absolut hohen Niveau und völlig ausreichend. Einzig der kurze Nachlauf hemmt in mancher Schlüsselstelle die Kletterexzellenz.

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Schnell und sicher

Auch bergab ist das Reign ein Ruhepol. Die Traktion ist in jeder Lebenslage richtig stark, das gibt viel Sicherheit und Vertrauen. Das Fahrwerk spricht sehr sensibel an, arbeitet dann aber mit einer gehörigen Portion Gegenhalt. Traktionsstark und kontrolliert? Ja! Plüschig und super komfortabel? Nein! So braucht man schon eine Portion Selbstvertrauen und Fahrkönnen, um mit dem Reign so richtig Gas zu geben. Das gibt einen racigen Charakter. Vorteil: Das Bike versackt nicht im Federweg, sondern bleibt aktiv. An Absprüngen lässt es sich noch gut in die Luft ziehen, doch Bunnyhops und Manuals gehen schwer von der Hand.

Im direkten Vergleich mit anderen Bikes dieser Klasse fällt auf: Ultimativ leichtfüßig und wendig ist das Giant-Enduro nicht unterwegs. Auf Flowtrails oder im Flachen lässt es etwas Spritzigkeit vermissen und in engen Kehren, gerade bei langsamerer Fahrt, fordert es mehr Krafteinsatz. Ebenfalls auffällig: Motor und Akku klappern beim Rollen über Hindernisse. In unserem Reichweitentest musste das Reign deutlich Federn lassen. Verantwortlich: der kleine Akku und die sehr weiche Gummimischung an beiden Reifen. Immerhin hat man für lange Tage die volle Flexibilität: Ruckzuck Zweit-Akku einsetzen oder Range-Extender ins Rahmendreieck packen, beides ist möglich.

Das Reign E+ zeigt volle Variabilität bei der Batterie. Der 580er-Akku ist schnell entnommen, optional gibt's auch einen Range Extender als Zubehör, der aufs Unterrohr passt.Foto: Adrian KaetherDas Reign E+ zeigt volle Variabilität bei der Batterie. Der 580er-Akku ist schnell entnommen, optional gibt's auch einen Range Extender als Zubehör, der aufs Unterrohr passt.

Stärken und Schwächen

Stärken

  • Sehr starker Kletterer
  • Viel Traktion und spurtreue
  • Batterie schnell entnehmbar

Schwächen

  • Etwas behäbig im Handling
  • Motor klappert
  • kleiner Akku mit wenig Reichweite

​​Dieser Test ist im Rahmen eines Vergleichs mehrerer Highend-E-Enduros entstanden. Alle Artikel der Serie gibt’s hier in den Links:

Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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