Canyon Lux Era 32”-StudieBlick in die Zukunft des Cross-Country-Sports

Jan Timmermann

 · 23.06.2026

Der Doppeldecker-Lenker des Canyon Lux Era soll die Aerodynamik des Konzeptbikes verbessern.
Foto: Canyon
Canyon gewährt mit dem Lux Era einen Blick in die Zukunft von Cross-Country-Bikes. Das Konzeptbike nutzt 32-Zoll-Laufräder, eine Upsidedown-Federgabel und ein Doppeldecker-Cockpit für eine verbesserte Aerodynamik. Dabei ist das Lux Era mehr als eine Studie. Canyon testet das Bike aktuell mit Athleten und im Windkanal. Wir haben alle Infos zum futuristischen Cross-Country-Fully.

Mit dem Konzeptbike Lux Era will Canyon das Potential eines kompromisslosen 32 Zoll Cross-Country-Mountainbikes ausloten. Dabei widmen sich die Koblenzer jedoch nicht nur interessanten Ansätzen zur neuen Laufradgröße, sondern auch dem zunehmend wichtigeren Thema der Aerodynamik.

Doppeldecker-Cockpit für tiefe Position

Cross-Country-Rennen werden schneller. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei XCO MTB Weltcup-Rennen lag 2016 bei 18 km/h. Heute erreichen Fahrer bereits 24 km/h. Sieger beim Leadville 100 MTB Marathon schaffen sogar 28 km/h.

Mit steigender Geschwindigkeit gewinnt Aerodynamik an Bedeutung. Der Fahrer ist für rund 70 Prozent des Luftwiderstands verantwortlich. Herkömmliche Mountainbike-Rahmen und Komponenten ermöglichen bislang eingeschränkt aerodynamische Positionen ohne Sicherheitsrisiken.

Das Cockpit des Lux Era erinnert an den Doppeldecker-Lenker früherer Grail-Gravelbike-Generationen. Die untere Griffposition ermöglicht eine maximal aerodynamische Haltung. Fedja Delic, Chefdesigner bei Canyon, erklärt die Problematik: In der Welt der Cross-Country--Rennen müssen Athleten schneller fahren und greifen dabei zu Lösungen, die gefährlich sein können. Es stehen ihnen nur wenige Handpositionen zur Verfügung, um lange aerodynamische Positionen zu halten. Das Doppeldecker-Cockpit soll zusätzliche Griffpositionen und mehr Sicherheit bei tiefen Positionen bieten. Ein minimalistisches Computerdisplay sitzt in der Top Cap und versorgt den Fahrer mit Informationen wie Geschwindigkeit, Distanz, Zeit, Leistung oder Herzfrequenz.

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Upside-Down-Gabel und 32 Zoll Laufräder

Die umgekehrte Gabelkonstruktion des Canyon Lux Era Konzeptibikes verspricht mehrere Vorteile: höhere Steifigkeit, stabileres Bremsen, weniger ungefederte Masse, bessere Schmierung und präziseres Handling. Die integrierte, schmalere Gabelkrone soll die Aerodynamik verbessern und das spitz zulaufende Steuerrohr-Profil den Luftwiderstand weiter reduzieren.

Die größeren 32-Zoll-Laufräder des Canyon Lux Era verlieren laut Canyon durch ihr Überrollverhalten weniger Geschwindigkeit, liefern bessere Traktion und bieten mehr Komfort. Luca Schwarzbauer von Canyon XC Racing betont: “Bei Weltcup- oder Marathon-Rennen versuchen Athleten ständig, noch schneller zu werden. Jede Sekunde zählt. Mit einem herkömmlichen Cockpit stößt man irgendwann an eine Grenze.” Eine Aussparung im Rahmen erlaubt einen direkten Blick auf den Dämpfer und erleichtert die Einstellung des Sag.

Tests und Präsentation auf der Eurobike

Beim Lux Era handelt es sich um einen reinen Prototyp. Canyon hat das Bike noch nicht für die UCI-Zulassung eingereicht. Profis wie Luca Schwarzbauer und Jenny Rissveds werden vorerst nicht bei Weltcup-Rennen damit antreten. Aktuell testet Canyon das Bike mit Athleten und im Windkanal, um die Performance-Vorteile zu verifizieren. Auf der Eurobike in Frankfurt ist das Konzept-Bike vom 24. bis 27. Juni auf dem Canyon Stand in Halle 11.0, Stand B50, neben weiteren Prototypen und Konzepten zu sehen.

Fazit

Überall wo Roll-Geschwindigkeit gefragt ist, wie im Cross Country Sport, haben 32 Zoll Laufräder klare Vorteile. Allerdings sind aus Sicht der Aerodynamik die wichtigsten Teile m Bike und besitzen sie einen höheren Luftwiderstand. Im Verhältnis zum Fahrer fällt das jedoch nur leicht ins Gewicht. Deshalb ist es spannend zu sehen, wie das Canyon Lux Era 32 Zoll und Aerodynamik zu vereinen versucht. - Jan Timmermann, BIKE-Redakteur

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Jan Timmermann

Jan Timmermann

Redakteur

Jan Timmermann ist ein Mountainbiker aus echtem Schrot und Korn. Dabei deckt sein Interesse von Marathon- bis Trailbikes und von Street bis Gravel fast alles ab. Getreu dem Motto „das Leben ist zu kurz für langweilige Fahrräder“ hängt Herz des Technik-Redakteurs jedoch vor allem an Bikes mit Charisma. Nebenbei leitet Jan auch noch das Fitness-Resort unserer Radsport-Marken.

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