Fahrrad-InnovationenCanyon - Eurobike-Vorschau mit 32 Zoll & smarter Sicherheit

Florentin Vesenbeckh

 · 17.06.2026

Fahrrad-Innovationen: Canyon - Eurobike-Vorschau mit 32 Zoll & smarter SicherheitFoto: Canyon Bicycles
Im Steuerrohr dieses Konzept-Bikes stecken Kameras und Radarsensoren, die das Rennradfahren sicherer machen sollen.
Mit einem großen Knall kündigt Canyon seine Rückkehr auf die Eurobike an. Ein 32-Zoll-Mountainbike, ein intelligentes Sicherheitssystem, vernetzte Fahrräder und ein interaktiver Helm - gleich vier besondere Konzepte will der Koblenzer Versender in Frankfurt präsentieren. Erste Infos haben wir zusammengefasst.

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​Die Eurobike 2026 drohte lange, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Immer mehr Marken verkündeten demonstrativ ihren Abschied von der einstigen Leitmesse. In dieses Loch stößt der Koblenzer Versender Canyon. Und zwar mit einer klaren Kampfansage und gleich mehreren innovativen Neuigkeiten.

Canyon wird im Juni 2026 erstmals seit Jahren wieder auf der Eurobike vertreten sein. Vom 24. bis 27. Juni will das Unternehmen auf der Frankfurter Messe mehrere Konzepte vorstellen, die zeigen sollen, wohin sich die Fahrradbranche aus Sicht der Koblenzer entwickeln könnte. Dabei setzt Canyon vor allem auf Themen wie digitale Vernetzung, Sicherheit im Straßenverkehr und Aerodynamik.

1. Intelligentes Warnsystem für Rennräder

Das erste Konzept dreht sich um ein vernetztes Sicherheitssystem für Rennräder. Kameras, Radarsensoren und künstliche Intelligenz sollen dabei helfen, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen. Das System warnt Fahrende über Abstände zu anderen Verkehrsteilnehmern und soll Informationen über das Terrain liefern. Zudem ist eine Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern vorgesehen.

„Der Straßenradsport braucht eine Sicherheitsrevolution", erklärt Mazen Jrab, der bei Canyon für IoT-Hardware verantwortlich ist. Das Ziel sei es, Verkehrssicherheit vom reaktiven ins prädiktive Stadium zu bringen. Das System wurde laut Canyon als eigenständiges Konzept mit Display und Sensoren entwickelt, lässt sich aber auch mit anderen Geräten vernetzen.

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2. Smarter Helm als Informationszentrale

Passend dazu zeigt Canyon einen vernetzten Helm mit integriertem Display, Sprachsteuerung und Audioausgabe. Er soll nicht nur Kopfschutz bieten, sondern auch als Schnittstelle zum intelligenten Sicherheitssystem dienen. Der Helm kann nach Angaben von Canyon auch Daten von anderen kompatiblen Systemen verarbeiten, etwa von Leistungs- oder Herzfrequenzsensoren. Damit positioniert ihn der Hersteller sowohl als Trainingsgerät als auch als Teil eines umfassenden Sicherheits-Ökosystems für Radfahrende.

3. V2X-Technologie kommt aufs E-Bike

Bereits 2023 hatte Canyon begonnen, an einer V2X-Schnittstelle ("Vehicle-to-Everything") für Fahrräder zu arbeiten. Diese Technologie soll es Fahrzeugen ermöglichen, untereinander zu kommunizieren – auch ohne direkte Sichtverbindung, etwa an unübersichtlichen Kreuzungen. Auch der Kontakt und Austausch mit entsprechend ausgerüsteter Infrastruktur im Straßenverkehr ist möglich.

Nun präsentiert Canyon mit dem Roadlite:ON CF eine seriennahe Version dieser Technologie. Das Urban-E-Bike soll Fahrende über visuelle oder haptische Signale auf andere Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen. Canyon hat dafür mit Volkswagen kooperiert, einem Vorreiter im Bereich V2X bei Automobilen. Auf der Eurobike sollen erstmals Probefahrten mit dem System möglich sein.

„Sicherheitsbedenken halten immer noch viele Menschen davon ab, häufiger aufs Rad zu steigen", sagt Jrab. Mit der Technologie wolle Canyon einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.

4. Cross-Country-MTB mit 32-Zoll-Laufrädern

Das vierte Konzept richtet sich an den Rennsport: Canyon zeigt ein Cross-Country-Mountainbike mit 32-Zoll-Laufrädern und aerodynamisch optimiertem Cockpit. Dass die übergroßen Laufräder ihre Berechtigung haben, hat unser erster ausführlicher Test gezeigt. Dennoch kamen die großen Marken Specialized, Scott und zuletzt auch Canyon selbst noch mit brandneuen 29er-Racebikes auf den Markt. Das Konzeptbike soll neben der neue Laufradgröße auch in Sachen Aerodynamik neue Akzente setzen.

Die Vision vom Zukunfts-Bike

Mit der Messepräsenz will Canyon nicht nur einzelne Produkte zeigen, sondern auch einen Einblick in die eigenen Entwicklungsprozesse geben. Am Stand soll das sogenannte "Innovationsdreieck" sichtbar gemacht werden – das Zusammenspiel zwischen Design-, Entwicklungs- und Produktteams.

„Wir präsentieren unser Gesamtkonzept von Performance, Sicherheit und Intelligenz als zusammenhängende Vision", erklärt Chief Technology Officer Chad Manuell. Ziel sei es, die Erwartungen an moderne Fahrräder neu zu definieren. Mehrmals täglich soll es zudem ein Diskussionsforum geben, bei dem Messebesucher Feedback zu den Konzepten geben können.

Ob und wann die gezeigten Konzepte tatsächlich in Serie gehen, ließ Canyon zunächst offen. Die Eurobike findet vom 24. bis 27. Juni in Frankfurt statt.


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Florentin Vesenbeckh sitzt seit seinem zehnten Lebensjahr auf dem Mountainbike. Schon auf der allerersten Tour standen Singletrails im Fokus – und die gehören für ihn auch nach über 30 Jahren im MTB-Sattel zur Quintessenz des Bikens. Seine Jugend verbrachte er mit Wettkämpfen in verschiedenen Bike-Disziplinen und später prägten Jahre als Fahrtechnik-Coach seine radsportliche Vita. Beruflich stehen für den erfahrenen Testredakteur inzwischen E-Mountainbikes im Fokus. In den letzten Jahren testete der diplomierte Sportwissenschaftler und ausgebildete Journalist über 300 Bikes und mehr als 40 verschiedene Motorsysteme in Labor und Praxis.

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