Canyon Spectral:On CF9 im TestE-MTB vom Versender mit Top-Ausstattung - nur 5000 Euro

Adrian Kaether

 · 06.05.2026

Canyon Spectral:On CF9 im Test: Top-Ausstattung für 5000 Euro
Foto: Max Fuchs
Das Canyon Spectral:On CF9 liefert für 5000 Euro eine unglaublich hochwertige Ausstattung. Vor allem die Bergab-Performance überzeugt. Wir haben das E-MTB ausführlich getestet.

Fazit zum Test des Canyon Spectral:ON CF 9

Das Canyon ist ein Rad für Fahrer, die vor allem Wert auf die Bergab-Performance und auf eine hochwertige Ausstattung legen. Auch als Tourer macht es dank komfortabler Sitzposition eine gute Figur, bietet aber keine herausstechende Kombination aus Gewicht und Reichweite mehr. Verarbeitung und Vollcarbonrahmen sind wertig.

Daten und Fakten zum Canyon Spectral:ON CF 9

Preis4.999,00 €
Federweg160 mm
LaufradgrößeSonstige
Gewicht24.3 kg
MotorShimano EP 801
AkkuCanyon E4C0R-S
GabelFox 38 Float Performance Elite
DämpferFox Float X Performance
SchaltungShimano XT Di2
Bremse vorneShimano XT BR-M 8120

Messwerte

Sitzposition
sportlich
44
komfortabel
0
33
66
100

Alle Messwerte findest du hier

​Was Canyon für 5000 Euro bietet, grenzt schon fast an ein Wunder. Der Versender spezifiziert nicht nur eine elektronische Di2 Schaltung von Shimano, sondern auch noch solide DT-Laufräder und eine hochwertige Performance-Elite-Gabel auf Factory-Niveau.

Der Grund dafür ist auch: Die Koblenzer hatten beim Spectral:On zwischenzeitlich mit Akku-Problemen zu kämpfen und mussten das Rad dafür komplett aus dem Verkehr ziehen. Erst jetzt, nach anderthalb Jahren Pause, ist das Rad mit neuem Alu-Akku wieder da. Und die etwas betagte Konstruktion samt klassischem Shimano-EP801-Motor kompensiert Canyon eben mit einem besonders attraktiven Preis Leistungs-Paket.

Kleiner Wermutstropfen: Die Grip2-Gabel und die Bremsen sind nicht aus der aktuellen Baureihe. Bis auf eine einstellbare Druckstufe am Dämpfer ist aber alles dran, was sich anspruchsvolle Trailbiker nur wünschen können. Das gibt’s sonst nicht zu diesem Preis.

​Komfortabel auf Tour

Fakt ist: Auf Touren sitzt man ziemlich komfortabel auf dem Canyon. Zur Wahrheit gehört aber auch: Den ultimativen Trumpf von geringem Gewicht bei klassenbester Reichweite kann das Canyon mit dem neuen und recht schweren 800er Akku (vorher 900 Wh) nicht mehr ziehen.

Im Uphill war das Spectral:On ohnehin noch nie das stärkste Bike. Beides kostet das Canyon spürbar Punkte in der Gesamtwertung. Der Shimano-Motor schiebt zwar unkompliziert, Bosch und Avinox sind aber sensibler, bieten mehr Funktionen und haben spürbar mehr Leistung.

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Gut: Für knifflige Trail-Uphills gibt’s beim EP801 mittlerweile einen einstellbaren Motor-Nachlauf. Weniger: Kurbeln und Tretlager setzen im verblockten Gelände früh auf.

​Reserven für mehr

Den Schwerpunkt setzt das Spectral:On spürbar auf die Abfahrt. Dank tiefem Tretlager und hoher Front steht man super gut integriert im Bike. Mit seinen moderat langen Kettenstreben macht das Rad auch in nicht zu extremem Gelände Spaß und lässt sich dabei recht leicht aufs Hinterrad ziehen.

Die gute Federgabel und die kräftigen Bremsen fallen in schwerem Gelände positiv auf. Der Charakter der Federung ist sportiv gehalten. Pumpen über Geländewellen oder Abziehen an kleinen Kanten – das alles klappt gut. Für echtes Enduro-Feeling müssten Traktion und Feedback noch etwas besser sein.

Zeigt der Trail die Zähne, merkt man dem Canyon die langen Federwege dennoch positiv an. Doch eher im Sinne von Reserven als von ultimativem Fahrkomfort. Ambitionierte Abfahrer wissen das zu schätzen.

Leider klapperte unser Testrad bergab etwas aus Unterrohr und Motorgetriebe. Auch ein kürzeres Sitzrohr mit längerer absenkbarer Sattelstütze sowie pannenfestere Reifen stehen für harte Trail-Einsätze noch auf der Wunschliste.

Stärken

  • ​fahrstark
  • mit Reserven bergab hochwertig verarbeitet
  • top ausgestattet

Schwächen

  • ​kein Kletter-Ass
  • älterer Shimano-Motor

Adrian Kaether fährt am liebsten Mountainbikes auf rumpeligen Enduro-Strecken. Der Tech-Experte und Bike-Tester kennt sich aus mit Newtonmeter und Wattstunde, High- und Lowspeed-Dämpfung. Als Testleiter bei MYBIKE schaut Adrian auch gerne über den Tellerrand und testet Cargo-Bike und Tiefeinsteiger ebenso, wie die neuesten (E-)MTBs.  

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