Florentin Vesenbeckh
· 01.05.2026
Das Festival läuft, die Saison kann kommen! Von Freitag bis Sonntag tanzt das 32. FSA Bike Festival in Riva del Garda und damit der traditionelle Einstand in die Bike- und Gravelsaison 2026. Das Festival will nicht nur den Radsport feiern, sondern auch die Community stärken: Gemeinsames Erleben, italienisches Lebensgefühl, soziale Verantwortung und echtes Miteinander stehen auf dem Programm.
Am Stand des Bremsenherstellers Brembo gibt es die erste Mountainbike-Bremse der Motorrad-Spezialisten zu sehen. Das Know-how der Italiener gilt im MotoGP-Zirkus als Nonplusultra – fast alle Teams setzen hier auf Brembo-Anlagen.
Dass Brembo nun auch das Mountainbike-Segment in Angriff nimmt, wissen aufmerksame Beobachter des Downhill-Weltcups bereits seit vergangenem Jahr. Gemeinsam mit den Profi-Downhill-Athleten des Specialized Gravity Racing Teams arbeitet das Unternehmen seit einiger Zeit an der neuen GR Pro. Den Prototyp der Ferrari-roten Scheibenbremse fuhr Downhill-Superstar Loïc Bruni bereits während der gesamten letzten Weltcup-Saison.
Inzwischen hat die Anlage die Serienreife erreicht und soll ab Juli 2026 in den Handel kommen. Die GR Pro wird ausschließlich als Set für Vorder- und Hinterrad angeboten, der Preis liegt nach aktuellen Angaben knapp unter 900 Euro.
Technisch setzt die Vierkolbenbremse am Geber auf einen Kolbendurchmesser von 9 Millimetern; die vier Nehmerkolben im Bremssattel messen jeweils 18 Millimeter – soweit so gewöhnlich. Der entscheidende Unterschied zu anderen Gravity-Bremsen liegt jedoch in den erweiterten Einstellmöglichkeiten am Hebel: Neben der üblichen Griffweiten- und Druckpunkteinstellung verfügt die Brembo über zwei separate Stellschrauben zur Feinjustierung des Druckpunkts. Eine siebenstufige Einstellschraube reguliert den Hebelleerweg, eine weitere, dreistufige Schraube verändert die Charakteristik des Druckpunkts – von sehr direkt bis federweich.
Das Bike Festival Riva zeigt einmal mehr: Die riesigen 32-Zoll-Laufräder fristen nicht länger ihr Nischendasein als Marketing-Gag, sondern haben neue Mountainbike-Entwicklungen fest im Griff. Doch während ein großer Teil der Industrie noch an Prototypen und Konzeptbikes tüftelt, hat ein Hersteller das 32-Zoll-Thema fest in seine 2026er-Verkaufspalette integriert: Maxxis.
Der Reifen-Riese bedient den Trend nicht nur mit einem, sondern gleich mit fünf Reifenmodellen für 32-Zoll-Bikes: den Aspen ST, explizit für Gravelbikes, den normalen Aspen als Grenzgänger zwischen Cross-Country und Marathon, den Aspen AT als reinen XC-Reifen sowie die bewährten Profile des Forecaster und des Dissector für den Trail-Einsatz. Das Stück soll 75 Euro kosten. Damit liegen die 32-Zoll-Modelle aufgrund der höheren Materialkosten fünf Euro über dem Preisniveau der 29-Zoll-Modelle.
Das Unno Mith mit DJI-Antrieb gehört definitiv zu den spannendsten Dreambuilds, die es in der Expo-Area zu sehen gibt. Das edle Carbon-Enduro aus Barcelona bleibt seiner radikalen Designsprache treu, legt unter der Haube aber deutlich nach: Mit dem neuen DJI Avinox M2S-Motor mit bis zu 150 Nm Drehmoment zählt das Mith 2026 zu den aktuell stärksten E-MTBs überhaupt. Gleichzeitig bleibt das Bike trotz Full-Power-Ansatz schön schlank – nicht zuletzt dank des vergleichsweise kompakten Motors und der cleveren Integration. Der exklusive High-End-Aufbau am Stand von DT Swiss unterstreicht den Boutique-Anspruch des spanischen Labels: Feinste Komponenten, der Benchmark-Antrieb und das einzigartige Design setzen ein Statement – technisch wie optisch.
DT Swiss stellt seine neuen DT Swiss 1500 Carbon-Laufräder aus. Die komplett überarbeitete Laufradserie setzt konsequent auf Carbon-Felgen, kombiniert mit asymmetrischem Felgendesign und modellspezifischen Setups für unterschiedliche Einsatzbereiche – von Cross-Country bis hin zu Enduro und E-MTB. Ziel ist mehr Haltbarkeit bei gleichzeitig geringer rotierender Masse und spürbar besserer Beschleunigung.
Besonders spannend: Mit dem EXC 1500 bringt DT Swiss erstmals Carbon-Laufräder mit offizieller Downhill-Freigabe (ASTM 5) – ein klares Statement in Richtung maximaler Belastbarkeit. Gleichzeitig sollen die neuen Felgen beim Fahrgefühl bewusst näher an Aluminium heranrücken, also nicht übermäßig hart wirken, sondern auch auf ruppigen Trails schön geschmeidig bleiben, die Traktion verbessern und Ermüdung vorbeugen.
Technisch setzt DT Swiss zudem auf das neue DEG-Freilaufsystem, mit dem sich die Kassette unabhängig vom Freilauf bis zu einem gewissen Grad frei drehen kann, bevor die Sperrklinken einrasten. So kann der Pedalrückschlag reduziert werden und das Fahrwerk freier arbeiten. Wie viel Freiheitsgrade zur Verfügung steht, lässt sich ohne Werkzeug direkt auf dem Trail in drei Stufen einstellen. Die neue 1500er-Serie ist High-End – preislich wie technisch – und richtet sich an ambitionierte Fahrer, die ein leichtes, robustes und vielseitiges Laufrad-Setup suchen.
Auch der neue Mahle M40 ist beim Bike Festival ein spannendes Thema. Der deutsch-spanische Newcomer markiert Mahles Einstieg in den Full-Power-E-MTB-Bereich und kombiniert ein erstaunlich niedriges Gewicht von rund 2,6 Kilo mit ordentlich Leistung: Bis zu 105 Nm Drehmoment und 850 Watt Spitzenleistung bringt der kompakte Mittelmotor auf den Trail.
Wir konnten den Motor bereits testen. Besonders auffällig: Trotz seiner kompakten Bauweise liefert der M40 einen extrem kräftigen Durchzug und positioniert sich klar auf Augenhöhe mit den starken Systemen am Markt. Gleichzeitig punktet der Antrieb mit smarten Features und einer modernen, fein abstimmbaren Motorcharakteristik.
Ein echter Hingucker war der Auftritt am Mahle-Stand: In einem gläsernen Bike können die Besucher das gesamte Mahle-Ökosystem wie auf einem Röntgenblick im Detail betrachten – vom Motor über Akku bis hin zur Integration aller Komponenten. Damit wird nicht nur die Leistung greifbar, sondern auch die technische Raffinesse hinter dem System sichtbar.
Zum Auftakt des Festivals wurden am Freitagnachmittag die Bike Festival Awards vergeben. In drei Kategorien hat die hochkarätige Jury ihre Favoriten gewählt. Die prämierten Produkte sind natürlich alle während des gesamten Festivals auf dem Expo-Gelände zu bestaunen. Und gewonnen haben folgende Produkte:
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Wie schon im letzten Jahr nutzt Bosch auch Bosch wieder das Bike Festival als Bühne für seine Neuheiten im E-Bike-Bereich. Großes Thema ist das Performance Upgrade 2.0: Die E-MTB-Motoren Performance CX und CX-R werden über dieses Software-Update noch stärker. Bis zu 120 Newtonmeter und 600 Prozent Unterstützung stehen künftig im Datenblatt. Auf dem Expo-Gelände sind alle Bosch News live erlebbar.
Neben dem umfassenden Software-Paket haben die Schwaben auch ein Schnellladegerät angekündigt, das mit 12 Ampere und 500 Watt dreimal schneller laden soll, als das klassische 4A-Ladegerät. Bei einem Gewicht von unter einem Kilo! Ebenfalls neu ist die offene Schnittstelle, die die Bosch-Antriebe mit Endgeräten à la Garmin kompatibel macht. Hier gibt’s alle Bosch-Neuheiten im Detail.
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Premiere feiert in diesem Jahr ein Award, bei dem die größte und ehrlichste Jury überhaupt entscheidet: Die Besucher der Festival-Expoarea - und damit auch ihr selbst! Gesucht werden die besten Markenauftritte in vier Kategorien:
Die Sieger werden am Sonntag gekürt - also fleißig abstimmen, falls ihr vor Ort seid!
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Schon vor der offiziellen Eröffnung gab es am Donnerstagabend die Premiere der Epicnight. Eine nächtliche No-Race-Ausfahrt für alle – mit Gravel-, MTB- und E-Bikes. Kilometer unter dem Sternenhimmel, Freiheit, Musik und eine große Abschlussparty am See als Auftakt des Bike Festivals. Ein Highlight noch vor der offiziellen Eröffnung des Festivals.
Gestartet wurde kurz vor Sonnenuntergang. Die Strecke führte durch das stimmungsvolle Herz des Sarcatals - ausschließlich vom Licht der eigenen Scheinwerfer begleitet. Zwei Routen standen zur Auswahl, geeignet für unterschiedliche Leistungsniveaus und ideal für Gravel-, MTB- und E-Bikes. Die Epicline mit rund 80 Kilometern Länge und die 40-km-Runde Easyline. Besondere Atmosphäre bekam der Zieleinlauf - denn das Seeufer von Torbole wurde zur Party-Meile mit DJ-Set von AndyLove. Ideal, um gemeinsam den Start des Bike Festivals zu feiern. Kein Rennen. Kein Zeitdruck. Sondern ein gemeinschaftliches Erlebnis unter dem Sternenhimmel.
Die Bosch E-MTB Challenge zog in diesem Jahr besonders viele Fahrer an. Neben Jedermann-Bikern waren auch wieder viele Stars wie Danny MacAskill dabei. Und in der Pro-Klasse tummelten sich aktuelle Top-Racer. Christian Textor war ebenso am Start wie der dreifache E-Weltmeister Jerome Gilloux. Ganz oben auf dem Treppchen landeten der Franzose Theo Ruhlmann und die deutsche Helen Weber, beide vom Rotwild Schwalbe Gravity Team.
Das Bike Festival ist ein Event, das man fühlt. Über 1500 Testbikes, die Expo-Area direkt am See und ein Programm, das vom ersten Tritt in die Pedale bis zur letzten Party reicht, sorgen auch 2026 für Adrenalin, Action und Amore. Sportliche Highlights wie der Bike Marathon, das MAXXIS Gravel Garda Trentino, die Bosch eMTB Challenge und die SCOTT Junior Trophy treffen auf neue Erlebnisformate: Sunrise und Sunset Rides, Gravel-Touren oder das neue Overnight Bikepacking bringen das Garda Trentino Feeling auf ein neues Level. Dazu kommt, was das Festival besonders macht: Die Atmosphäre. Ob Social Rides, Skill Sessions oder geführte Touren – hier findet jede/r einen Zugang zum Biken. „Jahr für Jahr bringt das Festival Menschen zusammen, die die gleiche Begeisterung für das Radfahren und einen aktiven Lebensstil teilen. So wird die Region zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und neuer Inspiration“, sagt Oskar Schwazer, General Manager des Tourismusverbands Garda Trentino.
Neben Action und Erlebnis bleibt das Festival auch Plattform für die Zukunft des Bike-Sports. Der Bike Festival Award wird um Kategorien wie Gravel-Innovation, Nachhaltigkeit und ökologische, soziale oder ökonomische Initiative erweitert, während sich beim Future Summit alles um die Rolle von KI im Bike- und Outdoor-Bereich dreht. Gleichzeitig setzt man auf nachhaltiges Eventmanagement und die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern, um Ressourcen zu schonen und die Region zu stärken.

Redakteur CvD
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