Rad-WeltmeisterschaftDas WM-Orakel - Wer gewinnt in Schottland?

BIKE

 · 31.07.2023

In 13 Disziplinen treten die Teilnehmer der WM in Schottland an.
Foto: Bartosz Wolinski/Red Bull
Das hat es noch nie gegeben: Alle 13 Radsportdisziplinen ermitteln ihre Weltmeister vom 3. bis 13. August 2023 bei einem Mega-Event in Schottland. Wer gewinnt die MTB-Rennen? Unsere Experten Marcus Klausmann und Thomas Frischknecht legen sich fest für die Radsport-Weltmeisterschaften (UCI Cycling World Championships).

Die Fakten zur Radsport-Weltmeisterschaft:

  • 8000 Radsportathleten werden bei der größten WM aller Zeiten in Schottland an den Start gehen. Zu vergeben sind ins-gesamt 190 Titel.
  • 13 Disziplinen in 11 Tagen: von Para-Cycling über BMX, Trial und Rennrad bis MTB.
  • 2,8 km - Der Downhill-Kurs in Fort William ist für seine Länge und seine Härte berüchtigt.

Die ganze Radsportwelt blickt im August gespannt auf Schottland: Kriegen die Organisatoren die UCI Cycling World Championships - dieses erstmalig stattfindende und elf Tage andauernde Mega-WM-Event mit allen 13 Radsportdisziplinen - gewuppt? Immerhin gilt es, 8000 Racer samt Betreuerstab, Journalisten aus aller Welt und unzählige Zuschauer zu koordinieren. Umso leichter dürfte die Organisation der Rennstrecken ausfallen, zumindest im MTB-Bereich, denn hier hat das Land bereits seit Jahren Weltmeisterniveau. Die Downhill-WM findet am 4./5. August auf der selektiven Abfahrt in Fort William statt, die Cross-Country- und Marathon-Rennen auf den Trailcenter-Kursen von Glentress Forest (CC-Finale: 10. bis 12.8., Marathon: 6.8.). Wer dieses Jahr die Titel einfahren wird, steht noch in den Sternen.

Wir haben unsere Orakel, bestehend aus den beiden Ex-Racern Marcus Klausmann, Thomas Frischknecht und Wyn Masters befragt. Hier ihre Favoritentipps für die Radsport-Weltmeisterschaften in Schottland.

Das sind die Top-Favoriten im Cross Country von Thomas Frischknecht:

Die Top-Favoriten Mathieu van der Poel und Thomas Pidcock kommen kurz vor der WM erst von der Tour de France zurück. Ich gehe davon aus, dass sie fürs MTB-Rennen noch zu müde sind. Matthias Flückiger wurde gerade an der Hand operiert, er wird es schwer haben, rechtzeitig fit zu sein. Mein Ranking daher:

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Thomas Frischknecht, ehemaliger Schweizer Mountainbike-Profi, gilt als einer der erfolgreichsten Mountainbiker aller Zeiten.Foto: Nick MuzikThomas Frischknecht, ehemaliger Schweizer Mountainbike-Profi, gilt als einer der erfolgreichsten Mountainbiker aller Zeiten.

Cross Country Männer

1. Nino Schurter: Ich weiß, dass Nino alles geben wird. Mit seiner Erfahrung wird er das Rennen machen.

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Nino SchurterFoto: Nick MuzikNino Schurter

2. Luca Schwarzbauer: Die letzten Worldcups haben gezeigt, wie gut der Deutsche zurzeit drauf ist. Ihm trau ich wirklich einiges zu.

Luca SchwarzbauerFoto: Maxime Schmid/dpaLuca Schwarzbauer

3. Lars Forster: Der Europameister von 2021 hat den letzten Worldcup in Leogang gewonnen. Er ist fit!

Lars ForsterFoto: Bartosz Wolinski/Red BullLars Forster

Cross Country Frauen

1. Puck Pieterse: Die Niederländerin ist jung (21), frech und unbekümmert – sie wird das Rennen machen.

Puck PieterseFoto: Jaroslav Svoboda/dpaPuck Pieterse

2. Loana Lecomte: Die Französin hat zuletzt geschwächelt, fokussiert sich aber gerade im Höhentraining.

Loana LecomteFoto: Bartosz Wolinski/ Red BullLoana Lecomte

3. Alessandra Keller: Sie lag in den letzten Rennen etwas zu weit hinten, aber Bronze trau ich ihr zu.

Alessandra KellerFoto: Bartosz Wolinski/Red BullAlessandra Keller
Thomas Frischknecht, ehemaliger Schweizer Mountainbike-Profi, gilt als einer der erfolgreichsten Mountainbiker aller Zeiten.Foto: Nick MuzikThomas Frischknecht, ehemaliger Schweizer Mountainbike-Profi, gilt als einer der erfolgreichsten Mountainbiker aller Zeiten.

Das sind die Top-Favoriten im Downhill von Marcus Klausmann:

Man muss den Rhythmus der Fort-William-Abfahrt verinnerlicht haben und draufhalten können. Deshalb werden Racer gewinnen, die hier oft unterwegs sind, Kraft haben oder völlig unbekümmert an den Start gehen. Bei den Frauen wäre das Rachel Atherton, aber ich weiß nicht, ob sie startet. Daher hier mein Ranking:

Marcus Klausmann, Deutschland erfolgreichster MTB-Profi, mehrfacher Downhill-Weltmeister.Foto: Miha MatavzMarcus Klausmann, Deutschland erfolgreichster MTB-Profi, mehrfacher Downhill-Weltmeister.

Downhill Männer

1. Jackson Goldstone: Nur, wenn er Erster in der Quali wird, könnte er die Nerven verlieren. Sonst: Gold!

Jackson GoldstoneFoto: Jose DuchJackson Goldstone

2. Andreas Kolb: Der Wechsel zu Team Atherton und das Training mit erfahrenen Jungs zünden bei ihm!

Andreas KolbFoto: Bartosz Wolinski/Red BullAndreas Kolb

3. Loic Bruni: Er hat die Kraft für die vielen Sprünge auf der Strecke. Derzeit geht er aber oft viel Risiko ein.

Loic BruniFoto: Graeme MurrayLoic Bruni

Downhill Frauen

1. Vali Höll: Ihr Problem: Sie will nicht gewinnen, sondern dominieren. Aber der Knoten scheint geplatzt.

Vali HöllFoto: Moritz AblingerVali Höll

2. Camille Balanche: Die Schweizerin sieht nicht so aus, aber sie ist eine echte Maschine.

Camille BalancheFoto: Bartosz Wolinski/Red BullCamille Balanche

3. Nina Hoffmann: Sie hat hier letztes Jahr gewonnen, kennt die Strecke also gut. Aber im Moment stürzt sie leider häufig.

Nina HoffmannFoto: Pierre Teyssot/dpaNina Hoffmann

Das sind die Top-Favoriten im Downhill von Wyn Masters

Kaum jemand kennt die Downhill-Szene wie Vollblut-Racer Wyn Masters. Auf diese Typen würde der Neuseeländer sein Geld setzen:

Bei Wyn Masters zählt das Gesamtkunstwerk, denn Wyn ist ein Tausendsassa. Der Neuseeländer bestreitet Downhill-Worldcups, fährt EWS-Rennen, stellt bei Whip-offs die Kiste quer, rollt freihändig auf dem Hinterrad, springt über den Eisbach im Englischen Garten in München oder bunnyhopt über alles und jeden.Foto: Jake HammBei Wyn Masters zählt das Gesamtkunstwerk, denn Wyn ist ein Tausendsassa. Der Neuseeländer bestreitet Downhill-Worldcups, fährt EWS-Rennen, stellt bei Whip-offs die Kiste quer, rollt freihändig auf dem Hinterrad, springt über den Eisbach im Englischen Garten in München oder bunnyhopt über alles und jeden.

Downhill Männer

1. Laurie Greenland (26) - Team Santa Cruz – GBR: Laurie war superschnell bei den Nationalen Meisterschaften dieses Jahr in Fort William. Er hält sogar den momentanen Streckenrekord. Laurie legt an Form zu, je länger die Race-Saison dauert, und der Track in Schottland scheint ihm voll zu liegen. Mein Tipp: Gold!

Laurie GreenlandFoto: Bartosz WolinskiLaurie Greenland

2. Jordan Williams (19) - Team Specialized – GBR: Der Junioren-Weltmeister hat Stahlnerven – erster Elite-Worldcup, und er gewinnt! Wie krass! Jordan mag die Strecke in Fort William, deswegen wird er sich über diesen 2. Platz ärgern. In seinem Kopf: erster Elite-Worldcup = Sieg, erste Elite-WM = Sieg. Das wäre ein Sommermärchen!

Jordan WilliamsFoto: Andy Vathis/Monster EnergyJordan Williams

3. Greg Minnaar (41) - Team Santa Cruz – SA: Greg zählt zu den besten Fahrern in Fort William. Bisher war seine 2023er-Rennsaison alles andere als gut. Greg braucht jetzt ein Knaller-Ergebnis, denn so lange wird Greg nicht mehr racen.

Greg MinnaarFoto: Boris Beyer/Red Bull Content PoolGreg Minnaar

4. Thibaut Dapréla (22) - Team Commencal – FRA: Dapréla fährt 100 Prozent am Limit. Schaut Euch seinen Lauf in Val di Sole an. Crazy! Der Franzose wird alles auf eine Karte setzen: Sturz oder Podium. Es gibt wenige, die so viel Risiko eingehen wie TD.

Thibaut DaprélaFoto: Sebastian SchieckThibaut Dapréla

5. Loïc Bruni (29)- Team Specialized – FRA: Bruni ist ein Spezialist für Weltmeisterschaften. Fünf WM-Titel (2017, 18, 19, 22) hat er bereits eingesackt, einen davon als Junior (2012). Er kann Wunder vollbringen, auch wenn er den Track in Fort William hasst!

Loïc BruniFoto: Bartosz WolinskiLoïc Bruni

Downhill Frauen

6. Nina Hoffmann (27) - Team Santa Cruz – GER: Nina hat 2022 Silber geholt. Sie ist hungrig auf Gold. In Fort William werden ihr vier Dinge helfen:

  1. Sie ist körperlich irre fit.
  2. Sie hat eine starke Psyche.
  3. Sie hat bei den Nationalmeisterschaften Platz 1 belegt.
  4. Sie liebt den Track: lang, fordernd, rau. Hier hat Nina den Worldcup 2022 mit großem Abstand gewonnen.
Nina Hoffmann: Bartosz WolinskiNina Hoffmann: Bartosz Wolinski

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