Energiesparen mit dem E-Mountainbike

E-MTB-Wissen: Welche Reichweite bei welcher Fahrstufe?

  • Stephan Ottmar
 • Publiziert vor 4 Jahren

Wie weit fährt mein E-Mountainbike in welcher Fahrstufe? Mit einem Bosch-Antrieb haben wir die exakten Reichweiten in der Praxis ermittelt.

Forscher träumen vom Perpetuum Mobile, einem Antrieb, der ohne zugeführte Energie immer weiter läuft. E-Mountainbiker definitiv auch. In der Praxis aber haben sie eher den Alptraum vor Augen: Reicht der Akku? Komme ich noch über den nächsten Gipfel? Der skeptische Blick zur Füllstandsanzeige ist für E-Mountainbiker ständiger Begleiter. Wir haben den Test gemacht und kurbelten auf einem Bike mit Bosch-Antrieb in allen vier Unterstützungsstufen (Eco/Tour/Sport/Turbo) so lange bergauf, bis der Akku am Ende war.

Die Frage war: Wie viel bringt ein Wechsel zwischen den Unterstützungsstufen? Wie stark erhöht sich die Reichweite? Wie sehr verringert sich die Geschwindigkeit? Wie sieht es mit den eigenen Kraftreserven aus?

Natürlich fuhren wir immer auf derselben Strecke und verwendeten für alle Fahrten dasselbe Bike mit dem identischen 400-Wh-Akku. Damit die Bandbreite der Übersetzung ausreicht und die Reisegeschwindigkeit nicht auf unerträgliches Schneckentempo sinkt, erhöhten wir unsere Eigenleistung in 10-Watt-Schritten pro Stufe. Im Turbo traten wir also nur mit 130 Watt rein, im Eco mit 160.

Was bringt es, wenn ich meinen E-Antrieb eine Stufe runterschalte?

Anhand der Unterstützungsstufe wählt der E-Mountainbiker, wie stark der Motor ihn unterstützt. Es ist die Wahl der Qual: Je weniger der Antrieb liefert, desto mehr muss er selbst tun. Aber was bringt es wirklich an Reichweite, wenn ich meinen Antrieb eine Stufe runterschalte? Die wichtigste Erkenntnis: Wer von der höchsten auf die niedrigste Stufe schaltet, verdoppelt die Reichweite! Allerdings verändert sich auch sonst alles.

Die durchschnittliche Steigung unserer Teststrecke beträgt 8,5 Prozent. Im Turbo-Modus (Stufe 4) fliegt man dem Gipfel mit 17,5 km/h förmlich entgegen, und nach einer Dreiviertelstunde stehen 1110 Höhenmeter auf der Uhr. Da kann kein Cross-Country-Profi folgen. Im Sport-Modus schont man die Batterie weniger als erwartet, lediglich 130 Höhenmeter mehr waren drin. Auf Stufe 2 (Tour) waren es bereits 415 Höhenmeter mehr. Erst Stufe 1 (Eco) lohnt sich wirklich: über 1000 Höhenmeter mehr. Doch der Preis ist hoch! Die Reisegeschwindigkeit fällt auf Schneckentempo: 8,8 km/h – gerade mal die Hälfte. Und der Anstrengungsgrad wird plötzlich vergleichbar mit einem Bike ohne Antrieb: Wer statt 160 Watt etwas mehr als 200 schafft, der könnte sogar auf ein vergleichbares, motorloses Bike wechseln. Nur kann er dann an der nächsten Rampe nicht in einen höheren Unterstützungsmodus schalten.

Das Diagramm zeigt die Höhenmeter und die Geschwindigkeit in den vier Unterstützungsstufen eines Bosch-Antriebs.

So viele Höhenmeter schafft man mit einem Bosch-Motor in den Stufen Turbo, Sport, Tour und Eco.

Die zusätzlich erreichte Höhe kommt vor allem durch den Fahrer, der auf Eco 4,6 Mal mehr leistet als in Stufe Turbo. Klar, dass man da weiterfährt. Aber eben auch mit deutlich höherem Zeit- und Arbeitsaufwand. Trotzdem: Wer halbwegs fit ist und nur an den wirklich steilen Rampen eine hohe Unter- stützungsstufe wählt, der schafft auch Touren um die 2000 Höhenmeter mit einem 400-Wh-Akku.

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Themen: BoschEnergiesparenFahrstufeReichweite


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