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Radfahren boomt wie Inlineskaten in den 90ern. Damals hätte man den Eindruck bekommen können, die Menschen hätten Rollen statt Zehen an den Füßen. Ähnlich ist es heute mit dem Fahrrad: Alles gravelt, biked und kurbelt sich auf den unterschiedlichsten Arten von Zweirädern durch die Landschaft – auch im Urlaub. Doch dahin muss das Fahrrad erst mal kommen, weshalb auch ein weiterer Gegenstand Hochkonjunktur hat: der Fahrradträger. Schaut man sich die Auto-Karavanen so an, die sich im Sommer Richtung Süden schieben, fällt auf: Die Art des Fahrradtransports hat sich verändert. Statt auf dem Dach oder an der Heckklappe fährt das Zweirad heute auf der Anhängerkupplung mit.
Der Transport auf der Kupplung hat viele Vorteile: Der wichtigste ist in Zeiten der E-Bikes wohl die geringe Ladehöhe. Statt die Räder mühsam aufs Dach zu hieven – was mit den meisten motorisierten Fahrrädern rein gewichtstechnisch schon ausfällt – lassen sich die bulligen E-Bikes oft sogar bequem über Laderampen auf den Träger rollen – im Zweifel sogar mit Unterstützung des Schiebemodus. Auch das Platzieren der Bikes und die Befestigung am Träger läuft auf Augenhöhe wesentlich geschmeidiger als in Überkopf-Position.
Neben dem komfortablen Handling haben Kupplungsträger allerdings auch Nachteile. Die meisten Modelle sind schwer und sperrig. Gewichte von 18 Kilo und mehr sind keine Seltenheit. Und in den engen Kellerabteilen nehmen die ausladenden Träger dringend benötigten Platz ein. Ganz zu schweigen vom kostenlosen Krafttraining bei der neuen Disziplin: Fahrradträgerschleppen vom Keller zum PKW.
Die Lösung: leichte Kupplungsträger, die sich kompakt zusammenfalten lassen und damit Transport und Lagerung wesentlich vereinfachen. Allzu viele Modelle dieser Art gibt der Markt noch nicht her, doch wir haben vier Exemplare aufgespürt, die unsere Anforderung erfüllen.
Vorreiter der leichten Kupplungsträger ist der deutsche Hersteller Uebler. Der i21 ist bereits seit einigen Jahren auf dem Markt, mit 13,9 Kilo Gewicht wohl der leichteste seiner Art und mit besonders praktischem Montagesystem für die Kupplung ausgestattet. Nebenbei lässt er sich auch noch zusammenfalten wie ein Origami.Objekt und verschwindet selbst in der kleinsten Kellernische.
Auch Thule – eigentlich bekannt für seine hochwertigen aber eher wuchtigen Fahrradträger – hat seit kurzem einen klappbaren Träger für die City-Klientel im Programm. 15 Kilo wiegt der neue Epos, der sich ebenfalls kompakt verstauen lässt und vor allem mit innovativen Halterungen für die Fahrräder punktet. Anstelle eines Bügels an der Rückseite des Trägers, besitzt jede Radschiene ihren eigenen Greifarm, der besonders viele Montagepositionen erlaubt, sowie unabhängiges Entladen ermöglicht. Zudem besitzt der Thule eine Funktion, mit der sich der Träger im Stadtverkehr um 90 Grad anwinkeln lässt – park- und rangierfreundlich.
Ein Klassiker der leichten Kategorie ist der Strada Sport 2, den Atera ins Rennen schickt. Er schafft es ebenfalls knapp unter 15 Kilo, besitzt jedoch noch keinen aufwändigen Faltmechanismus. Auch in Sachen Ausstattung und Handling ist der Strada nicht mehr ganz up to date. Schmaler Schienenabstand und enge Radschalen erschweren den Transport wuchtiger E-Bikes. Während der Atera top für Gravel- und Roadbikes funktioniert, sollten E-Biker eher zu den speziell dafür vorgesehen Modellen im Sortiment zurückgreifen.
Yakima ist noch eher unbekannt auf dem deutschen Markt, konnte in vergangenen Tests jedoch bereits mit solider Leistung überzeugen. Der neue FoldClick 2 Evo ist mit 16,3 Kilo zwar kein Fliegengewicht, dennoch überzeugt er mit kleinem Staumaß und innovativer Kupplungsmontage sowie mit einem praktischen Tragegriff. An seine Grenzen stößt der Yakima allerdings aufgrund seiner klassischen Klauen-Greifer. Eckige Rohre oder wuchtige Rahmen lassen sich damit weniger gut klemmen, als mit den Ratschensystemen der anderen drei Hersteller.
Auch bei den Radbefestigungen gibt es feine Unterschiede: Bei Atera, Uebler und Yakima zeigen alle Ratschen zur Mitte des Trägers. Um das zweite Rad zu befestigen muss man sich hier ziemlich verrenken. Thule machts besser und platziert sämtliche Ratschen nutzerfreundlich nach außen.
Während alle getesteten Fahrradträger uneingeschränkt für den Transport von Gravel- oder Rennrädern geeignet sind, gibt es zumindest bei E-Bikes kleine Einschränkungen: Thule begrenzt die Zuladung beim OutPace auf 50 Kilo. Bei Full-Power-Bikes ist das Limit hier schnell erreicht, vor allem, wenn Zubehör wie Gepäckträger oder Schutzbleche dazu kommen. Bei Atera ist der geringe Schienenabstand von nur 18 Zentimetern einer der Knackpunkte, ein weiterer sind die Radaufnahmen, die vor allem für breite Reifen und lange Radstände nicht optimal geeignet sind.
| Note | |
| Montage (30%) | 2,3 |
| Handling (40%) | 3,3 |
| Ausstattung / Verarbeitung (10%) | 1,9 |
| Gewicht / Transport (20%) | 2,7 |
| BIKE-NOTE | 2,7 |
Der Strada Sport 2 ist ein solider Klassiker, der vor allem Einsteiger und Rennradfahrer anspricht. Verarbeitung, Stabilität und die einfache Grundkonstruktion überzeugen, auch die Erweiterbarkeit ist ein Plus. Im Detail wirkt das Konzept jedoch in die Jahre gekommen: umständliche Beladung, fummelige Riemen und vor allem der geringe Schienenabstand setzen klare Grenzen. Für moderne Mountainbikes oder E‑Bikes ist der Strada Sport 2 nur bedingt geeignet – hier greift man besser zu aktuelleren oder spezifisch ausgelegten Modellen wie dem Atera Strada E-Bike.
| Note | |
| Montage (30%) | 2,2 |
| Handling (40%) | 1,9 |
| Ausstattung / Verarbeitung (10%) | 2,2 |
| Gewicht / Transport (20%) | 1,7 |
| BIKE-NOTE | 2,0 |
Geringes Gewicht, kleines Staumaß und praktischer Tragegriff – in Sachen Handling sammelt der Thule fleißig Punkte. Die separat platzierten Greifarme sind eine Klasse für sich: Sie erleichtern das Be- und Entladen enorm und passen auch bei komplizierten Rahmenformen. Dank seiner Klappfunktion stört der OutPace deutlich weniger beim Rangieren in der Stadt und kann auch beim Parken am Fahrzeug bleiben.
Die Montage des Fahrradträgers über die Flügelmutter ist klar dem – für Thule-Verhältnisse – günstigen Preis geschuldet, macht das Ganze aber etwas mühsamer. Wir hätten uns zumindest einen Hinweis gewünscht, wann der Träger ausreichend fest auf der Kupplung sitzt. Die Klappfunktion ohne Fußpedal ist ebenfalls etwas unhandlich, weil man zwischen den Bikes durchgreifen muss und sich im Zweifel das Kettenfett an die Ärmel schmiert. Die maximale Zuladung von 50 Kilo und 25 Kilo je Bike liegt etwas unter den üblichen Werten – gerade bei schweren E-Bikes ein Punkt auf den man achten sollte.
| Note | |
| Montage (30%) | 1,3 |
| Handling (40%) | 2,1 |
| Ausstattung / Verarbeitung (10%) | 2,2 |
| Gewicht / Transport (20%) | 1,2 |
| BIKE-NOTE | 1,7 |
Mit dem i21 Z60 liefert Uebler ein echtes Highend-Paket für anspruchsvolle Biker: ultraleicht, extrem stabil und mit durchdachter Bedienung bis ins Detail. Der clevere Klick-Mechanismus und die flexiblen Greifarme setzen Maßstäbe in Sachen Handhabung und Rahmenschutz. Kleine Schwächen bei den Ratschenbändern trüben den insgesamt erstklassigen Eindruck kaum. Wer einen der leichtesten und gleichzeitig sichersten Kupplungsträger am Markt sucht, landet hier einen Volltreffer – muss dafür aber auch tief in die Tasche greifen.
| Note | |
| Montage (30%) | 1,4 |
| Handling (40%) | 2,2 |
| Ausstattung / Verarbeitung (10%) | 2,4 |
| Gewicht / Transport (20%) | 2,0 |
| BIKE-NOTE | 1,9 |
Mit dem FoldClick Evo 2 liefert Yakima einen durchdachten, angenehm kompakten Kupplungsträger für den Alltag. Besonders die einfache Montage, das platzsparende Klappmaß und die stabile Performance im Fahrbetrieb wissen zu überzeugen. In der Praxis punktet er mit intuitiver Handhabung und guter E‑Bike-Tauglichkeit. Abstriche gibt’s bei Materialanmutung, Detailverarbeitung und der etwas eingeschränkten Anpassungsfähigkeit der Greifarme. Unterm Strich ein solider Allrounder für alle, die Wert auf Kompaktheit und unkompliziertes Handling legen – mit kleinen Schwächen im Detail.

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