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Wer in der Stadt wohnt, kennt das Problem: Der Keller ist rappelvoll, die Garage winzig, aber das Bike muss trotzdem irgendwie zum Trail. Thule hat mit dem OutPace einen Kupplungsträger im Programm, der sich nach dem Einsatz fast unsichtbar macht. Leicht, kompakt und mit cleveren Features ausgestattet – wir haben das Platzwunder aus Schweden ausprobiert.
Ausflüge mit dem Fahrrad starten meist mit einem Kraftakt an der Anhängerkupplung. Fahrradträger sind in der Regel schwer, sperrig und unhandlich – und manchmal rauben sie einem schon vor der Tour den letzten Nerv bei der Montage oder blockieren im Winter auch noch das halbe Kellerabteil. Wir haben insgesamt vier leichte und kompakte Fahrradträger für die Anhängerkupplung getestet. Mit dabei: Thule mit dem neuen OutPace – einer der bisher kompaktesten Fahrradträger der schwedischen Transport-Profis.
Der Thule OutPace ist als 2-er oder 3-er Variante erhältlich und legt den Fokus klar auf Handling und Kompaktheit. Mit 629 Euro für die Version für 2 Bikes ist er – für einen Thule – auch noch erstaunlich günstig. Da fragt man sich natürlich: Bekommt man dennoch das volle Thule-Paket?
JEIN! In Sachen Verarbeitung geht Thule auch beim OutPace „all in“. Die Materialqualität ist gewohnt sehr hochwertig, die Kunststoffe stabil, sämtliche Kanten abgerundet. Auch die Kabel für die Beleuchtung sind sauber geführt, für den 13-poligen Stecker gibt es eine Halterung an der Kupplungsaufnahme. Richtig easy ist der Weg zur Kupplung, denn der OutPace wiegt nur 15 Kilo, kommt klein gefaltet aus dem Keller und lässt sich am praktischen Tragegriff locker mit einer Hand stemmen.
Anders als die wesentlich teureren Kupplungsträger von Thule besitzt der OutPace keinen seitlichen Hebel, mit dem er auf der Kupplung geklemmt wird, sondern eine Art überdimensionaler Flügelmutter, mit der der Träger auf den Kugelkopf geschraubt wird. Das ist zum einen etwas unhandlicher und kraftaufwändiger, zum anderen fehlt eine klar definierte Rasterung, die signalisiert, dass das nötige Anzugsmoment (100 Nm) erreicht ist – in der Praxis alles kein großes Drama. Allerdings fällt das korrekte Ausrichten auf der Kupplung ebenfalls etwas schwerer.
Des Weiteren lässt sich der Thule zwar abklappen und ermöglicht damit den Zugang zum Kofferraum. Allerdings verzichtet der OutPace auf ein praktisches Fußpedal. Das Entriegeln erfolgt per Hand über ein Zugsystem zwischen den Schienen des Trägers. Zusammengeklappt oder mit montierten Bikes ist es etwas schwer erreichbar.
Oft scheitern Fahrradträger an modernen Rahmengeometrien oder dicken Unterrohren. Dieses Problem löst Thule geschickt durch unabhängige, bewegliche Halterungen. Die Greifarme lassen sich sowohl im Winkel als auch in der Höhe verstellen, sind drehbar gelagert und die Riemen packen alles von 20 mm bis 90 mm Durchmesser. Damit lässt sich sowohl das filigrane Citybike als auch das bullige Mountainbike sicher fixieren. Die gummierten Ratschenbänder sind schonend zum Fahrradrahmen und auch für Carbonrahmen geeignet.
Schienenlänge und -abstand sind mit 121, beziehungsweise 22,5 Zentimetern zwar nur Standard, reichen aber aus, um auch E-Bikes mit langen Radständen (wir haben maximal 144 cm gemessen) und breit bauenden Rahmen und Federgabeln zu montieren.
Gut zu wissen: Thule gibt den OutPace nur bis maximal 50 Kilo Zuladung frei. Pro Bike sind maximal 25 Kilo möglich. Bei schweren Full-Power-E-Bikes kann es da mit dem Gewichtslimit schon mal knapp werden.
Besonders clever: Durch die separat platzierten Greifarme lassen sich die Bikes unabhängig voneinander entladen. Heißt: Das innere Bike kann auch dann vom Träger genommen werden, wenn das äußere auf dem Träger verbleiben soll.
Ein besonderes Highlight für die Parkplatzsuche in der Stadt: Die Neigungsfunktion. Über diese lässt sich der Träger im unbeladenen Zustand um 90 Grad auf der Kupplung nach oben klappen, so dass er beim Rangieren weniger Platz wegnimmt und das Risiko von Remplern minimiert wird. Integrierte Sicherheitsleuchten sorgen zudem dafür, dass man auch bei Nachtfahrten nicht übersehen wird.
| Note | |
| Montage (30%) | 2,2 |
| Handling (40%) | 1,9 |
| Ausstattung / Verarbeitung (10%) | 2,2 |
| Gewicht / Transport (20%) | 1,7 |
| BIKE-NOTE | 2,0 |
Geringes Gewicht, kleines Staumaß und praktischer Tragegriff – in Sachen Handling sammelt der Thule fleißig Punkte. Die separat platzierten Greifarme sind eine Klasse für sich: Sie erleichtern das Be- und Entladen enorm und passen auch bei komplizierten Rahmenformen. Dank seiner Klappfunktion stört der OutPace deutlich weniger beim Rangieren in der Stadt und kann auch beim Parken am Fahrzeug bleiben.
Die Montage des Fahrradträgers über die Flügelmutter ist klar dem – für Thule-Verhältnisse – günstigen Preis geschuldet, macht das Ganze aber etwas mühsamer. Wir hätten uns zumindest einen Hinweis gewünscht, wann der Träger ausreichend fest auf der Kupplung sitzt. Die Klappfunktion ohne Fußpedal ist ebenfalls etwas unhandlich, weil man zwischen den Bikes durchgreifen muss und sich im Zweifel das Kettenfett an die Ärmel schmiert. Die maximale Zuladung von 50 Kilo und 25 Kilo je Bike liegt etwas unter den üblichen Werten – gerade bei schweren E-Bikes ein Punkt auf den man achten sollte.

Redakteur
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